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Restwasser im Wasserkocher: Das passiert, wenn du es noch mal aufkochst

Frauenhand an Wasserkocher
Ist es schädlich Restwasser im Wasserkocher noch einmal aufkochen zu lassen und dann zu trinken? Credit: Getty Images

Im Wasserkocher ist noch Restwasser und du fragst dich, ob du es einfach noch mal aufkochen und dann für deinen Tee benutzen kannst? Wir klären die Alltagsfrage!

Habt ihr einen Wasserkocher in der Küche? Als bekennende Tee-Liebhaberin ist mein Wasserkocher eigentlich im Dauereinsatz. Das fängt schon morgens mit einem Schwarztee an und endet abends mit leckerem Kräutertee.

Aber wie ist das eigentlich: Darf man das Restwasser im Wasserkocher wiederverwenden? Oder muss man es wegschütten? Schließlich lässt es sich in dem Gerät manchmal schwer abschätzen, wie viel Flüssigkeit man wirklich braucht. Schnell bleibt eine Pfütze übrig.

Restwasser im Wasserkocher: Das passiert, wenn du es noch mal aufkochst

Ist das Restwasser schädlich?

Laut einer Umfrage im Auftrag des SGS Instituts Fresenius mit 500 Teilnehmern kippt etwa die Hälfte der Befragten das Restwasser aus dem Wasserkocher weg. Die Begründung: Bakterien, Schadstoffe und Kalk. Ist die Sorge berechtigt?

Das Institut untersuchte genau diese Frage und gibt Entwarnung:

  • Trägt das Gerät ein GS-Siegel, das weltweit anerkannte, gesetzlich geregelte Gütesiegel für „Geprüfte Sicherheit“, gehen keine schädlichen Stoffe aus dem Gerät in das Wasser über. Auch nicht, wenn es einige Zeit im Wasserkocher verbleibt.

  • Wie sieht es aus mit Metallen? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer Studie verschiedene Metalle in Küchenmaschinen untersucht. Es hat festgestellt, dass nur geringe Mengen des Stoffs freigesetzt werden. Diese lagen weit unter dem Grenzwert des Europarates.

  • Auch Bakterien sind kein Problem. Zwar können sich in dem Restwasser Keime entwickeln, diese werden aber abgetötet, wenn ihr das Wasser erneut aufkocht. Denn keine Bakterie kann Temperaturen von 100°C überleben.

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Restwasser im Wasserkocher: Das passiert, wenn du es noch mal aufkochst

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Kalkablagerungen durch Restwasser

Auch wenn das wiederverwendete Wasser aus dem Wasserkocher gesundheitlich völlig unbedenklich ist, kann das Wasser doch zu Kalkresten führen.

Für die Kalkbildung ist jedoch nicht nur stehendes Wasser verantwortlich: Durch die Hitze des Aufkochens wird mehr Kalk herausgelöst. Es entstehen unschöne Ablagerungen.

Auch diese sind nicht schädlich für eure Gesundheit. Ganz im Gegenteil: Kalk besteht aus Kalzium und Magnesium. Beides sind wichtige Mineralien für den Körper und sorgen unter anderem für die Funktionstüchtigkeit der Muskeln und für starke Knochen.

Dennoch:

  • Wasserkocher mit viel Kalkablagerungen brauchen mehr Zeit und Energie um Wasser zu erhitzen. Ihr solltet die Geräte deshalb regelmäßig entkalken.
  • Kalk begünstigt das Bakterienwachstum. Kocht das Wasser deshalb gut auf.
  • Auch der Geschmack des Wassers kann unter hohem Kalkgehalt leiden.

Lesetipp: Wasserkocher entkalken – Die besten Tipps und Hausmittel

Unappetitlicher Geschmack von Restwasser

In der Fresenius-Umfrage gaben 59 Prozent der Teilnehmer an, dass sie Restwasser unappetitlich finden. 31 Prozent schütteten das übrig gebliebene Wasser weg, weil sie meinten, Geschmacksveränderungen wahrzunehmen.

Kann es sein, dass erneutes Aufkochen den Geschmack des Wassers negativ beeinflusst? Für diese Annahme gibt es tatsächlich keine wissenschaftlichen Beweise.

Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Wer weiß, vielleicht nehmt ihr ja einige Geschmacksnoten wahr, die sich nicht rational erklären lassen? Wasser kann schließlich auch einfach abgestanden schmecken.

Tipps für euren Wasserkocher

  • Reinigt euren neuen Wasserkocher vor der ersten Benutzung gründlich mit heißem Wasser. Dadurch werden etwaige Überreste aus der Produktion und andere unerwünschte Stoffe entfernt. Schüttet das Reinigungswasser danach weg.

  • Kocht nur so viel Wasser, wie ihr wirklich benötigt. So spart ihr neben Zeit auch Strom und verhindert seltsame Geschmacksveränderungen.

  • Sorgt ihr euch um Mikroplastik? Greift sicherheitshalber zu hochwertigen, plastikarmen Wasserkochern, um das Schadstoffrisiko weiter zu reduzieren.

  • Wählt Geräte mit GS-Siegel (wie dieses von Arendo*). Das Siegel besagt, dass ein Produkt von einer unabhängigen Prüfstelle kontrolliert wurde und allen Anforderungen der deutschen Produktsicherheit genügt.

Unser Tipp: Ihr fühlt euch trotzdem nicht wohl dabei, das Restwasser erneut zu verwenden? Kein Problem. Schüttet es aber nicht in den Abfluss, sondern gießt besser eure Pflanzen damit. So wird das Wasser sinnvoll weiterverwendet.

Jetzt wisst ihr, ob Restwasser aus dem Wasserkocher bedenklich ist. Für noch mehr Hacks und Haushaltstipps schaut regelmäßig auf gofeminin.de vorbei!