Home / Fit & Gesund / Diät & Ernährung / Ketogene Diät: Echtes Abnehmwunder oder gefährlicher Trend?

© Getty Images
Fit & Gesund

Ketogene Diät: Echtes Abnehmwunder oder gefährlicher Trend?

von Christina Cascino Veröffentlicht am 15. Januar 2019
74 mal geteilt

Die Ketogene Diät setzt auf viel Fett und wenig Kohlenhydrate und soll so die Pfunde rasant zum Schmelzen bringen. Was genau hinter dieser extremen Ernährungsweise steckt, verraten wir euch hier.

Low Carb - High Fat! So lautet das Motto der ketogenen Diät, bei der fast komplett auf Kohlenhydrate verzichtet wird. Im Fokus stehen dagegen Eiweiß und viel Fett, weswegen die Ernährung auch häufig als Fett-Diät bezeichnet wird. Vor allem Kraftsportler setzen aufgrund der hohen Zufuhr von Eiweiß gerne auf diese energiereiche Diätform, um Muskelmasse aufzubauen.

Wie funktioniert die Ketogene Diät?

Die ketogene Ernährung ist eine Form der Low Carb Diät, allerdings in extrem drastischer Form. Denn bei dieser Ernährungsform fällt der Kohlenhydratanteil sehr gering aus. Heißt konkret: Pro Tag werden maximal 20 bis 40 g Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen. Zum Vergleich: Ein Vollkornbrötchen hat etwa 40 g Kohlenhydrate. Durch die geringe Menge an Carbs soll es zu einem schnellen Gewichtsverlust kommen.

Das sind die 10 fettreichsten Lebensmittel

Mehr über die Wirkung der ketogenen Ernährung erfahrt ihr in dem Buch 'Der Keto-Kompass: Aktuelles Wissen über ketogene Ernährung, Ketone und Ketose' von Ulrike Gonder, Julia Tulipan, Marina Lommel und Brigitte Karner. Jetzt bei Amazon bestellen.

Bye bye Kohlenhydrate: Endlich abnehmen mit der Low carb Diät.

Ohne Kohlenhydrate greift der Körper die Fettzellen an

Wie das Ganze funktioniert? Wenn der Körper nicht ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt wird (weniger als 40 g pro Tag) und alle Glukosespeicher aufgebraucht sind, bedient er sich zur Energiegewinnung an den lästigen Fettzellen. Diesen Zustand nennt man die sogenannte Ketose (daher der Name der Diät), die in der Regel nach 24 bis 72 Stunden (das ist bei jedem anders) auftritt.

Das dürft ihr bei der ketogenen Diät essen

Bei der ketogenen Diät wird der Stoffwechsel komplett von einer Zucker- auf eine überwiegende Fettreiche Ernährung umgestellt. Der Energiebedarf sollte zu 5 Prozent aus Kohlenhydraten, 35 Prozent aus Proteinen und 60 Prozent aus Fetten bestehen.

Tabu während der ketogenen Diät sind kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Brot, Reis, Müsli, Nudeln, Süßigkeiten und Kartoffeln sowie alles, was Zucker enthält (Fertigprodukte, Soßen, Getränke, Alkohol, ...). Auch viele Gemüse und Obstsorten, Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Erbsen, Bohnen, Linsen) und Milch sind verboten. Lediglich Süßstoffe wie Xylitol und Stevia sind erlaubt.

Welche Lebensmittel sind erlaubt?

Fetthaltige Lebensmittel sollten ganz oben auf dem Speiseplan stehen. Dazu zählt vor allem Fisch, etwa Lachs, Thunfisch, Makrelen und Forellen sowie Fleisch (Steak, Schinken, Bacon, Hünchen). Diese Produkte sollten ebenfalls auf dem Teller landen:

  • Avocados
  • Nüsse & Samen (außer Erdnüsse)
  • Eier
  • fetthaltige Milchprodukte wie Käse, Butter und Sahne
  • gesunde Öle (Oliven- und Kokosöl)
  • kohlenhydratarmes Gemüse: Tomaten, Brokkoli, Zucchini, Zwiebeln, Gurke, Salate, Pilze, Blumenkohl

In dem Buch 'Ketogene Ernährung für Einsteiger' von Food Experts findet ihr viele Rezepte und einen Ernährungsplan, der zu der ketogenen Ernährung passen. Jetzt direkt bei Amazon kaufen.

Lebensmittel ohne Kohlenhydrate: Die MÜSSEN alle Low Carb Fans kennen.

