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Mikropenis: Ab wann spricht man davon und wie geht man damit um?

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 26. März 2019
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Gemeinhin sagen ja fast alle Männer, dass sie zu klein gebaut wären. Aber wer einen Mikropenis hat, hat durchaus Grund sich zu beklagen. Denn hier ist kurz wirklich kurz. Was das bedeutet und was hilft, erklären wir euch hier.

Was versteht man unter einem Mikropenis?

Ein Mikropenis ist ein anatomisch unterdurchschnittlich kleiner Penis. Die Ursachen sind meist ein angeborener Testosteronmangel oder eine Testosteronresistenz.

In Zentimetern gemessen bedeutet das: Ein Mikropenis ist im unerigierten Zustand lediglich um die vier Zentimeter lang. Oder, wenn man den erigierten Zustand als Messlatte nimmt, spricht man ab einer Länge von unter sieben Zentimetern von einem Mikropenis. Wohlgemerkt: beim erwachsenen Mann.

Gemessen wird übrigens immer am Penisrücken, das heißt an der Seite, die im unerigierten Zustand von vorne sichtbar ist, und zwar von der Schambeinfuge bis zur Penisspitze.

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Wie häufig kommt ein Mikropenis vor?

Die Studienlage zum Thema Mikropenis ist eher dürftig. Es wird aber angenommen, dass in Deutschland weniger als 2 Prozent der Männer einen Mikropenis haben. In anderen Ländern kann dieser Wert jedoch deutlich niedriger liegen. In Kolumbien sollen nur 19 von 100.000 Männern einen Mikropenis haben. (Studie: J. Money u. a.: Psychology of syndromes. IQ and micropenis) Andere Studien ziffern die Zahl der von einem Mikropenis-Betroffenen auf zwei Prozent der männlichen Weltbevölkerung.

Was sind die Ursachen für einen Mikropenis?

Es existieren unterschiedliche Gründe für einen Mikropenis. In vielen Fällen liegt eine Entwicklungsstörung vor bzw. nach der Geburt zugrunde, beispielsweise wegen einer Unterfunktion der Hypophyse oder des Hypothalamus. Das hat zur Folge, dass zu wenig Hormone für die Hodenstimulation produziert werden, somit weniger Testosteron vorhanden ist und sich die Geschlechtsorgane nicht richtig entwickeln können.

Auch wenn andere Wachstumshormone fehlen, kann es zu einer Testosteronunterversorgung führen. Dann ist oft nicht nur der Penis, sondern auch die Körpergröße insgesamt geringer als die Norm.

Auch eine partielle Androgenresistenz kann zu einem Mikropenis führen. Hier ist zwar genug Testosteron vorhanden, allerdings bleibt dessen gewünschte Wirkung aufgrund einer Resistenz aus.

Eine weitere häufige Ursache ist die Unterfunktion der Hoden. Auch in diesem Fall wird nicht genug Testosteron produziert und die Geschlechtsorgane können sich nicht richtig entwickeln. Das kann von Geburt an sein, es kann aber auch vorkommen, dass man mit einer "normalen" Penisgröße zur Welt kommt, sich dann aber während der Pubertät eine Unterfunktion entwickelt und das Wachstum stagniert.

Manchmal wird auch gar keine Ursache gefunden, dann spricht man von einem idiopathischen Mikrophallus.

Kann man die Veranlagung zu einem Mikropenis frühzeitig erkennen?

Wie aber erkennt man bei einem kleinen Jungen, ob der Penis zu klein werden wird? Man geht hier von einer Normabweichung aus, also immer im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern. Misst man die Länge des Penis und ist diese 2,5 Standardabweichungen unterhalb des Mittelwertes seiner Altersgruppe, dann kann ein Mikropenis vorliegen.

Wird die Diagnose Mikropenis so früh gestellt, kann man das Wachstum mit Hormonspritzen verbessern. Das muss allerdings noch vor dem Teenageralter geschehen. Danach ist es zu spät.

Was kann man bei einem Mikropenis tun?

In jungen Jahren, also in der Entwicklungsphase von Jungen, hilft noch eine Testosteron-Substitution, also eine Zugabe von männlichen Geschlechtshormonen. Beim ausgewachsenen Mann kommt dann nur noch ein operativer Eingriff in Frage.

In manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Operation. Jedoch nur, wenn bei dem betroffenen Mann der Befund Mikropenis als Krankheit anerkannt wird. Hier sollte man jedoch Risiken und Nutzen abwägen, da ein operativer Eingriff natürlich immer auch ein Risiko darstellt.

Zumal es bei Männern mit einem Mikropenis meist so ist, wie bei Männern mit Erektionsstörungen und anderen Disfunktionen: Sie können ihre Einschränkung durch andere Fertigkeiten ausgleichen, sei es, indem sie besonders auf die Bedürfnisse der Frau eingehen, indem sie andere Sexpraktiken austesten oder Sextoys als Hilfsmittel zum Einsatz bringen.

So kann Sex mit ihnen genauso erfüllend sein, wie mit einem "normal"-langen Penis-Mann. Deshalb sollte man nicht vorschnell urteilen.

Wie sollte ich als Frau damit umgehen?

Für viele Frauen gilt ein Mikropenis als Horrorvorstellung, weil sie glauben, dass befriedigender Sex dadurch unmöglich ist. Doch das muss nicht der Fall sein, wenn sich beide auf die Situation einlassen und experimentierfreudig sind.

Für betroffene Männer ist das Thema meist sehr unangenehm und es herrscht ein großer Leidensdruck. Wenn ihr euch in einen Mann mit Mikropenis verliebt habt, solltet ihr deshalb einfühlsam und verständnisvoll sein. Ihr müsst dabei nicht verbergen, dass ihr enttäuscht seid. Wichtig ist aber, ihm zu signalisieren, dass ihr trotzdem mit ihm zusammen sein möchtet und dass ihr offen dafür seid, Neues auszuprobieren, um das Sexleben trotz Mikropenis erfüllend zu machen.

Was klein aussieht, ist nicht automatisch ein Mikropenis

Es gibt auch Männer, die unter Adipositas leiden, also recht füllig sind, und deren Penis deshalb wie ein Mikropenis wirkt. Das ist jedoch meist nicht wirklich der Fall, sondern lediglich ein optisches Problem, da der Penis vom Bauch bzw. Fettgewebe verdeckt wird.

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