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Die extrauterine Schwangerschaft (Eileiterschwangerschaft)

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 16. Juni 2008
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Die statistische Risiko einer extrauterinen Schwangerschaft liegt bei ca. 1-2 %. Was passiert dabei genau? Wie kann es zur Eileiterschwangerschaft kommen? Treten Langzeitfolgen auf? Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen und Hintergründe dieser Einnistungsstörung.

Warum entsteht eine extrauterine Schwangerschaft?
Wenn die Eizelle beim Eisprung aus dem Eierstock freigesetzt wird dringen die männlichen Samenzellen, die eventuell in der Scheide vorhanden sind, bis zum Eileiter vor, um die weibliche Eizelle zu befruchten. Die befruchtete Eizelle (Zygote) beginnt sich sofort zu teilen und wandert dann nach 3-5 Tagen über den Eileiter
in die Gebärmutter, um sich dort einzunisten und zu einem Embryo weiter zu entwickeln. Bei einer extrauterinen Schwangerschaft nistet sich das Ei allerdings nicht in der Gebärmutter ein, sondern bleibt außerhalb des Uterus.

Diese Anomalie wird in der Medizin als Extrauterin-Gravidität oder EUG bezeichnet (abgeleitet von den lateinischen Worten: extra = außerhalb + Uterus = Gebärmutter + Gravidität = Schwangerschaft). In über 95 % der extrauterinen Schwangerschaften nistet sich das Ei im Eileiter ein, deshalb wird der Begriff Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) oft synonym verwendet. In ausgesprochen seltenen Fällen setzt sich die befruchtete Eizelle in den Eierstöcken (Ovarialgravidität), in der Bauchhöhle (Abdominalgravidität) oder im Gebärmutterhals (Zervixgravidität) fest.

Es gibt keine Möglichkeit, sich durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen vor einer extrauterinen Schwangerschaft zu schützen, da es sich um einen unvorhersehbaren Unfall der Natur handelt. Falls das Problem jedoch in der Vergangenheit schon einmal aufgetreten ist, wird die nächste Schwangerschaft besonders intensiv überwacht.

Was passiert danach?
Das Ei entwickelt sich an der falschen Stelle weiter. Der Eileiter ist zu klein, um einen Embryo aufzunehmen, deshalb führt die Einnistung der befruchteten Eizelle nach 3-6 Wochen zu krampfartigen Schmerzen und Blutungen. Die Diagnose kann nur von einem Arzt gestellt werden.

Wenn Ihre Regelblutung schon lange überfällig ist und Sie Schmierblutungen sowie starke Unterleibsschmerzen haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, da es sich um eine beginnende Eileiterschwangerschaft handeln könnte. Der Embryo ist außerhalb der Gebärmutter nicht lebensfähig und kann nicht verpflanzt werden.

Die Behandlung
Eine extrauterine Schwangerschaft ist ein Notfall!
Es muss so schnell wie möglich ein medizinischer Eingriff vorgenommen werden, denn die Entwicklung des Eis kann dazu führen, dass der Eileiter platzt und damit eine lebensbedrohliche innere Blutung (Hämorraghie) auslöst. Achtung: Die innere Blutung wird nicht immer von starken, krampfartigen Schmerzen begleitet. Es kann auch sein, dass die Hämorraghie schleichend beginnt und von dumpfen Schmerzen begleitet wird.

Die extrauterine Schwangerschaft muss operativ behandelt werden. Um eine große Narbe zu vermeiden, wird der Eingriff minimal invasiv unter Narkose durchgeführt. Die Operation erfolgt über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der nur kleine Einschnitte an der Bauchdecke notwendig sind. Je nach Ausmaß der Anomalie wird der Eileiter teilweise oder komplett ausgeschabt. In Einzelfällen wird auch eine medikamentöse Behandlung verabreicht.

Die Konsequenzen
Machen Sie sich keine Sorgen: Eine extrauterine Schwangerschaft macht nicht automatisch steril, solange der Eileiter erhalten bleibt. Die Frauenärzte haben festgestellt, dass 50-60 % der betroffenen Frauen nach einer extrauterinen Schwangerschaft in den folgenden 2 Jahren wieder schwanger werden und
sich das Ei dann „normal“ in der Gebärmutter einnistet. In 10-20 % der Fälle
kann sich eine Eileiterschwangerschaft wiederholen. Risikopatientinnen, die
einen Kinderwunsch hegen, werden besonders intensiv überwacht, vor allem
in den ersten Wochen der Schwangerschaft.

von Linda Chevreuil

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