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Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: die wichtigsten Termine

von Anne Walkowiak Erstellt am 14. April 2020
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Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: die wichtigsten Termine© Getty Images

Du bist schwanger und möchtest alle wichtigen Termine im Überblick behalten? Hier erfährst du, welche Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere vorgegeben sind.

Endlich schwanger! Jetzt ist es offiziell: Der Frauenarzt hat die Schwangerschaft bestätigt und in neun Monaten bekommst du ein Baby! Bis dahin wirst du deinen Frauenarzt noch ein paar Mal sehen, denn es gibt die ein oder andere Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft, die du machen solltest. Zehn bis zwölf Termine werden es insgesamt sein. So wird sichergestellt, dass es dir und deinem Baby gut geht.

Normalerweise gibt es anfangs einmal pro Monat eine Vorsorgeuntersuchung. Gegen Ende der Schwangerschaft, ab circa der 32. Woche, werden alle zwei Wochen Termine angesetzt.

Neben den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen, die jede werdende Mutter machen sollte, gibt es ein paar, die zusätzlich gemacht werden können. Dazu gehört zum Beispiel das Ersttrimester-Screening oder eine Fruchtwasseruntersuchung. Diese werden angeboten, wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt und/oder die Mutter 35 Jahre und älter ist.

Was bei welcher Vorsorgeuntersuchung während der Schwangerschaft passiert, worauf du dich einstellen musst sowie die Vor- und Nachteile der freiwilligen Untersuchungen, stellen wir dir im Folgenden vor. Hast du gerade weniger Zeit, dann schau dir einfach unser Video hier zu den Vorsorgeuntersuchungen an. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Untersuchungen findest du wie gewohnt im Artikel.

Video von Aischa Butt

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Ultraschall

Die erste Untersuchung, an die werdende Mamis denken, ist der Ultraschall. Vermutlich, weil sie hierbei ihr Baby zum ersten Mal sehen!

Tatsächlich sind während der Schwangerschaft nur drei Ultraschall-Untersuchungen vorgesehen. Die erste wird zwischen der 9. und 12. Woche durchgeführt. Hier prüft der Arzt den errechneten Geburtstermin und passt diesen gegebenenfalls an.

Zwischen Woche 19 und 22 kommt die nächste große Ultraschall-Untersuchung. Das Baby ist jetzt schon richtig groß und es wird geprüft, ob es sich normal entwickelt und ob sich vielleicht mehr als ein Kind im Mutterleib versteckt. Zeigt sich das Baby von seiner besten Seite, kann man zu diesem Zeitpunkt auch das Geschlecht bestimmen.

Am Ende der Schwangerschaft, zwischen der 29. und 32. Woche, gibt es den letzten Ultraschalltermin. Hier kontrolliert der Arzt hauptsächlich die inneren Organe und prüft, ob sie richtig entwickelt sind.

Die Ultraschallgeräte der Ärzte werden immer besser. Große Praxen haben 3D-Geräte, mit denen man das Baby schon richtig gut erkennen kann. Diese Geräte werden auch eingesetzt, wenn Unsicherheiten bestehen, was die Entwicklung des Kindes angeht.

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Blut-Tests

Angst vor Nadeln? Die wirst du während deiner Schwangerschaft verlieren, denn bei jedem Arztbesuch wird dir wenigstens ein bisschen Blut abgezapft.

Bei der großen Erstuntersuchung nimmt der Arzt dir einiges an Blut ab, denn hier werden ein paar grundsätzliche Dinge untersucht. So wird zum einen deine Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Bei dem so genannten Antikörper-Suchtest wird geprüft, ob sich die Blutgruppen von Mutter und Kind vertragen bzw. ob eine sogenannte Rhesusunverträglichkeit vorliegt. Bei bestimmten Konstellationen erhält die Mutter dann eine Rhesusprophylaxe.

Des Weiteren wird untersucht, ob du an einer Geschlechtskrankheit wie Chlamydien oder Syphilis erkrankt bist. Auch ein HIV-Test wird empfohlen. Zusätzlich wird untersucht, ob und im welchem Ausmaß sich im Blut Abwehrzellen gegen Röteln finden, was für eine bereits durchgemachte Infektion spricht. Denn eine Rötelnerkrankung in der Schwangerschaft wäre sehr gefährlich.

Der Eisengehalt ist ebenfalls ein wichtiger Wert, der bei jeder Vorsorgeuntersuchung geprüft wird. Allerdings wird nur ein Tropfen Blut aus der Fingerspitze entnommen. Viele Schwangere haben einen leichten Eisenmangel (vermehrt gegen Ende der Schwangerschaft), der unbehandelt dazu führen kann, dass das Baby nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist. Durch die Einnahme von Eisentabletten kann das verhindert werden.

Aufgepasst: Vor diesen Erkrankungen müssen sich Schwangere schützen!

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Blutdruck-Messung

Der Blutdruck wird ebenfalls bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen und insbesondere im letzten Drittel genau überwacht. Der Grund: Ein zu hoher Blutdruck (über 140/90 mmg Hg) kann ein Anzeichen für eine Gestose sein, eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung. Dieser in der Schwangerschaft auftretende Bluthochdruck kann für Mutter und Kind gleichermaßen gefährlich sein und muss behandelt werden.

