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Frittiertes Eis: Anleitung für die perfekte Eiskugel im Teigmantel

von Nicole Molitor Erstellt am 20. Juli 2020
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Frittiertes Eis: Anleitung für die perfekte Eiskugel im Teigmantel© Getty Images/iStock

Der Kontrast von heiß und kalt macht frittiertes Eis zu einem echten Erlebnis. Wir verraten, wie das Eis im Teigmantel nicht schmilzt – Rezept on top!

Heißes Eis klingt nach einem Widerspruch in sich. Doch es ist tatsächlich möglich, sich ein "Eis zu backen". Im Idealfall bleibt das Eis innen kalt, während es in einem heißen Teigmantel frittiert wird. Und wer schon mal frittiertes Eis probiert hat, weiß, wie es im Himmel schmecken muss.

Das Großartige ist, dass man ganz einfach frittiertes Eis selber machen kann. Dafür braucht man nicht einmal einen flüssigen Extrateig, sondern kann sich an fertigen Kuchen, Waffeln oder auch Toastscheiben bedienen.

Wir zeigen euch Schritt für Schritt, wie ihr zu Hause Eis frittieren könnt, ohne dass dabei die Eiscreme schmilzt. Obendrauf gibt's ein gelingsicheres Rezept für frittiertes Eis mit Salzkaramellkruste – original aus Vietnam wie beim Streetfood-Festival. Fancy? Fancy!

Eis frittieren: So schmilzt das Eis nicht in der Fritteuse

Beim Gedanken, eine Kugel Eis in eine Fritteuse zu werfen, wird mir ein wenig mulmig zumute. Die Teigschicht ist doch gar nicht so dick, wie kann es sein, dass das Eis innen nicht schmilzt? Hierfür gibt es ein paar Tricks, die man beachten sollte, wenn man frittiertes Eis selber machen will.

Zum Verständnis: Mein Ideal ist bissfestes, kaltes Eis in einer knusprigen Teighülle. Wenn ihr auf flüssiges Eis unter dem Teig steht, müsst ihr die folgenden Tipps nicht ganz so genau nehmen.

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Video von Aischa Butt

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1. Freeeze: Frittiertes Eis muss gut durchgefroren sein

Gut Ding will Weile haben, heißt es so schön. Das gilt auch für frittiertes Eis. Bevor ihr das Eis in einen Knuspermantel hüllt, solltet ihr es ordentlich durchfrieren. Einmal, nachdem ihr das Eis zu Kugeln geformt habt und noch einmal, nachdem ihr das Eis eingehüllt habt.

Packt das Eis nach jedem Arbeitsschritt mindestens 2 Stunden ins Gefrierfach – am besten über Nacht. Je länger das Eis gekühlt ist, desto härter ist es und hält der Frittierhitze umso besser stand.

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2. Doppelt gemoppelt: Die Teighülle muss dicht sein

Auch die Teigschicht sollte dicht gebaut sein, damit das Eis im Inneren beim Frittieren nicht in Kontakt mit dem heißen Öl kommt. Hier setzt man daher auf zwei Schichten, um das Eis möglichst gut zu schützen.

Zuerst wird die Eiskugel rundherum fest in ein Stück plattgewalzten Teig (zum Beispiel fertiger Biscuitboden oder ein großes Stück weißes Toastbrot) gepackt. Anschließend folgt die Befeuchtung in Ei und Sahne.

Dann wird das Ganze zusätzlich in Knusperkrümeln gewälzt. Das können Kekskrümel, Semmelbrösel, Mandeln oder Cornflakes sein. Eben wie beim Panieren eines Schnitzels.

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3. Hot, hot, hot: Das Frittierfett muss richtig heiß sein

Dritter Trick, damit das Eis beim Frittieren nicht schmilzt, ist es, das Öl richtig heiß zu machen. Hier hilft ein Küchenthermometer (hier bei Amazon)*. Eine Temperatur von 200 Grad ist perfekt. Dann ist der Teigball schneller gar und das Eis hat kaum Zeit, um schmelzen zu können.

In der Regel genügen 30 oder maximal 40 Sekunden (!), bis frittiertes Eis fertig ist. Das erkennt ihr daran, dass die Teighülle an allen Seiten leicht gebräunt ist.

Ist das Frittierfett nicht heiß genug, dümpelt das Eis in seiner Teigkruste darin herum und wird innen flüssig und außen fettig. Denn der Teigmantel saugt sich bei längerer Frittierzeit mit dem Fett voll und weicht auf. Dann ist nix mehr mit Knusperpanade außen und festem kalten Eis in der Mitte.

