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Selbstvertrauen stärken: Finde deine innere Stärke für schwierige Situationen

von Fiona Rohde Erstellt am 29. August 2021
Selbstvertrauen stärken: Finde deine innere Stärke für schwierige Situationen© unsplash.com / joshua-rawson-harris

Wie soll man in schwierigen Situationen überzeugen, wenn man kein Vertrauen in sich selbst hat? Darüber, warum es uns oft an Selbstwertgefühl mangelt und was wir tun können, um unser Selbstvertrauen zu stärken, haben wir mit der Mentorin Tatjana Faranda gesprochen.

Unsere Expertin Tatjana Faranda von Phoenix Power hat ihre Berufung zum Beruf gemacht. Als Mentorin möchte sie andere Menschen ganzheitlich stark machen, mit Mindset Coaching, Selbstverteidigung und Quantenheilung. Mehr Infos zu Tatjana und Phoenix Power findet ihr auch unter www.phoenix-power.de.

Selbstvertrauen brauchen wir in jeder Situation im Leben. Nicht nur in den schwierigen, sondern selbst dann, wenn wir mit lieben Menschen zusammen sind. Es hilft uns, selbstsicher zu sein, damit wir uns anderen Menschen gegenüber öffnen können. Aber natürlich ist es gerade in schwierigen Momenten, in denen wir uns per se unsicher oder vielleicht sogar angegriffen fühlen, noch wichtiger, ein gutes Selbstvertrauen zu besitzen.

Wir haben uns mit der Mentorin Tatjana Faranda getroffen, um von ihr Strategien und Tipps zu bekommen, die uns in schwierigen Lebenssituationen helfen und die das Selbstvertrauen in die eigene Kraft stärken sollen.

Selbstvertrauen: Warum Frauen hier mehr an sich arbeiten müssen

Sicher kennt jeder diese Momente im Alltag, in denen wir an uns selbst zweifeln. Sei es, dass wir uns um einen neuen Job bemühen wollen oder dass wir gar eine Abweisung unseres Könnens hinnehmen müssen. Aber auch im privaten Bereich, in der Familie oder unter Freunden ist es nicht immer leicht, mit Kritik an der eigenen Person umzugehen. Vor allem, weil wir selbst eh schon voller Selbstzweifel und unser ärgster Kritiker sind.

Und es ist kein Klischee, wenn man sagt, dass Frauen sich selbst gerne unter den Scheffel stellen und sich schlechter machen, als sie sind. Leider neigen wir dazu, unseren Selbstwert zu unterschätzen und das Vertrauen in uns und unsere Fähigkeiten Stück für Stück in seine Einzelteile zu zerlegen. Eine amerikanische Studie bestätigt das: Männer halten sich selbst im Schnitt für selbstbewusster als Frauen.

Das Problem: Frauen machen die Zweifel an sich selbst häufiger zum Thema als Männer. Mit dem unschönen Effekt, dass sie sich selbst kleinreden. "Frauen holen ihre Bestätigung zudem oftmals von Außen, also von anderen und deren Meinung und Feedback. Männer indes schöpfen ihr Selbstvertrauen eher aus sich selbst", so Mentorin Tatjana Faranda.

Ein neues Verständnis für die eigene Selbstwirksamkeit zu entwickeln, die eigenen Grenzen und Zwänge zu durchbrechen und seine Stärke zu finden, ist ein arbeitsreicher Weg, der sich lohnt. (Tatjana Faranda)

Selbstvertrauen stärken: Der Schlüssel liegt in uns selbst

Es klingt so simpel und ist doch so schwer: Sich selbst zu lieben und anzunehmen, mit all seinen Schwächen, fällt den meisten Menschen schwer. Dabei sollten wir uns klarmachen: Menschen mit einem guten Selbstvertrauen sind nicht zwangsläufig mit weniger Schwächen ausgestattet, sie haben lediglich eine positive Einstellung zu sich selbst.

Und das ist der entscheidende Faktor. Denn wenn ich hinter mir stehe und mich selbst mag, dann kann mich Kritik und Ablehnung von außen in meinem Selbstwertgefühl nicht so tief erschüttern. Einfach, weil man seine Fähigkeiten kennt und weiß, was man sich selbst wert ist. Und: Ich kann anders auf andere zugehen, anders mit anderen Menschen agieren und für sie da sein, wenn ich mir selbst und meinen Fähigkeiten vertraue.

