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Laut Studie: Frauen behandeln Schmerzen meist selbst, statt zum Arzt zu gehen

von Karuna Nestler ,
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Wer Schmerzen hat, geht zum Arzt - eigentlich ganz logisch, oder? Blöd nur, wenn Betroffene das Gefühl haben, dass die Beschwerden nicht ernst genommen werden. Vor allem Frauen leiden oft unter der sogenannten Gender Pain Gap. Wir erklären, was dahintersteckt.

In der Medizin orientieren sich noch immer viele Therapieformen und Arzneimittel vornehmlich am männlichen Gesundheitsempfinden. Doch da sich manche Krankheiten bei Frauen anders äußern als bei Männern, werden die Symptome häufig falsch behandelt.

Eine neue Studie hat sich mit dieser Lücke in der Medizin, auch Gender Pain Gap genannt, beschäftigt und zeigt auf, welche fatalen Folgen dieses Ungleichgewicht hat: Da sich Frauen seltener in ihren Schmerzen erst genommen fühlen, suchen sie bei Beschwerden manchmal gar nicht erst eine*n Arzt*in auf.

Lesetipp: Gender Health Gap: Frauen werden in der Medizin benachteiligt

Was ist die Gender Pain Gap?

Die Gender Pain Gap bezeichnet das Phänomen, dass Schmerzen von Frauen seltener ernst genommen und deshalb weniger und schlechter untersucht sowie behandelt werden. In den letzten Jahren wurden zur unterschiedlichen medizinischen Behandlung von Frauen und Männer immer mehr Studien durchgeführt.

So wurde zum Beispiel schon festgestellt, dass Frauen häufiger an einem Herzinfarkt sterben als Männer - und das, obwohl Frauen seltener daran erkranken. Der Grund für die hohe Sterblichkeitsrate: Die Symptome eines Herzinfarktes sind bei Frauen anders, als bei Männern. Die typischen Brustschmerzen bleiben meist aus, dafür können Bauch- oder Rückenschmerzen auftreten - und wenn diese auch nur als solche behandelt werden, kann das lebensbedrohlich werden.

Lesetipp: Endometriose: Krankheit bleibt lange unerkannt

Um auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen, teilen auf TikTok Millionen von Frauen unter dem Hashtag #medicalmisogyny (zu Deutsch: medizinische Frauenfeindlichkeit) ihre Erlebnisse.

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Selfcare statt medizinische Hilfe?

Eine Studie des britischen Schmerzmittelherstellers Nurofen, bei der 5.100 britische Männer und Frauen befragt wurden, hat jetzt herausgefunden, dass die Gender Pain Gap dafür sorgt, dass Frauen bei körperlichen Schmerzen seltener zum Arzt oder zur Ärztin gehen.

Der Grund: Die Hälfte der befragten Frauen gab an, das Gefühl zu haben, ihre Schmerzen würden ignoriert oder abgetan werden. Bei den befragten Männern waren es 36 %, die das Gefühl hatten, nicht ernst genommen zu werden.

Statt also eine*n Arzt*in aufzusuchen, um die Ursache ihrer Beschwerden herauszufinden, greifen der Studie nach 62 % der Frauen auf frei verkäufliche Medikamente aus der Apotheke zurück, 30 % suchen im Internet nach Hilfe oder wenden Hausmittel an, von denen sie das Gefühl haben, dass sie ihnen guttun. Nur 28 % der befragten Frauen gaben an, bei starken Schmerzen ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin aufzusuchen.

Auch lesen: Warum vor allem Frauen unter Mental Load leiden und was dagegen hilft

Was kannst du tun, wenn du vom Arzt nicht ernst genommen wirst?

Wir können nur betonen, wie wichtig es ist, bei Beschwerden jeder Art einen Arzt oder Ärztin aufzusuchen und Schmerzen auf keinen Fall zu ignorieren.

Falls ihr Angst davor habt, nicht wirklich wahrgenommen zu werden, haben wir ein paar Tipps für euch. So verschafft ihr euch Gehör:

  • Ärzt*innen sind auch nur Menschen und haben mal gute, mal schlechte Tage. Wenn euch euer Arzt oder eure Ärztin gehetzt oder unaufmerksam vorkommt, kann es manchmal schon helfen, genau dieses Gefühl anzusprechen. Seid dabei freundlich, aber bestimmt. Zum Beispiel: "Ich fühle mich nicht verstanden."

  • Beschreibt eure Beschwerden so konkret wie möglich. Notiert euch am besten schon vor dem Termin alles, was ihr sagen wollt, auf einem Zettel. Wenn ihr schon länger Schmerzen habt, macht es außerdem Sinn, diese in einem Schmerztagebuch festzuhalten.

  • Der Arzt oder die Ärztin speist euch trotzdem mit einer nicht zufriedenstellenden Lösung ab? Dann holt euch unbedingt eine Zweitmeinung ein! In Deutschland gilt die freie Ärztewahl, ihr seid also nicht an einen Arzt oder Ärztin gebunden.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose einer Ärzt*in. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr eure Ärzt*in oder Kinderärzt*in kontaktieren. Über die bundesweite Nummer 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst erreichbar.

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