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Das CTG

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 21. September 2010

Kann ein CTG meinem Kind schaden und sind die Ergebnisse überhaupt verlässlich? Wir hinterfragen Grund und Zweck der in Deutschland gängigen Messung in der Schwangerschaft.

Was bedeutet CTG?
Das CTG (Cardiotokograph/Kardiotokograph) ist ein medizinisches Gerät zur Beobachtung des Schwangerschafts- und Geburtsverlaufs. Mithilfe des CTGs werden zwei Messungen durchgeführt: Der Kardiograph erfasst die kindlichen Herztöne und der Tokograph zeichnet mögliche Wehen auf.

Wie funktioniert ein CTG?
Beim CTG wird der sitzenden oder liegenden Schwangeren ein Bauchgurt umgelegt. Darunter werden ein Spezialmikrophon und ein Druckmesser angebracht und über Kabel mit einem Monitor verbunden.

Das Spezialmikrophon sendet von außen durch die Bauchdecke der Mutter Ultraschallsignale, die vom fetalen Herzen reflektiert und von der Ultraschallsonde wieder empfangen werden. Das Mikrophon zeichnet den zeitlichen Abstand zwischen zwei Herztönen auf und ermittelt daraus die Anzahl der Herzschläge pro Minute (Herzfrequenz).

Der Druckmesser reagiert auf unterschiedliche Spannungen der Bauchdecke und gibt diese an den Monitor beziehungsweise direkt an einen Drucker weiter. Der Ausdruck stellt die kindlichen Herztöne im zeitlichen Zusammenhang zur Tätigkeit der Gebärmutter dar.

Das CTG dauert in der Regel etwa 20-30 Minuten und wird anschließend von Arzt oder Hebamme ausgewertet.

Wozu dient das CTG?
Das CTG dient dazu, die Wehentätigkeit und die Herztöne des Kindes, meist während der Geburt, zu überwachen. Während einer Wehe gelangt weniger Blut vom Mutterkuchen zum Kind. In aller Regel verträgt das Kind diese kurzzeitige Minderversorgung gut; ab einem gewissen Grad kann es aber kritisch werden. Auf einen Sauerstoffmangel reagiert das Kind mit einer schnell sinkenden Herzfrequenz. Dies lässt sich am CTG erkennen - Arzt und Hebamme können weiterführenden Messungen vornehmen oder in eiligen Fällen das Kind mit einem sogenannten Notkaiserschnitt zur Welt bringen.

Durch die Überwachung mit dem CTG soll also das Kind vor neurologischen Schäden bewahrt werden. Wird das Baby übertragen, kann das CTG eine drohende mangelnde Sauerstoffversorgung anzeigen, sodass rechtzeitig reagiert werden kann.

Wie oft wird ein CTG gemacht?

Ab wann und wie häufig ein CTG gemacht wird, hängt vom Verlauf der Schwangerschaft ab. Im Regelfall wird um die 30. Schwangerschaftswoche mit dem CTG begonnen und alle 14 Tage eins durchgeführt. Faktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes können dazu führen, dass der Arzt zu häufigeren CTGs rät, bei vorzeitigen Wehen sogar mehrmals täglich.

Kann ein CTG meinem Kind schaden?

Ob das Kind im Bauch das CTG bemerkt, ist umstritten. Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse geben keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf das Ungeborene. Dennoch sind manche Mütter überzeugt davon, dass das Kind sich während des CTGs anders verhalte, unruhig würde oder sich wegdrehen wolle.
Wer unsicher ist, sollte seine Bedenken mit dem Frauenarzt oder der Hebamme besprechen.

Wie verlässlich ist das CTG?
Die gewonnenen Daten müssen gemeinsam mit anderen Befunden kombiniert werden; nur eine Zusammenschau aller Untersuchungen gibt Aufschluss über den Zustand des Kindes. In der Hand eines erfahrenen Arztes stellt das CTG - richtig eingesetzt - eine wertvolle Methode dar. Das CTG eignet sich vor allem dazu, den Normalzustand des Kindes zu bestätigen.

Ein Nachteil des CTG: Bei abweichenden oder „schlechten“ Werten besteht die Gefahr, dass weniger geübte Geburtshelfer die Ergebnisse falsch oder vorschnell werten. In einigen Fällen zieht dies nach sich, dass eine Entbindung durch Kaiserschnitt gewählt wird, anstatt den natürlichen Geburtsvorgang abzuwarten. Im Nachhinein erweist sich diese Vorgehensweise nicht selten als unnötig.

Machen andere Länder CTGs?
In Deutschland neigen wir dazu, den Geburtsverlauf sehr genau kontrollieren zu wollen. In vielen anderen Ländern werden bei weitem nicht so viele Vorsorgeuntersuchungen gemacht, mancherorts auf Arztbesuche während der Schwangerschaft sogar ganz verzichtet. In Schweden, Norwegen und Italien wird bei normal verlaufenden Schwangerschaften auf solche Untersuchungen verzichtet, denn die Schwangerschaft wird als natürlicher Zustand betrachtet - oft gibt es nur einen Ultraschall zur Terminbestimmung. Frauen, die das Gefühl haben, die regelmäßige Überwachung per CTG würde sie stören und belasten, sollten dies offen mit Ihrem Arzt oder ihrer Hebamme diskutieren.

Fest steht: Gibt es im Verlauf der Schwangerschaft Grund zur Besorgnis, kann das CTG sehr hilfreich sein, um über weitere Maßnahmen zu entscheiden.

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> Ultraschall in der Schwangerschaft
> Die Fruchtwasseruntersuchung
> Risikoschwangerschaft

von Anne Walkowiak

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