Home / Liebe & Psychologie / Beziehung / Wo sind die Schmetterlinge hin? So rettet ihr eure Beziehung!

© iStock
Liebe & Psychologie

Wo sind die Schmetterlinge hin? So rettet ihr eure Beziehung!

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 29. Juni 2017
81 mal geteilt

Beziehungen verändern sich im Laufe der Zeit. Das ist auch ganz normal so. Schlecht nur, wenn beide irgendwann nebeneinander her leben, statt miteinander. Dann wird es höchste Zeit, um die Liebe zu kämpfen.

Wenn sich die Gespräche in letzter Zeit auf rein praktische Themen beschränken wie: "Hast du Klopapier gekauft?" und Zärtlichkeiten darauf, dass er ihr abends beim Reinkommen ein förmliches "Bussi" entgegenruft, dann fragt man sich schon: Wo bitte ist die Liebe geblieben? Die Abende zu zweit, in denen man kaum die Finger voneinander lassen konnte? Wann bloß ging die Leichtigkeit der Beziehung verloren?

Aber keine Panik: Das passiert den meisten Paaren, wenn sie länger zusammen sind. Die Aufregung der Anfangszeit hat sich irgendwann gelegt und der Alltag macht sich breit. Meist haben sich ganz einfache Gewohnheiten und Oberflächlichkeiten in die Beziehung eingeschlichen.

Beziehung retten: Gemeinsam einsam

Oft ist man einfach faul geworden, nimmt den anderen als selbstverständlich und kämpft nicht mehr. Schade, denn mit dieser Taktik steuert man direkt in eine Beziehung, die den Namen als solche gar nicht mehr verdient. Nebeneinander wäre wohl die bessere Bezeichnung. Oder gemeinsam einsam.

​Aber das muss nicht das Ende von Liebe und Zweisamkeit bedeuten. Sonst gäbe es ja kaum Paare, die nach Jahren noch glücklich zusammen wären. Wer die richtige Strategie anwendet, kann die Beziehung mit ein paar Tricks ganz einfach wieder auffrischen. Der Gegner heißt in diesem Fall: Routine. Sie ist der Beziehungskiller Nr. 1. Und dieser geht es jetzt an den Kragen. Hier sind Tipps, wie ihr eure angeschlagene Beziehung retten und wieder auf Vordermann bringen könnt.

Beziehung retten: Prime-Time verbringen

Es liegt natürlich auf der Hand, dass man als Paar - gerade wenn man zusammen wohnt und eigene Kinder hat - viele Dinge zusammen macht. Aber unter schönen, gemeinsamen Aktivitäten verstehen wir nicht unbedingt den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt oder die Diskussion, warum das Kind jetzt eine Fünf in Physik hat. Paare müssen schon ein wenig darauf achten, dass sie nicht nur im Alltag funktionieren, als Eltern und Mitbewohner, sondern auch als Liebespaar. Und das verliert man dann doch schnell aus dem Blick.

Deshalb: Verbringt Zeit miteinander. Nicht im Supermarkt, sondern Prime-Time. Klingt vielleicht doof, aber als ihr euch kennengelernt habt, habt ihr ja auch überlegt, was ihr Tolles zusammen unternehmen könnt. Wo es am romantischsten ist, um sich zu unterhalten und ihr wusstet, wie genial Kuschelabende auf der Couch sind. Warum also verzichtet man irgendwann darauf, sich Mühe zu geben, wenn es um die gemeinsame Freizeitgestaltung geht?

Es kommt darauf an, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, jenseits vom Alltagstrott. Das sollten beide doch wollen. Also: Plant eure gemeinsame Zeit bewusst und genießt sie auch bewusst. Tipp: Weniger ist dabei manchmal mehr. Vielleicht macht ihr wieder mehr getrennt, um euch dann wirklich bewusst zu sehen, zu reden, anzufassen.

Beziehung retten: Nicht alle Schranken fallen lassen

Klar, Offenheit in Beziehungen ist extrem wichtig. Man ist sich vertraut, hat keine falsche Scham voreinander, zeigt sich offen und auch verletzlich. Einfach, weil man weiß, dass man sich beim Anderen fallen lassen kann und so zeigen kann, wie man ist. Traurig, wütend, nackt, ungeschminkt, müde, krank und hilfsbedürftig. Alles kein Thema, wenn man sich liebt.​ Und so soll es auch sein.

