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Montags arbeiten: Warum es so schwerfällt & was hilft

von Inga Back Erstellt am 22. Juni 2020
Montags arbeiten: Warum es so schwerfällt & was hilft© Getty Images

Montagsfrust ist ein weit verbreitetes Phänomen. Dabei ist das gar nicht so harmlos. Erfahrt hier, warum montags arbeiten so schwerfällt und was dann hilft.

Für viele ist der Montag ein absoluter Problemtag. Der Gedanke montags zu arbeiten stresst einige sogar schon am Sonntag. Montagfrüh sind sie dann müde, lustlos und antriebslos – jede Woche aufs Neue. Der ganze Montag-Hate hat sich inzwischen zum gesellschaftlichen Phänomen entwickelt. Das Problem dabei: Dadurch normalisieren wir das Problem.

Wer sich jeden Montag scheut zur Arbeit zu gehen, hat möglicherweise ein echtes Problem mit seiner Arbeit und nicht bloß harmlosen Montagsfrust. Wer seine Arbeit liebt, startet montags motiviert in die Woche (zumindest die meisten Montage). Wenn dem nicht so ist, muss sich dringend etwas ändern, damit der Montagsfrust nicht in eine allgemeine Verstimmung umschlägt. Das Leben ist zu kurz, um montags deprimiert zu sein. Darum folgen nun fünf Maßnahmen, die gegen Montagsfrust helfen.

1. Finde das Problem beim montags Arbeiten

Ab und zu hat jeder mal einen Montag, an dem er lieber im Bett bleiben würde. Wenn du jedoch jeden Montag aufs Neue von negativen Gefühlen überwältigt wirst, liegt etwas im Argen. Die Arbeit ist etwas, das sich für die meisten Menschen nicht vermeiden lässt, demnach sollte es auch eine Zeit sein, in der du dich mehrheitlich gut fühlst. Sonst drohen im schlimmsten Fall Erkrankungen als Folge.

Wenn für dich jeder Montag eine Herausforderung ist, musst du also dringend herausfinden, woran das liegt. Manchmal ist es ein relativ neues Problem, wenn zum Beispiel ein Konflikt mit einem Kollegen dich belastet. Unterschätze nicht, wie massiv sich auch nur ein blöder Kollege auf deine gesamte Zufriedenheit mit der Arbeit auswirken kann.

In anderen Fällen schleicht es sich langsam ein, dass montags zu arbeiten zunehmend unangenehmer wird. Langeweile im Job kann eine Ursache dafür sein. Es mag wie ein Luxus-Problem erscheinen, aber ständige Unterforderung kann sogar psychisch zur Belastung werden. Inzwischen gibt es sogar einen eigenen Begriff dafür: Boreout-Sydrom. Dieses wird als Gegenstück des Burnout-Syndroms diskutiert.

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Manchmal steckt man aber auch einfach im falschen Job. Wenn die Kollegen super sind, du gefordert und gefördert wirst, aber du trotzdem jeden Sonntagabend den nächsten Tag fürchtest, bist du vielleicht grundsätzlich im falschen Job.

Was es auch ist: Nimm dir Stift und Papier in die Hand und schreibe alles auf, was dich gerade auf der Arbeit belastet. Nach einer Zeit dürfte sich ein Muster abzeichnen. Dann kannst du aktiv nach Lösungen für deine Probleme suchen. Alleine diese Selbstwirksamkeit kann dir bereits helfen. Wenn sich dann auch noch einige deiner Probleme beheben lassen, umso besser.

Tipp: Nicht alle von uns haben Chefs, mit denen man reden kann. Der eine oder andere dürfte seinen Chef vielleicht sogar als Teil des Problems identifiziert haben, aber manchmal lohnt es sich, deinen Chef oder deine Chefin in die Problemlösung mit einzubeziehen. Einen Konflikt mit einem Kollegen kannst du vielleicht noch selber klären, aber wenn dein Problem Über- oder Unterforderung ist, muss sich etwas an deiner Arbeitslast ändern. Dein Chef ist die Person, die das in der Hand hat.

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2. Montags arbeiten: Nichts überstürzen

Ob es nun ein schlimmer Fall ist, an dem du jeden Montag gar nicht arbeiten möchtest, oder du nur ab und zu montags lieber ausschlafen würdest: Es hilft, den Montag nicht zu überladen. Wenn du weißt, dass am Montag ganz viele unangenehme Aufgaben auf dich warten, provozierst du Montagsfrust.

