Home / Buzz / Aktuelles

Spielende Kinder im Garten: Wie viel Kinderlärm ist erlaubt?

von Katharina Bömken ,
Spielende Kinder im Garten: Wie viel Kinderlärm ist erlaubt?

Wenn Kinder im Garten toben und so richtig Gas geben beim Spielen, kann das schon mal laut werden. Dafür haben allerdings nicht alle Verständnis. Fühlen sich Nachbarn von dem Krach gestört, kann das Probleme geben. Wie viel Lärm ist erlaubt? Gibt es Ruhezeiten, die eingehalten werden müssen? Wir klären auf.

Sind Kinder am Start, verwandelt sich der Garten oftmals in einen Mini-Freizeitpark. Neben einem Klettergerüst mit Rutsche und Schaukel stehen auch Fußballtore oder Trampoline hoch im Kurs. In den Sommermonaten kommt dann meist ein weiteres i-Tüpfelchen hinzu: Wer Platz hat, stellt sich dann noch einen Aufstell-Pool in die letzte freie Ecke. Hauptsache, der Entertainment-Faktor für die lieben Kleinen ist auf einem hohen Level.

Super, wenn die Kinder Spaß haben und sich beschäftigen! Und logisch, dass es jetzt auch mal etwas lauter zugehen kann im Garten – gerade, wenn mehrere Kinder zusammen spielen und toben. Aber Achtung: Machen die Kinder zu viel Krach, und zwar permanent, können sich Nachbarn auch gestört fühlen. Wenn man auf der Sonnenliege keine fünf Minuten entspannen kann, ohne dass nebenan ein Kind fröhlich kreischt, das Trampolin quietscht oder eine Wasserschlacht im Gange ist, reißt der Geduldsfaden schneller als man gucken kann.

Stellt sich also die Frage: Dürfen Kinder im eigenen Garten so viel Lärm machen, wie sie möchten? Müssen Ruhezeiten eingehalten werden. Gibt es dafür Regeln? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Lesetipp: Achtung, Lärmbelästigung: Darf ich im Garten Musik hören?

Dürfen Kinder so laut sein, wie sie wollen?

Wenn drei Kinder auf dem Trampolin hüpfen oder fünf Kinder im Garten fangen spielen, geht das natürlich nicht leise. Wer nebenan wohnt, sich davon gestört fühlt und auf Lärmbelästigung pocht, hat allerdings schlechte Karten. Kinder dürfen sich nämlich austoben und sollen ihrem natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang nachkommen. Dass üblicher Kinderlärm hinzunehmen ist, wird auch von zahlreichen Gerichtsurteilen gestützt.

Anders sieht es hingegen aus, wenn der Lärm wirklich extrem ist, rund um die Uhr stattfindet oder mitunter mutwillig passiert. Zum Beispiel, wenn Kinder den Ball immer wieder extra gegen Gartenzaun oder Hauswand schießen. In diesen Fällen hat Kinderlärm auch Grenzen. Ob es sich letztlich wirklich um eine unzumutbare Belästigung handelt, entscheiden die Gerichte aber von Fall zu Fall. Dabei wird unter anderem genau geschaut, um welche Art von Lärm es sich handelt, wie lange der Krach dauert, zu welcher Tageszeit er stattfindet, wie laut das Ganze wirklich ist und wie alt die Kinder sind.

Im Video: Grillen auf dem Balkon: Was ist erlaubt und was verboten?

Video von Justin Amaral

Gelten die Ruhezeiten auch für Kinderlärm?

Wenn die Nachbarskinder mal wieder alles geben im Garten und der Lärmpegel immer höher und höher steigt, berufen sich viele genervte Anwohner gerne mal auf die sogenannten Ruhezeiten. Schließlich soll in diesem Zeitfenster ja Lärm vermieden bzw. ganz unterlassen werden. Theoretisch eine gute Idee. Das war es dann aber auch schon. Denn "normaler" Kinderlärm gilt nicht als Lärmbelästigung (Bundesimmissionsschutzgesetz, § 22) und somit auch nicht als Ruhestörung.

Übrigens: Die Ruhezeiten sind nicht bundesweit geregelt, sondern werden von den Bundesländern, Gemeinden und den Vermietern (z. B. in der Hausordnung) vorgegeben. In der Regel soll werktags zwischen 22 Uhr und 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztags Lärm, wie Rasenmähen, vermieden werden. In manchen Bundesländern gibt es auch eine Mittagsruhe.

Lies auch: Alltagsfrage: Darf ich sonn- und feiertags Rasen mähen?

NEWS
LETTERS
News, Tipps und Trends... wir haben viele spannende Themen für dich!

Was kann ich gegen Kinderlärm tun?

Entspannt auf der Terrasse sitzen, ein Buch lesen und das Wetter genießen – eigentlich kein Problem, oder? Doch. Jedenfalls, wenn man keine Ruhe hat und sich nachmittags mit der Geräuschkulisse aus dem Nachbargarten arrangieren muss. Da kochen die Emotionen schnell mal hoch und es kann zu einem bitteren Streit unter Nachbarn kommen, der im schlimmsten Fall sogar vor Gericht landet. Soweit sollte oder muss es aber eigentlich gar nicht kommen.

Wenn der Kinderlärm nervt, sollte man nicht meckern und stänkern, sondern erstmal versuchen, ruhig zu bleiben und das Gespräch mit den Eltern suchen. Höchstwahrscheinlich ist den meisten gar nicht bewusst, dass ihre spielenden Kinder für andere eine Lärmbelästigung darstellen. Im besten Fall findet man eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist. Zum Beispiel könnte man versuchen, Ruhezeiten zu definieren. Das erfordert natürlich Verständnis und Kompromissbereitschaft beider Parteien, führt aber letztlich dazu, dass das Zusammenleben weitestgehend harmonisch und friedlich bleibt.