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Wasserkocher entkalken: Die besten Tipps und Hausmittel

von Nicole Molitor Erstellt am 25. April 2020
Wasserkocher entkalken: Die besten Tipps und Hausmittel© Getty Images

Lest hier, warum ihr regelmäßig euren Wasserkocher entkalken solltet, welche Hausmittel dabei helfen und wir ihr einer Verkalkung vorbeugen könnt.

Wer im Homeoffice häufiger Tee trinkt, wird nicht drum herumkommen, irgendwann den Wasserkocher zu entkalken. Denn über kurz oder lang setzt jedes Küchengerät, das mit Wasser in Kontakt kommt, Kalk an. Das ist vor allem in Gegenden mit stark kalkhaltigem "hartem" Wasser der Fall (Hallo, Köln!).

Verkalkte Wasserkocher sehen nicht nur unappetitlich aus – vor allem solche aus Glas. Die weiße Kalkschicht löst sich auch in Teilen vom Boden und treibt dann als eklige Klümpchen im Tee. Jummy. Doch die unschöne Optik ist bloß einer der Gründe, schleunigst den Wasserkocher zu entkalken.

Die Ablagerungen sind ein Tummelplatz für Keime und können auf lange Sicht die Heizstäbe angreifen und damit das Gerät zerstören. Zudem steigert Kalk den Stromverbrauch. Denn der Wasserkocher muss mehr Energie aufwenden, um das Wasser zu erhitzen. Wir müssen gleichzeitig länger warten, bis das Teewasser endlich fertig ist.

Wasserkocher mit Hausmitteln entkalken

Im Handel gibt es reichlich Entkalkungsmittel für Wasserkocher und andere Küchengeräte zu kaufen (etwa hier bei Amazon)*. Diese Reiniger sind jedoch oft recht teuer und enthalten viel Chemie. Andere Mittel setzen auf Reibung und können Wasserkocher aus Glas zerkratzen.

Viel besser und günstiger ist es deshalb, beim Entkalken auf Hausmittel zurückzugreifen. Die meisten Mittel habt ihr wahrscheinlich bereits zuhause, sodass ihr direkt loslegen und euren Wasserkocher reinigen könnt. Die Anleitung für fünf einfache Methoden bekommt ihr hier.

By the Way: Im Netz wird oft vorgeschlagen, Wasserkocher mit Natron zu entkalken. Dies funktioniert jedoch nicht, da Natriumhydrogencarbonat (das auch in geringeren Mengen in Backpulver enthalten ist) ein Salz und keine Säure ist. Kalk lässt sich damit nicht lösen.

Natron kann jedoch vorbeugend dabei helfen, das Wasser zu entkalken bzw. zu enthärten. Entsprechend wird es gerne in die Waschmaschine dazugegeben, um harte Handtücher weich zu machen.

Das bisschen Haushalt! Im Video seht ihr, wie ihr schneller Putzen könnt

Video von Laura Dillschneider

1. Wasserkocher entkalken mit Essig

Stark verkalkte Wasserkocher bekommt ihr mit Essig sauber. Am besten nehmt ihr dafür Essigessenz, denn diese ist mit einem Essigsäuregehalt von 25 Prozent besonders effektiv. Der Trick funktioniert aber auch mit weißem Haushaltsessig oder Apfelessig (5 bis 15 Prozent). Dann nehmt ihr etwas mehr Essig im Verhältnis zum Wasser.

So geht's: Wasserkocher fast bis zum Maximum mit kaltem Wasser befüllen. Nun 2–3 EL Essigessenz (oder ein Glas Essig) dazugeben und verrühren. Wasserkocher einschalten und Essigwasser aufkochen. Der Wasserkocher sollte nun entkalkt sein. Ist dies noch nicht der Fall, lasst ihr die Essigmischung ca. 1 Stunde im Kocher einwirken.

Anschließend das Essigwasser abgießen und das Gerät ein- bis zweimal mit frischem Wasser auskochen. Danach sollte der Essiggeruch verschwunden sein und der Wasserkocher ist wieder einsatzfähig.

Lesetipp: Damit kriegt ihr alles sauber: Die besten Haushalts-Tricks mit Essig!

2. Wasserkocher entkalken mit Zitrone

Ist das Gerät nicht so stark verkalkt oder stört euch der Essiggeruch extrem, könnt ihr den Wasserkocher mit Zitronensäure reinigen. Die gibt's als Pulver in Drogeriemärkten oder hier bei Amazon* zu kaufen. Als Light-Variante eignet sich auch der Saft einer Zitrone.

So geht's: Wasserkocher bis zum Maximum mit kaltem Wasser befüllen und darin den Inhalt eines Päckchens Zitronensäure auflösen (nach Herstellerangaben). Das Ganze 3–4 Stunden einwirken lassen. Gerät anschließend zweimal mit frischem kaltem Wasser durchspülen.

Alternativ gießt ihr den Wasserkocher bis zur Höhe der Verkalkungen mit Zitronensaft und Wasser auf und lasst die Mischung mindestens eine Stunde lang einwirken.

Wichtig: Zitronensäure kann mit Metall reagieren. Daher eignet sich die Methode nur für Glas-Wasserkocher oder Modelle aus rostfreiem Edelstahl. Außerdem darauf achten, bei diesem Trick nur kaltes Wasser zu benutzen – heißes Zitronenwasser bildet zusammen mit Kalk Calciumcitrat, das noch hartnäckigere Ablagerungen verursacht.

