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Geburt: Wann sollte man ins Krankenhaus fahren?

von der Redaktion Veröffentlicht am 6. November 2017
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Der Geburtstermin steht vor der Tür und im Bauch zwickt und ziept es, aber sind das schon Geburtswehen? Wir verraten dir, welche Anzeichen die Geburt tatsächlich ankündigen und wann du ins Krankenhaus fahren solltest.

Eines direkt mal vorne weg: Du allein entscheidest, wann du ins Krankenhaus fährst. Wenn du das Gefühl hast, jetzt geht es los, das sind echte Wehen, dann schnapp dir den Klinkkoffer und fahr ins Krankenhaus. Im Zweifel geben die Ärzte Entwarnung und schicken dich wieder nach Hause. Hab keine Angst davor "übervorsichtig" zu sein!

Wenn du aber auf Nummer sicher gehen willst, dann gibt es in der Tat Anzeichen, die dich genau wissen lassen, dass die Geburt wirklich kurz bevor steht und das du ins Krankenhaus fahren solltest

Geburtswehen

Schon Wochen vor dem errechneten Geburtstermin spürt man in der Schwangerschaft erste kleine Kontraktionen, die so genannten Braxton-Hicks-Kontraktionen oder auch Übungswehen genannt. Und wie der Name schon verrät, sind diese meist schmerzfreien Kontraktionen, spürbar durch das Verhärten des Bauches, keine Vorboten der Geburt. Sie dienen tatsächlich nur der Vorbereitung.

Richtige Geburtswehen sind schmerzhafter als die Übungswehen und andauernder. Beim ersten Kind solltest du ins Krankenhaus fahren, wenn die Wehen mindestens eine Minute lang andauern und sich alle 5-10 Minuten wiederholen.

Platzen der Fruchtblase

In Filmen wird eine bevorstehende Geburt gern durch das dramatisch inszenierte Platzen der Fruchtblase angekündigt. Aber wie eben schon erläutert, können auch Wehen ein erstes Indiz für die nahende Geburt sein und die Fruchtblase kann erst unter der Geburt selbst platzen.

Wenn du aber bemerkst, dass du Fruchtwasser verlierst (mindestens 1 Glas) kann das von einem Riss in der Fruchtblase oder einem Blasensprung stammen. Ist die Fruchtblase einmal geöffnet, besteht ein Infektionsrisiko für das Baby. In diesem Fall solltest du nicht zögern und umgehend ins Krankenhaus fahren.

Sollte deine Fruchtblase tatsächlich wie im Film platzen, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Denn wenn das Kind noch nicht richtig ins Becken gerutscht ist, kann es sein, dass es nach dem Platzen der Fruchtblase hineinrutscht und dabei die Nabelschnur abdrückt. Du solltest bei deiner Fahrt ins Krankenhaus in diesem Fall besser liegend transportiert werden. Wenn du ganz unsicher bist, rufe einen Krankenwagen.

Aber keine Panik!

Bei Erstgebärenden dauert eine Entbindung durchschnittlich 8-10 Stunden, also länger als die Geburt eines 2. oder 3. Kindes. Dies ist selbstverständlich von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Manche Frauen erzählen von einer 20-Stunden-Geburt und bei anderen geht es ganz schnell.

Eine lange Geburt bedeutet aber nicht, dass du lange leiden musst. Mach dir schon vor der Geburt Gedanken über Schmerzmittel oder eine Periduralanästhesie. Die können je nach Situation für eine deutliche Schmerzlinderung sorgen. Außerdem gibt es immer wieder Ruhezeiten im Verlauf einer Geburt, in denen auch einmal gar nichts passiert.

Vertraue dir und deinen Ärzten

Wenn du einmal im Krankenhaus bist und Hebammen und Ärzte bestätigen, dass die Geburt begonnen hat, dann stehst du unter 'ständiger' Kontrolle. Du kannst vor allem deine behandelnde Hebamme immer fragen und auf alles hinweisen, was dir Sorgen bereitet.

​Für den Fall, dass die Geburt tatsächlich zu lange dauert und eine Gefahr für Mutter oder Kind besteht, kann die Entbindung künstlich ausgelöst bzw. beschleunigt werden (mit Hilfe eines wehenfördernden Mittels). Besteht wirklich akute Lebensgefahr für das Kind oder die Mutter, dann ergreifen Ärzte die Initiative und führen einen Notkaiserschnitt durch.

Wenn du ins Krankenhaus fährst, nimm alle persönlichen Dinge und die Babykleidung mit und prüfe die Checkliste, die du möglicherweise vom Krankenhaus bekommen hast, damit du in der Aufregung nichts vergisst.

Ganz wichtig für die Fahrt ins Krankenhaus

Vermeide, wenn möglich, selbst Auto zu fahren und lass dich von deinem Partner oder einem Bekannten chauffieren. Bei Taxifahrern sind diese, zum Teil heiklen, Transporte eher unbeliebt.

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