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Zeitumstellung auf Sommerzeit: Die verlorene Stunde fehlt dem Körper

von Jane Schmitt Erstellt am 27. März 2021
Zeitumstellung auf Sommerzeit: Die verlorene Stunde fehlt dem Körper© unsplash.com/ashley-byrd

Die Abschaffung der Zeitumstellung hat noch nicht geklappt. Also hängen viele Menschen in Deutschland weiterhin zweimal jährlich in den Seilen, denn die verlorene Stunde (und sogar die gewonnene) bringt den Biorhythmus durcheinander. Hier gibt's Tricks, damit ihr die Zeitumstellung besser übersteht.

Im Frühjahr muss man "früher" aufstehen, heißt ein beliebter Merksatz, um sich daran zu erinnern, wann bei der Zeitumstellung eine Stunde verloren oder gewonnen wird. Trotz lustiger EU-weiter Abstimmungen gibt es sie noch: die Zeitumstellung. Ein Relikt aus den 1980er Jahren.

Zu allem Übel über die "geklaute" Stunde im Frühling, macht die Umstellung auch der Gesundheit zu schaffen und das nicht zu knapp. Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und allerlei anderer Dinge, die erst langfristig Schaden aufgrund des Hin und Hers anrichten.

Im Video: 12 Tipps, damit die Nacht erholsam wird

Video von Jane Schmitt

Warum gibt es die Umstellung auf Sommerzeit überhaupt?

Am letzten Sonntag im März werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt und weichen somit eine Stunde von der Normalzeit ab. Der eigentliche Grund: zum Energie sparen. Leider hat sich herausgestellt, dass diese Idee nicht wirklich so clever war, wie erhofft, denn:

1. das eigentliche Ziel der Energieersparnis wurde nicht erreicht
und
2. die Zeitumstellung stand schon früh nach der Einführung in Verdacht, gesundheitliche Beschwerden wie Schlaf- und Einschlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten zu verursachen.

Zeitumstellung zählt zu Schlaf-Räubern

Das hat, neben der Corona-Pandemie, für immer mehr Menschen negative Auswirkungen, so das Ergebnis der aktuellen forsa-Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse im Vergleich zu früheren Befragungen. Inzwischen berichtet jeder dritte Umfrageteilnehmer von Problemen, morgens in den Tagen nach der Zeitumstellung aufzustehen.

Im Jahr 2016 war es nur jeder vierte Deutsche, der deswegen schwer aus dem Bett kam. Aber auch Gereiztheit und Müdigkeit am Tag, sowie Einschlafprobleme am Abend haben im Verlauf der Jahre bei den Befragten zugenommen.

Insgesamt spürt inzwischen jeder Zweite durch die Zeitumstellung negative Auswirkungen auf sein Schlafverhalten und Wohlempfinden. Bei Frauen treten diese Probleme durch den Dreh an der Uhr deutlich häufiger auf.

Lesetipp: Lichtwecker Test: Kann man damit wirklich leichter aufwachen?

Mini-Jetlag stresst den Körper

Die gesundheitlichen Nachteile der Zeitumstellung sind inzwischen bekannt, sind häufiger Gegenstand von Studien geworden und werden es wohl auch weiterhin bleiben. Denn die innere Uhr des Menschen reagiert deutlich empfindlicher auf Störungen, als man zunächst annehmen mag. So orientiert sich unser Schlaf-Wach-Rhythmus hauptsächlich an einem biologischen Taktgeber: dem Licht.

Bei all der Freude über den bevorstehenden Sommer macht die Zeitumstellung im Frühjahr vielen Menschen zu schaffen. Und das stärker als im Herbst. Manchmal dauert es Wochen bis sich der Körper an den neuen Rhythmus gewöhnt hat.

Dabei kommt es zu ähnlichen Symptomen wie nach einer Flugreise in eine andere Zeitzone, wenn auch abgeschwächt. Der Mini-Jetlag zeigt sich am ersten Tag in Form von Müdigkeit, mieser Laune und einer verminderten Leistungsfähigkeit.

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Tipps, um den Körper auf die Zeitumstellung vorzubereiten

Glücklicherweise gibt es aber Strategien, mit denen man die Folgen der Zeitumstellung mindern kann. Idealerweise startet man die Vorbereitung ein paar Tage vor der Umstellung, wie zum Beispiel die Schlafenszeit nach und nach anpassen. Einige Tipps lassen sich aber auch als SOS-Tipps am Vortag anwenden, wenn man die Zeitverschiebung mal wieder nicht auf dem Schirm hatte.