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Rezept für frittiertes Eis mit Salzkaramell

Weil man alles besser versteht, wenn man eine genaue Anleitung dafür hat, kommt hier das versprochene Rezept für frittiertes Eis mit Salzkaramell. Die Teigkruste besteht hier aus Waffeln.

Dafür könnt ihr entweder fertige Frühstückswaffeln nehmen (schöne Grüße an Elfie aus 'Stranger Things') oder ihr nehmt Waffelreste vom Vortag. Hier gibt's viele leckere Waffel-Rezepte für jeden Geschmack.

Wichtig: Damit das frittierte Eis hält und nicht bei der Zubereitung schmilzt, solltet ihr euch an die empfohlene Tiefkühldauer halten. Das bedeutet, dass ihr erst nach zwei Tagen in den Genuss kommt. Schade, aber notwendig. Man zaubert schließlich nicht jeden Tag heißes Eis aus dem Nichts!

Ihr braucht diese Zutaten:
Für 8 frittierte Eisbällchen

  • 8 Kugeln Salzkaramell-Eis (à 70 g)
  • 500 g Waffeln
  • 150 g Mehl
  • 3 Eier, verquirlt
  • 2 l Pflanzenöl, zum Frittieren

Für das Salzkaramell

  • 220 g Zucker
  • 90 g Butter
  • 140 ml Schlagsahne
  • 1½ EL Salz

Tipp: Wer es exotisch mag, kann das Eis mit Kokosöl oder Erdnussöl frittieren.

So gelingt die Zubereitung:
1. Ein kleines Backblech mit Backpapier auslegen. Die Eiscreme-Kugeln auf dem Blech verteilen. Ins Gefrierfach stellen und über Nacht tiefkühlen.

2. Die Waffeln portionsweise im Mixer zu Krümeln verarbeiten. In einer flachen Schale beiseitestellen. Das Mehl in eine zweite flache Schale füllen, das verquirlte Ei in eine dritte.

3. Jetzt muss es schnell gehen: nacheinander die Eiskugeln zuerst in dem Mehl wenden, den Überschuss abschütteln. Die Eiskugeln dann in dem verquirlten Ei wenden und zum Schluss in die Schale mit den Waffelkrümeln geben. Darin wenden, bis sie rundherum mit den Krümeln überzogen sind.

Die Krümel mit den Händen andrücken (so ist das Eis beim Frittieren gut geschützt). Die panierten Eiskugeln zurück ins Gefrierfach legen und eine weitere Nacht tiefkühlen.

4. Für das Salzkaramell den Zucker in einen mittelgroßen Topf geben und bei mittlerer Temperatur erhitzen. Unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Sobald der Zucker vollständig geschmolzen ist, nicht weiterrühren, sonst kristallisiert er aus. Den flüssigen Zucker weiter erhitzen, bis er karamellfarben ist.

Die Butter dazugeben und vorsichtig mit einem Schneebesen unterrühren, dann die Sahne hinzufügen und alles gut vermischen. Den Topf vom Herd nehmen, das Karamell salzen und beiseitestellen.

5. In einem großen Topf das Öl auf 200 Grad erhitzen – die Temperatur mit einem Küchenthermometer kontrollieren. Die panierten Eiskugeln portionsweise 30–40 Sekunden in dem heißen Öl frittieren, bis sie goldbraun sind.

6. Das frittierte Eis mit einem Schaumlöffel herausheben und auf einem mit Küchenpapier bedeckten Teller abtropfen lassen. Die Eiskugeln auf Teller verteilen und vor dem Servieren großzügig mit Salzkaramell beträufeln. Fertig – eure Gäste werden staunen!

Mehr Rezepte aus der vietnamesischen Trendküche

Das Rezept für frittiertes Eis mit Salzkruste wird auch Kem Chien genannt und stammt aus dem coolen Kochbuch "Vietnam Streetfood" von Jerry Mei. Neben anderen vietnamesischen Desserts oder Varianten für vietnamesischen Kaffee findet ihr darin auch jede Menge herzhafte Gerichte aus der genialen Küche Vietnams.

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Für Streetfood-Fans, die wie ich immer direkt die vietnamesische Ecke ansteuern, ist dieses Kochbuch sehr zu empfehlen. Denn die Rezepte darin sind authentisch und inspirierend, aufgrund spezieller Produkte aus dem Asia-Laden allerdings vor allem was für echte Asia-Anhänger. I love it!


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