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Geburt: Was tun wenn das Baby in der Steißlage liegt?

von Redaktion Veröffentlicht am 30. November 2007
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Bei der Geburt liegen 95% der Babys mit dem Kopf nach unten in gebeugter Haltung und erleichtern damit die Entbindung. Doch bei 2 bis 3% der Geburten liegt das Baby umgekehrt, mit dem Kopf nach oben, und kommt daher mit den Füßen zuerst zur Welt: Diese Position wird als Steißlage oder Beckenendlage bezeichnet. Man spricht in diesem Fall von einer Steißgeburt.

Der Geburtsverlauf hängt sehr stark von der Lage des Kindes im Bauch der Mutter ab. Meistens nimmt das Baby seine "endgültige“ Position im 7. Schwangerschaftsmonat ein. Man kann die sogenannte Endlage des Babys also bei der 3. Ultraschalluntersuchung erkennen. Aber was geschieht, wenn sich das Baby nicht dreht, um geburtenfreundliche Position mit dem Kopf nach unten einzunehmen? Was, wenn sich das Baby bei der Geburt in der Beckenendlage (Steißlage) befindet?

Die Beckenendlage (BEL)

Die Steiß- oder Beckenendlage betrifft etwa 2-3% der Babys. Das Gesäß des Kindes befindet sich unten und kommt als Erstes. Daher spricht man auch von "Fußlage". Der Kopf des Babys liegt dagegen oben am Ende der Gebärmutter.

Man spricht von einer kompletten Steiß-Fuß-Lage wenn der Fötus die Beine im Schneidersitz angewinkelt hat und sich das Gesäß im Becken der Mutter vor dem Geburtskanal befindet.

Es handelt sich dagegen um eine reine Steißlage wenn lediglich das Becken des Babys unten liegt und die Beine nach oben zeigen.

Warum liegt das Baby in der Steißlage?

Normalerweise dreht sich das Baby im 7. Schwangerschaftsmonat mit dem Kopf nach unten um den Platz in der Plazenta besser auszunutzen und das Gesäß und die Beine im oberen Bereich unterzubringen, wo die Plazenta etwas weiter ist.

In manchen Fällen dreht sich das Kind jedoch nicht um:

  • Wenn das Baby zu früh geboren wird: Dann hat es keine Zeit gehabt sich umzudrehen.
  • Wenn die Beine des Babys ausgestreckt statt angewinkelt sind. In diesem Fall kann das Baby später Schwierigkeiten haben sich zu bewegen und sich umzudrehen.
  • Wenn nicht genügend oder zu viel Fruchtwasser vorhanden ist oder wenn die Gebärmutter im oberen Bereich zu eng, zu klein bzw. verformt ist. Die Steißlage kommt auch bei Zwillingsschwangerschaften vor, denn auch hier kann sich der Fötus nicht mehr bewegen.

Die Geburt in der Beckenendlage

Im Gegensatz zum kindlichen Schädel ist das Babygesäß relativ weich und übt weniger Druck auf den Gebärmutterhals aus. Dieser erweitert sich daher bei einer Steißgeburt anders als bei einer Kopfgeburt. Auch die Dynamik des kindlichen Körpers verändert sich, weil die einzelnen Körperteile nicht unbedingt gut aufeinander abgestimmt sind um durch die verschiedenen Öffnungen zu passen, wie dies bei einer "normalen Geburt" der Fall ist.

Die sichere Variante: Der Kaiserschnitt

Bei einer Beckenendlage wird der Mutter zu einem Kaiserschnitt geraten, besonders wenn es sich um eine reine Steißlage handelt. Das Datum für die Kaiserschnittgeburt wird zwischen der 30. und 40. Woche nach dem Ausbleiben der Regel angesetzt.

Ist eine vaginale Entbindung dennoch möglich?

Bei einer kompletten Steiß-Fuß-Lage ist trotzdem eine vaginale Entbindung solange die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Das Becken der Mutter muss weit genug sein.
  • Der Kopf des Kindes muss relativ klein und mit dem Kinn auf die Brust gebeugt sein.

Die Entbindung dauert dann länger und muss unter Periduralanästhesie durchgeführt werden.

Den Kaiserschnitt vermeiden: Die äußere Wendung

Es gibt verschiedene Techniken, mit denen es manchmal gelingt, das Baby von der Steißlage in eine andere Position zu drehen.
Der Frauenarzt kann Ende des 8. oder Anfang des 9. Monats versuchen, das Baby durch sanfte Durckbewegungen auf den Mutterbauch in die Schädellage zu wenden. Man spricht dabei von einer "äußeren Wendung" ("Rolle vorwärts"). Dazu wird der Mutter ein Wehen hemmendes Medikament zur absoluten Entspannung der Gebärmutter verabreicht. Die Herztöne des Babys müssen während der gesamten Manipulation ständig kontrolliert werden.

Die äußere Wendung wird bei einer kompletten Steiß-Fuß-Lage empfohlen und dauert ca. zweieinhalb Stunden.

Gut zu wissen:

  • Vorsicht: Die äußere Wendung kann eine Frühgeburt oder eine vorzeitige Plazentalösung auslösen.
  • Die Erfolgsrate dieses manuellen Eingriffs wird auf ungefähr 50% geschätzt.
  • Manchmal können auch Akkupunktur oder Osteopathie dem Baby helfen die richtige Lage einzunehmen.

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