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Milchpumpen im Test: Welche Art eignet sich für dich?

von Anne Walkowiak Erstellt am 19. August 2020
Milchpumpen im Test: Welche Art eignet sich für dich?© Getty Images

Stillen ist super praktisch und, hat man den Bogen raus, auch einfach. Aber was, wenn Mama mal weg will oder in ihren Job zurück? Milch abpumpen ist hier die Lösung. Aber mit welcher Milchpumpe? Wir zeigen euch drei Modelle.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Muttermilch die beste Ernährung für Babys in den ersten sechs Lebensmonaten und auch darüber hinaus. Denn Muttermilch enthält alle Nährstoffe, die ein Baby braucht, sie schützt vor Krankheiten und stärkt das Immunsystem.

Nun sind sechs Monate (oder mehr) eine ziemlich lange Zeit, die vor allem Mamas in ihrer Freiheit einschränkt – wenn man das so drastisch formulieren mag. Denn abends einfach mal ausgehen, früher in den Job zurückkehren oder gar ohne Baby verreisen, ist recht schwierig, wenn man sein Kind weiterhin mit Muttermilch versorgen möchte.

Ein bisschen Freiheit für Mama bieten Milchpumpen, mit deren Hilfe man Milch auf Vorrat abpumpen kann. Die Modelle reichen von der einfachen Handmilchpumpe über eine vollelektrische Milchpumpe bis hin zu einer neuen, kabellosen Elektro-Pumpe.

Lesetipp: Muttermilch abpumpen und aufbewahren: So geht's richtig!

Wir haben unsere Erfahrungen beim Abpumpen mit verschiedenen Modellen für euch gesammelt. Für welche Mama sich welche Pumpe eignet, das wollen wir klären.

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Video von Jutta Eliks

Günstig, flexibel, aber anstrengend: die Handmilchpumpe

Wer nur hin und wieder Milch abpumpen möchte, muss nicht in eine (teure) elektrische Milchpumpe investieren. Eine einfache Handmilchpumpe reicht zu diesem Zweck völlig aus. Die meisten Handmilchpumpen kosten, unabhängig von der Marke, zwischen 20–30 Euro.

Wir haben sowohl die Handmilchpumpe von Lansinoh (hier bei Amazon bestellen*) als auch die Handmilchpumpe von Philips Avent (hier bei Amazon bestellen*) getestet.

Im Aufbau und der Benutzung sind sich beide Pumpen sehr ähnlich. Sie bestehen aus wenigen Teilen, die sich einfach zusammen- und auseinanderbauen lassen. Ein großer Vorteil, denn nach jeder Anwendung sollten alle Teile gereinigt und sterilisiert werden. Das geht hier ganz einfach in einem Topf mit kochendem Wasser oder einem Mikrowellen-Sterilisator.

Nachteil der Handmilchpumpen: Es ist recht anstrengend, eine angemessene Menge Milch abzupumpen. Außerdem werden Brust und Brustwarze recht stark strapaziert.

Tipp: Bereitet eure Brust auf das Milch Abpumpen vor. Eine leichte Massage und/oder ein warmer Wickel helfen dabei, die Milchkanäle zu weiten und zu öffnen. Dann fließt die Milch besser.

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Weniger Aufwand, sehr ergiebig, aber wenig Flexibilität: die elektrische Milchpumpe

Frauen, die gerne größere Mengen Milch abpumpen möchten, weil sie beispielsweise früher in ihren Job zurückkehren wollen, oder Frauen, bei denen das Stillen aus verschiedenen Gründen nicht klappen will, empfehlen wir die elektrische Milchpumpe.

Die kann man sich auf eigene Kosten kaufen (kleine, einfache Geräte gibt es ab 30 Euro aufwärts) oder in der Apotheke gegen eine Gebühr ausleihen (die Leihgebühr liegt in der Regel zwischen 1,50–3,00 Euro pro Tag).

Besteht jedoch eine Notwendigkeit, Milch abzupumpen, solltet ihr mit eurer Hebamme, eurem Frauenarzt oder dem Kinderarzt darüber sprechen. In einem solchen Fall könnt ihr euch nämlich die elektrische Milchpumpe auf Rezept verschreiben lassen. Dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Ihr müsst lediglich eine Kaution hinterlegen, die ihr selbstverständlich wiederbekommt, wenn ihr die Pumpe zurück bringt.

Getestet haben wir die elektrische Milchpumpe von Medela Symphony, ausgeliehen in einer Apotheke. Das Zusammen- und Auseinanderbauen der Pumpe braucht nicht viel Übung. Die Anwendung hingegen schon. Man sollte also nicht einfach draufloslegen, sondern die Gebrauchsanweisung in Ruhe lesen.

Das Abpumpen ist mit einer elektrischen Pumpe effektiv und schnell. Der Abpump-Druck lässt sich leicht regulieren. Die Brust und Brustwarzen werden weniger beansprucht als bei einer Handmilchpumpe. Nach 15 Minuten Abpumpen stoppt sie automatisch.

Nachteil der elektrischen Pumpe: Betrieben mit Strom und Motor macht die Pumpe recht viel Lärm. Durch ihre Größe eignet sie sich auch nicht zum Reisen. Jedoch gibt es mittlerweile auch reisefreundliche Größen (hier bei Amazon finden*).

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Ein wenig komplizierter ist die Reinigung der elektrischen Pumpe im Vergleich zu einer einfachen Handpumpe. Vor allem die Schläuche, über die die Milch transportiert wird, erweisen sich hier als tricky. Sie müssen zum einen ausgewaschen und sterilisiert werden (in kochendem Wasser. Besonders wichtig ist es aber, dass keine Restfeuchte im Schlauch verbleibt.

Hoher Tragekomfort, große Flexibilität, aber hohe Kosten: die kabellose Elektro-Milchpumpe

Ganz neu auf dem Milchpumpenmarkt ist jetzt eine elektrische Pumpe, die verspricht, besonders leise und zudem so klein und unauffällig zu sein, dass man sie während des Einkaufens oder einfach bei der Arbeit tragen kann.

Wir haben die Elvie Pump (hier bei Amazon ansehen)* für euch getestet und das Pump-Ergebnis ist positiv. Sie ist so leise wie angekündigt und sehr angehem zu tragen. Das Abpumpen fühlt sich so ähnlich an, wie beim richtigen Stillen, und Brust und Brustwarzen werden nicht übermäßig strapaziert.

Lesetipp: Wie lange sollte man stillen? 5 Antworten auf die wichtigsten Stillfragen

Ganz so unauffällig wie sie sein soll ist die Elvie Pump allerdings nicht. Vor allem dann nicht, wenn man sie nur auf einer Seite trägt. Dennoch lässt sie sich im Büro einfacher, schneller und unauffälliger nutzen als eine Hand- oder herkömmliche Elektro-Milchpumpe. Man hat während des Abpumpens die Hände frei und kann sich getrost anderen Sachen widmen.

Nachteil der Elvie Pump: Mit einem Preis von rund 300 Euro für die Einzelpumpe und 559 Euro für die Doppelpumpe ist sie nicht gerade billig. Aber für stillende, arbeitende Mütter oder Mehrfach-Mütter mit wenig Zeit ist sie auf jeden Fall eine Überlegung wert.

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