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Laut Arbeitgeber: Das solltet ihr beim Homeoffice (mit Kindern) beachten

von Anne Walkowiak Erstellt am 8. Februar 2021
Laut Arbeitgeber: Das solltet ihr beim Homeoffice (mit Kindern) beachten© Getty Images

Die Corona-Krise hat uns bis heute viel abverlangt – privat, vor allem aber beruflich. Denn arbeiten von zu Hause (falls möglich) kann zwar bequem sein, ist aber oft tricky. Besonders, wenn auch die Kinder zu Hause sind.

Mütter sind die großen Verlierer der Corona-Krise. Das haben Studien und Umfragen gezeigt. Mit der Schließung von Kitas und Schulen über Monate hinweg sind es vor allem Frauen, die die Kinderbetreuung übernommen haben und das unabhängig davon, wie viel sie (vorher) gearbeitet haben. Mit der Corona-Krise sind Frauen zurück in alte Rollenbilder gedrängt worden.

Denn was immer noch selten klappt, ist die Vereinbarkeit von Job und Familie. Das ist für betroffene Frauen alles andere als ideal. Aber auch für Arbeitgeber kann es zum Problem werden. Denn wenn wertvolle Arbeitskräfte ausfallen, müssen schnell Lösungen her. Viele Firmen haben deshalb aufs Homeoffice gesetzt. Wer immer es ermöglichen kann, schickt seine Mitarbeiter nach Hause.

Lesetipp: Homeoffice mit Kind(ern): So wird es effizient

Homeoffice ist selbstverständlich ein großer Luxus. Und gleichzeitig eine Herausforderung für die Mitarbeiter und das Unternehmen. Damit das Homeoffice für beide Seiten zufriedenstellend ist, ist eines ganz wichtig: die Kommunikation. Genau deshalb haben wir mal mit unserer Chefin, Geschäftsführerin der gofeminin.de GmbH, Tatjana Biallas, zum Thema Homeoffice gesprochen.

Wenn jemand weiß, welche Voraussetzungen und Gegebenheiten für Unternehmen und Mitarbeiter im Homeoffice unerlässlich sind, dann ja wohl sie.

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Die größte Hürde des Homeoffice

Das A und O im Homeoffice, so Tatjana, ist ganz klar das Vertrauen in beide Richtungen. Arbeitgeber und Mitarbeiter müssen offen und deutlich über Ziele und Erwartungen sprechen. Denn nur so könne garantiert werden, dass später niemand enttäuscht wird.

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Dabei sei aber gerade die direkte und vor allem schnelle Kommunikation eine der größten Hürden im Homeoffice. "Der schnelle Austausch über den Schreibtisch findet einfach nicht mehr statt. Man muss gegebenenfalls auf Antworten warten", so Tatjana. Auch der Austausch zu Ideen oder schnellen Meetings funktioniere nur bedingt über Videocalls. Darauf müssen sich sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber einstellen.

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In der aktuellen Situation, in der viele Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, ist deshalb nicht nur das Vertrauen für beide Seiten super wichtig, sondern auch gegenseitiges Verständnis.

Flexibilität ist unerlässlich

Flexibilität bei den Arbeitszeiten ist ein gutes Mittel, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können, so Tatjana. "Nicht alles muss zwischen 9–18 Uhr abgewickelt werden." Den Job zu 100 Prozent erfüllen zu können und gleichzeitig die Kinder zu betreuen oder zu unterrichten, ist nicht möglich.

Flexibel sein sollten Arbeitgeber Tatjanas Ansicht nach außerdem beim Thema Urlaub. Es sollte möglich sein, auch mal spontan Urlaub einzureichen und genehmigt zu bekommen.

Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht flexibel reagiert?

Hier gibt es kein Patentrezept. Eltern müssen sich entweder selbst so organisieren, dass weder Kinder noch Arbeit darunter leiden, oder sie müssen sich in der Konsequenz beruflich neu orientieren. Bevor jemand aber seinen Job kündigt, sollte immer das Gespräch zum Arbeitgeber gesucht werden.

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Familienfreundliche Unternehmen

(Home-)Office und Familie kann funktionieren, wenn beide Seiten genau wissen, worauf sie sich einlassen.
"Ich würde immer empfehlen, das Thema direkt beim ersten Gespräch mit dem potentiellen Arbeitgeber anzubringen", so Tatjana.

Wer von Anfang an mit offenen Karten spielt, egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, der muss nicht mit bösen Überraschungen rechnen.

Tipp: Auf superheldin.io, einer familienfreundlichen Jobbörse, können Mamas ganz gezielt nach Arbeitgebern suchen, für die Flexibilität und Homeoffice dazugehören. "Superheldin setzt sich dafür ein, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Muttersein nicht nur gesellschaftlich anerkannt, sondern schon in einer sehr nahen Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein wird", so superheldin-Gründerin Sandra Westermann im Gespräch.

Das Ziel der Gründerin ist es unter anderem, daran mitzuwirken, dass flexiblere Arbeitszeiten für hochqualifizierte Mütter von deren Arbeitgebern als Vor- und nicht als Nachteil gesehen werden.

Im Video: "Stärken und Schwächen": Die perfekte Antwort auf den Jobinterview-Klassiker

Video von Sarah Glaubach
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Was macht Homeoffice aus Sicht eines Arbeitgebers erfolgreich?

Für Tatjana steht fest, dass der Austausch zwischen Mitarbeitern, Teamlead und Chefetage laufen muss. Es sei wichtig, dass man nicht bis zum letzten Moment wartet, wenn es irgendwo brennt oder eng wird. Jeder sollte so früh wie möglich mit Kollegen und Vorgesetzen sprechen (können).

Hier kommen weitere Arbeitgeber-Tipps, damit das Arbeiten im Homeoffice noch besser klappt:

  • Proaktiv die Teamleitung über Ergebnisse informieren (man bekommt fast nur negative Updates und zu wenig positive Updates)
  • Proaktiv in den Austausch mit Kollegen gehen und Informationen teilen (inkl. Ideen, wie man gemeinsam online social sein kann)
  • An Online-Team-Events teilnehmen und aktiv Fragen stellen
  • Proaktiv Ideen teilen und Kollegen zu Themen anregen