Dennoch gibt es ein "aber" bei der ganzen Sache. Denn man sollte sehr wohl ein paar Grenzen seiner Privat- bzw. Intimsphäre intakt lassen. Klar, wäre es kein Thema vor ihm auf Klo zu gehen oder sich bei einer Magen-Darm-Grippe zu übergeben, während er einem die Haare aus dem Gesicht hält. Ganz ohne Frage. Und dein Partner wäre sicher auch nicht stinksauer, wenn du dir vor ihm die Hühneraugen mit Pflastern beklebst. Aber mal ganz im Ernst: Das muss auch nicht unbedingt sein, oder?​

Selbst in einer extrem engen Partnerschaft darf und sollte man ein paar Dinge für sich behalten. Und wo diese Grenze liegt, ist mit Sicherheit bei jedem Paar anders. Aber es gibt sie, und wenn man sie respektiert, zeugt das auch vor dem Respekt und der Achtung dem Partner gegenüber. Nicht alles muss man tun, nur weil es möglich ist. Und nicht alles, was "ok" ist, ist auch gut.

Beziehung retten: Räumliche Ausweichmöglichkeiten

Die Idee scheint total abwegig zu sein, weil man dabei sofort an eine Beziehungskrise denken muss. Aber entgegen aller Vorurteile können getrennte Wohnungen beziehungsweise jeweils eigene Zimmer in einer Wohnung das Geheimnis einer langwährenden Beziehung sein. Vielleicht hängt es auch mit dem stressigen Alltag, den Millionen Dingen, die auf uns einprasseln zusammen, dass jeder eine Rückzugsmöglichkeit braucht. Es gibt eben Menschen, die nur so abschalten können.

So kann man sich auch mal aus dem Weg gehen, BEVOR es knallt und Streit gibt. Oder man zieht sich mit schlechter Laune zurück und genießt es mal nicht reden zu müssen. Auch das ist wichtig. Wer immer nur aufeinander hockt und nie Zeit für sich alleine hat, wird merken, dass auch das ein Grundbedürfnis von uns ist.

Beziehung retten: Eigene Lebensbereiche pflegen

Und das Prinzip getrennt Wohnung, getrennte, "eigene" Zimmer in der gemeinsamen Wohnung, kann man auf alle Bereiche des Lebens anwenden: Getrennte Hobbys, (teilweise) getrennte Freundeskreise, (ab und an) getrennte Urlaube. Wer sagt, dass man bis zum Ende seines Lebens nur noch Zeit mit einem Menschen verbringt, nur weil man zusammen ist? Freunde, Sport, Kunst, Hobbys - all das ist wichtig und bereichert uns. Nicht nur dieser eine Mr. Right.

Beziehung retten: Rituale schaffen

Und mit Ritualen meinen wir nicht das gemeinsame Einkaufen im Supermarkt oder das Auto zu putzen! Hier geht es um ein regelmäßiges Date in Sachen Liebe, um schöne Momente zu zweit. Zum Beispiel: Jeden zweiten Montag ist Kinotag. Oder ihr habt ein Lieblingsrestaurant, in dem ihr jeden ersten Samstag im Monat einen Tisch reserviert. Einen Spaziergang jeden Sonntag Morgen oder das ausgiebige Frühstück am Samstag. Rituale verbinden, schaffen ein Wir-Gefühl und stärken die Beziehung mehr als man denkt.

Man muss keinen Riesenplatz im Terminkalender einplanen oder einen prallen Geldbeutel besitzen, um das umzusetzen. Das romantische Candlelight-Dinner kann auch zu Hause stattfinden und ein kultiges Reste-Essen sein, das ihr jeden Sonntag zelebriert. Seid verrückt und seid ganz ihr selbst. Das macht eure Dates noch besser, einmalig und unvergesslich.

Wer Kinder hat, hat es natürlich nicht ganz so einfach. Schon klar. Aber Eltern sollten zumindest ab und zu versuchen, sich einen Abend zu zweit zu gönnen. Wer sich keinen Babysitter leisten kann oder mag, der tauscht Babysitting-Stunden mit befreundeten Paaren aus: Sie passen einen Abend auf alle Kinder auf und ihr an einem anderen Abend.

Beziehung retten: Die Mühe lohnt sich

Und wer jetzt denkt: Puh, das ist mir alles viel zu anstrengend, dem sei gesagt: Es ist tausend mal anstrengender, eine Beziehung zu führen, die nicht glücklich macht. Wenn unser Partner uns beflügelt und uns zum Lachen bringt und wir merken, dass er sich wohl fühlt mit uns und uns liebt, dann gibt das unendlich viel Kraft. Und das ist jede Mühe wert.

Außerdem auf gofeminin: Liebesleben aufpeppen: Schluss mit der Sex-Flaute in der Langzeit-Beziehung

von Fiona Rohde 81 mal geteilt

Das könnte dir auch gefallen