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Elternzeit & Elterngeld: Diese Fakten sollten werdende Eltern kennen

von der Redaktion Veröffentlicht am 2. Mai 2018
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Ein Baby ist unterwegs! Je näher die Geburt rückt, desto mehr muss organisiert werden, unter anderem die Elternzeit und das Elterngeld.

Nicht nur Mütter, auch immer mehr Väter nehmen sich mittlerweile Elternzeit, um in den ersten Jahren mit ihren Kindern zusammen sein zu können, und beziehen Elterngeld. Das Gute an der Elternzeit: Wer zur Kinderbetreuung aussetzt, muss seinen Job nicht aufgeben. Die Elternzeit berechtigt jeden Arbeitnehmer, sich bis zum dritten Lebensjahr des Kindes eine Auszeit zu nehmen. Und danach hat man Anspruch, wieder an den eigenen oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren.

Praktisch: Elternzeit können sich Partner auch gleichzeitig nehmen.

In der Elternzeit: Wer bezahlt was und wie lange?

Gehalt vom Arbeitgeber gibt es in der Elternzeit nicht. Dafür zahlt der Staat dem Elternteil in Elternzeit zwölf Monate lang einen Teil weiter. Das Elterngeld wird aus dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate berechnet und beträgt mindestens 300 und höchstens 1800 Euro. Bei Selbstständigen wird der Gewinn des letzten Jahres vor der Geburt berechnet. Wer Mehrlinge erwartet, erhält pro weiterem Kind 300 Euro mehr Elterngeld. Sind bereits Geschwister vorhanden, kann dem Elterngeld ein Geschwisterbonus angerechnet werden.

Wenn der Partner zunächst weiterarbeitet, dann aber auch aussetzt, verlängert sich das Elterngeld um zwei Monate. Insgesamt können Paare so bezahlt 14 Monate lang aussetzen. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 14 Monate Elterngeld. Es ist auch möglich, das Elterngeld auf 24 Monate aufzuteilen - dann wird monatlich entsprechend nur die Hälfte ausgezahlt.

Seit 2011 wird das volle Elterngeld (mindestens 300 Euro) bei Hartz IV Empfängern als Einkommen angerechnet und damit vom Arbeitslosengeld abgezogen. Der Gesetzgeber akzeptiert jedoch einige Ausnahmen, durch die das Elterngeld anrechnungsfrei bleibt. Wer Hartz IV bezieht sollte sich also gründlich dazu informieren. Mehr zum Thema und wertvolle Tipps zu Elterngeld, Elternzeit und Sozialleistungen bei Hartz IV Bezug findet ihr auf der Internetseite der Arbeitslosenselbsthilfe.

Bei Eltern, die vor dem Bezug des Elterngeldes berufstätig waren (und ihren Job beispielsweise durch eine Vertragsbefristung verloren haben) wird ein Elterngeldbetrag von bis zu 300 Euro nicht angerechnet. Nur wenn das Elterngeld über 300 Euro liegt, wird der darüber liegende Betrag mit dem ALG II verrechnet.

Ab einem gemeinsamen Jahreseinkommen von über 500.000 Euro (250.000 Euro bei Alleinerziehenden) gibt es kein Elterngeld.

Wann und wo wird Elterngeld beantragt?

Damit euch das Elterngeld rechtzeitig nach dem Mutterschutz zur Verfügung steht, solltet ihr es möglichst bald nach der Geburt des Kindes beantragen. Rein vom Gesetz her könnt ihr es bis zum 14. Lebensmonat des Kindes beantragen, eine Rückzahlung gibt es jedoch nur für die ersten drei Monate. Deswegen: Beeilt euch lieber.

Das Elterngeld muss bei der zuständigen Elterngeldstelle per Formular beantragt werden. Beim Bundesministerium für Familie findet ihr eine Übersicht dieser Stellen. Für den Antrag benötigt ihr die Geburtsurkunde des Kindes, außerdem einen Gehaltsnachweis der letzten zwölf Monate, eine Bestätigung des Arbeitgebers über die Elternzeit sowie über den Zuschuss zum Mutterschutz und eine Bestätigung der Krankenkasse zum Mutterschutzgeld.

Übrigens: Jeder Elternteil muss einen eigenen Antrag auf Elterngeld stellen.

Was sind das Elterngeld plus und der Partnerschaftsbonus?

Seit dem Sommer 2015 gibt es neben dem Elterngeld, seitdem auch Basis-Elterngeld genannt, das sogenannte Elterngeld plus und den Partnerschaftsbonus. Beides bietet sich an, wenn die Eltern früh wieder in den Job zurück wollen.

Beim Elterngeld plus wird jeden Monat nur die Hälfte, dafür aber doppelt so lange, ausgezahlt, wenn man stundenweise arbeiten geht. Der Partnerschaftsbonus richtet sich an Eltern, die sich die Betreuung des Kindes teilen und vier Monate oder länger beide zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Welches Elterngeld für wen passt und wie man es am besten kombiniert, um nicht hinterher schlechter abzuschneiden, ist eine kleine Wissenschaft für sich. Eine Beratung bietet das Bundesministerium für Familie auf der Internetseite elterngeld-plus.de an.

Was muss für die Elternzeit beachtet werden?

Die Elternzeit muss beim Chef offiziell spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn schriftlich angemeldet werden. Tatsächlich lohnt es sich jedoch, das weitaus früher zu tun. So erleichtert man dem Chef die Organisation in der Zeit der Abwesenheit - und sich selbst den Wiedereinstieg. Denn wer seinen Job geordnet und wohl organisiert verlässt, findet schnell wieder zurück.

Sobald die Elternzeit angemeldet ist, besteht ein besonderer Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber darf einem dann nicht mehr kündigen, es sei denn, es besteht ein besonderer Grund.

Seit Juli 2015 können Mütter und Väter ohne Zustimmung des Arbeitgebers 24 statt bisher zwölf Monate Elternzeit auf den Zeitraum zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes übertragen.

Praktisch: Sowohl die Mutter als auch der Vater können die Elternzeit in drei Zeitabschnitte aufteilen. Der dritte Abschnitt kann jedoch vom Arbeitgeber abgelehnt werden, sofern er zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes liegt.

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