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Geburt einleiten ja oder nein: Die Antworten auf diese 6 Fragen solltet ihr kennen

von Diane Buckstegge Veröffentlicht am 19. Juli 2018

Einen Tag drüber - alles ganz easy. Bei einer Woche wird die werdende Mami aber doch unruhig und ist nicht weiter überrascht, wenn Arzt oder Hebamme feststellen "Wir sollten jetzt die Geburt einleiten."

Da wartet man monatelang auf diesen großen Moment – und dann passiert einfach nichts. So hat sich das zwar niemand vorgestellt, doch dass man eine Geburt einleiten muss, weil der Nachwuchs auf sich warten lässt, ist nicht ungewöhnlich. Gerade das erste Kind lässt sich oft ein bisschen Zeit. Und das kann für die werdende Mami ganz schön belastend sein. Abgesehen davon, dass jeder zusätzliche Schwangerschaftstag den Körper weiter anstrengt, kann das Warten auch ganz schön nervös machen.

Was, wenn da mit dem Baby etwas nicht stimmt? Und was passiert, wenn man wirklich die Geburt einleiten muss? Es ist ganz normal, dass in solchen Momenten Fragen und Zweifel aufkommen. Aber keine Sorge: Damit ihr genau wisst, was auf euch zukommt, erklären wir euch alles, was ihr über die Geburtseinleitung wissen müsst!

1. Wann muss man eine Geburt einleiten?

Ein paar Tage über dem errechneten Geburtstermin zu sein, ist in der Regel nicht weiter schlimm. Doch es gibt ein paar Faktoren, die die künstliche Geburtseinleitung notwendig machen. Bei Plazentainsuffizienz muss der Arzt beispielsweise sofort die Geburt einleiten. Gleiches gilt, wenn eine Gefährdung für Mutter oder Baby besteht.

Und lässt der Nachwuchs einfach zu lange auf sich warten und ist 10 bis 14 Tage über dem errechneten Geburtstermin, bedeutet das früher oder später auch, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen.

2. Kann man die Geburt selber mit Hausmitteln und Tricks einleiten?

Es ist nicht weiter schlimm, wenn der Arzt die Geburt einleiten muss. Bevor es dazu kommt, können die werdenden Eltern selbst ein paar Tricks anwenden, um die Geburt in Gang zu bringen.

  • Bewegung: Zwar fällt am Ende einer Schwangerschaft jeder Schritt schwer, doch reichlich Bewegung sorgt oft dafür, dass die Wehen endlich ausgelöst werden.
  • Heißes Bad: Ab in die Wanne! 20 Minuten im warmen Wasser können die Geburt auslösen.
  • Sex: Sex entspannt und ganz am Ende einer Schwangerschaft kann er auch die Geburt einleiten. Schuld sind die im Sperma enthaltenen Prostaglandine. Keine Angst, während der Schwangerschaft haben die keinen Einfluss auf eine frühzeitige Geburt.
  • Brustwarzen stimulieren: Ob mit Sex oder ohne, die Stimulation der Brustwarzen kann am Ende der Schwangerschaft Wehen auslösen.
  • Scharfes Essen: Wie wär’s mit einem schön scharfen Chili? Auch scharfes Essen kann den Geburtsvorgang in Schwung bringen.

Hebammen bieten zudem Akupressur, Aromaöle oder Fußreflexzonenmassage an, damit der Geburtsvorgang endlich losgeht.

3. Welche Methoden gibt es, um eine Geburt einzuleiten?

Schwangere Frauen wollen oft eine natürliche Geburt - ohne Medikamente. Eine Methode, die ohne auskommt, ist die Eipollösung. Mit der Eipollösung kann man die Geburt einleiten, wenn der Muttermund bereits etwas geöffnet ist. Der Arzt oder die Hebamme kann mit den Fingern hindurchfassen und den inneren Muttermund massieren, um die äußere Hülle der Fruchtblase vom Rand der Gebärmutter zu lösen. Die Eipollösung ist zwar für die werdende Mami unangenehm bis schmerzhaft, löst aber in vielen Fällen die Geburt aus.

