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Spülmaschine reinigen: Über No-Gos und die besten Hausmittel

von Inga Back Erstellt am 20. November 2020
Spülmaschine reinigen: Über No-Gos und die besten Hausmittel© Getty Images

Es ist nicht geil, aber es muss sein: Auch die Spülmaschine will ab und zu gereinigt werden, sonst reinigt sie nicht mehr. Erfahrt hier, wie ihr das am besten anstellt.

Spätestens, wenn saubere Gläser muffig riechen, gibt es ein Problem. Wenn die Spülmaschine nicht richtig reinigt, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass sie gereinigt werden muss. Man hat sich eine Spülmaschine zwar angeschafft, damit sie das Geschirr saubermacht und nicht wir die Spülmaschine, aber leider hängt beides zusammen.

Sogar die Spülmaschine selbst kann anfangen zu stinken. Damit das nicht passiert, haben wir ein paar Tipps für euch.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Die Spülmaschine kommt mit allem Möglichen in Kontakt. Essensreste, Schimmel, Fett – die Liste ist lang. Dazu kommt noch ein feucht-warmes Klima und wir haben die perfekten Bedingungen für Bakterien und Pilze geschaffen. Sie sind es auch, die für den üblen Geruch verantwortlich sind.

Damit es nicht so weit kommt, solltet ihr ein paar einfache Hinweise beachten. Diese helfen im Übrigen auch, wenn die Spülmaschine bereits stinkt.

  • Geschirr abspülen: Grobe Essensreste sollten entsorgt oder abgespült werden, bevor das Geschirr in der Spülmaschine landet.
  • Geschirrspüler nicht immer vollladen: Auch das Überladen der Maschine kann zum Problem werden, weil das Wasser nicht ausreicht, um den gesamten Dreck herauszuspülen. Manchmal lohnt es sich also, nicht zu warten, bis die Maschine voll ist. Vor allem bei stark verschmuztem Geschirr sollte die Maschine nicht zu überladen sein.
  • Nicht dauerhaft das Eco-Programm nutzen: Beim Eco-Spülgang werden die Temperaturen oft nicht heiß genug, um alle Bakterien abzutöten, die für den Gestank verantwortlich sind. Ab und zu sollte die Spülmaschine deshalb wirklich heiß laufen, also unbedingt bei mehr als 60 Grad.
  • Alle 1–2 Monate ein Leerlauf: Bei einem heißen Leerlauf könnt ihr die Spülmaschine sich selbst reinigen lassen. Dafür könnt ihr einen speziellen Spülmaschinenreiniger nutzen (hier bei Amazon bestellen)*. Dies sollte in regelmäßigen Abständen geschehen. Dann ist eine manuelle Reinigung deutlich seltener notwendig.

Sollte der üble Geruch trotz allem nicht verschwinden oder schnell wiederkommen, befinden sich vermutlich Essensreste in der Spülmaschine. Dann müssen die Einzelteile von Hand gereinigt werden.

Lesetipp: Der Kühlschrank stinkt? Diese 5 Hausmittel helfen dagegen

Spülmaschine reinigen: Schritt für Schritt

Bevor die Spülmaschine grundsätzlich gereinigt werden kann, müssen erst einmal grobe Verschmutzungen entfernt werden. Diese können tatsächlich versteckt sein. Deshalb ist es wichtig, die einzelnen Teile der Maschine mechanisch zu reinigen.

1. Sieb-Kombination reinigen
Am Boden der Spülmaschine findet sich ein Sammeltopf mit einer Siebkombination. Der Name verrät es bereits: Hier sammeln sich allerhand Essensreste. Nehmt die Sieb-Filter-Kombination heraus und reinigt beides im Spülbecken. Der untere Sprüharm muss dafür meistens bloß zur Seite gedreht und nicht abgenommen werden.

2. Dichtungen reinigen
Die Türgummis und Fugen sind prädestiniert für Schmutzablagerungen. Zudem sammelt sich dort Wasser, sodass die Keimbildung beschleunigt ist. Hier sollte man deshalb mit einem Tuch gründlich durchwischen, selbst wenn die Fugen auf den ersten Blick sauber aussehen. Ihr werdet erstaunt sein, was da zum Vorschein kommt.

Aber Achtung: Entgegen vieler Haushaltstipps solltet ihr zur Reinigung der Dichtungen keinen Essig nutzen. Mehr dazu lest ihr unten. Setzt stattdessen lieber auf Wasser und Spülmittel oder andere milde Reiniger.

3. Sprüharme reinigen
Manchmal sammeln sich auch Essensreste in den Düsen der Sprüharme. Der obere Sprüharm kann in der Regel abgeschraubt werden, während der untere durch eine Klick-Verbindung gelöst werden kann. Reinigt auch diese im Spülbecken und nutzt eine Bürste oder sogar einen Zahnstocher, um die Düsen vorsichtig zu reinigen.