Montags landen meistens sowieso schon viele Projekte auf deinem Tisch. Dazu kommen die ganzen Mails, die sich am Wochenende aufgestaut haben. Außerdem gibt es auch Kollegen, die montags kein Motivationsloch haben, sondern hochmotiviert in die Woche starten und munter lustig Meetings einstellen. Mach es dir nicht schwieriger, als es sein muss und schiebe große Aufgaben, die dich auch im Normalfall schon Überwindung kosten würden, lieber auf einen anderen Wochentag.

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3. Belohn dich fürs montags arbeiten

Vorfreude ist das beste Mittel gegen den Montagsfrust. Wenn es etwas gäbe, auf das du dich montags freust, dann würdest du auch gerne zur Arbeit kommen. Damit du montags wieder gerne arbeitest, musst du also etwas organisieren, auf das du dich freuen kannst. Irgendetwas, das dich motiviert!

Biete an, eine Aufgabe zu übernehmen, auf die du schon immer Lust, aber für die du nie Zeit hattest. Plane bewusst die To-dos für den Tag ein, die du gerne machst, oder überleg dir ein neues Projekt, das dir richtig Spaß machen würde und pitche es deinen Vorgesetzen.

Alternativ kannst du dir auch die Zeit neben der Arbeit besonders schön machen. Bring einen Kuchen mit ins Büro, geh mit Kollegen etwas trinken oder verabrede dich, um nach der Arbeit etwas zu tun, was dir richtig Spaß macht. In den USA kennt man dies bereits als "Monday Night Reward" (Montagabend-Belohnung). Dabei belohnst du dich also am Abend dafür, dass du den Tag durchgehalten hast.

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4. Setze dir jeden Montagmorgen Ziele

Es gibt viele Menschen, die montags gerne arbeiten. Sie freuen sich sogar auf Montage, weil sie dann voll erholt und motiviert in eine neue Woche starten können. Für diese Menschen ist Montag oft der produktivste Tag der Woche. Das einzige, was diese Menschen anders machen, ist, wie sie über ihre Arbeit denken. Ist deine Arbeit nur ein Job, für den du bezahlt wirst, oder ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu deinem Ziel? In welche Richtung du denkst, entscheidet oft darüber, wie du dich montagmorgens fühlst.

Wenn du Montage wieder lieben lernen willst, nimm dir montagmorgens ein bisschen Zeit, und überlege, wie du deine Woche so gestalten kannst, dass es zu deinen Werten und Langzeitplänen passt. Du kannst ein neues Projekt übernehmen, durch das du neue Fähigkeiten lernst. Du kannst eine Aufgabe abschließen, die eine große Auswirkung auf deine Arbeit hat. Du kannst dich dafür einsetzen, dass sich etwas in eurem Unternehmen verändert. Du kannst einem Kollegen oder einer Kollegin helfen, oder zu einem Networking-Event gehen und neue Menschen kennenlernen. Du hast viele Möglichkeiten, wenn du dir nur mal die Zeit nimmst, um sie bewusst durchzugehen und einzuplanen.

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5. Halte dich von negativen Kollegen fern

Es reicht bereits ein Kollege, der vom Montagsfrust betroffen ist, um die ganze Abteilung anzustecken. In unserer Gesellschaft scheint tief verankert zu sein, dass Montage blöd sind. Lass dich nicht in diesen Strudel reinziehen. Wenn du nur oft genug hörst, wie schwer es fällt montags zu arbeiten, glaubst du irgendwann auch, dass es in deinem Fall so ist.

Fokussiere dich stattdessen darauf, was an deiner Arbeit super ist. Alleine die Tatsache, dass du montags arbeitest ist bereits positiv, denn das bedeutet, dass du eine Arbeit hast. Viele Menschen wünschten, sie wären in deiner Lage. Dann hast du vielleicht ein paar liebe Kollegen, mit denen das Arbeiten Spaß macht, oder eine Firma, deren Werte du teilst. Vermutlich hattest du auch eine Wahl und hast dir diese Arbeit ausgesucht. Das bedeutet, du kannst dich auch wieder umentscheiden, wenn es dir nicht mehr gefällt.

Versuch dich auf das zu konzentrieren, was dir gefällt und der nächste Montag ist schon wieder halb so schlimm.