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Nackte Tatsachen: Sind beschnittene Männer wirklich besser im Bett?

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 3. September 2019

Mit oder ohne: Es ist reine Ansichtssache, ob man als Frau beschnittene oder unbeschnittene Männer bevorzugt. Aber was genau heißt es für den Mann, beschnitten zu sein und was ist beim Sex mit ihm anders?

In anderen Religionen, wie dem Judentum und dem Islam, ist die Beschneidung von Säuglingen und Kleinkindern weit verbreitet. Auch in den USA, wo rund 70 Prozent der Männer beschnitten sind, ist die Beschneidung ein Routine-Eingriff. Hier begann man erst Ende des 19. Jahrhunderts vermehrt kleine Jungs zu beschneiden, weil das Thema Sex tabuisiert wurde und man hoffte, mit der Beschneidung die Jungs vom Masturbieren abzuhalten.

Obwohl amerikanische Kinderärzte heute klar sagen, dass bei einer Beschneidung ohne medizinische Indikation die medizinischen Vorteile die Risiken nicht rechtfertigten, wird weiterhin beschnitten.

Beschneidung ja oder nein?

Anders bei uns: In Deutschland ist eine Beschneidung meist medizinisch begründet, zum Beispiel bei einer Vorhautverengung (Phimose) oder Harnwegsproblemen. Es gibt jedoch auch Männer, die sich freiwillig unters Messer legen, weil sie sich davon eine verbesserte Ästhetik, mehr Durchhaltevermögen und eine bessere Hygiene versprechen. Aber welche Vorteile hat die Beschneidung wirklich für den Mann? Und welche Nachteile?

Was genau wird gemacht?

Die Vorhaut der Eichel wird in einer OP ganz oder nur teilweise entfernt. Meist passiert dies bereits im Kleinkindalter.

Gibt es gesundheitliche Vorteile?

Natürlich ist die tägliche Hygiene für Männer ohne Vorhaut etwas einfacher. Aber das sollte letztlich auch ein unbeschnittener Mann hinbekommen. Zudem soll bei Beschnittenen das Risiko für Harnwegsentzündungen, Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV, also Viren, die bei Frauen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs verursachen können) und sexuell übertragbare Krankheiten niedriger sein.

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Ändert sich durch die Beschneidung der Spaß im Bett?

Natürlich fragt man sich, ob die Eichel ohne die schützende Vorhaut nicht sehr viel empfindlicher ist. Forscher der University of Sydney haben die Ergebnisse von 36 Studien analysiert, an denen insgesamt 40.473 Männer teilgenommen haben. Sie stellten fest: Vor allem, wenn die Beschneidung im Kindesalter stattgefunden hat, lässt sich kaum ein Unterschied bezüglich Empfindlichkeit, Erregbarkeit oder Orgasmusfähigkeit feststellen.

Doch es gibt auch Studien, die zum gegenteiligen Ergebnis kommen. Eine Studie, die 2011 in Dänemark durchgeführt wurde, ergab, dass die beschnittenen Männer dreimal so häufig unter Orgasmusschwierigkeiten litten wie nicht beschnittene Männer.

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Sind beschnittene Männer schwerer erregbar?

Leider ja. Die Vorhaut stülpt sich über die Peniseichel und schützt so vor äußeren Einflüssen. Sie besitzt tausende Nervenenden an der Stelle, wo sie mit dem Penis verbunden ist und ist sehr empfindlich. Die Vorhaut spielt also eine nicht unerhebliche Rolle für das männliche Lustempfinden.

Durch die Beschneidung nimmt die Sensibilität der Eichel ab. Das sagen auch viele Frauen, die mit beschnittenen und unbeschnittenen Männern Erfahrung haben. Oftmals lassen sich beschnittene Männer nicht ganz so einfach stimulieren. Dass Männer ohne Vorhaut länger können, weil sie unempfindlicher für die Stimulation sind, lässt sich jedoch nicht nachweisen.

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​Auch die Masturbation ist für Männer ohne Vorhaut schwieriger, weil das Vor- und Zurückschieben der Vorhaut entfällt. Je mehr Haut beim Beschneiden entfernt wurde, desto unangenehmer kann die Stimulation der trockenen Eichel mit der Hand sein. Oft ist es nur mit Gleitmittel angenehm.

Und auch für uns Frauen gilt: Die Techniken für Hand- ober Blowjob sind einfach anders, da bei beschnittenen Männern nicht mehr die Vorhaut als Stimulationsmittel genutzt werden kann.

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Merkt man als Frau was?

Viele Frauen merken keinen wirklichen Unterschied. Dennoch liegen in Umfragen die unbeschnittenen Herren in der Beliebtheitsskala vorne. Das Problem: Wurde sehr viel Haut bei der Beschneidung entfernt, kann die Penetration beim Sex für beide unangenehmer sein, da normalerweise das Gleiten des Penis in seiner Schafthaut die Reibung mindert - was beim beschnittenen Mann entfällt.

Die Befeuchtung (Lubrifikation) der Scheide kann das nicht immer gänzlich ausgleichen und somit sind bei manchen beschnittenen Männern Gleitmittel nötig.

​​Es gibt also keinen Grund, sich ohne kulturelle oder medizinische Notwendigkeit beschneiden zu lassen. Ist man als Mann jedoch beschnitten, sollte man sich auch keine Sorgen machen. Es sieht nicht schlechter aus - ganz im Gegenteil: Viele Frauen finden es sogar ästhetischer ohne Vorhaut - und der Spaß beim Sex hängt letztlich von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass man sich darüber wirklich keinen Kopf machen sollte.

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