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Feministische Literatur: Diese 5 Bücher sollte jede Frau kennen

von Rebecca Reuter Erstellt am 7. März 2021
Feministische Literatur: Diese 5 Bücher sollte jede Frau kennen© pexels.com

Wir jonglieren unseren Alltag zwischen Job und Kindern, wir schmeißen den Haushalt und fliegen ins All. Wir sind Managerinnen, Mütter, Singles, Studentinnen. Wir sind Frauen. Doch eines sind wir leider auch im Jahr 2021 noch nicht: gleichberechtigt.

Die immer noch existierenden, alten Rollenbilder und Ungerechtigkeiten werden wir nicht von jetzt auf gleich aus der Welt verbannen können. Aber wir können dafür sorgen, dass wir selbst und unsere Mitmenschen umdenken. Es gibt unfassbar tolle feministische Literatur, die jeder, egal welchen Geschlechts, lesen sollte. Nur so schärfen wir unseren Blick für Missstände im Alltag.

Wir haben euch deshalb fünf Bücher rausgesucht, die ihr unbedingt lesen solltet.

Bernadine Evaristo: Mädchen, Frau, etc.

Aus zwölf verschiedenen Frauenperspektiven schildert Bernadine Evaristo eine feministische Geschichte Englands. Die Protagonistinnen berichten mit Witz und Scharfsinn ihre Sicht auf zeitgenössische Debatten rund um Themen wie Rassismus und die Gleichstellung der Frauen und greifen auf, welche Darstellung diese in den Medien erfahren.

Die Perspektivenvielfalt ist unglaublich bereichernd und gibt einen guten Einblick in das Leben von diskriminierten und wütenden Frauen im Alter zwischen 19 und 93. Insbesondere die Kämpfe, die Schwarze Frauen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft austragen müssen, finden durch Evaristo Gehör. Die Protagonistinnen sind lesbisch, transsexuell, queer und hetero. Doch so unterschiedlich sie auch sind, ihre Verbundenheit besteht in der schier endlosen Suche nach ihrer Identität, nach einem Feminismus, der sich nicht an der Theorie, sondern an der Wirklichkeit orientiert.

Was wir von diesem Buch lernen können: Rassismus ist leider in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und für viele alltäglich. Women of Color sind dadurch gleichzeitig von verschiedenen Diskriminierungskategorien betroffen. Was du als Weiße Frau tun kannst: Verfalle bei der nächsten Stammtischparole nicht in verlegenes Schweigen. Steh für deine Werte ein und leiste Beistand, wenn Hilfe benötigt wird.

Das Buch "Mädchen, Frau, etc." von Bernadine Evaristo könnt ihr gleich hier bei Amazon bestellen.*

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Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein

Als bedeutender Klassiker der feministischen Literatur ist der Aufsatz "A Room of One‘s Own" von Virginia Woolf einzuordnen. In diesem greift sie die Stellung der Frau in der Gesellschaft im Großbritannien der 1920er Jahre auf. Knapp ein Jahrzehnt nachdem Frauen zum ersten Mal gesetzlich wahlberechtigt waren, wirft sie einen Blick auf die zentralen Herausforderungen, mit denen eine Frau in der von Männern dominierten Gesellschaft zu kämpfen hat.

Zugleich gibt sie Handlungsempfehlungen wie Frauen sich ihren Freiraum schaffen können: "Eine Frau muss Geld und ein eigenes Zimmer haben." Was hier so plakativ und simpel klingt, entfaltet seine Wirkung in der Abstraktion der Begriffe. Durch die finanzielle Eigenständigkeit sind Frauen befähigt, ihren eigenen Weg zu gehen und nicht in Abhängigkeit zu einem Partner zu leben. Ebenso fordert Woolf den Freiraum ein, der einer Frau zusteht, um sich selbst verwirklichen zu können. An diesem Platz ist sie nur ihren eigenen Erwartungen und Wünschen unterstellt und muss sich vor niemandem rechtfertigen.

Was wir von diesem Buch lernen können: Erkämpfe dir deinen eigenen Platz in der Welt und lass dich nicht von Rollenklischees davon abbringen, das zu tun, was du am besten kannst und liebst.

Das Buch „Ein Zimmer für sich allein“ von Virginia Woolf könnt ihr gleich hier bei Amazon bestellen.*

Video: Die inspirierende Geschichte von Emma Gonzalez

Video von Justin Amaral

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Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau

Obwohl Simone de Beauvoir ihr Buch "Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau." schon vor über 70 Jahren veröffentlichte, hat dieses an Aktualität nichts eingebüßt. Neben "Ein Raum für sich allein" von Virginia Woolf ist de Beauvoirs philosophische Schrift eines der Standardwerke der klassischen, feministischen Literatur und prägte damit besonders die europäische Frauenbewegung der 60er und 70er Jahre.

