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Fugen reinigen: So werden sie wieder blitzblank

von Inga Back Erstellt am 10. Mai 2020
© unsplash.com/curology

Fugen werden stark beansprucht und sind somit anfällig für Schimmel oder Schmutzablagerungen. Wir verraten die besten Tricks und Hausmittel zum Fugen reinigen.

Ob im Bad, der Küche oder dem Flur – Fugen sind prädestiniert für Schmutzablagerungen. In den Vertiefungen können sich Staub, Schmutz und Flüssigkeiten sehr gut sammeln. Gerade in der Dusche, wo die Luftzirkulation oft schlecht ist, sind Fugen zudem sehr anfällig für Schimmel.

Wer seine Fugen regelmäßig reinigt, verhindert, dass sie irgendwann komplett erneuert werden müssen. Das wäre nicht nur nervig, sondern auch zeit- und kostenintensiv. Wir zeigen euch die besten Tricks und Hausmittel, damit eure Fugen wieder blitzblank werden und ihr euch darum keine Sorgen machen müsst.

Fugen reinigen: Die besten Hausmittel

Die meisten greifen instinktiv zu chemischen Reinigern, wenn es ums Fugenreinigen geht. Ganz besonders dann, wenn Schimmel im Spiel ist. Dabei gibt es Hausmittel, die nicht nur genauso effektiv sind, oft wirken sie sogar besser als herkömmliche Reiniger!

Man muss also nicht gleich pure Chemie über die Fugen gießen, damit sie sauber werden. Das schont den Geldbeutel, unsere Umwelt und auch die Fliesen. Was wir nämlich schnell vergessen, ist, dass bestimmte Steine empfindlich auf chemische Reiniger reagieren können. Naturstein und Marmor zum Beispiel. Es lohnt sich also, erstmal den Hausmitteln eine Chance zu geben, bevor man starke Reiniger einsetzt.

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Natron

Mischt Natron mit kaltem Wasser in einem Verhältnis von 3:1. Heißes Wasser würde Natron schäumen lassen, ihr wollt aber eine streichfähige Paste. Verteilt die Paste dann auf den Fugen und arbeitet sie mit einer Zahnbürste ein. Lasst das Ganze 10 Minuten einwirken und spült die Paste danach ab.

Natron (hier bei Amazon bestellen*) wirkt nicht nur gegen Verschmutzungen, es ist auch antibakteriell und entfernt dadurch sogar unangenehme Gerüche. Außerdem kann das Wunderpulver auch Schimmel entfernen und neuer Schimmelbildung vorbeugen. Natron hat nämlich eine pilzhemmende Wirkung.

Vorsicht: Bei Naturstein- oder Marmorfliesen solltet ihr auf Natron verzichten. Sonst könnten die Fliesen dadurch matt werden.

Backpulver

Backpulver ist nichts anderes, als Natron gemischt mit einer Säure. Somit könnt ihr auch eine Paste aus Wasser und Backpulver anrühren und mit einer alten Zahnbürste in die Fugen einarbeiten. Das Problem dabei ist jedoch, dass die meisten Fugen mit kalkhaltigem Zement gefüllt sind. Kalk wird durch Säuren angegriffen. Wer seine Fugen mit Backpulver reinigt, darf die Paste also nicht lange einwirken lassen und muss sie gründlich und schnell wieder abspülen.

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Soda

Soda und Natron sind sehr ähnliche Stoffe, es gibt allerdings einen kleinen chemischen Unterschied und dieser führt dazu, dass Soda viel intensiver wirkt. Das kann vorteilhaft bei starken Verschmutzungen sein. Es hat aber auch den Nachteil, dass Augen, Atemwege und die Haut von Soda gereizt werden können. Da Soda bei der Verwendung staubt, solltet ihr es mit Vorsicht behandeln.

Mischt Soda (hier bei Amazon bestellen*) ebenfalls im Verhältnis von 3:1 mit Wasser und tragt die Paste mit einer Zahnbürste auf die Fugen auf. Soda wirkt auch antibakteriell, schmutzlösend und fungizid.

