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Sextrend CFNM & CMNF: Das steckt dahinter

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 20. Juli 2019

Bei diesem Sextrend gibt es jede Menge Buchstaben und zwei Varianten: CFNM und CMNF. In beiden Fällen geht es darum, dass einer von beiden beim Sex angezogen bleibt, während der andere nackt ist. Was einen spontan an Socken beim Sex denken und wenig erotische Gedanken aufkommen lässt, kann durchaus spannend sein.

Eigentlich ist es ganz simpel: CFNM steht für Clothed Female, Naked Male (auf Deutsch: Bekleidete Frau, nackter Mann). CMNF für den umgekehrten Fall: Clothed Male, Naked Female (also Bekleideter Mann, nackte Frau).

Sextrend aus der Fetisch-Szene

Natürlich geht es hierbei nicht einfach nur darum, dass einer Klamotten trägt und der andere nicht. In dem Fall hätte man zu Recht ein Fragezeichen im Gesicht, wie genau die beiden denn nun Sex haben wollen und warum man Sex in Klamotten ohne Hautkontakt und den optischen Schmaus toll finden soll.

Klar gehts hier um mehr als Textilien: Es ist eine Spielart aus der Fetisch-Szene, bei der der eine zum Voyeur wird und der andere seinen Blicken schutzlos – weil eben nackt – ausgeliefert ist. Beide nehmen eine bestimmte Rolle ein.

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Darum geht es bei CFNM und CMNF

Die Variante, bei der der Mann nackt ist und die Frau bekleidet, ist die verbreitetere von beiden. Als Außenstehender bzw. Neuling mag man sich fragen, wie man komplett bekleidet Sex haben soll, aber darum geht es sowieso erstmal nicht. Später ja, aber zunächst geht es um ein anderes Spiel. Das Spiel um Dominanz und Unterwerfung.

So ist der Nackte den Blicken des Bekleideten schutzlos ausgeliefert. Und eben auch dessen Wünschen. In diesem Fall sagt die clothed Female, was sie sich wünscht und was er tun soll. Sei es, dass er ihr Liebesdienste erweist, sich in einer bestimmten Art und Weise anfassen oder positionieren soll – was genau, das steht beiden frei.

In der BDSM-Szene wird CFNM und CMNF deshalb auch gerne dafür verwendet, das Spiel zwischen Dom und Sub noch zu unterstreichen. Gerne auch nehmen mehrere Personen am Spiel teil, beispielsweise mehrere Bekleidete und ein Nackter.

Das macht das Spiel zwischen dem Nackten und dem Bekleideten aus

Das alles mag befremdlich klingen, sorgt aber dafür, dass der Sex definitiv anders sein wird. Denn das Nacktsein fühlt sich in diesem Moment nicht vertraut an, weil beide es sind, sondern man hat ein ungewohntes Gefühl des Ausgeliefertseins vor dem Bekleideten. Das Ganze irritiert und schafft so einen ganz neuen Spielansatz für beide.

Natürlich darf auch das Ganze umgedreht werden: Der Nackte ist der dominante Part und der Bekleidete hat zu tun, was er sagt. Zum Beispiel, indem er versucht den Bekleideten zu verführen, der sich jedoch nicht rühren und ihn anfassen darf.

Sich selbst anzufassen und vor dem anderen zum Orgasmus zu bringen, kann bei dem ganzen Spiel ein wichtiger Stimulator für beide sein. Aber der Fantasie sind eben kaum Grenzen gesetzt. CFNM und CMNF steckt lediglich den Rahmen. Was ihr daraus zaubert, bleibt eurer schmutzigen Fantasie überlassen.

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Und wie hat man dann Sex?

Bei CFNM bzw. CMNF geht es wie gesagt nicht in erster Linie um den Akt an sich, sondern zunächst einmal nur um den Reiz von Machtspielen. Das Gefühl, dem anderen ausgeliefert zu sein, ihm gefügig sein zu müssen, seinen Wünschen zu gehorchen. Das mag durchaus recht hot sein.

Dennoch wollen sicherlich die meisten irgendwann auch zur Sache kommen dürfen. Gerade weil man sich vorher gegenseitig so lange angeheizt hat und vom Partner hingehalten hat. Stichwort "Tease and Denial". Und dann, schon klar, dürfen die Hüllen natürlich auch auf beiden Seiten fallen.

Wie auch immer man zu CFNM und CMNF stehen mag: Zum Glück sind wir heute offener mit solchen Spielarten und gestehen jedem zu, nach seiner Façon glücklich zu werden. Und eine Bereicherung für Menschen außerhalb der BDSM-Szene sind viele dieser Spielarten rund um Dominanz und Unterwerfung mit Sicherheit. Und klar: Nix muss, alles kann. Man muss also nicht alles toll finden.

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