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Endlich Schluss mit Rauchen: So schaffst du den großen Schritt

von Jane Schmitt Erstellt am 27. Januar 2020, letzte Änderung 29. Mai 2020
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Endlich Schluss mit Rauchen: So schaffst du den großen Schritt© unsplash.com/marc-schaefer

Du willst das Rauchen aufgeben, brauchst aber noch eine zusätzliche Portion Motivation? Wir verraten dir, warum sich das Aufhören lohnt und wie du es schaffst.

Fünf gute Gründe, das Rauchen aufzugeben:

1. Rauchen schadet der Gesundheit

Jedes Jahr sterben schätzungsweise 110.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums. Rauchen löst ein Drittel aller Krebserkrankungen aus (Lungenkrebs, Mundkrebs, Lippenkrebs, Halskrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Gebärmutterkrebs).

Die anderen gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind nicht minder gefährlich: Rauchen steigert das Infarkt- und Schlaganfallrisiko sowie die Gefahr an einer Arterienerweiterung (Aneurysma) oder an einer Arterienentzündung (Arteriitis) in den unteren Gliedern zu erkranken.

2. Rauchen ist nicht besonders glamourös

Fahler Teint, Falten, schlechter Atem, gelbliche Zähne und Finger, ein Ekel erregender Geruch und eine kratzige Stimme... Rauchen ist nun wirklich nicht sonderlich attraktiv.

Auch lesen: DAS passiert mit deiner Haut, wenn du aufhörst zu rauchen

3. Rauchen ist teuer

Ein Paket kostet inzwischen rund 7 Euro (Stand 2020). 7 Euro pro Tag entsprechen aufs ganze Jahr gerechnet immerhin 2.500 Euro. Dafür könnte man eine schöne Reise machen, 50 Mal in einem guten Restaurant Essen gehen, 1 bis 2 edle It-Bags erstehen oder rund 40 mal das Auto volltanken...

4. Rauchen ist stressig

Wenn man am späten Sonntagabend auf der Suche nach einer neuen Schachtel dreimal durch die Stadt fahren muss, weil einem der Vorrat ausgegangen ist, wird man schon langsam nervös. Als weiterer Stressfaktor gilt die Angst davor, einen Langstreckenflug ohne Zigarette zu überstehen. Ganz zu schweigen davon, dass man sich bei klirrender Kälte zitternd vor die Tür stellt, um in der Pause schnell eine zu rauchen... Das ist doch kein Leben!

5. Rauchen ist gefährlich fürs Baby

Rauchen gefährdet ebenfalls die Entwicklung des Embryos. Du bist nicht schwanger? Aber vielleicht möchtest du eines Tages Kinder haben. Es ist also besser, wenn du gleich mit dem Rauchen aufhörst. Übrigens: Auch passives Rauchen ist gefährlich für Babys und Kinder!

Auch lesen: Rauchen in der Schwangerschaft? So gefährlich ist die Sucht für dein Baby

Finanzielle Motivation?

Brauchst du vielleicht nur noch einen kleinen Anstoß, um endgültiog die Finger von Zigarette, E-Zigarette und Tabakerhitzer zu lassen, dann versuch es doch mal mit dem Zigaretten-Rechner von Onmeda.de: Hier erfährst du zum einen, wie viele Zigaretten du in deinem Leben als Raucher durchschnittlich geraucht hast, aber auch, wie viel Geld dich das gekostet hat. >> Zum Zigaretten-Rechner <<

So verändert Rauchen deinen Körper:

Video von Esther Pistorius

Hier findest du noch mehr gute Gründe, um das Rauchen aufzugeben!

Tabakentzug: Eine schwierige Zeit

Erst nach mehreren Monaten hört die Lust aufs Rauchen auf. Selbst Jahre später reicht eine einzige Zigarette, um das latente Bedürfnis erneut zu wecken und die Sucht wieder aufleben zu lassen.

Es gibt drei Dimensionen der Abhängigkeit, die alle berücksichtigt werden müssen, wenn man das Rauchen definitiv aufgeben möchte:

1. Umwelt- oder Verhaltensfaktoren: Das Rauchbedürfnis kann durch bestimmte Situationen, Personen und Orte ausgelöst werden.

2. Psychologische Faktoren: Die Zigarette ist ein Mittel, um sich eine kleine Freude zu machen, Stress oder Angst zu bewältigen, sich zu konzentrieren oder zu stimulieren... Diese Wirkung entsteht durch das in der Zigarette enthaltene Nikotin: eine Substanz, die Euphorie und Entspannung auslöst, intellektuell anregt, eine angstmindernde und antidepressive Wirkung entfaltet und das Hungergefühl abstellt. Wer zu rauchen aufhört, weiß auch, dass er dabei eventuell zunehmen kann und das ist ein entscheidender Hemmfaktor!

3. Körperliche Faktoren: Auch hier ist das Nikotin für die physiologische Abhängigkeit verantwortlich.

Auch lesen: Beim Rauchen erwischt! Diese Stars können's einfach nicht lassen...

