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Wunschkaiserschnitt: Was du darüber wissen solltest!

von Anne Walkowiak Erstellt am 7. Januar 2021
Wunschkaiserschnitt: Was du darüber wissen solltest!© Getty Images

Besteht keine medizinische Notwendigkeit, will eine Frau ihr Kind aber per Kaiserschnitt gebären, spricht man von einem Wunschkaiserschnitt. Wer trägt in dem Fall die Kosten und wie läuft der Eingriff ab? Wir haben Antworten!

Ein Kaiserschnitt ist manchmal notwendig, um die Gesundheit von Mutter und Baby bei der Entbindung sicherzustellen. Wenn das Kind beispielsweise in Beckenendlage liegt, wenn das Becken der werdenden Mutter zu eng oder das Kind zu groß ist oder wenn andere gesundheitliche Probleme unter der Geburt auftreten, können Ärzte (in Absprache mit den werdenden Eltern, wenn es kein Notfall ist) entscheiden, einen Kaiserschnitt vorzunehmen.

Liegt hingegen kein medizinischer Grund vor, sondern möchte ausschließlich die Frau den Kaiserschnitt, dann spricht man von einem Wunschkaiserschnitt. Für viele Frauen ist die Angst vor der Entbindung und den damit einhergehenden Schmerzen oder (vorübergehenden) Veränderungen am Körper Grund, den Kaiserschnitt der natürlichen (also vaginalen) Geburt vorzuziehen.

Außerdem lässt sich mit einem Wunschkaiserschnitt Babys Ankunft genauer planen. Langes Warten auf das Einsetzen der Wehen entfällt. Zudem ist auch der Geburtsvorgang, die Dauer und auch die Schmerzen zu einem großen Teil kalkulierbarer. Ein Kaiserschnitt ist in gewissem Maße vorhersehbarer und birgt weniger Überraschungen.

Wie Frauen ihr Kind gebären wollen, können sie also bis zu einem gewissen Punkt selbst entscheiden. Und diese Entscheidung soll ihnen auch möglich sein. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben, dass eine Kaiserschnittgeburt die einfachere Entbindung ist. Denn auch mit ihr sind gesundheitliche Risiken und Heilungsprozesse verbunden.

Was du über einen (Wunsch-)Kaiserschnitt wissen solltest: Hier die wichtigsten Infos für dich.

Im Video: 5 Dinge, die Schwangere vor der Geburt wissen sollten

Video von Aischa Butt

Was ist überhaupt ein Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, man spricht auch von einer Schnittentbindung oder Sectio. Die Bauchdecke der Mutter wird in den meisten Fällen unmittelbar über dem Schamhaar in horizontaler Richtung geöffnet. (Bei einer Frühgeburt kann auch ein Längsschnitt vom Bauchnabel zum Schambein vorgenommen werden). Die Bauchdecke besteht aus mehreren Schichten, die alle nacheinander geöffnet werden. Nach dem öffnen der Gebärmutter wird das Kind direkt entnommen und abgenabelt.

In der Regel werden Frauen nur bei Notfallkaiserschnitten voll narkotisiert. Bei einem Wunschkaiserschnitt oder einem geplanten Kaiserschnitt werden die Mütter nur teilweise, mittels Periduralanästhesie (PDA) oder Spinalanästhesie (rückenmarknahe Anästhesie) betäubt. Das bedeutet, dass sie bei vollem Bewusstsein sind, ihr Unterkörper aber soweit betäubt ist, dass sie während des Eingriffs keine Schmerzen spüren. Sie spüren aber nicht Nichts. Ein Zug- und Druckgefühl bleibt.

Nachdem das Kind aus der Gebärmutter entnommen wurde, zieht sich diese zusammen (wie auch nach einer natürlichen Geburt). Der Mutterkuchen löst sich schließlich ab und wird ebenfalls entnommen. Nun können die Gebärmutter und die einzelnen Bauchschichten wieder geschlossen, also meist vernäht werden.

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Wunschkaiserschnitt planen: Wie geht man vor?

Wer mit dem Gedanken spielt, sein Kind per Sectio zu gebären, sollte sich im ersten Schritt ausführlich darüber informieren, am besten in einem Gespräch mit dem eigenen Frauenarzt.

Es ist wichtig, dass sich interessierte Schwangere darüber im klaren sind, warum sie sich einen Kaiserschnitt für ihre Geburt wünschen. Was verspricht sich die werdende Mama davon und welche Ängste hat sie? Oft sind es erschreckende Geburtsberichte anderer Frauen, die so sehr verunsichern können, dass Frauen das Vertrauen in ihren Körper verlieren. Sie trauen sich eine natürliche Entbindung schlichtweg nicht zu.

Im Gespräch mit dem Arzt kann zudem über den Ablauf des eigentlichen Kaiserschnitts geredet und die Vor- und Nachteile aufgezeigt werden. Steht der Entschluss der Frau fest, ihr Kind mittels Sectio zu gebären, wird der Frauenarzt eine Überweisung für die Geburtsklinik ausstellen. Auch dort wird es ein Informationsgespräch geben, um alle Fragen zu klären und die Geburt schließlich zu planen.

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Wer trägt die Kosten für einen Wunschkaiserschnitt?

In Deutschland werden die Kosten für eine Entbindung von der Krankenkasse übernommen. Das gilt sowohl für die natürliche Geburt, als auch für einen Kaiserschnitt und eben auch für die gewünschte Sectio. Die Kosten für einen Wunschkaiserschnitt werden übernommen, wenn eine ärztliche Zustimmung für den Eingriff vorliegt.