Lesetipp: Mikrowelle reinigen: Die 3 besten Hausmittel und einfache Tricks

Vorab: Die No-Go-Hausmittel bei der Spülmaschinenreinigung

Essig
Essig ist sehr umstritten, wenn es um die Reinigung der Spülmaschine geht. Das eine Lager schwört auf das Hausmittel und das andere sagt, dass Essig die Dichtungen angreift. Beide haben recht. Essig reinigt sehr effektiv und wirkt antibakteriell. Gegen Bakterien und Gerüche hilft es also.

Essig ist jedoch eine Säure. Diese Säure greift echten Gummi aus Naturkautschuk nicht an. Sie hilft sogar, ihn geschmeidig zu halten. Die Dichtungen in der Spülmaschine bestehen jedoch meist aus Weichplastik. Also Kunststoff, der mit Weichmachern versetzt ist. Diese Weichmacher werden durch Essig angegriffen und zersetzt.

Deshalb sollte man auf Essig bei der Spülmaschinenreinigung verzichten. Auch bei anderen Gummidichtungen sollte man keinen Essig einsetzen, weil man meistens nicht weiß, woraus das Gummi besteht.

Zitronensäure
Es wird auch gerne die Empfehlung gegeben, Zitronenhälften oder -schalen bei einem Leerlauf dazuzugeben. Der Duft ist in der Tat angenehm, aber Zitronensäure sollte nicht erhitzt werden.

In einem heißen Spülgang verbindet sich Zitronensäure mit Kalk zu Calciumcitrat. Dieses ist hartnäckiger als Kalk und setzt sich somit noch mehr in den Düsen, Dichtungen und dem Filter fest. Zitronensäure sollte deshalb nicht als Zusatz zum Spülgang genutzt werden.

IM VIDEO: Omas Hausmittel: Die solltest du immer zuhause haben!

Video von Aischa Butt

Spülmaschine reinigen: Die besten Hausmittel

Natron
Natron wirkt antibakteriell und fungizid. Damit ist es sehr effektiv gegen üble Gerüche. Zwei Esslöffel Natron (hier bei Amazon bestellen)* auf dem Boden der Spülmaschine können daher Wunder bewirken. Vor allem, wenn man Geschirr einige Tage sammelt, bevor man die Spülmaschine anschmeißt. Natron kann aber auch an Stelle von Spülmaschinenreiniger bei einem Leerlauf dazugegeben werden.

Soda
Soda hat eine ähnliche Wirkung wie Natron. Die beiden Stoffe unterscheiden sich kaum in der Zusammensetzung. Soda (hier bei Amazon bestellen)* wirkt lediglich etwas aggressiver als Natron. Bei stärkeren Verschmutzungen greift man also lieber zu Soda. Ansonsten ist die Anwendung dieselbe wie bei Natron.

Zitronensäure
Zitronensäure darf nicht erhitzt werden. Das bedeutet aber nicht, dass sie generell nicht zur Reinigung der Spülmaschine genutzt werden darf.

Wer Zitronensäure in Wasser auflöst und dieses Wischwasser mit einem Schwamm oder Lappen zur Reinigung des Innenraums nutzt, macht überhaupt nichts falsch. Stattdessen hat man eine umwelt- und gesundheitsschonende Alternative zu chemischen Reinigern. Außerdem wirkt Zitronensäure (hier bei Amazon bestellen)* effektiv gegen Kalk (sofern sie nicht erhitzt wird).

Essig
Auch Essig kann zur Reinigung benutzt werden, solange er nicht an die Gummidichtungen gerät. Zur Reinigung und Entkalkung der Innenwände kann man Essig, Wasser und einen Lappen nutzen.

Lesetipp: Raumluft verbessern: 7 Tipps, damit es zu Hause immer gut riecht

Spülmaschine stinkt trotz allem?

Manchmal kann es passieren, dass die Pumpe blockiert. Ein Indiz dafür ist, dass das Wasser in der Spülmaschine nicht richtig abfließt, sondern sich am Boden sammelt. Um an die Pumpe heranzukommen, muss die Filter-Sieb-Kombination herausgehoben werden.

Im Sammeltopf gelangt ihr an die Pumpe. Stehendes Wasser könnt ihr mit einem Schwamm oder einer Kelle herausnehmen. Wichtig ist jedoch, dass ihr dabei Schutzhandschuhe tragt. Manchmal finden sich im Sammeltopf Glasscherben, falls mal etwas in der Spülmaschine zu Bruch gekommen ist.

Die Pumpenabdeckung kann mit einem Löffel gelöst und dann herausgenommen werden. Die Betriebsanleitung der Spülmaschine gibt Aufschluss, wie genau ihr bei eurem Modell am besten an die Pumpe gelangt. Habt ihr sie geöffnet, könnt ihr mit den Schutzhandschuhen prüfen, ob etwas die Pumpe verstopft.

Sollte die Spülmaschine trotz allem weiter stinken, gibt es einen anderen Defekt. In diesem Fall solltet ihr euch an einen Fachmann wenden.

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