Vorteile der ketogenen Ernährung

1. Blutzuckerspiegel wird gesenkt: Die Keto-Diät kann dazu beitragen den Insulinspiegel auf einem niedrigen Niveau zu halten. Dem Hormon Insulin wird auch nachgesagt, dass es Entzündungen im Körper fördern kann, auch hier kann eine ketogene Ernährung von Vorteil sein.

2. Anfänglicher Gewichtsverlust: Durch den Verzicht auf zucker- und kohlenhydratreiche Lebensmittel haben viele das Gefühl abzunehmen, gerade zu Beginn der Umstellung auf die ketogene Ernährung. Das kann zum einen an weniger Wassereinlagerungen liegen, als auch an einem stabileren Blutzuckerspiegel. Mit der Umstellung auf die Keto-Diät, könnt ihr eine richtige Zucker-Detox-Kur starten.

3. Mehr gesunde Fette: Die vielen aufgenommenen Fette liefern schon in geringen Mengen viel Energie und sättigen sehr gut. Gesunde Fette, zum Beispiel von Avocado, Nüssen und Fisch, sind wichtig für unsere Zellen.

Nachteile der ketogenen Ernährung

1. Kompliziert und schwer umzusetzen: Das schwierigste an der Keto-Diät ist, dass man sich an einen strengen Ernährungsplan halten muss. Die Mahlzeiten müssen genau geplant und berechnet werden. Auf einen spontanen Besuch im Restaurant muss man dann verzichten.

2. Zu viele schlechte Fette, zu wenig Ballaststoffe: Die Gefahr, bei dieser fett-basierten Diät eine Menge ungesunde Fette aufzunehmen, ist hoch. Viele Menschen achten zu wenig auf die Lebensmittelqualität und nehmen dadurch die sogenannten schlechten gesättigten Fettsäuren in den Körper auf. Diese sind nicht förderlich für die Gesundheit. Da man auch auf diverse Gemüse verzichtet, die nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Ballaststoffe liefern, kann auch hier ein Mangel auftreten.

3. Nebenwirkungen der Keto-Diät: Je nach vorheriger Ernährung, kann der Entzug der Kohlehydrate auch aufs Gemüt schlagen. Die Stimmung verschlechtert sich und manche Menschen leiden auch unter starken Kopfschmerzen bis hin zu Schwächeanfällen (s.u.).

Für wen eignet sich die Keto bzw. No-Carb Ernährung?

Viel Fett und Eiweiß - das ist nicht für jedermann geeignet. Menschen mit hohem Cholesterinspiegel sollten auf jeden Fall die Finger davon lassen. Auch für Menschen mit Nierenerkrankungen ist diese Diätform nicht geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht extremen Low Carb Diäten zudem skeptisch gegenüber, da die Ergebnisse von Studien bisher keinen eindeutigen Vorteil dieser Art der Ernährung gegenüber anderen Ernährungsweisen bietet.

Für den Körper ist die Umstellung von Kohlenhydraten zu Fetten enorm. Aus diesem Grund kann es vor allem in den ersten Tagen zur sogenannten "Keto-Grippe" kommen. Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfungen und Müdigkeit sind keine Seltenheit. Zudem können die Ketone den Körper übersäuern und Mundgeruch und Sodbrennen verursachen. Der Harnsäurespiegel steigt, und damit auch das Risiko für Gicht oder Nierensteine.

Achtung: Auch wenn die Keto-Diät schnelle Erfolge auf der Waage verspricht, sollte diese Diät auf keinen Fall als dauerhafte Ernährungsform angesehen werden, da sie nicht ausgewogen ist, dem Stoffwechsel schadet und es zu einem Mineralstoff- und Vitaminmangel kommen kann. Die ketogene Diät sollte daher stets unter ärtzlicher Aufsicht durchgeführt werden. Besser als solche Diätformen ist allemal eine ausgewogene und gesunde Ernährung - so bleibt euch auch der allseits gefürchtete Jo-Jo-Effekt erspart.

Das könnte dich auch interessieren:

Lesetipp auf Onmeda.de: Ist ketogene Ernährung gesund?

Abnehmen ohne Kohlenhydrate: Schnelle Rezepte und wichtige Infos.

Ist das lecker! 5 Rezepte fürs Abendessen ohne Kohlenhydrate

Intervallfasten: So klappt Abnehmen ohne Verzicht & Jojo-Effekt

Gesunde Ernährung: Diese 10 Tipps sollten wirklich ALLE kennen

Auch auf gofeminin: Abnehmen mit Erfolg: Die besten Diät-Tipps

Damit die Diät gelingt: Die besten Tipps © gofeminin
von Christina Cascino 74 mal geteilt