Andere Tipps eignen sich vor allem für die Zeit nach der Umstellung, um schnell wieder einen Rhythmus zu finden, der auch mit dem sozialen Leben vereinbar ist, damit das Aufstehen für Job und Schule nicht zur Qual wird.

  • Plane voraus und gehe, idealerweise schon einige Tage zuvor, vor der Zeitumstellung 15 bis 30 Minuten früher schlafen.
  • Halte vor und nach der Zeitumstellung an deinem gewohnten Tagesablauf fest. Gibt es beispielsweise immer gegen 19 Uhr Abendessen, dann behalte das auch mit der neuen Zeit bei. Hast du Kinder, dann gewöhne sie und deine Familie langsam, am besten in 10- bis 15-Minuten-Schritten pro Tag, an die neue Zeit.
  • Damit du besser einschlafen kannst, solltest du abends auf Alkohol verzichten und auch Wachmacher wie Kaffee oder bestimmte Tee-Sorten sollten ganz allgemein vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr getrunken werden. Den Nikotinkonsum sollten Raucher in den Stunden vor dem Schlafengehen ebenfalls reduzieren.
  • Versuche, tagsüber aktiv zu bleiben. Regelmäßige Bewegung und Sport fördern nicht nur den Kreislauf, sondern auch gesunden Schlaf. Doch plane für den Abend eine Zeit zum Runterkommen ein, dann schläft es sich leichter.
  • Auf einen Mittagsschlaf solltest du vor allem in der Zeit der Umstellung, aber auf jeden Fall am Tag vor der Zeitumstellung, verzichten, damit du abends besser einschlafen kannst. Wer ohne Nickerchen nicht auskommt, sollte es wirklich kurz halten, 10 bis 30 Minuten maximal.
  • Achte darauf, dass dein Schlafzimmer nicht zu warm und stickig ist, circa 18 °C gelten als ideal. Am besten lüftest du vor dem Schlafengehen noch einmal durch.
  • Unsere innere Uhr wird unter anderem über das Tageslicht gesteuert. Da jedoch nur wenige von der "Sonne wach geküsst" werden können, es wäre einfach zu spät für die meisten Jobs und den Schulbeginn, sind Erfindungen wie Lichtwecker inzwischen sehr beliebt (hier bei Amazon*). Diese simulieren den Sonnenaufgang und nach Bedarf auch einen Sonnenuntergang.

Wer sich auch mit Tipps für die Zeitumstellung auskennt, sind unter anderem Unternehmen, die sich den guten Schlaf der Menschen zur Aufgabe gemacht haben, wie der Matratzenhersteller Emma. Das sind die beliebtesten Tipps zur Zeitumstellung der Schlafprofis als einfaches Merkblatt:

Die beliebte Matratze von Emma war übrigens 2019 Testsieger bei Stiftung Warentest und gibt's hier bei Otto zu kaufen.*

Lesetipp: Endlich wieder gut schlafen! 7 Tipps für ein gesundes Schlafzimmer

Wie und wann wird die Uhr auf Sommerzeit gestellt?

In Deutschland werden die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 28. März 2021, auf Sommerzeit umgestellt. Der Zeiger wird von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. Von der eigentlichen Normalzeit, aktuell noch als Winterzeit betitelt, wird eine Stunde verstellt, damit es abends länger hell ist.

Warum wurde die Zeitumstellung noch nicht abgeschafft?

Bei einer EU-weiten Online-Umfrage im August 2018 sprachen sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Möglichst schnell wollten die EU-Mitgliedsstaaten deshalb genau die abschaffen. Angedacht war das bereits für 2021.

Doch daraus wird auch vorerst nichts. Das Problem: Europa kann sich nicht einigen, ob die Sommer- oder Winterzeit als Normalzeit gelten soll. Noch dazu kam uns die Corona-Pandemie in die Quere. Das Thema mit der Zeitumstellung braucht also noch mehr Zeit.

Am letzten Sonntag im Oktober endet die Sommerzeit übrigens und wir kehren zurück zur aktuellen Normalzeit, der sogenannten Winterzeit. Dann bekommen wir die "verlorene" Stunde zurück. Eine Änderung ist erstmal nicht in Sicht.

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