Wie lange dauert ein Wunschkaiserschnitt?

Der Eingriff dauert bis zu einer Stunde, inklusive der Vorbereitung. Das Baby wird oft schon wenige Minuten nach der Bauchdeckenöffnung geboren, aber die Versorgung der Wunden nimmt recht viel Zeit in Anspruch. Der eigentliche Eingriff, also nur die Operation, ohne das Setzen der Narkose, dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Sectio?

Bereits wenige Stunden nach der OP (nach dem Ziehen des Blasenkatheters) wird die Mutter aufgefordert, aufzustehen und sich zu bewegen. Das soll zum einen Blutgerinsel (Trombosen) verhindern, aber auch die Darmaktivität fördern und so eine mögliche Verstopfung vermeiden.

Die eigentliche Kaiserschnittnarbe benötigt 8 - 12 Tage zum Abheilen. In der Regel bleiben Frauen nach einem problemlosen Wunschkaiserschnitt vier bis sieben Tage in der Klinik.

Die Rückbildungsgymnastik können sie etwa sechs bis acht Wochen nach dem Eingriff beginnen.

Welche Nebenwirkungen erwarten mich bei und nach einem Kaiserschnitt?

Die Geburt selbst mittels Wunschkaiserschnitt verursacht keine Schmerzen. Auch Wehenschmerzen treten in der Regel nicht auf. Jedoch verursacht die Schnittwunde nach der OP mit Abklingen der Schmerzmittel Beschwerden.

Vor allem Bewegungen, die die Bauchdecke beanspruchen, wie das Aufstehen und Hinsetzen, Husten oder Niesen, verursachen Schmerzen. Diese können selbstverständlich durch die Gabe von Medikamenten gelindert werden. Bitte diese aber nicht selbst verabreichen, sondern mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme besprechen.

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Habe ich Nachwehen nach einem (Wunsch-) Kaiserschnitt?

Egal ob natürliche Geburt oder (Wunsch-) Kaiserschnitt: Die Rückbildung der Gebärmutter kann Nachwehen verursachen. Vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt ist das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur in Form von Nachwehen spürbar. Sehr oft treten diese beim Stillen des Kindes auf. Denn beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, was die Heilung der Gebärmutter anregt.

Vor allem Frauen, die bereits ein oder mehr Kinder geboren haben, spüren deutliche Nachwehen. Erstgebärende nehmen diese oft weniger, manche sogar gar nicht wahr. Bei starken Beschwerden kann in Absprache mit dem Arzt oder der Hebamme auch ein Schmerzmittel genommen werden.

Kann man nach einem (Wunsch-) Kaiserschnitt stillen?

Ja, auch nach einem Kaiserschnitt kann man stillen, wenn man es möchte. Die Muttermilch ist nicht nur gut fürs Baby, sondern das Stillen fördert auch die Mutter-Kind-Bindung.

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Wunschkaiserschnitt vs. natürliche Geburt: Wie soll ich entscheiden?

Oft ist es die Angst der Frau vor den Schmerzen oder einem Kontrollverlust bei der natürlichen Geburt, die sie über einen Wunschkaiserschnitt nachdenken lassen. Denn er erscheint einfacher, unkomplizierter und schneller. Dennoch muss jede Frau wissen, dass ein Kaiserschnitt, auch ein Wunschkaiserschnitt, eine richtige Operation ist. Und jede Operation birgt Risiken und Gefahren.

Außerdem sollte sich jede Schwangere bewusst sein, dass auch diese Form der Entbindung, wenn auch nicht der Eingriff selbst, mit Schmerzen und einer Heilungsphase einhergeht. Oft dauert das Abheilen der Kaiserschnittnarbe sogar länger, als die Heilung des Körpers nach einer vaginalen Geburt.

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Eine Kaiserschnittgeburt hat also, anders als es erscheinen mag, nicht nur Vorteile, wie die Planbarkeit, fehlende Geburtsschmerzen oder ausbleibende Geburtsverletzungen, sondern auch Nachteile, über die man sich bewusst sein sollte.

Neben Risiken, die jede Operation birgt (wie Infektionen, Wundheilungsstörungen, Narkoserisiken, Thrombosen oder Embolien), verursachen beispielsweise die Narben nach dem Eingriff Beschwerden. Auch sind Frauen nach einer Schnittentbindung körperlich weniger schnell fit. Die Narben eines vorangegangenen Kaiserschnitts können zudem Probleme bei einer folgenden Schwangerschaft verursachen.

Auch für das Baby kann ein (Wunsch-)Kaiserschnitt gewisse gesundheitliche Risiken erhöhen. So neigen Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht wurden, eher zu Atemwegsproblemen. Auch Asthma und Erkrankungen des Immunsystems werden im Zusammenhang mit Kaiserschnittgeburten diskutiert.

ABER: Für welche Form der Entbindung Frauen sich entscheiden, ist eine ganz individuelle und persönliche Entscheidung. Jede Frau darf und sollte selbst entscheiden, wie sie ihr Kind gebären möchte. Eine Kaiserschnittgeburt (egal aus welchen Gründen) ist keine zweitklassige Geburt. Sie ist genauso viel wert wie eine natürliche Geburt, denn sie hat das Ziel, ein gesundes Baby zur Welt zu bringen und die geistige und körperliche Gesundheit der Mutter zu schützen.

Quellen:
familienplanung.de
Onmeda.de

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