Der Grundgedanke ist schnell zusammengefasst: Das Wesen eines Menschen ist nicht vorgegeben, sondern ab der Geburt prinzipiell frei, um sich in alle möglichen Richtungen zu entwickeln. So jedenfalls die Theorie. Die Praxis weicht leider auch heute noch von dieser These ab, wenn wir beobachten, wie kleinen Jungs der Ballettunterricht versagt und kleinen Mädchen fast ausschließlich rosafarbene Kleidung angezogen wird.

Frauen werden laut de Beauvoir zu oft in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, indem ihnen schnell die Rolle der Hausfrau, Mutter oder Ehefrau auferlegt wird, ohne dass diese sich dafür entschieden haben. So bliebe keine Zeit für die Entdeckung der eigenen Vorlieben und Pläne. Die Zwänge und Erwartungen einer Gesellschaft an eine Frau sind jedoch keineswegs naturgegeben oder gar unveränderlich. In diesem Sinne lässt sich auch de Beauvoirs Hauptthese erklären: "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es."

Was wir von diesem Buch lernen können: Es ist völlig egal, ob dein Sohn gerne Nagellack trägt oder deine Tochter sich im Fußballverein anmelden möchte: Sie sind Menschen und sollten sich frei von Rollenklischees entfalten dürfen.

Das Buch "Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frauvon Simone de Beauvoir könnt ihr gleich hier bei Amazon bestellen.*

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Magarete Stokowski: Untenrum Frei

Magarete Stokowski verbindet in ihrem Buch Anekdoten zum Thema Sex, Macht und gesellschaftlicher Prägung. Herausfordernd und feministisch sind ihre Worte, die den Status Quo unserer heutigen Gesellschaft anprangern. Dabei stellt sie bereits im Vorwort klar, dass Feminismus für sie die Gleichberechtigung der Geschlechter bedeutet und dass ungeachtet des Körpers und des Geschlechts alle Menschen dieselben Rechte und Freiheiten genießen sollten. Es gehe ihr nicht darum, Frauen über Männer zu stellen oder gar eine Alleinherrschaft der Frau zu unterstützen.

Wenn man sich selbst noch nicht so sehr mit der Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft auseinandergesetzt hat, fragt man sich an dieser Stelle: Moment mal, sind wir nicht alle bereits gleichberechtigt? Ist das nicht sogar im Grundgesetz verankert?

In der Theorie trifft diese Annahme absolut zu. Doch in der Realität sieht es leider viel zu oft anders aus. Seien es Disney-Filme, die Mädchen schon im jungen Alter Schönheit als Allheilmittel propagieren und aufzeigen, dass die männlichen Figuren weitaus öfter das Sagen haben, oder einfach die Tatsache, dass Frauen bei gleicher Qualifikation im gleichen Beruf weitaus geringer bezahlt werden. Stokowski nimmt sich vieler Fragen an, die genau diese mediale Darstellung aufwirft und schildert imposant, welche Auswirkungen das auf unser aller gesellschaftliches Leben hat.

Was wir aus diesem Buch lernen können: Die Medien und gesellschaftlichen Traditionen beeinflussen uns viel nachhaltiger, als wir uns vorstellen können. Wir müssen anfangen diese zu hinterfragen!

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Chimamanda Ngozi Adichie: Mehr Feminismus!

Auf der alljährlichen Innovations-Konferenz "TED" referierte Chimamanda Ngozi Adichie über die Notwendigkeit des Feminismus und warum dieser nicht ausschließlich den Frauen der Schöpfung vorbehalten sei. Ihre Rede "Why we all should be Feminists" und vier weitere Geschichten sind in Deutschland als Buch unter dem Namen "Mehr Feminismus!" erschienen. Nicht nur Beyoncé, die einige Aussagen Adichies in ihrem Song "Flawless" aufgreift, ist begeistert. Auch das Modehaus Dior rezitierte ihren Claim und präsentierte stolz ein T-Shirt mit der Aufschrift "We should all be Feminists".

Adichie berichtet gekonnt und poetisch von Schuldzuweisungen, Scham und Sexualität, aber auch von der Liebe und Heimatgefühlen. Kämpferisch und inspirierend spricht sie Missstände an, die wir alle beseitigen können und auch müssen, denn: "Die Kultur macht nicht die Menschen. Die Menschen machen die Kultur. Wenn es zutrifft, dass die gesamte Weltbevölkerung der Frauen nicht unsere Kultur ist, dann können und müssen wir diese zu unserer Kultur machen."

Was wir aus diesem Buch lernen können: Männer sind keine Gegner, sie können uns in unseren Forderungen nach einer gerechten Gesellschaft zur Seite stehen und uns helfen, die frauenfeindlichen Strukturen zu demaskieren, um so mit Rollenerwartungen zu brechen.

Das Buch "Mehr Feminismus!" von Chimamanda Ngozi Adichie könnt ihr gleich hier bei Amazon bestellen.*

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All diese Bücher machen Lust auf eine bessere, tolerantere Welt! Es gibt noch viel zu tun, doch wir bilden uns weiter, wir klagen Ungerechtigkeiten an und geben nicht eher Ruhe, bis alle Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben. Es ist ein langer Weg, doch geben wir einander die Hand, gemeinsam beschreiten wir ihn erhobenen Hauptes.

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