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Achtung! DAS setzt die Pille außer Kraft

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 21. Dezember 2018
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Die Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel für Frauen. Mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 ist sie sehr sicher - vorausgesetzt, sie wird richtig angewendet. Doch es gibt ein paar Dinge, die die Pille außer Kraft setzen können.

Klingt banal, wird aber oft vergessen: Man sollte vor der ersten Einnahme die Packungsbeilage lesen und sich von seinem Arzt oder Apotheker erklären lassen, wie die Pille einzunehmen ist. Letztlich gibt es verschiedene Arten von Pillen: Kombinationspillen, Minipillen, Einphasen- oder Mehrphasenpillen, manche werden durchgehend eingenommen, bei manchen wird eine Pillenpause eingelegt.

​Wenn ihr die grundsätzliche Einnahmeroutine kennt, seid ihr erstmal auf der sicheren Seite. Leider gibt es einige Dinge, die ihr zusätzlich wissen müsst, um nicht ungewollt schwanger zu werden. Es gibt nämlich ein paar Faktoren, die die Pille außer Kraft setzen, die leider nicht jeder Frau bekannt sind.

Zu spät genommen: Wann ist das ein Problem?

Achtung, welche Art Pille ihr nehmt. Es gibt Minipillen, die immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden müssen. Verschiebt sich der Zeitpunkt der Einnahme um mehr als drei Stunden, ist eine sichere Empfängnisverhütung nicht mehr gewährleistet. Andere Pillen sind da einfacher zu handhaben: Man kann sie innerhalb der nächsten zwölf Stunden nachnehmen. Bitte hierzu unbedingt den Beipackzettel beachten oder den Apotheker fragen.

Pille vergessen: Wann wirkt sie nicht mehr?

Hat man einmal eine Pille vergessen, ist die Angst groß. Entscheidend ist jedoch vor allem, zu welchem Zeitpunkt im Zyklus die Pille vergessen wurde und wann man das letzte Mal Sex hatte. Zunächst heißt es einen kühlen Kopf bewahren und den Beipackzettel lesen. Um Zwischenblutungen zu vermeiden sollte die vergessene Pille sofort eingenommen werden. Wer es erst am nächsten Einnahmetermin sieht, dass eine Pille vergessen wurde, der nimmt zwei gleichzeitig.

In der 1. Woche:
Wurde die Pille während der ersten Zykluswoche vergessen, sollte in den nächsten sieben Tagen zusätzlich verhütet werden (z. B. mit einem Kondom). Danach besteht wieder Empfängnisschutz. Anders jedoch, wenn man kurz vorher Sex hatte. Dann sieht es leider anders aus. Während der Pillenpause ist der Schleimpfropf am Gebärmutterhals für Spermien durchdringbar. Und die können dort bis zu fünf Tage überleben. Deshalb kann es durchaus sein, dass es zu einer Befruchtung kommt. Wer nicht schwanger werden möchte, sollte deshalb die Pille danach nutzen, die es mittlerweile rezeptfrei in der Apotheke gibt.

Auch lesen: Kann man während der Periode schwanger werden?

In der 2. Woche:
In dieser Woche ist das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft am geringsten, da davor und danach bereits regelmäßig Hormone zugeführt wurden bzw. noch werden. Es muss in diesem Fall nicht zusätzlich verhütet werden.

In der 3. Woche:
Wurde die Pille in der dritten Woche vergessen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Pillenpause vorziehen oder die Pillenpause ganz weglassen und die Pille durchnehmen. In diesem Fall ist eine zusätzliche Verhütung nicht nötig. Wird die Pillenpause jedoch weder vorgezogen noch gestrichen, sollte zusätzlich verhütet werden.

Setzt Grapefruit die Pille außer Kraft?

Ihr liebt frische Grapefruits oder ein Glas Grapefruit-Saft am Morgen? Wenn ihr mit der Pille verhütet, solltet ihr das noch einmal überdenken. Zwar setzen Grapefruits die Pille nicht außer Kraft, doch die Inhaltsstoffe der Zitrusfrucht können die Nebenwirkungen der Pille verstärken. Bei östrogenhaltigen Pillen sorgt die Grapefruit dafür, dass die Konzentration des Wirkstoffes und damit der Hormonspiegel steigt. Die Folge: Nebenwirkungen wie Brustspannen oder die Thrombosegefahr nehmen zu.

Doch nicht nur mit der Pille vertragen sich Grapefruits nicht gut. Auch bei vielen weiteren Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. Mehr dazu erfahrt ihr hier bei onmeda.de!

Pille und Antibiotika: Welche Wechselwirkung mit Arzneimitteln gibt es?

Dass Antibiotika die Pille außer Kraft setzen, ist vielen bekannt. Aber was ist mit den etlichen anderen Medikamenten, die die Sicherheit der Pille beeinflussen?

Bei folgenden Mitteln bitte den Beipackzettel lesen und im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten:

  • Antibiotika
  • Abführmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Epilepsiemedikamente
  • Johanniskrautpräparate
  • Schmerzmittel
  • Medikamente zur Erhöhung der Darmbeweglichkeit
  • Schlaf-und Beruhigungsmittel
  • Medikamente bei Tuberkulose
  • Medikamente bei einer HIV-Infektion

Die Liste ist lang und zeigt: Nachfragen ist immer besser.

Nachgefragt: Welche Verhütung ist die sicherste?

Achtung bei Zeitverschiebung auf Reisen

Eine weite Reise steht an, der Flug ist lang und man landet in einer anderen Zeitzone. Jetlag ist da nicht das einzige Problem. Auch die Einnahme der Pille gerät durcheinander.

In diesem Fall die Pille trotz Zeitverschiebung in den gewohnten Abständen, also alle 24 Stunden, weiter einnehmen.
Am besten als kleine Erinnerung einen Pillen-Reminder im Handy einstellen oder einen extra Wecker mitnehmen. Schließlich kann es sein, dass man die Pille, die man sonst morgens um acht eingenommen hat, mitten in der Nacht nehmen muss.

Pille und Magen-Darm: Was tun?

Bei Erbrechen (innerhalb der ersten vier Stunden nach der Einnahme der Pille) oder schwerem Durchfall (innerhalb der ersten acht Stunden nach der Einnahme der Pille) kann der Körper nicht ausreichend Wirkstoffe aufnehmen. Ein sicherer Schutz ist nicht mehr gewährleistet.

Am besten direkt bei den ersten Beschwerden einer Magen-Darm-Infektion oder ähnlichem eine zusätzliche Tablette aus einer Reservepackung einnehmen. Idealerweise innerhalb von zwölf Stunden nach der üblichen Einnahmezeit. Geht das nicht, sollte für den Rest des Zyklus zusätzlich verhütet werden, zum Beispiel mit einem Kondom.

Wer sich unsicher ist, sollte seinen Arzt oder Apotheker fragen.

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