Achtung: Viele empfehlen Essig als Hausmittel zum Fliesenreinigen, oft auch in Kombination mit Natron oder Backpulver. Darauf solltet ihr verzichten. Die meiste Fugen werden mit kalkhaltigem Zement gefüllt. Die Essigsäure würde den Kalk angreifen und dadurch den Zement porös werden lassen. Dann können sich Pilze und Schmutz noch besser ansetzen. Dasselbe passiert auch mit Zitronensäure.

Im Video: Omas Hausmittel: Die solltest du IMMER zuhause haben!

Video von Aischa Butt

Fugen reinigen bei Schimmel-Befall

Sind die Fugen von Schimmel befallen, helfen dieselben Hausmittel, die auch Schmutz und Verfärbungen entfernen. Nutzt also einfach eine Paste aus Natron und arbeitet diese mit einer Zahnbürste ein. Die mechanische Reibung kombiniert mit der fungiziden und antibakteriellen Wirkung von Natron entfernt Schimmelsporen und -flecken sowie Schmutz zuverlässig. Danach ist die Behandlung mit einem Dampfreiniger eine gute Idee.

Ein Dampfreiniger tötet durch die Hitze die meisten Bakterien und ist dabei absolut umweltfreundlich und schadet auch dem Material nicht. Die starke Hitze kann zudem auch hartnäckigen, alten Schmutz gut lösen. Oft wischen wir mit dem Putzlappen einen Teil des Schmutzes nach dem Reinigen wieder in die Fuge. Mit einem Dampfreiniger passiert das nicht, sodass die Reinigung besonders gründlich ist.

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Damit erst gar kein Schimmel entsteht, solltet ihr die Fliesen mit einem sauberen Tuch nach dem Duschen abtrocknen. Das reduziert massiv die Restfeuchtigkeit, die Schimmel zur Bildung braucht. Außerdem reduziert ihr so auch den Schmutz und damit den Bedarf der Fugenreinigung.

Wenn schmutziges Wasser auf Fliesen und Fugen landet, verdunstet das Wasser irgendwann, aber Kalk und Schmutz bleiben. Wischt ihr es ab, bleibt der Schmodder dagegen auf dem Tuch und nicht an der Wand.

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Der Endgegner: Silikonfugen reinigen

Silikonfugen in der Dusche sind besonders anfällig für Verfärbungen und sogar Schimmel. Herkömmliche Reiniger und auch Hausmittel helfen aber meistens nicht bei Silikonfugen. Hier muss man leider etwas chemischer an die Sache rangehen. Wir verraten euch die besten Mittel, um Silikonfugen zu reinigen.

Essig

Bei Zementfugen wirkt Essig schädlich, bei Silikonfugen kann er jedoch helfen und sogar die Bildung von Schimmel vorbeugen. Falls ihr umliegend Zementfugen habt, macht diese nass, bevor ihr die Silikonfugen mit Essig behandelt. Bei Naturstein- oder Marmorfliesen solltet ihr auf den Einsatz von Essig komplett verzichten.

Mischt Tafelessig und Wasser im Verhältnis von 1:1 und tragt dies mit einem Schwamm auf die Silikonfugen auf. Lasst die Mischung einwirken und spült sie anschließend gründlich ab.


Wasserstoffperoxid

Bei hartnäckigen Verfärbungen oder Schimmel kann man auch eine dreiprozentige Wasserstoffperoxid-Lösung aus der Apotheke auftragen. Wasserstoffperoxid hat eine stark bleichende Wirkung und entfernt so zuverlässig auch Schimmelflecken. Nutzt zum Auftragen einen Pinsel oder ein Wattestäbchen und achtet darauf wirklich nur die Silikonfuge zu bestreichen. Wasserstoffperoxid bleicht alle möglichen Materialien, nicht nur Silikon. Tragt beim Benutzen Gummihandschuhe und lüftet den Raum.