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Video: Studie zu Bodypositivity

Video von Aischa Butt

Die Wurzeln des Selbstvertrauens liegen in der Kindheit

Leider gibt es keinen Knopf, der uns von jetzt auf gleich umdenken lässt und jeder Mensch ist individuell und wird seinen eigenen Weg brauchen. Zumal die Ursachen meist in unserer Kindheit liegen, wie die Mentorin erklärt. "Haben die Eltern ihr Kind unterstützt und ihm gezeigt, dass es Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten haben kann?" Das wäre der Idealfall.

Doch oftmals haben Eltern (wie zum Beispiel sehr stark die Nachkriegsgeneration und deren Kinder) Probleme damit, ihre Gefühle zu zeigen. Gefühle werden (ungewollt) als negativ bewertet. "Wir erklären und rechtfertigen uns für Tränen, Frust und Wutausbrüche. Zugleich werden Emotionen und das Reden darüber in vielen Familien unterdrückt", so Tatjana Faranda.

Das alles sorgt leider nicht dafür, dass wir uns selbstbewusst und frei entfalten können. "Wie willst du weiblich und weich sein, wie willst du dich ausdrücken, wenn du als Frau von Anfang an in ein Muster gepresst wirst?" Ganz zu schweigen davon, dass diese Muster meist arg veraltetet Rollenmuster sind.

Und der Druck wird im weiteren Verlauf des Lebens keinesfalls weniger. Allein schon der gesellschaftliche Druck, wie das perfekte Frausein auszusehen hat, das sehr auf Äußerlichkeiten basiert. Enthaart, sportlich, gesund und jung: Eine elende Armada von Glaubenssätzen über Erfolg und Schönheit im Leben, die uns von klein auf überallhin verfolgt.

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Mit bösen Folgen, so die Mentorin: "Frauen machen sich oft sehr klein, weil wir uns stark über unser Äußeres definieren. Wir wurden dazu erzogen, Feedback über außen zu bekommen, sei es durch das Lob der Eltern oder gute Noten in der Schule. Und Frauen sind zudem im permanenten Vergleich mit anderen." Kein Wunder also, dass wir unseren Selbstwert gar nicht mehr wirklich kennen.

Das Feedback unseres Umfelds sagt uns von klein auf, wie wir zu sein haben. "Das darfst du nicht. Das ist nicht gut genug, das ist falsch, das richtig". Und diese Sätze aus unserer Kindheit kramen wir immer wieder hervor, wenn wir getriggert werden. Wenn der Chef uns kritisiert, wenn wir Konflikte in der Beziehung haben: Überall kommen dann die erlernten Muster über richtig und falsch, über Versagen und Bestehen wieder hervor.

"Viele Frauen haben Angst etwas falsch zu machen. Kann ich das so machen? Ist das nicht egoistisch? Nein. Es hat etwas mit Selbstliebe zu tun", so Tatjana Faranda. Denn nur wenn ich in mir selbst ruhe, kann ich auch für jemand anderen da sein. Etwas, was Frauen deshalb oft schwerfällt, weil wir dazu prädestiniert sind, für ein anderes Wesen mitdenken zu müssen. Also uns selbst und unsere Belange hinten anzustellen, allein weil wir Kinder bekommen können und dann für ein anderes Wesen verantwortlich sind.

Im Wort Selbstvertrauen steckt ja auch das Wort 'trauen' – trauen sich selbst zu zeigen. (Tatjana Faranda)

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Selbstvertrauen stärken: 5 simple Tricks

Was kann man dennoch als allgemeinen Tipp mitgeben, wenn Menschen ein extrem geringes Selbstbewusstsein haben und sehr auf die Meinung anderer fixiert sind? Hier ein paar Tipps der Mentorin für mehr Vertrauen in sich selbst:

Tipp 1 – Nicht alles persönlich nehmen

Wenn jemand etwas sagt, sei es, dass er Kritik äußert oder Konflikte anspricht, sollte man einfach mal genauer hinhören, was er wirklich sagt. Oft nehmen wir Kritik extrem persönlich und in uns läuft eine Spirale der Selbstkritik ab, getriggert von unserem Gegenüber. "Besser wäre es jedoch, das Positive in der Kritik zu suchen. Was ist die Botschaft in der Kritik, denn nur so kann ich mich verbessern für das nächste Mal", so die Mentorin. "Manchmal reicht es auch für sich einzuordnen: Kritisiert der andere mich oder die Situation?"

