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Vorsorgeuntersuchung Antikörper-Suchtest: Was Schwangere wissen müssen

von Anne Walkowiak Erstellt am 28. Mai 2020
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Während der Schwangerschaft gibt es allerhand Untersuchungen, die sicher stellen sollen, dass Mama und Baby gesund bleiben. Wovor der Antikörper-Suchtest schützt, wie er gemacht wird und wie Auffälligkeiten behandelt werden, verraten wir.

Zu Beginn einer unauffälligen Schwangerschaft gehen Frauen in der Regel alle vier Wochen zum Frauenarzt. Diese regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und ihre engmaschigen Durchführungen dienen der Gesundheit von Mutter und Kind.

Bei einem Test herrscht manchmal Unsicherheit unter den werdenden Müttern: dem Antikörper-Suchtest, auch indirekter Coombs-Test genannt. Warum er wichtig ist, wie er gemacht wird und wie mögliche Antikörper behandelt werden, verraten wir euch.

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Antikörper-Suchtest: Was ist das?

Jeder Mensch hat eine der Blutgruppen A, B, AB oder 0 mit einem positiven oder negativen Rhesusfaktor (manchmal gibt es beim Rhesusfaktor auch Mischformen, hier sind genauere Untersuchungen notwendig). Beim Antikörper-Suchtest wird, wie der Name verrät, nach Antikörpern im Blut der Mutter geschaut, insbesonders auf Antikörper gegen den Rhesusfaktor.

Es gibt natürliche Antikörper, die im Blut vorkommen können und irreguläre Antikörper, die nur nach einer Bluttransfusion, Organspende oder eben Schwangerschaft im Blut nachgewiesen werden können.

Um die Blutgruppe der Mutter zu bestimmen und ihr Blut auf mögliche Antikörper zu untersuchen, muss ihr im ersten Schritt Blut abgenommen werden. Das geschieht sowohl bei der Erstuntersuchung und nochmal zwischen der 24. und 27. SSW. In der Regel wird das Blut aus einer Vene des Arms entnommen.

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Antikörper-Suchtest in der Schwangerschaft: Warum ist er so wichtig?

Vor allem bei Frauen mit negativem Rhesusfaktor ist der Antikörper-Suchtest wichtig. Ist die Mutter rhesus negativ und das Baby rhesus positiv (weil der Vater rhesus positives Blut hat), kann es, bspw. unter der Geburt, zur Vermischung des Blutes kommen.

Das wiederum würde dazu führen, dass die Mutter Antikörper gegen rhesus positives Blut aufbaut, man spricht dann von einer Rhesusunverträglichkeit. Bei einer folgenden Schwangerschaft (mit einem rhesus positiven Baby) kann das zu Komplikationen führen, von Missbildungen bis hin zu einer Tot- oder Fehlgeburt. Der Körper der Mutter würde das zweite Baby abstoßen, weil er es für eine potentielle Gefahr hält.

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Antikörper-Suchtest: Schutz durch die Rhesusprophylaxe

Zu einer Rhesusunverträglichkeit kann es nur kommen, wenn die Mutter einen negativen Rhesus-Faktor hat, der Vater und deshalb vielleicht auch das ungeborene Baby, rhesus positiv sind. Frauen, die rhesus positives Blut haben, sind nicht gefährdet.

Wurde das Blut der Mutter auf Rhesus-Antikörper untersucht und der Test verlief negativ, so kann sie vor einer Unverträglichkeit geschützt werden. Das geschieht mittels Rhesusprophylaxe. Das heißt, die Mutter erhält noch während der Schwangerschaft oder nach der Geburt eine Anti-D-Immunglobulin-Spritze, die dafür sorgt, dass der Körper der Mutter keine Rhesus-Antikörper bilden kann.

Sind bereits Antikörper im Blut der Mutter auffindbar, kann die Spritze nicht mehr gegeben werden. Die Schwangere muss dann noch häufiger zum Arzt, um ihre Gesundheit und die des Kindes genauer zu überwachen.

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Weiterer Antikörper-Bluttest in der Schwangerschaft

Neben dem Antikörper-Suchtest, der explizit nach einer Rhesus-Unverträglichkeit sucht, gibt es einen weiteren Antikörper-Test, der bei den Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt wird und die Gesundheit von Mutter und Kind sichern soll.

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Der Röteln-Antikörper-Test weist unter anderem nach, ob sich eine ausreichende Anzahl Antikörper gegen Röteln im Blut der Schwangeren nachweisen lässt. Das ist der Fall, wenn sie bereits eine Röteln-Infektion überstanden hat oder zwei Röteln-Schutzimpfungen erhalten hat.

Eine Röteln-Infektion während der Schwangerschaft kann unter Umständen zu schweren körperlichen und geistigen Fehlentwicklungen des Kindes führen. Eine Impfung während der Schwangerschaft ist nicht möglich, da der Impfstoff dem ungeborenen Kind schaden könnte. Vor einer geplanten Schwangerschaft oder nach der Geburt ist die Impfung allerdings wieder möglich.

Quellen:
Onmeda.de
familienplanung.de (Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.