Home / Job & Geld / Erfolg & Finanzen

Job & Geld

Homeoffice-Pauschale: Das gibt es bei der Steuererklärung zu beachten

von Christina Cascino Erstellt am 18. März 2021

Wer 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie im Homeoffice arbeitet, kann bei der Steuererklärung eine Pauschale geltend machen. Fünf Euro gibt es pro Tag, maximal aber 600 Euro im Jahr. Was Betroffene beachten müssen und für wen sich die Pauschale lohnt, erfahrt ihr hier.

Viele Menschen arbeiten seit dem Ausbruch des Coronavirus im Homeoffice und haben dadurch meist höhere Strom-, Heiz- oder Wasserkosten. Um Betroffene von den zusätzlichen Kosten zu entlasten, hat der Bundestag mit dem Jahreswechsel die sogenannte Homeoffice-Pauschale beschlossen.

Wer im Homeoffice arbeitet, kann somit für jeden Tag fünf Euro, maximal aber 600 Euro pro Kalenderjahr von der Steuer absetzen. Voraussetzung: Die berufliche Tätigkeit wurde tatsächlich den ganzen Tag von zu Hause ausgeübt. Und: Die Homeoffice-Pauschale und die Pendlerpauschale kann nicht parallel angesetzt werden.

Was es bei der Steuererklärung zu beachten gibt und für wen sich die neue Pauschale wirklich lohnt, erfahrt ihr hier.

Was ist die Homeoffice-Pauschale und wie hoch ist sie?

Viele Arbeitnehmer wurden mit Ausbruch des Coronavirus ins Homeoffice geschickt und arbeiten seitdem teilweise oder in Vollzeit von zu Hause aus. Die neue Homeoffice-Pauschale (§ 4 (5) Nr. 6 b S. 4 EStG, § 9 (5) EStG) soll Arbeitnehmer bei den Kosten, die durch die beruflich veranlasste Nutzung der häuslichen Wohnung entstehen, unterstützen.

Pro Homeoffice-Tag kann man fünf Euro geltend machen, maximal 600 Euro pro Jahr. Das entspricht 120 Homeoffice-Tagen. Auch wer mehr Tage in den eigenen vier Wänden gearbeitet hat, darf nicht mehr als den maximalen Betrag von 600 Euro absetzen.

Um die Pauschale von der Steuer abzusetzen, ist es nicht relevant, ob man freiwillig oder verpflichtend im Homeoffice arbeitet. Wichtig ist lediglich, dass man tatsächlich den ganzen Tag von Zuhause tätig war. Denn: Wird die häusliche Wohnung aus beruflichen Gründen verlassen wird, selbst wenn es nur ein kurzer Besuch im Büro oder zu einem Termin ist, um Arbeitsmaterialien abzuholen, entfällt die Tagespauschale von fünf Euro für diesen Tag.

Übrigens: Auch Selbstständige, Freiberufler, Studierende und Auszubildende sowie Arbeitnehmer in Teilzeit können die Pauschale in der Steuererklärung absetzen, wenn sie ausschließlich von zu Hause gearbeitet bzw. am Unterricht oder an Vorlesungen teilgenommen wurde. Voraussetzung bei Studierenden und Auszubildenden ist, dass es sich bei der Bildungseinrichtung um die erste Tätigkeitsstätte handelt. Selbstständige, Gewerbetreibende und Freiberufler können die Pauschale als Betriebsausgaben geltend machen.

Lies auch

Auch lesen: Das solltet ihr beim Homeoffice (mit Kindern) beachten

Homeoffice-Pauschale ist Bestandteil der Werbungskostenpauschale

Die Homeoffice-Pauschale ist Bestandteil der Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschbetrag) von 1.000 Euro. Diese Werbungskostenpauschale rechnet das Finanzamt automatisch jedem Arbeitnehmer an, sodass für diese Summe keine Einkommensteuer gezahlt werden muss.

Für die Homeoffice-Pauschale bedeutet das: Wer außer der Homeoffice-Pauschale von 600 Euro keine weiteren Werbungskosten hat und somit nicht über die 1.000 Euro kommt, erzielt keinerlei Steuerersparnis. Erst wenn die Werbungskosten von 1.000 Euro überschritten werden, z.B. für Büromaterial, Laptop, Arbeitstisch, Bürostuhl etc. wirkt sich dies steuermindernd aus.