Rauchstopp mit Apps

Den meisten Rauchern fällt es schwer endgültig aufzuhören nach dem Glimmstängel zu greifen. Unterstützung kann man sich mit Apps direkt aufs Smartphone holen. Die meisten Anbieter erheben nicht nur Statistiken über das Rauchverhalten, sondern tracken unter anderem auch den finanziellen Effekt, den der Verzicht auf Zigaretten für den Geldbeutel hat.

Für einen personalisierten Rauchstopp-Plan mit Ziel bietet sich die App 'Smoke Free' an. Möchte man ein wenig mehr Motivation und dabei auch noch Punkte, wie in einem Spiel sammeln, dann eigent sich die App 'Kwit' vermutlich am besten. Und wer nach motivierten Mitstreitern sucht, kann sich über die Community von 'Quit Now!' mit andern Leidensgenossen austauschen. Diese Apps gibt es für Android und iOS, teilweise mit kostenlosen Einsteiger-Varianten.

Rauchstopp: Der Körper wird wieder fit

Auch lesen: DAS passiert mit deiner Haut, wenn du das Rauchen aufgibst

Selbst wenn es schwer ist: Es lohnt sich mit dem Rauchen aufzuhören, denn man wird schnell mit einer Verbesserung der gesamten körperlichen Verfassung belohnt:

  • Nach 20 Minuten normalisieren sich Blutdruck und Herzrhythmus.
  • Nach 8 Stunden hat sich die Kohlenmonoxidmenge im Blut halbiert.
  • Nach 24 Stunden beginnt die Lunge den Schleim und die Rauchablagerungen abzusondern.
  • Nach 48 Stunden verbessern sich Geschmackssinn und Mundgeruch.
  • Nach 72 Stunden wird das Atmen leichter.
  • Nach ein paar Wochen verschwinden Husten und Schlappheitsgefühl. Man bekommt wieder mehr Luft.
  • Nach 1 Jahr ist das Infarktrisiko nur noch halb so groß.
  • Nach 5 Jahren ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken fast um die Hälfte gesunken.
  • Nach über 10 Jahren erreicht man wieder dieselbe Lebenserwartung wie ein Nichtraucher.

Wasserpfeifen: So schädlich ist Shisha-Rauchen wirklich

Video von Justin Amaral

Lesetipp bei Onmeda.de: E-Zigarette: Rauchfreie Alternative zum Rauchen?

Hilfsmittel um das Rauchen aufzugeben

Wer mit dem Rauchen aufhören will, braucht vor allem eins: einen starken Willen! Jeder zweite Raucher kommt ganz ohne Hilfe von der Zigarette los. Trotzdem gibt es heutzutage zahlreiche Mittel, um den schwierigen Schritt etwas zu erleichtern:

1. Die Nikotin-Ersatz-Präparate oder NRT (nicotine replacement therapy):
Diese Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und zielen darauf ab, die körperlichen Entzugserscheinungen zu mildern. Nikotin-Ersatzprodukte sind in unterschiedlicher Form erhältlich: als Pflaster, Kaugummis, Lutschpastillen oder Nikotin-Sprays.

2. Antidepressiva:
Der Arzt kann besonders abhängigen Rauchern bei Bedarf Psychopharmaka verschreiben.

3. Die Verhaltenstherapie oder kognitive Therapie:
Diese Therapieformen helfen dabei, das eigene Verhalten und die eingeprägten Denkmuster zu verändern. Das ist die ideale Hilfe, um bei der Kaffeepause nicht rückfällig zu werden, wenn am Nebentisch jemand raucht... Außerdem lernt man, den Stress auch ohne Zigarette zu bewältigen.

Bisher haben sich nur diese drei Methoden bei der Rauchentwöhnung bewährt. Es gibt aber auch andere Hilfsmittel, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht sicher feststeht: Akupunktur, Homöopathie, Hypnose, Mesotherapie, Auriculotherapie, Phytotherapie oder Entspannungstherapie.

Im Internet findet man eine Unmenge an weiteren Angeboten in diversen Kleinanzeigen. Vorsicht, es gibt auch viele Scharlatane! Um sich davor zu schützen, gilt es sich zu informieren. Viele Krankenkassen bieten Informationen zu Rauchentwöhnungsprogrammen an, ebenso könnt ihr euren Arzt oder auch Apotheker fragen.

Rauchen aufhören: Weitere Informationsmöglichkeiten

Die beste Möglichkeit, um das Rauchen aufzuhören, besteht darin, sich beim Hausarzt oder einem Verband zu informieren. Die Beratungsstellen sind mit der Problematik vertraut und verfügen daher über die nötige Fachkompetenz, um einen Raucher je nach Abhängigkeitsgrad, Persönlichkeit, Motivation, Alter, Gesundheitszustand und finanzieller Situation in die richtigen Wege zu leiten.

Mehr Infos findest du auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.rauchfrei-info.de oder bei der Hotline 0 800 8 31 31 31.

Quellen und weitere Informationen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.

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