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Lappland im Sommer: Das wird der Reise-Trend 2019!

Nicole Molitor
von Nicole Molitor Veröffentlicht am 17. August 2018
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Beim Gedanken an einen Urlaub im hohen Norden bekommen viele direkt kalte Füße. Dabei ist zum Beispiel Lappland im Sommer richtig warm und so lange hell, dass der Tag scheinbar nie zuende geht. Und das ist nur einer der Gründe, warum sich Lappland im Sommer richtig lohnt! Hier kommen noch mehr!

Das finnische Lappland gilt als Heimat des Weihnachtsmanns und ist als weiße Winterwunderlandschaft mit seinen tief verschneiten Gipfeln und Tälern längst kein Geheimtipp mehr. Dass man hier auch den Rest des Jahres wunderbar Urlaub machen kann, wissen die wenigsten. Hier kommen fünf Gründe, warum sich Lappland im Sommer so richtig lohnt!

1. Helles Wunder: Im Rausch der Mitternachtssonne

Der größte Teil Lapplands liegt in Finnland über dem nördlichen Polarkreis. Für volle zwei Monate – von Mitte Mai bis Mitte Juli – geht die Sonne hier praktisch nicht unter, sodass es auch nachts noch taghell ist. Das gibt euch nicht nur jede Menge Energie, euer Urlaub verdoppelt sich dadurch sogar gewissermaßen. Je weiter ihr im Norden seid, umso stärker macht sich die Mitternachtssonne übrigens bemerkbar. Aber selbst unten in Helsinki bleibt es im Sommer wesentlich länger hell.

Insider-Tipp: Wenn ihr zur Mittsommerzeit in Inari seid, solltet ihr gegen zehn Uhr abends einen Ausflug auf den Inarisee machen. Das ist der drittgrößte See Finnlands und von der Fläche her in etwa so groß wie ganz Belgien. Ein Katamaran schippert euch bequem über den See und macht mittendrin Halt auf der Ukonsaari-Insel.

Von hier habt ihr einen tollen Blick über den See und könnt live beobachten, wie die goldene Mitternachtssonne für einen kurzen Moment hinterm Horizont versinkt und dann direkt wieder aufgeht. Damit erlebt ihr quasi den Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zur selben Zeit – irre cool, vor allem durch die Spiegelung auf der Wasseroberfläche.

Tipp: Euer Mückenspray solltet ihr im Sommer auch "nachts" immer in Lappland dabeihaben.

2. Ab ins Grüne: Outdoor-Spaß in der Wildnis

Im Mai beginnt das Eis in Lappland zu schmelzen und schon im Juni steht die Natur in voller Blüte. Die Temperaturen können jetzt auf über 30 Grad steigen, im Durchschnitt liegen sie jedoch bei rund 15 Grad, was sich durch die intensive Sommersonne aber mindestens 10 Grad wärmer anfühlt. Anders als bei uns oder im Süden bleibt die Luft dabei herrlich frisch und klar, sodass ihr bei euren Outdoor-Aktivitäten in der finnischen Wildnis nicht so leicht aus der Puste kommt.

Tipp: Das lappische Finnland ist insgesamt relativ flach und damit wesentlich leichter zugänglich als der Teil Lapplands, der in Norwegen liegt. Perfekt für ausgiebige Wanderungen!

Während im Winter gefrorene Wasserfälle zum Eisklettern einladen und neben Ski-Laufen und Eisfischen auch romantische Husky-Schlittenfahrten auf dem Programm stehen, ist Lappland im Sommer ein Paradies zum Angeln, Kajaken und Wandern. Dabei führt der Weg direkt vorbei an dichten Wäldern und unzähligen blauen Seen – ein Panorama, das locker mit Kanada mithalten kann. Durch die reine Luft sehen hier selbst die Wolken geschliffen scharf aus, was sie zu einer echten Bereicherung für jedes Foto macht.

Insider-Tipp: Natürlich könnt ihr in Lappland auch einfach faulenzen und euch die Sommersonne auf den Bauch scheinen lassen. Eine wunderbare Adresse dafür ist das etwas südlicher gelegene Posio. Hier gibt es rund 3.000 Seen, wo ihr euch mit glasklarem Wasser abkühlen könnt. Mit seinem besonders langen Sandstrand ist der Livojärvi sogar als "Riviera Lapplands" bekannt.

Ein idyllisches Plätzchen zum Entspannen und Ausruhen findet ihr in dem kleinen Urlaubsdorf Lomaskus Himmerki. Direkt am Fuße der rustikalen Holzhütten liegt der Kitkajärvi-See, wo ihr prima baden und fischen könnt. Ist euch das Wasser noch zu frisch, huscht ihr vorher einfach kurz in die hoteleigene Sauna – als finnisches Kulturgut solltet ihr euch die sowieso nicht entgehen lassen.

3. Little Rudolph: Auf Kuschelkurs mit den Rentieren

Wenn ihr Lappland im Sommer von seiner tierisch süßen Seite erleben wollt, solltet ihr einen Abstecher zu einer der vielen Rentierfarmen rund um Inari machen. Hier weihen euch die Samen, also die finnischen Ureinwohner, gerne in die Tradition der Rentierzucht ein und lassen euch die zahmen Tiere sogar streicheln und füttern.

