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Wegen Corona: Kommt bald die Vier-Tage-Woche?

von Anna Haacks Erstellt am 21. August 2020
Wegen Corona: Kommt bald die Vier-Tage-Woche?© Getty Images

Die Corona-Pandemie bringt verheerende wirtschaftliche Folgen mit sich. Nun fordern Gewerkschaften und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Vier-Tage-Woche. Ist dieser Vorschlag eine geeignete Lösung, um Arbeitsplätze zu sichern?

Video von Esther Pistorius

Gewerkschaften kämpfen immer für die Belange von Arbeitnehmern und bemühen sich darum, Jobs zu erhalten. In der aktuellen Zeit ist das besonders wichtig. Die IG-Metall fordert daher nun die Vier-Tage-Woche, um Arbeitnehmer in der Corona-Krise zu untersützen.

Die Forderung der IG-Metall richtet sich vor allem an Arbeitnehmer der besonders stark gebeutelten Metall-und Elektroindustrie. Arbeitsminister Hubertus Heil hält diesen Vorschlag für sinnvoll: "Reduzierte Arbeitszeit bei teilweisem Lohnausgleich kann eine geeignete Maßnahme sein, wenn sich die Sozialpartner darauf verständigen", sagte der Arbeitsminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Was bedeutet eine Vier-Tage-Woche

Eine Vier-Tage-Woche bedeutet 30 Stunden Arbeit pro Woche als neue Vollzeitnorm. Ein teilweiser Lohnausgleich würde bedeuteten, dass Arbeitnehmer zumindest teilweise einen finanziellen Ausgleich bekommen. Das funktioniert über einen höheren Stundenlohn.

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Für den ersten Vorsitzenden Jörg Hoffmann gibt es triftige Gründe für die Forderung einer Vier-Tage-Woche: „Die Vier-Tage-Woche wäre die Antwort auf den Strukturwandel in Branchen wie der Autoindustrie. Damit lassen sich Industriejobs halten, statt sie abzuschreiben“, so Hofmann. Das ginge jedoch nur mit "einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten, damit es sich die Mitarbeiter leisten können".

Das Meinungsforschunsginstitut YouGov hat am 17. August 1640 Personen befragt, wie diese zu einer Vier-Tage-Woche stehen: "Dabei soll es bei der Lohnanpassung einen gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten geben, damit die finanziellen Einbußen für die Beschäftigten reduziert werden. Befürworten Sie einen solchen Vorschlag oder lehnen Sie ihn ab?", so heißt es in der Fragestellung von YouGov.

Die Vier-Tage-Woche wird heiß diskutiert

In der Bevölkerung trifft die Vier-Tage-Woche überwiegend auf Zustimmung. Laut YouGov sind 61% der Deutschen offen für diesen Vorschlag. Denn für viele Arbeitnehmer wäre eine 30-Stunden-Woche die Lösung für viele Probleme im Alltag, mit denen gerade Familien konfrontiert werden.

Der Anteil der Frauen, die den Vorschlag befürworten ist mit 65% etwas höher als der Anteil der Männer (58%). Eine Vier-Tage-Woche wäre auch für viele Mamas eine Erleichterung. Immernoch wechseln wesentlich mehr Frauen als Männer auf eine Teilzeitstelle, sobald sie Nachwuchs bekommen.

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Aus politischer Sicht befürworten besonders Parteiwähler der Grünen eine Vier-Tage-Woche mit 71%. Ähnlich sieht es bei Anhängern der SPD aus mit 68% Befürwortern. Bei der Linken unterstützen 63% den Vorschlag und sowohl die Anhänger der FDP als auch die der Union stehen mit 61% hinter einer Vier-Tage-Woche. Die Wähler der AFD haben mit 53% den geringsten Anteil der Befürworter.

In jedem Fall bleibt die Einführung einer Vier-Tage-Woche eine spannende Diskussion, die uns noch längere Zeit beschäftigen wird.