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On-Off-Beziehung: Tipps, wie ihr dem Gefühlschaos entkommt

von Fiona Rohde ,
On-Off-Beziehung: Tipps, wie ihr dem Gefühlschaos entkommt© iStock

Wie kann man erklären, dass es so viele Menschen eine On-Off-Beziehung führen? Warum zieht es manche Menschen immer wieder zum Ex zurück, mit dem es doch ganz offensichtlich nicht funktioniert hat. Und vor allem: Wie kann man aus diesem ungesunden Beziehungskonstrukt entkommen?

Inhalt
  1. · Was ist eine On-Off-Beziehung?
  2. · Gründe für die On-Off-Beziehung
  3. · Klärt gemeinsam: Wo wollen wir hin?
  4. · So könnt ihr eure On-Off-Beziehung retten
  5. · So kommst du endlich los und kannst deine On-Off-Beziehung beenden

Nicht nur die Promis verlieren sich in diesem ausweglosen Liebeskarussell, genannt On-Off-Beziehung. Auch uns stürzt die unauflösliche Bindung zum Ex bisweilen in ein wahres Gefühlschaos. Denn leider ist eine aufgewärmte Liebe selten eine gute Idee. Wenn die Beziehung in die Brüche ging, dann in der Regel aus gutem Grund. Und wenn es bereits das zweite oder dritte Aus ist, dann erst recht! Warum kehren wir immer wieder zu unserem Ex zurück? Die Psychoanalytikerin Sophie Cadalen hilft uns, dem Phänomen der On-Off-Beziehung auf den Grund zu gehen.

Was ist eine On-Off-Beziehung?

Bei dieser Art von Partnerschaft können zwei Menschen nicht mit und nicht ohne einander. Zumindest sind sie irgendwann im Laufe ihrer Beziehung in eine Art Teufelskreis gelandet. Denn bei einer On-Off-Beziehung trennen sich beide, weil es Probleme miteinander gibt oder andere Gründe, dass es nicht funktioniert, kommen dann aber nach einer bestimmten Zeit wieder zusammen. Die Ursachen für dieses Gefühlschaos und Hin und Her sind vielschichtig.

Gründe für die On-Off-Beziehung

Es gibt verschiedene Gründe, die zu einer On-Off-Beziehung führen (die jedoch auch zusammenhängen können):

  • Man hat das Kapitel noch nicht für sich abgeschlossen und fühlt sich frustriert in Anbetracht dieser "unvollendeten" Situation. Irgendwie hat man das Bedürfnis, die Sache zu Ende zu führen.
  • Nicht loslassen können: Man redet sich die vergangene Beziehung schön: "ach, es war so toll mit ihm" oder "mit ihm habe ich wenigstens dies oder jenes gemacht". Kurzum: Man weigert sich, gewisse Aspekte der Realität zu sehen. Dabei ist sicher: Wenn die Beziehung zu Ende ging, dann zwangsläufig, weil etwas nicht gestimmt hat und genau diese Person leider nicht zu einem passt.
  • Angst vor einem Neuanfang: Auch ein möglicher Grund: Der Ex dient als Schutzmauer, um nicht nach vorn schauen zu müssen. Er ist das ideale Alibi. Eine Ausrede, die wir vorschieben, um nicht über die Hürde klettern und ins Leere, ins Unbekannte springen zu müssen. Darum behalten wir ihn im Hinterkopf.
  • Narzisstische Züge: Oft resultiert die Versuchung, wieder mit dem Ex anzubändeln, aus einem narzisstischen Bedürfnis: Ich will wissen, ob er mich noch liebt, ob er fähig ist, nach mir noch eine andere Frau zu lieben. Und vor allem: Ob ich ersetzbar bin!
  • Oftmals steckt auch Bindungsangst dahinter, wenn wir mit jemandem im Gefühlschaos landen, wir uns ständig trennen und dann wieder neu starten. Hier ist es oft ein Punkt in der Beziehung, an dem es einem von beiden zu nah wird, sodass er ausbricht. Mögliche Gründe sind hier schlechte Erfahrungen und die Angst, erneut verletzt zu werden.
  • Aber auch toxische Beziehungen geraten nicht selten zu einer On-Off-Bindung. Das hängt zusammen mit den Phasen des Partners. Mal ist es Lovebombing und die totale, emotionale Zuwendung. Mal gerät die Partnerschaft zur Qual, weil dem Partner nichts recht gemacht werden kann.
  • Manchmal haben wir auch Phasen im Leben, die uns extrem fordern, sei es eine Krankheit, ein Jobwechsel oder der Umzug in eine neue Stadt. Plötzlich verschiebt sich der Alltag und unsere Wahrnehmung und wir entfernen uns innerlich von unserem Partner, entwickeln uns in eine andere Richtung. Manche Menschen trennen sich dann lieber und geraten dann doch in eine On-Off-Beziehung, weil noch Gefühle da sind.

Video: So könnt ihr eure Beziehung retten

Video von Alina Bertacca

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Klärt gemeinsam: Wo wollen wir hin?

Führt ein offenes Gespräch über eure verzwickte Lage: Warum kommt es immer wieder dazu, dass ihr euch trennt und warum dazu, dass ihr immer wieder zusammen kommt? Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft, und zwar erstmal jeder für sich? Bei diesem Gespräch solltet ihr versuchen, nicht als "wir" zu denken und zu reden, sondern erstmal als Individuum mit ganz eigenen Wünschen und Vorstellungen von einer Partnerschaft und von der Zukunft. Nur so könnt ihr herausfiltern, was vielleicht grundlegend nicht passt.