Hat die Schwangere schon leichte Wehen, es tut sich aber nicht mehr, können Arzt oder Hebamme die Fruchtblase öffnen. Dieses Verfahren wird jedoch nur selten angewendet, weil es zu Komplikationen führen kann.

Manchmal kommt der Arzt nicht drumrum, eine Geburt mit Medikamenten einzuleiten, zum Beispiel bei einer Plazentainsuffizienz. Diese künstliche Einleitung ist weder für Mutter noch Kind gefährlich. Es gibt verschiedene Methoden.

Bei einem schon leicht geöffneten Muttermund kann man die Geburt mit einer Oxytocin-Infusion einleiten. Oxytocin ist ein Hormon, das natürlicherweise im Körper vorkommt und dafür sorgt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Dieses Medikament sorgt sehr schnell dafür, dass die Wehen beginnen und es losgeht.

Auch Prostaglandine können als Zäpfchen, Tablette oder Gel gegeben werden, um die Geburt einzuleiten. Allerdings reagieren manche Schwangere gar nicht auf dieses Hormon.

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4. Ist die Geburtseinleitung sehr schmerzhaft?

Spricht der Arzt an, dass man die Geburt sehr wahrscheinlich einleiten muss, macht sich die werdende Mutter neben dem "wie" auch Gedanken darüber, ob das schmerzhaft ist. Und auch wie sich das auf den Verlauf der Geburt auswirkt.

Entscheidet sich der Arzt dazu, die Geburt mit der Eipollösung einzuleiten, muss sich die Schwangere auf einige Schmerzen gefasst machen. Das Ablösen der Fruchtblase vom Rand der Gebärmutter ist unangenehm.

Generell sind Geburten, die eingeleitet werden, für die Frau oft schmerzhafter. Das liegt daran, dass der Körper meist noch nicht ganz bereit fürs Baby ist. Die Wehen sind meist stärker und es dauert länger, bis das Baby auf der Welt ist.

5. Wie lange dauert eine Geburtseinleitung?

Wie bei einer natürlichen Geburt ist es auch bei einer künstlichen Geburtseinleitung schwierig vorherzusagen, wie lange der Vorgang dauern wird: Zwischen der Verabreichung der Medikamente und dem eigentlichen Geburtsvorgang können 6 Stunden - aber auch fast ein ganzer Tag vergehen.

Werden Medikamente zur Auslösung der Wehen auf den Muttermund verabreicht, geht man meist von einer Dauer von mindestens sechs Stunden bis zum Eintreten der ersten Wehen aus. Bis die eigentliche Geburt in Gang kommt können jedoch bis zu 24 Stunden vergehen.

Werden die Medikamente intravenös verabreicht, treten die Wehen schneller ein, können in diesem Fall aber auch stärker und länger sein.

6. Gibt es Risiken, wenn man die Geburt einleiten muss?

Manchmal hat man keine Wahl: Der Arzt muss die Geburt einleiten - zum Wohl von Mutter und Kind. Dennoch möchte man wissen, ob die Einleitung mit Risiken verbunden oder vollkommen harmlos ist.

Jeder Eingriff ist mit Risiken verbunden, dennoch muss sich die werdende Mama keine Sorgen machen, wenn der Arzt die Geburt einleiten muss. Wird Prostaglandin-Gel verwendet, kann es sein, dass die Schwangere nicht oder erst sehr spät darauf reagiert. Künstlich eingeleitete Geburten enden auch öfter mit einem Notkaiserschnitt als normale.

Quellen:

Geburt per Kaiserschnitt: Wir klären die wichtigsten Fragen

Yoga für werdende Mamis: Energie und Entspannung sind gerade in der Schwangerschaft wichtig

Weitere Infos rund um die Geburt:

Geburt: 30 Fragen und Antworten rund um die Entbindung

14 Dinge, die bei der Geburt passieren, die dir niemand verrät

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von Diane Buckstegge

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