Vorsicht: Fasst euch mit den Handschuhen danach bloß nicht ins Haar. Wasserstoffperoxid wird nämlich auch von Friseuren genutzt, um die Haare zu blondieren. Kommt dabei aber nicht auf Ideen, das ergäbe ein schönes Blond. Friseure wissen, was sie tun und wie sie dosieren müssen. Außerdem tragen sie nach dem Blondieren zusätzlich eine Farbe oder Tönung auf.

Javelwasser

Javelwasser bekommt ihr ebenfalls in der Apotheke. Es ist ein Chlorbleichmittel und tötet zuverlässig Schimmelsporen ab und bleicht die schwarzen Flecken aus.

Tragt das Javelwasser mit einer Zahnbürste auf. Achtet darauf den Raum dabei gut zu lüften und tragt unbedingt Handschuhe. Mischt Javelwasser auf keinen Fall mit anderen chemischen Reinigern. Ihr würdet nur eure Fliesen angreifen und im schlimmsten Fall würde durch die chemische Reaktion sogar giftiges Chlorgas entstehen.


Spiritus

Spiritus tötet zuverlässig Schimmelsporen ab. Zudem ist dies die wahrscheinlich umweltfreundlichste Methode, Silikonfugen zu reinigen. Spiritus verdankt seine desinfizierende Wirkung Ethanol, also Alkohol und der verdunstet einfach. Alkohol hat allerdings keinerlei bleichende Wirkung, sodass Verfärbungen oder Schimmelflecken auch nach der Behandlung sichtbar bleiben werden.


Salmiakgeist

Ammoniakwasser oder auch Salmiakgeist eignet sich ebenfalls, um Silikonfugen wieder sauber zu kriegen. Salmiakgeist tötet Schimmel und löst ihn, sodass die anschließende Reinigung einfacher wird. Tragt Salmiakgeist mit einer Zahnbürste auf und spült es anschließend ab. Danach kann die Fuge noch einmal mit Natron gereinigt werden. Ammoniakwasser ist allerdings auch reizend und sollte deshalb nur mit Handschuhen gehandhabt werden.

Wenn alles nichts hilft:

Silikonfugen sind weich. Für den Bau ist das sehr gut, denn selbst wenn das restliche Baumaterial sich mit der Zeit bewegt, bleibt die Fuge dicht. So kann keine Feuchtigkeit tief ins Baumaterial eindringen. Nachteilig ist, dass Schimmel tief ins Silikon eindringen kann, während er bei Mörtel oft nur oberflächlich ist.

Wenn das der Fall ist, dann wird eine oberflächliche Behandlung der Silikonfuge nicht mehr funktionieren. Egal, welches Mittel ihr dafür benutzt. Hier hilft nur noch die Silikonfuge zu erneuern. Ist die Fuge beschädigt, solltet ihr das sowieso schnell tun, denn sonst kann der Schimmel ins Baumaterial vordringen und dann habt ihr ein noch viel größeres Problem.

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Zu guter Letzt: Versiegeln nicht vergessen

Sind Fugen und Fliesen einmal gründlich gereinigt, sollen sie es natürlich auch möglichst lange bleiben. Dazu brauchen sie jedoch ein wenig Unterstützung. Fugen sind meistens mit einem rauen Mörtel gefüllt, der nicht wasserabweisend ist. Hier setzt man mit einer Versiegelung an.

Ein einfaches Hausmittel bildet dafür eine Kerze. Nehmt eine weiße, lange Kerze und fahrt mit dem stumpfen Ende die Fugen einmal ab. Das Wachs versiegelt den porösen Mörtel.

Es gibt jedoch auch spezielle Imprägniersprays, -tuben, oder auch -stifte. Hier solltet ihr unbedingt sicherstellen, dass das Mittel eurer Wahl auch zu euren Fliesen passt. Nutzt ihr das falsche Mittel, können sich die Fliesen verfärben. Achtet auch darauf, Fliesen und Fugen vorher gründlich zu reinigen, da das Imprägniermittel sonst Flecken hinterlässt.

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