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Herzton-Kontrollen

Der Herzton des Babys lässt sich ab der 12. Schwangerschaftswoche prüfen und wird vom Arzt bei jeder Vorsorgeuntersuchung gecheckt. Er kann an Rhythmus und Schlagzahl pro Minute erkennen, ob alles in Ordnung ist.

Am Ende der Schwangerschaft, ab ca. der 32. Woche, werden die Mütter in zweiwöchigem Rhythmus zusätzlich an den CTG, den Herzton-Wehenschreiber, angeschlossen.

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Gewichtskontrolle

Um regelmäßiges Wiegen kommst du während deiner Schwangerschaft nicht herum. Das Wiegen ist Teil jeder Vorsorgeuntersuchung. Der Arzt kontrolliert hierbei, ob du ausreichend oder zu stark zunimmst und warnt, wenn du es mit dem 'Für-Zwei-Essen' übertreibst. Eine Gewichtszunahme von 10-15 Kilogramm während der gesamten Schwangerschaft ist völlig normal. Tatsächlich muss man nur etwa ein Käsebrot pro Tag mehr essen, um den Mehrbedarf zu decken.

Gewichts­zunahme in der Schwangerschaft: Wie viel ist gesund für Mama & Baby?

Video-Tipp: 7 Ernährungsmythen in der Schwangerschaft, die jede werdende Mutter kennen sollte

Video von Esther Pistorius

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Urin-Kontrolle

Werdende Mütter müssen sich auch darauf einstellen, bei jeder Vorsorgeuntersuchung eine Urinprobe abzugeben. Über den Urin wird der Entzündungswert bestimmt. Außerdem ist ein erhöhter Eiweißgehalt im Urin ein Anzeichen für eine vorliegende Gestose.

Ein weiterer Wert, der im Urin bestimmt wird, ist der Zuckerwert. Ist der wiederholt erhöht, kann ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegen. Um dies auszuschließen, überprüft der Arzt u.a. zusätzlich den Blutzuckerwert.

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Diabetes-Test

Während der Zuckerbelastungstest zum Nachweis einer Schwangerschaftsdiabetes vor 2010 hauptsächlich gemacht wurde, wenn der Frauenarzt mehrmals hintereinander Spuren von Zucker im Urin entdeckt hat, ist er seither für alle Schwangeren vorgesehen. Durchgeführt wird er in der Regel zwischen der 22. und 24. Schwangerschaftswoche.

Dafür geht die werdende Mutter nüchtern in die Praxis. Bereits dann wird ihr zum ersten Mal Blut abgenommen. Anschließend trinkt sie eine Zuckerlösung. Nach einer Stunde wird noch einmal Blut abgenommen. Nach einer weiteren Zuckerlösung und noch einmal einer Wartezeit von 60 Minuten wird ein drittes und letztes Mal Blut abgenommen.

Der Schwangerschaftsdiabetes tritt nur während der Schwangerschaft auf und verschwindet danach ganz von selbst. Für die Mutter ist dieser Diabetes ungefährlich. Unbehandelt kann er aber Nachteile für das Baby haben.

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Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Ersttrimester-Screening

Das Ersttrimester-Screening ist eine Untersuchung, die gemacht werden kann, aber nicht gemacht werden muss. Es wird zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Der Arzt misst die Dicke der Nackenfalte des Kindes, bestimmt zwei Blutwerte der Mutter und kombiniert die Ergebnisse mit dem Alter der Mutter. So erhält man eine statistische Aussage darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass bei dem Kind eine Chromosomenstörung vorliegt.

Diese Untersuchung ist eine freiwillige Leistung und wird nicht von den Krankenkassen gezahlt. Empfohlen wird sie jedoch Frauen ab 35 Jahren, denn dann gelten sie medizinisch als Risiko-Schwangere. Wer unschlüssig ist, ob er das Ersttrimester-Screening machen lassen sollte, sollte sich Gedanken darüber machen, ob Auffälligkeiten der Untersuchung etwas am Wunsch für das Baby ändern würden.

Lesetipp: Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das für Mutter und Kind?

Zeigt das Ersttrimester-Screening Auffälligkeiten, kann der Arzt auf Wunsch der Eltern weitere Untersuchungen vornehmen. Diese sind jedoch mit einem größeren Risiko für das ungeborene Baby verbunden.

Vorsorge­untersuchung in der Schwangerschaft: Chromosomen-Test

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Chromosomenschädigung festzustellen. Ab der 11. Schwangerschaftswoche kann die sogenannte Chorionzottenbiopsie gemacht werden. Hier wird Gewebe aus der Plazenta, dem Mutterkuchen, entnommen und untersucht.

Zwischen der 14. und 20. Schwangerschaftswoche kann eine Fruchtwasseruntersuchung, die Amniozentese, gemacht werden.

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Beide Untersuchungen sind nicht ganz ungefährlich und können schlimmstenfalls eine Fehlgeburt auslösen. Die Mutter entscheidet selbst, ob sie diese Untersuchung möchte. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse, wenn die Mutter über 35 Jahre ist oder der Verdacht einer Chromosomenschädigung vorliegt.

Weitere Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft findet ihr bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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