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Echt Fake? So unterscheidet man Fellimitat von Echtpelz!

von Kathrin Stangl Veröffentlicht am 9. Dezember 2014

Verängstigt kauern die weißen Fuchswelpen in einer Ecke ihres kleinen Käfigs. Aus ihrem kuscheligen Fell sollen Pelzkrägen, Wintermäntel und Mützen gemacht werden. Ihr trauriges Schicksal: Sie leben nur, damit sich Menschen später mit ihnen schmücken können.

Gerade Wildtiere wie Füchse, Nerze und Marderhunde sind besonders beliebte Pelzlieferanten. Zu Tausenden werden sie in winzige Drahtkäfige gepfercht. Kot und Urin fallen durch das Bodengitter, damit der wertvolle Pelz ja nicht schmutzig wird. Ihr kurzes Leben: eher ein Dahinsiechen.

"Echtpelz wird in der Mode leider immer noch häufig verwendet. Selten als ganzer Pelzmantel, aber zunehmend als Jackenkragen, Mützenbommel oder als Besatz an Ärmeln und Schuhen", weiß Tomas Pietsch, Wildtierexperte und Biologe bei Vier Pfoten Deutschland. "In dieser Form wird Pelz längst nicht mehr nur von Luxusmarken angeboten, sondern ist auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich geworden."

Junge Füchse im Käfig © Vier Pfoten

Noch gibt es keine verbindliche Kennzeichnungspflicht für Pelzprodukte, bewusst falsch als Kunstpelz etikettierter Echtpelz taucht immer wieder im Handel auf. Denn: Echtes Fell, zum Beispiel von Katzen und Hunden aus China ist manchmal billiger als realistisch wirkenden Kunstpelz herzustellen.

Wer sich für den Winter eine Mütze mit Fellbommel oder eine warme Jacke mit Pelzkragen zulegen will, kann allerdings mit ein paar ganz leichten Tricks herausfinden, ob der Pelz synthetisch hergestellt wurde oder doch ein Tier dafür leiden musste.Tomas Pietsch erklärt, wie es geht:

Der Unterwolle-Test

"Bei langen, ungeschnittenen Pelzen kann man die Oberhaare auseinander ziehen. Wenn unter den langen Haaren Unterwolle, also viele ganz zarte Härchen, auftaucht, handelt es sich um echten Pelz."

Der Leder-Test

"Echtpelz wird auf dem Leder, auf dem er gewachsen ist, verarbeitet. Kunstpelzfasern werden hingegen auf allen möglichen (künstlich hergestellten) Stoffen aufgenäht. An dem Gewebe, das sich unter dem Pelz befindet, kann man also auch erkennen, ob es sich um Echtpelz handelt."

Der Wind-Test

"Man kann ganz leicht über das Pelzteil an der Kleidung pusten. Echte Haare bewegen sich schon bei dem leichtesten Lüftchen, Kunstpelz ist oft schwerer und bewegt sich nicht so leicht."

Der Geruchs-Test

"Schwerer durchführbar, aber dafür sehr sicher, ist folgender Test: Man verbrennt einige Haare des Pelzes. Wenn man beim Verbrennen synthetischen Geruch wahrnimmt und die Haare zu kleinen Klümpchen verschmelzen, handelt es sich definitiv um Kunstpelz."

Wer noch einen Schritt weiter gehen und wirklich zu 100 Prozent ausschließen will, dass für den Pelzkragen an der neuen Jacke ein Tier leiden musste, kann bei Labels einkaufen, die am "Fur Free Retailer"-Programm teilnehmen. Große Ketten wie Esprit, Zara oder H&M haben sich freiwillig dazu verpflichtet, keinerlei Echtpelz mehr für ihre Kleidung zu verwenden.

​Auch beim deutschen Modelabel s.Oliver verzichtet man bewusst auf echtes Fell: "Die Attraktivität eines noch so schönen Produktes hängt nach unserer Ansicht ganz entscheidend davon ab, dass dieses in der Herstellung ethischen und ökologischen Kriterien gerecht wird."

​Also: Augen auf beim Pelzkauf! Kein Tier sollte leiden oder gar sterben müssen, nur damit wir uns mit seinem Fell schmücken können!

von Kathrin Stangl

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