Ihr solltet idealerweise gemeinsam herausfinden, ob es sich lohnt, um die Beziehung zu kämpfen oder sich endgültig zu trennen und gemeinsam eine Entscheidung treffen. Den Fakt ist: Diese Phase des ständigen Hin und Hers zermürbt euch beide langfristig.

Wichtig: Gerade bei toxischen Beziehungen, wie die Beziehung mit einem Narzissten bzw. einer Narzisstin ist es wichtig, endlich wieder auf sich selbst zu achten und sich zu schützen. Von einer narzisstischen Person werdet ihr jedoch weder ein Eingeständnis erwarten können, noch, dass er die Situation klar als toxisch und somit sich als Problem erkennt. Zudem: Sich selbst einzugestehen, dass eine Partnerschaft an diesem toxischen Punkt angelangt ist, ist mitnichten einfach und nicht selten ist professionelle Hilfe erforderlich, um klar zu erkennen, woran man geraten ist.

So könnt ihr eure On-Off-Beziehung retten

Wenn eure Beziehung für keinen von beiden toxisch und somit schädlich und gefährlich ist, und ihr euch dafür entschieden habt, es noch mal wirklich und langfristig miteinander zu versuchen, dann sorgt dafür, dass es nicht eins von vielen "Ons" wird, die dann doch wieder scheitern, sondern ändert etwas!

Geht auch selbst mit euch ins Gericht und überlegt, welche Gründe euch immer wieder dazu führen, die Trennung vorzuziehen. Was sind für euch die wahren Gründe für das Hin und Her? Haben beide noch Gefühle für einander, oder sind es andere Motive, immer wieder zurückzukommen?

Man muss unterscheiden zwischen einer egoistischen Motivation (ich will Sicherheit, ich brauche meinen sicheren Hafen, um mich wohlzufühlen), einem tiefer verankerten Wunsch, wieder mit dem Ex zusammen zu sein, oder dem Bedürfnis, sich nicht mehr mit der Ungewissheit bzw. dem Unvollendeten abfinden zu müssen. In den letzten Fällen rät die Expertin dazu, den Stier bei den Hörnern zu packen und einen neuen Versuch zu wagen.

Damit der Neuanfang mit dem Partner funktionieren kann, müsst ihr viel und offen reden. Liegt es an der fehlenden Offenheit? Lassen sich beide einfach gehen, und könnten sich mehr Mühe geben? Welche Ängste haben beide? Was ist der Grund dafür, dass es immer wieder scheitert? Und vor allem: Sind diese Gründe und Ängste zu überwinden für beide Seiten? Und was müssen beide dafür tun, dass es in Zukunft endlich funktioniert? Euch beiden sollte klar sein, dass ihr etwas ändern müsst, um der Spirale zu entkommen.

Beide müssen ehrlich sein und ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern. Auch, wenn es weh tut. Es bringt nichts, wenn sich einer für den anderen verbiegt. Kompromisse sind gut, aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn man sich komplett zurücknimmt, ist auch keinem von beiden geholfen.

Egal ob es funktioniert oder nicht: Wenn man diese Tipps für sich ausprobiert hat, kann man sich immerhin sagen, dass man alles probiert hat. Es nützt nichts, sich mit Fragen zu quälen - Offenheit und Reden kann hier der beste Ratgeber sein, um das Drama zu beenden.

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So kommst du endlich los und kannst deine On-Off-Beziehung beenden

Es bringt leider nichts: Wenn ihr für euch feststellt, dass ihr nicht wirklich glücklich werden könnt mit diesem Menschen, dann zieht irgendwann einen Schlussstrich. Es bringt nichts, sich noch ewig zu quälen, zumal es ja meist beiden nicht gut geht mit der Geschichte.

Wenn ihr also für euch klar habt, dass ihr gemeinsam keine Zukunft als Paar habt, dann bleibt weg. Sucht nicht ständig den Weg zurück, weil ihr die Vergangenheit verklärt oder euch einsam fühlt. Das ist weder euch noch eurer Partnerin bzw. eurem Partner gegenüber fair. Und es bringt euch beide nicht weiter, so weh das auch vorerst tun mag.

Natürlich ist es schön, wenn man noch freundschaftlich einander verbunden ist. Aber wer zu einer On-Off-Beziehung tendiert, der muss erstmal auf Abstand gehen. Will heißen: Kein Kontakt, keine SMS oder Aktionen, wenn ihr angetrunken oder gefühlsduselig seid. Überlegt selbst: Bereut ihr es am nächsten Morgen? Bei euch beiden waren und sind Gefühle mit im Spiel, und deshalb sollte man nicht ständig wieder den Kontakt aufnehmen, nur weil man sich einsam fühlt, gerade Lust auf Sex oder Lust auf Nähe hat.

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Kleiner Trick: Sagt eurem Umfeld, dass ihr euch trennen möchtet und versucht auf Distanz zu gehen, es aber nicht schafft. Eure Freunde werden euch unterstützen und vor weiteren, unüberlegten Aktionen abhalten, wenn nötig. Manchmal hilft es, wenn andere einen dabei unterstützen, seine Ziele durchzuziehen.

Und wer zu nächtlichen SMS im angetrunkenen Zustand neigt, die er danach schon wieder bitter bereut, der sollte seinem bzw. seiner Ex entfolgen, sie blockieren oder die Nummer löschen. Das klingt hart, aber es schützt euch vor unüberlegten Handlungen und vor allem schützt es auf Dauer euer Herz.

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