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Tipp 2 – Stärkung von innen heraus

Am Anfang wird es schwierig sein, umzudenken, weil die meisten von uns von klein auf daran gewöhnt sind, sich mehr auf ihre Schwächen zu fokussieren, als auf ihre Stärken. Dabei hat jeder von uns Stärken und Schwächen. Leider verbrauchen wir die meiste Energie mit unseren Schwachpunkten. "Wir sollten uns mehr auf die Stärken fokussieren und daran arbeiten, wie wir diese Stärken optimieren können." Das wird nicht sofort gelingen, aber auf Dauer kann man hier viel bewirken.

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Tipp 3 – Bewusst und offen mit Schwächen umgehen

Jeder sollte sich bewusst machen: Ich muss nicht alles können und wenn ich meine Schwächen kenne, dann bin ich auch weniger angreifbar. Nehmen wir z.b. die Eifersucht. Wir projizieren unser Befinden auf unsere Partnerin bzw. unseren Partner. Wen trifft er? Wen schaut er an? Wir achten auf alles, was er tut. Dabei steckt dahinter nicht das vermeintlich falsche Verhalten des Partners, sondern allein der Gedanke, dass wir nicht gut genug sind, dass wir ersetzbar sind. Unser geringes Selbstwertgefühl sorgt dafür, dass wir unter massiver Verlustangst leiden. Und jedem ist klar, dass starke Eifersucht eine Beziehung auf Dauer kaputt macht.

Wer jedoch weiß, dass er so tickt, sollte das offen kommunizieren und mutig zu seiner Schwäche stehen. Wir alle haben Ecken und Kanten, aber wir sollten uns nicht von unseren Schwächen leiten lassen, sondern eher von unseren Stärken. Wenn ich eifersüchtig bin und die Gründe kenne, kann ich das mit meinem Partner klären und einen Weg finden, wie beide gemeinsam damit umgehen wollen. So sorgt der offene Umgang mit unserer Schwäche auch manchmal für eine Stärkung unseres Vertrauens in uns selbst.

Und wir dürfen uns auch schwach zeigen, vor anderen weinen, ohne uns zu entschuldigen. "Nur so kommen wir zurück in die Menschlichkeit und motivieren andere dazu, sich auch so zu zeigen, wie sie sind." Wenn wir alle immer nur bluffen und unser optimiertes Selbst präsentieren, dann sorgt das letztlich nur für eins: Für Frust auf allen Seiten und die Menschlichkeit und das Miteinander schwindet.

Wir müssen nicht perfekt sein. Es reicht, wenn wir authentisch sind. (Tatjana Faranda)

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Tipp 4 – Sich nicht ständig vergleichen

So oft gehört, und dennoch will es nicht so ganz klappen: Wir müssen aufhören, uns zu vergleichen. "Sei dein eigenes Original und keine Kopie von jemand anderem!", so die Mentorin. Und klar sind Social Media Kanäle wie Instagram und Pinterest nicht wirklich dafür geschaffen, unser Selbstvertrauen zu stärken. Wie oft zieht uns das dort gezeigte schöne perfekte oder auch wunderschön unperfekte Leben runter, weil wir uns selbst daneben klein fühlen?

Das gilt auch für Tabu-Themen wie z.B. Burnout oder vermeintliche körperliche Makel. Zeigt euch so wie ihr seid, anstatt anderen nachzueifern. Und man sollte sich immer darüber im Klaren sein: Kleine Veränderungen bewirken auch Veränderungen im Großen. Also denkt nie: Was kann ich allein schon tun, es ändert sich ja doch nichts?