3. Wasserkocher entkalken mit Cola

Richtig gelesen – zusammen mit der Kohlensäure bildet die in Cola enthaltene Phosphorsäure ein geeignetes Hausmittel, um leichte Kalkablagerungen im Wasserkocher zu entfernen.

So geht's: So viel Cola in den Wasserkocher füllen, bis die verkalkten Stellen komplett bedeckt sind. Über Nacht stehen lassen und die Brause die Arbeit machen lassen. Am nächsten Tag mehrmals mit kaltem Wasser ausspülen.

Wichtig: Auf keinen Fall den Wasserkocher mit Cola erhitzen! Dadurch würde der enthaltene Zucker karamellisieren und kann das Gerät kaputtmachen.

Lesestoff: Putzmittel selber machen: 5 Rezepte für DIY-Reiniger

4. Wasserkocher entkalken mit Aspirin

Aspirin löst nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Kalk. Der Grund dafür ist die enthaltene Acetylsalicylsäure. Die bekommt ihr auch in Reinform als Pulver oder als ASS-Tabletten in der Apotheke sowie hier bei Amazon*.

So geht's: Zwei Aspirin- oder ASS-Tabletten in einem Glas Wasser auflösen, in den Wasserkocher geben und aufkochen. Anschließend die Brausemischung noch eine halbe Stunde einwirken lassen. Wasser auskippen und das Gerät gründlich mit frischem Wasser durchspülen.

5. Wasserkocher entkalken mit Gebissreiniger

Gebissreiniger funktioniert so ähnlich wie Aspirin. Anders als in speziellen Entkalkern enthält Prothesenreiniger keine Chemie, sondern wirkt auf Basis von Zitronensäure und anderen Säuren. Zahnspangenreiniger sind dagegen kein geeignetes Mittel, um Wasserkocher zu entkalken, da sie in der Regel mit Salzen statt mit Säuren arbeiten.

So geht's: Zwei Gebissreinigungstabletten in einem Glas mit Wasser auflösen. Im Wasserkocher aufkochen, zwei Stunden stehen lassen und anschließend zusammen mit dem gelösten Kalk ausschütten. Wasserkocher mit frischem Wasser ausspülen.

Wasserkocher von außen reinigen

Wasserkocher setzen bei kalkhaltigem Wasser nicht nur innen, sondern auch außen Kalk an – etwa vorne am Mundstück, wo man das Wasser abgießt.

Um diese Stellen zu entkalken, könnt ihr ein feuchtes Tuch mit Essig beträufeln und über die Ablagerungen fahren. Ihr könnt auch eine aufgeschnittene Zitrone als Schwamm benutzen. Anschließend jeweils mit einem nassen Lappen abspülen.

Enthält der Wasserkocher einen Filter, den man herausnehmen kann, könnt ihr diesen ganz normal mit Spülmittel waschen. Manche Filter lassen sich sogar in der Spülmaschine reinigen. Hier solltet ihr vorher ein Blick in die Angaben des Herstellers werfen.

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Wie oft sollte man den Wasserkocher entkalken?

Wie oft ihr den Wasserkocher entkalkt, hängt davon ab, wie oft das Gerät im Einsatz ist und wie viel Kalk in eurem Leitungswasser enthalten ist.

In sehr kalkhaltigen Regionen oder bei häufiger Nutzung solltet ihr den Wasserkocher alle zwei Wochen entkalken. So geht ihr sicher, dass das Gerät nicht beschädigt wird und habt einen unverfälschten Teegenuss.

Spätestens, wenn weiße Kalkablagerungen sichtbar werden, wird es Zeit zum Entkalken. Dies solltet ihr auch dann tun, wenn ihr den Wasserkocher selten benutzt und ihn vorübergehend im Keller oder unterm Dach unterbringen wollt.

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3 Tipps: So verkalkt der Wasserkocher nicht so schnell

Ihr seid genervt davon, ständig den Wasserkocher zu entkalken? Dann kommen hier drei Tipps, die vorbeugend dabei helfen, dass sich weniger Kalk im Gerät bildet.

1. Gefiltertes Wasser benutzen: Wasserfilter entkalken das Leitungswasser und reichern es manchmal sogar noch zusätzlich mit Mineralien an. Habt ihr zuhause sehr hartes Wasser solltet ihr den Wasserkocher mit vorgefiltertem Wasser befüllen, statt das verkalkte Wasser aus dem Hahn zu benutzen. Alternativ könnt ihr auch direkt zu einem Wasserkocher mit eingebautem Filter greifen.

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2. Wasser abgießen: Stehendes Wasser setzt im Wasserkocher Kalk ab. Daher immer das restliche Wasser, das nicht für die Teekanne etc. benötigt wird, ausgießen. Um kein Wasser zu verschwenden, messt ihr vorher mit der Kanne, dem Topf oder Glas ab, wie viel Wasser ihr aufkochen wollt.

3. Kalkfänger einsetzen: Um die Verkalkung des Wasserkochers zu verlangsamen, gibt es spezielle Kalkfänger. Dabei handelt es sich um einen Stahlwollering aus rostfreiem Edelstahl. Er wird einfach mitgekocht und fängt die Kalkteilchen ab. Wie der Wasserkocher müssen jedoch auch diese Ringe regelmäßig entkalkt werden.

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Mit diesen Tipps, Tricks und praktisches Produkten schmecken Tee und Kaffee nicht nur besser - ein kalkfreier Wasserkocher hält auch länger!

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