Insider-Tipp: Im Mai ist der Hauptgeburtsmonat der Rentiere, das heißt, dass ihr in der Sommerzeit auf Kuschelkurs mit den kleinen Rentierbabys gehen könnt. Die Mini-Rudolphs sind unfassbar niedlich und stehen nach einem Monat nicht mehr voll im Schutz ihrer Mama, weshalb ihr sie auch mal alleine für ein Foto erwischt.

Ebenalls sehr beliebt sind die kreativen Workshops der Samen, wo ihr aus Naturmaterialien wie Leder, Rinde und abgeworfenen Geweihen individuellen Schmuck und andere Accessoires herstellen könnt. Oder ihr versucht euch unter professioneller Anleitung beim Goldwaschen an einem der rauschenden Bäche. Das Wasser hat hier in den Wäldern übrigens Top-Trinkwasserqualität!

4. Bunte Unterhaltung: Sommer-Events und Festivals

Wenn ihr genug von der Ruhe und Abgeschiedenheit habt, – nur so nebenbei: In manchen Regionen wie Inari gibt es dreimal mehr Rentiere als Menschen – hat Lappland im Sommer einige coole Events für euch in petto. Das kleine Musikfestival Ijahis Idja in Inari bietet einheimischen Künstlern eine Bühne, wodurch ihr in den seltenen Genuss von moderner und traditioneller Sámi-Musik kommt.

Filmfans fiebern Mitte Juni dem internationalen Midnight Sun Film Festival entgegen, das seit über 30 Jahren in Sodankylä stattfindet. Hier werden fünf Tage lang rund um die Uhr alte und neue Filme aus der ganzen Welt gezeigt, es wird zusammengesessen, getrunken und gelacht.

Wenn ihr dann irgendwann um drei Uhr morgens aus dem abgedunkelten Zirkuszelt taumelt, begrüßt euch hellste Nacht, sodass ihr immer weiter machen wollt mit den Filmen, dem Plaudern oder einer wilden Karaoke-Party – da sind die Finnen ganz scharf drauf und singen und tanzen auch mal lauthals zu Beatles-Songs.

5. Gesundes Plus: Beeren – das finnische Superfood

Die Sonne scheint im Sommer so lange und so stark in Lappland, dass die Beeren später voller Vitamin C, E und Spurenelemente stecken. Als gesundes Superfood werden sie nicht nur roh vom Strauch genascht, sondern auch gerne zu Power-Riegeln, süßen Marmeladen und Co. verarbeitet. Die Auswahl an Beeren ist riesig und reicht von schwarzen Johannisbeeren über Blaubeeren bis hin zu Erdbeeren, Himbeeren und Preiselbeeren. Meist wachsen sie einfach wild in der Natur und sind eine süße Überraschung beim Wandern.

Weniger leicht zu finden sind da die orange-gelben Moltebeeren, die es nur in Skandinavien gibt. Sie wachsen in sumpfigen Gebieten wie Mooren und werden auch als "Gold Lapplands" bezeichnet. Die kleinen Früchte schmecken leicht säuerlich und ein bisschen nach Aprikose. Als Kompott sind sie eine echte Wucht und ein toller Begleiter zu Panna Cotta – unbedingt probieren!

Für Feinschmecker empfiehlt sich ein Ausflug zu dem liebevoll eingerichteten Vintage-Café Korpihilla in der Nähe von Posio. Neben originellen und vielfach prämierten Rezepten rund um die Moltebeere gibt es hier auch andere lappische Köstlichkeiten, wie einen spritzigen Sekt mit Fichtennadeln und Kräutern aus der Region – natürlich alkoholfrei, schließlich sind die meisten Gäste mit dem Auto unterwegs. Soll es doch etwas Hochprozentiges sein, sind süße Beeren-Liköre oder milder Gin im Angebot.

Hochsaison der Beerenernte ist der Spätsommer, etwa ab August, wenn sich auch die Mückenschwärme endlich zurückziehen. Dann scheint der Boden durch all die leuchtend roten und gelben Beeren förmlich in Flammen zu stehen und auch die Laubwälder schlüpfen nun langsam ins bunte Herbstkleid.

Insider-Tipp: Von August bis September sammeln die Finnen nicht nur die Beeren und Pilze ein, jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Polarlichter zu sehen. Die Tage werden jetzt kürzer, die Nächte dunkler und die Luft ist klarer als an vielen Wintertagen – ideale Bedingungen für das kostenlose Naturschauspiel. Sucht euch einen erhabenen Platz gegenüber eines Sees, dann habt ihr die Chance, die feurigen Herbstwälder zusammen mit den Nordlichtern als Spiegelung auf dem Wasser einzufangen.

Go North: Der sonnige Norden erwartet euch

Wie ihr seht, hat Lappland im Sommer eine ganze Menge zu bieten – egal ob für Naturfreunde, Kulturfans oder die klassischen Sonnenanbeter unter euch. Geht beim nächsten Sommerurlaub also ruhig mal in die andere Richtung und macht euch ein eigenes Bild vom sonnigen Norden!

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