Homeoffice-Pauschale: Auch ohne häusliches Arbeitszimmer möglich?

Bisher war ein abgegrenztes Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden notwendig, um die Heimarbeit von der Steuer abzusetzen. Mit der neuen Homeoffice-Pauschale ist ein häusliches Arbeitszimmer nicht mehr zwingend notwendig. Heißt: Auch wenn ihr am Küchentisch oder an einem provisorisch aufgestellten Schreibtisch im Wohnzimmer arbeitet, könnt ihr die Pauschale in der Steuererklärung berücksichtigen.

Ihr verfügt über ein separates Arbeitszimmer? Dann könnt ihr dies nach wie vor bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 Euro pro Jahr geltend machen. Müsst aber auch gleichzeitig auf die Homeoffice-Pauschale verzichten. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um ein Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen:

  • Das Arbeitszimmer muss sich im Haus oder der Wohnung befinden.
  • Das Zimmer darf höchstens zu 10 Prozent privat genutzt werden.
  • Der Arbeitgeber muss das Homeoffice angeordnet haben.

Lesetipp: Stylische Ideen für einen praktischen Arbeitsplatz

Wo trage ich die Homeoffice-Pauschale in der Steuererklärung ein?

Die Homeoffice-Pauschale kann für die Steuererklärung für 2020 und 2021 berücksichtig werden. In der Steuererklärung selbst wird die Pauschale in der Anlage N in Zeile 47 und 48 bei den Werbungskosten eingetragen.

Das Finanzamt verlangt für die Heimarbeit nicht zwingend Nachweise. Dennoch ist zu empfehlen, sich das Homeoffice vom Arbeitgeber bescheinigen zu lassen.

Homeoffice-Pauschale & Entfernungspauschale: Das gibt es zu beachten

Für die Einkommensteuererklärung ist zu beachten, dass die Entfernungspauschale (30 Cent je Kilometer für den einfachen Weg) und die Homeoffice-Pauschale nicht parallel angesetzt werden dürfen. Schließlich kann man nicht am selben Tag zu Hause gearbeitet und gleichzeitig ins Büro gefahren sein.

Für alle, die einen langen Arbeitsweg haben, könnte sich die Homeoffice-Pauschale negativ auswirken.

Beispiel: 220 Arbeitstage pro Jahr und ein Arbeitsweg von 17 Kilometer ergeben mit der Pendlerpauschale in Höhe von 30 Cent pro Kilometer 1.122 Euro. Da bei der Homeoffice-Pauschale maximal 600 Euro berücksichtigt werden – auch bei mehr als 120 Homeoffice-Tagen – bekommt ein Arbeitnehmer mit der Homeoffice-Pauschale 522 Euro weniger als mit der Entfernungspauschale.

Lest auch: Mit diesen Tricks kannst du deine Nebenkosten senken

Für wen lohnt sich die Homeoffice-Pauschale?

Ob sich die neue Homeoffice-Pauschale lohnt oder nicht, hängt immer vom Einzelfall und verschiedenen Faktoren ab. Da die Pauschale in die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro eingerechnet wird, profitieren nur Steuerzahler von ihr, die pro Kalenderjahr inklusive der neuen Pauschale auf über 1.000 Euro kommen. Habt ihr für die Heimarbeit einen neuen Laptop, PC oder Bürostuhl gekauft, dann sollte die 1.000 Euro-Marke schnell erreicht sein.

Zudem ist die Länge des Arbeitsweges dabei entscheidend, ob sich die Pauschale nun lohnt oder nicht. Wer einen langen Arbeitsweg hat, hat von der Pauschale meist recht wenig. Denn die Pauschale von fünf Euro pro Tag ersetzt den Pendlerpauschbetrag nicht vollständig, andererseits sind im Homeoffice natürlich auch keine Fahrtkosten entstanden.

Für eure Steuererklärung gilt: Rechnet die Pendler- und die Homeoffice-Pauschale genau nach. Beachtet allerdings auch, dass in der Steuererklärung nur das angegeben werden darf, was auch der Realität entspricht.