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Liebe & Psychologie

Seitensprung: Warum es oft im Freundeskreis passiert

von Fiona Rohde Veröffentlicht am 18. Januar 2017
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Affären beginnen nicht zwangsläufig auf Tinder. Ganz im Gegenteil. Oftmals ist es jemand auf dem eigenen Freundeskreis, mit denen man eine Liaison eingeht. Zum Beispiel, wenn man Probleme in der Beziehung hat und man sich einem guten Kumpel anvertraut. Über Seitensprünge im Freundeskreis und warum das leider keine Seltenheit ist.

​Gründe für eine Affäre sind unterschiedlich. Viele Fremdgänger haben sicherlich kein Verständnis verdient. Sie gehen notorisch fremd, einfach so, für ihren eigenen Spaß. Sie haben weder ein Gewissen noch einen wirklichen Grund. Von ihnen soll hier nicht die Rede sein, denn das wäre den Satz nicht wert.

Aber es gibt eben auch jene Fraktion, die sich nicht aktiv nach Spaß und Abenteuer umgesehen hat, sondern denen ein Seitensprung "passiert" ist. Menschen, die im Nachhinein sagen, dass es ein Fehler war. Und dass es andere Gründe waren, warum sie den Seitensprung begangen haben, statt einfach nur mal das schnelle Abenteuer.

Wenn Freunde zum Kummerkasten für die Beziehung werden

Fremdgehen tun nicht nur Menschen, die skrupellos sind. Und es gehen auch nicht nur die fremd, deren Beziehung bereits im Argen ist oder gänzlich kaputt. ​Das wäre zu einfach gedacht. Dennoch ist es aber eben doch oftmals so, dass Menschen auf Abwege geraten, weil ihnen in ihrere Partnerschaft etwas fehlt.

Sei es, dass beide Partner unaufmerksam waren, sich kaum mehr Mühe gegeben und sich als selbstverständlich genommen haben. Manchmal liegt es auch gar nicht am Partner, man selbst hat sich verändert, entfernt und andere Wünsche und Befindlichkeiten entwickelt, die plötzlich für Beziehungsfrust sorgen. Es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass man außerhalb der Beziehung nach etwas sucht, sei es Nähe, Bestätigung oder einfach nur jemand, der einem zuhört und einem einen guten Rat gibt.

​Natürlich hätten die Betreffenden in dem Moment mit ihrem Partner über die Probleme sprechen sollen. Und zwar BEVOR sie fremdgegangen sind. Schließlich wäre es das Naheliegendste. Dann wäre an dieser Stelle alles gut und der Artikel zu Ende. Aber leider handeln wir in der Liebe häufig völlig unlogisch. Wir leiden und schweigen, statt zu reden – und brechen dann urplötzlich aus. Das, was fehlte, wird dann bei einer anderen Person gesucht.

Und nicht selten passiert dann Folgendes: Statt zu reden, frisst man den Frust in sich hinein. Und wenn man dann doch irgendwann Redebedarf hat, weil der Leidensdruck zu hoch ist, dann schüttet man sein Herz bei einer guten Freundin aus. Oder eben einem guten Freund. Erzählt von seinen Wünschen und dem, was man vermisst.

​Das geteilte Geheimnis, die Offenheit, mit der man redet, sorgt für ein Gefühl von Vertrautheit und irgendwann hat man womöglich eine Beziehung neben seiner eigentlichen Beziehung. Und Heimlichkeiten vor dem eigenen Partner. Und das, was vorher exklusiv mit dem Partner geteilt wurde, wird nun auf einen weiteren Menschen verteilt.

Video: Nachgefragt: Fremdgehen - wie geht's jetzt weiter?

Der "gute, alte" Freund wird plötzlich mehr

Und natürlich ist es anfangs harmlos und der eigene Partner denkt sich womöglich nichts dabei, wenn man den "guten, alten" Freund trifft. Es lässt sich also viel länger verdrängen und schönreden. Ist nicht so offensichtlich wie ein One-Night-Stand mit einem Fremden. Und umso gefährlicher ist deshalb auch die ganze Sache mit dem guten Freund.

Aus noch einem Grund ist es gefährlicher: Denn, wenn sich zwei vermeintliche "Freunde" näher kommen und eine Affäre beginnen, steckt viel mehr dahinter als bei einem Ausrutscher abends betrunken in der Bar. ​Man ist sich vertraut, kennt sich, ist sich näher.

Viele Beziehungen entstehen ja auch deshalb im Freundeskreis, weil gegenseitiges Vertrauen und eine gleiche Basis so verbindend wirken. Man kennt den Background des Anderen, ganz anders als bei einem bloßen Tinder-Foto, wo man eben mal nach rechts oder links wischt. ​

Was man besser hätte tun sollen

Natürlich machen all diese Erklärungen die Sache an sich nicht besser. Es ist und bleibt Fremdgehen. Wie man deshalb erst gar nicht in diese Gefahr gerät? Nun, bei allem "Um-sich-selbst-Kreiseln" und sich gerade "nicht so gut fühlen" sollte man immer bedenken: Es ist und bleibt die einfachste Lösung, mit dem eigenen Partner zu reden, sobald man sich nicht mehr wohl fühlt, etwas vermisst oder sich ungeliebt fühlt. Natürlich wird der erstmal erstaunt bis verletzt reagieren. Aber sicherlich nicht so verletzt, wie wenn die Beziehung an unausgesprochenen Problemen oder Fremdgehen zerbricht. Deshalb: Redet miteinander!

Test: Haben wir noch eine Chance oder soll ich mich trennen?

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