Home / Fit & Gesund / Sport & Wellness / Endlich Schluss mit Rauchen: So schaffen Sie den großen Schritt

Fit & Gesund

Endlich Schluss mit Rauchen: So schaffen Sie den großen Schritt

Linda Chevreuil
von Linda Chevreuil Veröffentlicht am 31. Januar 2008
A-
A+

Das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden ist eine neue Etappe im Kampf gegen die Zigarette. Das ist eine gute Gelegenheit, um sich endgültig von dem Glimmstängel zu verabschieden. Wir sagen Ihnen, warum sich das Aufhören lohnt und wie man es schaffen kann.

Gute Gründe das Rauchen aufzugeben

  • Es schadet der Gesundheit. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 110.000 Menschen in Deutschland
    an den Folgen des Tabakkonsums. Rauchen löst ein Drittel aller Krebserkrankungen aus (Lungenkrebs, Mundkrebs, Lippenkrebs, Halskrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speise-röhrenkrebs oder Gebärmutterkrebs).
    Die anderen gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind nicht minder gefährlich: Rauchen steigert das Infarkt- und Schlaganfallrisiko sowie
    die Gefahr an einer Arterienerweiterung (Aneurysma) oder an einer Arterienentzündung (Arteriitis) in den unteren Gliedern zu erkranken.
  • Es ist nicht besonders glamourös: Fahler Teint, Falten, schlechter Atem, gelbliche Zähne und Finger, ein Ekel erregender Geruch und eine kratzige Stimme... Das ist nun wirklich nicht sonderlich attraktiv.
  • Es ist teuer. Ein Paket kostet 5 Euro. 5 Euro pro Tag entsprechen aufs ganze Jahr umgerechnet immerhin 1.800 Euro. Dafür könnte man eine schöne Reise machen, 30 Mal in einem guten Restaurant Essen gehen, 1 bis 2 edle It-Bags erstehen oder 150 Massagen genießen...
  • Es ist stressig. Wenn man am späten Sonntagabend auf der Suche nach einer neuen Schachtel dreimal durch die Stadt fahren muss, weil einem
    der Vorrat ausgegangen ist, wird man schon langsam nervös. Als weiterer Stressfaktor gilt die Angst davor, einen Langstreckenflug ohne Zigarette zu überstehen. Ganz zu schweigen davon, dass man sich bei klirrender Kälte zitternd vor die Tür stellt, um in der Pause schnell eine zu rauchen... Das ist doch kein Leben!
  • Es ist schlecht fürs Baby. Rauchen gefährdet ebenfalls die Entwicklung des Embryos. Sie sind nicht schwanger? Aber vielleicht möchten Sie einmal eines Tages ein Kind. Es ist also besser, wenn Sie gleich damit aufhören.

Tabakentzug: Eine schwierige Zeit
Erst nach mehreren Monaten hört die Lust aufs Rauchen auf. Selbst Jahre später reicht eine einzige Zigarette um das latente Bedürfnis erneut zu wecken und die Sucht wieder aufleben zu lassen. Es gibt drei Dimensionen der Abhängigkeit, die alle berücksichtigt werden müssen wenn man das Rauchen definitiv aufgeben möchte:
-Umwelt- oder Verhaltensfaktoren: Das Rauchbedürfnis kann durch bestimmte Kontexte, Personen und Orte ausgelöst werden.
-Psychologische Faktoren: Die Zigarette ist ein Mittel um sich eine kleine Freude zu machen, Stress oder Angst zu bewältigen, sich zu konzentrieren oder zu stimulieren... Diese Wirkung entsteht durch das in der Zigarette enthaltene Nikotin - eine Substanz, die Euphorie und Entspannung auslöst, intellektuell anregt, eine angstmindernde und antidepressive Wirkung entfaltet und das Hungergefühl abstellt. Wer zu rauchen aufhört weiß auch, dass er dabei eventuell zunehmen kann und das ist ein entscheidender Hemmfaktor!
-Körperliche Faktoren: Auch hier ist das Nikotin für die physiologische Abhängigkeit verantwortlich.

Ihr Körper wird wieder fit
Selbst wenn es schwer ist: Es lohnt sich aufzuhören, denn man wird schnell mit einer Verbesserung der gesamten körperlichen Verfassung belohnt:
Nach 20 Minuten normalisieren sich Blutdruck und Herzrhythmus.
Nach 8 Stunden hat sich die Kohlenmonoxidmenge im Blut halbiert.
Nach 24 Stunden beginnt die Lunge den Schleim und die Rauchablagerungen abzusondern.
Nach 48 Stunden verbessern sich Geschmackssinn und Mundgeruch.
Nach 72 Stunden wird das Atmen leichter.
Nach ein paar Wochen verschwinden Husten und Schlappheitsgefühl. Man bekommt wieder mehr Luft.
Nach 1 Jahr ist das Infarktrisiko nur noch halb so groß.
Nach 5 Jahren ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken fast um die Hälfte gesunken.
Nach über 10 Jahren erreicht man wieder dieselbe Lebenserwartung wie ein Nichtraucher.

Hilfsmittel um das Rauchen aufzugeben
Wer mit dem Rauchen aufhören will braucht vor allem Eines: einen starken Willen! Jeder zweite Raucher kommt ganz ohne Hilfe von der Zigarette los. Trotzdem gibt es heutzutage zahlreiche Mittel, um den schwierigen Schritt etwas zu erleichtern:
-Die Nikotin-Ersatz-Präparate oder NRT (nicotine replacement therapy):
Diese Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und zielen darauf ab, die körperlichen Entzugserscheinungen zu mildern. Nikotin-Ersatzprodukte sind in unterschiedlicher Form erhältlich: als Pflaster, Kaugummis, Lutschpastillen oder Nikotin-Sprays.
-Antidepressiva: Der Arzt kann besonders abhängigen Rauchern bei Bedarf Psychopharmaka verschreiben.
-Die Verhaltenstherapie oder kognitive Therapie:
Diese Therapieformen helfen dabei, das eigene Verhalten und die eingeprägten Denkmuster zu verändern. Das ist die ideale Hilfe, um bei der Kaffeepause nicht rückfällig zu werden wenn am Nebentisch jemand raucht... Außerdem lernt man,
den Stress auch ohne Zigarette zu bewältigen.

Bisher haben sich nur diese drei Methoden bei der Rauchentwöhnung bewährt.
Es gibt auch andere Hilfsmittel, deren Wirksamkeit noch nicht sicher feststeht: Akupunktur, Homöopathie, Hypnose, Mesotherapie, Auriculotherapie, Phytotherapie oder Entspannungstherapie... Im Internet findet man eine Unmenge an weiteren Angeboten in diversen Kleinanzeigen. Vorsicht, es gibt auch viele Scharlatane!

Informationsmöglichkeiten
Die beste Möglichkeit um das Rauchen aufzuhören besteht darin, sich beim Hausarzt oder einem Verband zu informieren. Denn die Beratungsstellen sind mit der Problematik vertraut und verfügen daher über die nötige Fachkompetenz, um einen Raucher je nach Abhängigkeitsgrad, Persönlichkeit, Motivation, Alter, Gesundheitszustand und finanzieller Situation in die richtigen Wege zu leiten.

Mehr dazu erfahren Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.rauchfrei-info.de oder bei der Hotline 01805 31 31 31.

von Linda Chevreuil