Tipp 5 – Check dein Umfeld

"Frag dich in einer ruhigen Minute mal offen: Habe ich Menschen um mich, die mir guttun? Überlege dir, ob du es dir selbst nicht wert sein solltest, dich von Menschen zu trennen, sie aus deinem Leben zu entfernen, wenn sie dafür sorgen, dass es dir nicht gut geht." Das mag hart klingen, aber jemand, der uns ständig nur kritisiert und niedermacht oder uns ausnutzt oder als Fußabtreter missbraucht, der trägt kein winziges Teilchen dazu bei, dein Leben zu bereichern. Nein, er raubt dir sogar noch Energie und Lebensfreude.

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Versucht es nicht immer allen recht zu machen. Sonst macht ihr es allen recht, nur euch selbst nicht. (Tatjana Faranda)

Beurteilung und Kritik im Job: Kein einfaches Pflaster

Noch härter und ungeschützter trifft uns Kritik oft im beruflichen Umfeld. Hier sind wir Arbeitnehmer oder Dienstleister, wir bekommen einen Lohn für unsere Leistung und dementsprechend sind wir gefordert und wollen liefern. Umso mehr sollten wir unser Selbstvertrauen für diesen Part unseres Lebens stärken.

Kommt es hier zu Dissonanzen oder gar Ablehnung, kann das unser Selbstvertrauen arg erschüttern. Wie können wir es hier schaffen, professionell und klar aufzutreten, ohne unsere Sicherheitszone zu verlassen? Welche Tipps gibt es?

Tipps um sein Selbstvertrauen im Job zu stärken

"Im beruflichen Umfeld fällt es uns meist doppelt schwer, an uns zu glauben, weil wir hier mit Existenzängsten konfrontiert werden. Eine Urangst", wie Tatjana Faranda erklärt, "schließlich geht es hier um den Job, der uns und unsere Liebsten ernährt und ein gutes Leben ermöglicht". Die Angst vor dem sozialen Abstieg sitzt tiefer als man denken mag. Dementsprechend schwieriger ist es, sich im beruflichen Umfeld zu positionieren.

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Hier ein paar Tipps der Mentorin, wie du dein Selbstvertrauen im Job stärken kannst:

#1 Deine Körperhaltung ist wichtiger als du denkst. Wenn du etwas sagst, dann macht das gesprochene Wort den kleinsten Teil deiner Botschaft aus. Viel mehr ist es deine Mimik, deine Stimme, dein Blickkontakt und deine Körperhaltung, die dem anderen etwas vermittelt. Deshalb stell dich gerade hin, nimm die Schultern zurück und blicke deinem Gegenüber in die Augen, wenn du sprichst. Das sind minimale Änderungen, die aber sehr viel an deiner Außenwirkung ändern.

#2 Du musst dir nicht alles im Job gefallen lassen. Wenn du morgens mit Bauchschmerzen zum Job gehst, weil du dich nicht wertgeschätzt fühlst oder sogar mies behandelt, dann änder was. Auch wenn wir es oft denken: Der Job ist nicht unser Leben. Gleichwohl kann dein Job dir aber dein Leben und dein Wohlbefinden extrem vermiesen. Mach dir klar: Es gibt noch andere, als nur den einen.

#3 Du darfst dich auch gerne mal selbst dafür feiern, wenn dir etwas gut geglückt ist im Job. Sich selbst innerlich auf die Schulter zu klopfen oder sich auch mal zu loben ist nicht eingebildet, sondern absolut natürlich und nützlich. Damit änderst du dein Denkmuster. Denn wir merken uns einen Fehler oftmals deutlich länger als etwas, was uns gut gelungen ist.

#4 Und auch im Job gilt: Nimm nicht alles persönlich. Wenn dich jemand anbrüllt und seine schlechte Laune an dir auslässt, dann mach dir die Beweggründe klar, statt verletzt zu sein. "Er meint letztlich gar nicht dich und seine Wut hat nicht zwangsläufig etwas mit dir persönlich zu tun." Sei es, dass derjenige einfach unter Stress steht oder einen miesen Tag hatte. Sag dir: Selbst wenn ich etwas verschuldet habe, dann meint er nicht meine Person, sondern die Situation an sich, die Grund für seine Wut ist. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied.