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Raus aus der Einsamkeit! Dating-Tipps, die Singles jetzt helfen

von Fiona Rohde Erstellt am 10. November 2020
Raus aus der Einsamkeit! Dating-Tipps, die Singles jetzt helfen© Getty Images

Soziale Kontakte aufgrund von Corona minimieren. Das sagt sich so leicht. Was aber, wenn man Single ist und die Einsamkeit immer größer wird? Über Kontaktmöglichkeiten trotz Corona und die etwas andere Art zu Daten.

Nicht jeder kommt mit Social Distancing gleichermaßen gut klar. Zum einen geht jeder von uns anders mit schwierigen Krisen um. Zum anderen sind aber auch die Voraussetzungen denkbar unterschiedlich. Da gibt es vielleicht den Familienmenschen mit Haus und Garten, dem die Decke eben nicht auf den Kopf fällt. Und da gibt es den Single, der sich in seiner Stadtwohnung wie ein Tiger im Käfig fühlt.

Das schlägt nicht wenigen Menschen in Zeiten von Corona und Lockdown gehörig auf die Stimmung.

Warum die Einsamkeit so schwerfällt

Dass Unsicherheit und Einsamkeit in Deutschland zunehmen zeigt auch der Friendship Report von Snapchat. Hierfür wurden 30.000 Menschen in 16 Ländern sowie Experten weltweit befragt. So fühlen sich laut der Studie 26 Prozent der Deutschen einsam.

Social Distancing führt ja auch dazu, dass jemand, der alleine lebt, auch seine Freunde und Verwandten nicht mehr regelmäßig treffen kann. Und das vergrößert für 40 Prozent die Einsamkeit noch deutlich. Zumal der zweite Lockdown auf eh schon angeschlagene Gemüter trifft und zudem die dunkle Jahreszeit ansteht.

Psychische Gesundheit: Liierte haben es deutlich leichter

Fakt ist: Wer in einer glücklichen Beziehung lebt, der ist vor derartigen Gefühlen eher gewappnet. Natürlich empfindet man auch als liierter Mensch die zunehmende Isolation als bedrückend, aber man hat eben noch seinen Partner bei sich. Eine gute Partnerschaft ist der perfekte Schutz für die körperliche und seelische Gesundheit.

Erste Studien zeigen ja bereits, dass die Pandemie und der Lockdown ihre Spuren in der Psyche hinterlassen. So haben Angstzustände, Depressionen und psychische Krankheiten zugenommen. Und vor allem Singles sind da vermehrt betroffen. Soziale Kontakte sind wichtig. Und deshalb muss es auch jetzt als Single möglich sein, andere Menschen kennenzulernen. Die Frage ist eben nur wie.

Video: Corona-Quarantäne: Tipps gegen Einsamkeit

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Singles müssen erfinderisch sein

Klar ist: Einfach so Daten ist gerade nicht möglich. Vor allem jetzt im zweiten Lockdown. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile gar nicht so schlechte Wege und Mittel, sich der Einsamkeit zu entziehen und – trotz aller Vorgaben und Regeln, die man natürlich befolgen sollte – jemanden kennenzulernen.

Wer jetzt direkt den Kopf schüttelt und "unverantwortlich" denkt, der kennt die Einsamkeit mit all ihren üblen Nebeneffekten nicht. Es ist für viele Menschen eine unerträgliche Lage, die ja nun auch noch etwas andauern dürfte – kein Wunder, wenn da viele Singles erfinderisch werden.

Und erfinderisch heißt in dem Fall: Sie finden Möglichkeiten, andere kennenzulernen, und zwar ohne rücksichtslos und unverantwortlich zu sein! Wir wollen hier nicht zu kollektivem Ungehorsam aufrufen, sondern schauen, was in diesen komplizierten Zeiten möglich und vertretbar ist.

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Achtsam Daten: Tipps gegen die Einsamkeit

Wie aber sieht ein Corona-konformes Date aus? Natürlich sollten Singles ein paar Regeln beachten. Und ja, eine digitale Kommunikation ist absolut vorzuziehen – für die eigene Sicherheit und die des Dates. Aber auch auf diesem Weg ist es möglich, nicht im Single-Frust zu versinken.

Dass das Sinn macht, zeigt eben auch der Trend Slow Dating. Denn die neue Achtsamkeit und Langsamkeit beim Dating, entgegen dem früheren Speed-Dating, ist nicht nur save in der Pandemie, sondern hat noch einen schönen Nebeneffekt: Denn letztlich wählen wir unsere Dating-Partner jetzt viel gezielter und bewusster aus. Also weniger Pleiten, Pech und Pannen.

Dank der digitalen Kommunikation haben Singles die Möglichkeit, ihr Gegenüber jetzt viel ausgiebiger abzuchecken, ob es passt und ob beide das gleiche wollen, bevor man sich zu einem Date entschließt. Gemeinsame Interessen, Hobbys, Werte oder Abneigungen: All das lässt sich ja auch vorher virtuell in Ruhe klären.

Es geht so mehr um die Persönlichkeit, als nur um ein Bild, das einen kurz anspricht. Weniger Dates, dafür aber passende und gute Dates.

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Slow & Online-Dating boomt derzeit

Dass viele Singles derzeit genau so agieren, haben auch die Dating-Portale seit dem ersten Lockdown gemerkt. So ist die Zahl von Textnachrichten und Video-Chats in die Höhe geschnellt.

Die amerikanische Dating-App OkCupid konnte seit Beginn der Pandemie einen deutlichen Anstieg der Video-Dates ausmachen. Auch Chatten, Schreiben und Telefonieren sei um 280 Prozent gestiegen. Tinder konnte ebenfalls feststellen, dass nicht nur die Zahl der Nachrichten deutlich gestiegen ist. Auch die Länge der Textgespräche sei deutlich mehr geworden.

Also, auch wenn ein Treffen nicht direkt vorschnell geplant werden sollte: Es gibt viele alternative Möglichkeiten, sich nah zu sein und kennenzulernen. Ihr seid genervt vom ewig distanzierten Nachrichten schreiben? Hier ein paar Tipps, für die etwas andere Art des Datings:

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Daten trotz Social Distancing: 7 Ideen für mehr Nähe zu zweit

1. Walk in the Parc
Eine Entdeckung, die viele Dating Paare sicherlich gemacht haben: Spazieren gehen. Was man früher vielleicht langweilig und altbacken fand, ist jetzt die beste Art zu daten. Denn man ist draußen an der frischen Luft, auf Abstand, vielleicht sogar beide mit Maske. Eine nicht alltägliche aber recht sichere Art sich Kennenzulernen.

2. Virtuell genießen: Vom Menü bis zum Weintasting
Es gibt aber auch viele schöne Möglichkeiten, romantische Dates zu haben ohne sich zwangsläufig zu treffen. So kann man mit seinem Partner ein Weintasting per Video-Telefonie machen, oder gemeinsam Kochen (jeder in seiner Küche) und dann "gemeinsam" per Video Chat essen. Not muss in dem Fall einfach erfinderisch machen, und letztlich ist es sicherlich auch gar nicht so unspannend, sich neue Wege des Datings auszudenken.

3. Virtueller Kultur-Genuss: Vom DJ-Set bis zur Mona Lisa
Auch gut: Es gibt viele Online-Angebote von Clubs, Theater oder Oper, wo man sich dazuschalten und genießen kann. Sei es das DJ-Set, das man online mitverfolgen kann oder dass kulturelle Veranstaltungsorte online besondere Einblicke anbieten. Auch virtuelle Besuche in Museen sind möglich. Auf Google Arts & Culture können 500 Museen und Ausstellungen aus der ganzen Welt online besichtigt werden, sogar das Schloss Versailles könnt ihr gemeinsam besuchen.

4. Per Klick gemeinsam in den Zoo
Tierliebhaber treffen sich zum Hundespaziergang oder gehen virtuell in den Zoo. Wie wäre es zum Beispiel die Pinguine im San Diego Zoo zu besuchen, den Elefantenpark im Züricher Zoo oder einen Rundgang durch Hagenbecks Tierpark per Google Streetview?

5. Pläne schmieden für bessere Zeiten
Was auch hilft: Gemeinsame Pläne schmieden für die Zeit nach Corona. Alles, was ihr jetzt nicht tun könnt, könnt ihr gemeinsam planen und die Vorfreude darauf genießen. Welches Lokal willst du ihm zeigen, welchen deiner Lieblingsplätze in der Stadt? Wo könnte ein Wochenendtrip hingehen? Klingt mau, tut aber trotzdem gut.

6. Rituale schaffen
Man kann sich auch mit seinem neuen Lieblingsmenschen gemeinsame Rituale ausdenken, die die Bindung festigen, auch wenn man sich nur selten live sieht. So zum Beispiel ein morgendlicher Weckanruf oder ein abendliches Video-Telefonat aus dem Bett. Auch das kann eine Bindung festigen, in komplizierten Zeiten, wo man sich eben nicht in Bars oder sonst wo draußen treffen kann.

7. Kleine Geschenke erhalten die Liebe
Auch schön: Wenn ihr selbst schon nicht bei eurem Liebsten vorbeischauen könnt, schickt ein Päckchen zu ihm und überrascht ihn mit einem kleinen Gruß per Post. Vielleicht schlagt ihr direkt zwei Fliegen mit einer Klappe und verschenkt Gutscheine von Läden oder Gastronomie, die ihr in der Krise unterstützen wollt.

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Und live treffen?

Jedem dürfte klar sein, dass man nicht körperlich in die Vollen gehen kann, wie das noch vor Corona möglich war. Selbst wenn es nur um einen Kuss oder eine Umarmung geht, sind Singles jetzt vorsichtiger.
Und es hat sich gezeigt, dass es vielen Singles wichtig ist, dass ihr Dating-Partner in Sachen Vorsicht und Corona-Maßnahmen ähnlich tickt wie sie. Laut einer Umfrage von LemonSwan ist das ganzen 62 Prozent der Singles sehr wichtig. Wenn sich also beide einig sind und vorsichtig, steht einem Treffen nichts im Weg.

Man sollte sich klar machen: Vorsicht ist wichtig, damit möglichst bald bessere Zeiten kommen. Wenn wir selbst bei Freundschaften in Zeiten von Social Distancing Rücksicht nehmen, sollten das Singles auch beim Dating tun. Auch wenn es schwerfällt: Die Liebe wird alle Hürden überwinden. Ihr müsst nur fest an sie glauben.

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