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Beziehungspause: Wann macht die Trennung auf Zeit Sinn?

Fiona Rohde
von Fiona Rohde Veröffentlicht am 6. Dezember 2015
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"Du, ich glaube, ich brauch mal eine Auszeit." Wenn der Partner eine Beziehungspause vorschlägt, bricht für viele eine Welt zusammen. Doch eine Pause kann auch eine große Chance für eine festgefahrene Beziehung sein - wenn man ein paar Dinge beachtet.

Manchmal steckt in Beziehungen einfach der Wurm drin. Sei es, dass man sich auseinandergelebt hat oder sich beide wenig Mühe miteinander geben. Dass man sich gehen lässt, oder wegen Kleinigkeiten streitet. Oder dass Zärtlichkeiten und Sex von der Bildfläche verschwunden sind und sich nicht wieder einstellen wollen.

Oft ist das Gefühl füreinander noch immer da, nur ist das Bewusstsein füreinander verloren gegangen. Man hat sich aus dem Blick verloren und lebt eher nebeneinander als miteinander. Dennoch will man sich nicht vorschnell trennen. Schließlich liebt man den anderen noch immer. Er sollte es doch wert sein, dass man um ihn kämpft. Was also tun, damit sich etwas ändert?

Schreckgespenst Beziehungspause

Manchmal kann es an diesem Punkt hilfreich sein, wenn beide eine Zeit lang auf Abstand gehen. Stichwort Beziehungspause. Das Ziel: Die Beziehung und alles drum herum aus einiger Entfernung zu betrachten und sich einmal ernsthaft Gedanken über seinen Partner zu machen. Aus der Entfernung sieht man viele Dinge, die man so im Beziehungsalltag gar nicht wahrnimmt.

Dennoch macht das Thema Beziehungspause vielen Paaren Angst. Ist das nicht der Anfang vom Ende der Beziehung? Entfernt man sich nicht eher, als sich wieder anzunähern? Merkt der andere nicht vielmehr, dass er ohne mich auch sehr gut leben kann, wenn es zu einer Beziehungspause kommt? Keine Angst: Das KANN passieren, muss es aber nicht.

Trennung auf Zeit: Wann ist sie sinnvoll?

​Letztlich ist es eine Typfrage, und nur beide Partner alleine können einschätzen, ob das Modell Beziehungspause für sie in Frage kommt. Denn es fordert von beiden eine große Portion Reflexion und die Bereitschaft an sich zu arbeiten. Beide müssen die Pause als Chance für die Beziehung sehen - nicht als feigen Ausweg, um den Problemen schnell mal aus dem Weg zu gehen, ohne groß drüber reden zu müssen. (Natürlich gibt es auch die Fraktion der Feiglinge, die "Beziehungspause" oder "Auszeit" nennt, was eigentlich schon ganz klar eine Trennung ist.)

Beziehungspause: Diese 5 Regeln solltet ihr beherzigen

1. Feste Regeln

Das entscheidende ist, wie man mit der Trennung auf Zeit umgeht. Sprich: Was wird für die Zeit der Beziehungspause vereinbart? Zum einen sollte die Pause nicht länger als drei, vier, maximal fünf Wochen dauern. Schließlich geht es um eine Zeit zum Nachzudenken, nicht, um sich daran zu gewöhnen ohne den anderen auszukommen. Und zweitens muss man darüber sprechen, ob man sich in dieser Zeit der Pause spricht, trifft und einander nah ist, oder ob komplette Funkstille herrschen soll.

2. Wie viel Freiheiten sind erlaubt?

​Auch nicht unwichtig: Wie sieht es mit anderen Männern und Frauen aus? Sind Treffen mit anderen für beide OK oder würde das einen von beiden verletzen? Wenn einer von beiden schnell mal seinen Marktwert austesten will, ist das nicht der ursprüngliche Sinn der Beziehungspause, sondern eher ein Schritt ins Singledasein.

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3. Ehrliche Fragen stellen

Letztlich ist es besser sich nicht unbedingt ins Nachtleben zu stürzen, in die Arbeit oder auf einmal das Duracellhäschen im Freundeskreis zu werden. Stattdessen: zur Ruhe kommen, in Klausur gehen und sich Fragen stellen über seine Beziehung. Liebt man seinen Partner noch wirklich oder ist es nur Gewohnheit und die Angst alleine zu sein? Gibt es noch gemeinsame Ziele oder leben beide nur nebeneinander her? Fühlt man sich vom Partner noch geliebt? Begehrt? Traut man der Beziehung zu, dass sich alles wieder zum Guten ändern kann, wenn beide an sich arbeiten oder haben beide längst resigniert?

4. Das Gespräch danach

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn man sich nach der Beziehungspause wiedersieht, sollte man ein ehrliches Gespräch über seine Ängste, Wünsche und Gefühle führen. Ohne Tabus, aber auch ohne den anderen zu verletzen. Nach diesem Gespräch sollten beide klar sagen, ob sie füreinander kämpfen wollen oder ob sie keinen Sinn mehr in der Beziehung sehen.

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5. Der gemeinsame Plan

Wer sich nach der Beziehungspause dafür entscheidet, gemeinsam zu kämpfen, dem sollte klar sein: Jetzt fällt jede Menge (Beziehungs-) Arbeit an, die man nicht unterschätzen sollte. Gleichsam ist für beide der Blick geschärft, was nicht mehr gewollt ist, was den anderen stört oder verletzt und was man in Zukunft besser machen kann. Wer einen liebevollen Umgang miteinander pflegt und offen reden kann, wird das gut hinbekommen.

​Statt sich auf die Ärgernisse in der Partnerschaft zu fokussieren, sollte man der Beziehung wieder etwas vom alten Glanz verleihen. Wie? Indem man sich an gute alte Zeiten erinnert und überlegt, was einen so lange davon abgehalten hat, diese Zeiten wieder aufleben zu lassen. Eine Beziehungspause kann also durchaus der Schlüssel zu einem neuen Beziehungsglück sein. Beide müssen nur dafür bereit sein.

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