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Der 4. Schwangerschaftsmonat

von Redaktion Veröffentlicht am 22. Mai 2008
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Sie sind im 4. Monat schwanger. Viele Mütter bemerken jetzt, wie der Bauch runder wird. Und es können weitere Tests durchgeführt werden, um eine mögliche Krankheit im Mutterleib zu erkennen.

Die Vorsorgeuntersuchung
- Der Arzt prüft den Blutdruck, das Gewicht und den Zustand des Muttermundes. Wenn der Muttermund geöffnet ist muss er künstlich mit einer Gebärmutterhalsumschlingung (Cerclage) verschlossen werden, um eine Fehlgeburt zu verhindern.
- Der Arzt ermittelt ebenfalls den so genannten Fundusstand: Dabei wird mit einem Maßband der Abstand zwischen dem Schambein (Symphyse) und dem manuell ertasteten oberen Gebärmutterrand (Fundus) gemessen. Im 4. SSM beträgt der Symphysen-Fundus-Abstand (FSA) 16 cm, d.h. die Gebärmutter erstreckt sich ungefähr bis zum Bauchnabel. Ihre Gebärmutter wächst immer mehr. Es kann daher sein, dass Sie häufig starke Schmerzen im Unterbauchbereich verspüren,
die jederzeit auftreten können.
- Falls Sie ein Brennen verspüren oder unter Blasen- bzw. Bänderschmerzen leiden sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen. Bänderschmerzen können durch eine Anomalie ausgelöst werden.

Die Früherkennung von chromosomalen Krankheiten
Im 4. Monat gibt es zusätzliche Methoden, um festzustellen, ob beim Fötus eine genetische Anomalie vorliegt. Ihr Frauenarzt wird Sie sicherlich darüber aufklären. Das Risiko einer chromosomalen Störung steigt mit dem Alter an (Frauen ab 38 sind besonders gefährdet). Das Krankheitsrisiko kann durch eine Blutanalyse ermittelt werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird und von der Patientin bezahlt werden muss:

- Der Triple-Test misst die Konzentration von drei Substanzen im Blut der Mutter: das Alpha-Fetoprotein (AFP), das freie Estriol (E3) und das Hormon Beta-hCG. Ein stark erhöhter Hormonwert zwischen der 15. und 16. SSW kann auf das genetisch bedingte Down-Syndrom (Trisomie 21) hinweisen. Eine anormale Menge des kindlichen Eiweißes Alpha-Fetoproteins (AFP) deutet eventuell auf die (sehr seltene) Krankheit Spina Bifida hin (Offener Rücken: Die Wirbelsäule oder das Rückenmark sind nicht richtig verschlossen und führen zu einer Lähmung oder zu einer geistigen Behinderung). Ein zu hoher oder zu niedriger AFP-Wert kann also problematisch sein. Wenn das Risiko bei Ihnen aufgrund der Blutwerte, des Alters oder einer familiären Vorbelastung erhöht ist, wird zu einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) geraten. Dabei entnimmt der Arzt unter Ultraschallkontrolle mit
einer hauchdünnen hohlen Nadel und einem Einstich durch die Bauchdecke und Gebärmutterwand eine Flüssigkeitsprobe (ca. 15-20 ml) aus dem Fruchtwasser, in dem der Fötus schwimmt.

Wichtig: Der Triple-Test liefert keine Diagnose sondern sagt nur aus, ob ein statistisches Krankheitsrisiko besteht. Der Test kann also nicht feststellen, ob Ihr Kind krank oder gesund ist.

Die Entwicklung Ihres Babys
- Wenn es nicht Ihr erstes Kind ist spüren Sie jetzt vielleicht schon wie sich Ihr Baby im Bauch bewegt. Das ist ein sehr emotionsreicher Augenblick... Wenn Sie leichte Darmschmerzen haben besteht kein Grund zur Panik. Sie werden schnell den Unterschied erkennen!
- Der gesamte Körper des Fötus wird mit einer feinen Behaarung (Lanugo) überzogen, die später wieder verschwindet. Die Haare und die Fingernägel wachsen.
- Der Kopf des Babys, der vorher übermäßig groß war, nimmt im Verhältnis zum restlichen Körper normale Proportionen ein. Das Kleinhirn entwickelt sich. Die Gliedmaßen verlängern sich immer mehr. Die kleinen Hände sind bereits voll ausgebildet.
- Ihr Baby imitiert Atemübungen obwohl die Atemfunktion noch nicht vorhanden ist. Dabei gelangt Fruchtwasser in die Lungen, das wieder "ausgeatmet" wird.
- Die Sinnesorgane entwickeln sich weiter und sind schon fast voll ausgebildet. Ihr Baby hat bereits einen funktionierenden Tastsinn! Sie können Ihr Kind also durch die dünne Hautschicht streicheln, denn es spürt die Berührung! Der Mund kann sich bewegen und der Geschmackssinn wird feiner.
- Der Gehörapparat ist voll entwickelt. Ihr Kind reagiert empfindlich auf Licht, aber es kann noch nicht sehen.
- Ihr Baby ist ungefähr 19 cm groß und wiegt 200-250 g.

Formalitäten
- Haben Sie sich schon in einer Geburtsklinik angemeldet? Wenn nicht, wird es höchste Zeit! Achtung: Einzelzimmer werden meistens nicht übernommen. Bei einer Entbindung in einem Geburtshaus muss die Kasse laut BSG-Urteil nur das Honorar der Hebamme zahlen (und z.B. nicht die Unterbringung oder Verpflegung). Klären Sie lieber vorher ab, welche Leistungen von Ihrer Krankenkasse oder Zusatzver-sicherung übernommen werden, um später eine unangenehme Überraschung zu vermeiden!
- Stichwort Vaterschaftsanerkennung: Unverheiratete Paare können die Vaterschaft entweder während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auf dem Standesamt oder Jugendamt kostenlos eintragen lassen. Dieser Schritt ist zum Beispiel für das Erbrecht oder das Sorgerecht im Todesfall der Mutter wichtig. Folgende Unterlagen werden dazu benötigt: Zustimmungserklärung der Mutter, Ausweise, Geburtsurkunden der Eltern (und evtl. des Babys). Bei verheirateten Paaren geht der Gesetzgeber automatisch davon aus, dass der Ehemann der Vater ist.

Ihre Ernährung
Beachten Sie dieselben Ernährungstipps wie in den letzten Monaten:
- Fragen Sie immer erst Ihren Arzt bevor Sie Medikamente einnehmen.
- Nehmen Sie reichlich Ballaststoffe zu sich und trinken Sie viel Wasser. Die erhöhte Progesteronproduktion verlangsamt den Darmtransit erheblich und kann dadurch Verstopfungen hervorrufen.
- Es wird ebenfalls dazu geraten, täglich 80 g Eiweiß zu verzehren (halb tierisch, halb pflanzlich), denn Ihr Baby isst mit! Ab dem 2. Trimester braucht es ca. 9 g Proteine pro Woche.
- Versorgen Sie Ihren Körper und Ihr Baby mit genügend Vitaminen, Nährstoffen und Spurenelementen.
- Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung und nehmen Sie 4 Mahlzeiten pro Tag ein: Frühstück, Mittagessen, Pausensnack und Abendessen. Vermeiden Sie schwere Gerichte, scharfe Gewürze und frittierte Speisen.

Psychologie
Junge oder Mädchen? Ab dem 4. Monat kann man das Geschlecht erkennen. Entweder Sie erfahren es bei der zweiten Ultraschalluntersuchung (in der 19.-22. SSW) oder Sie lassen sich überraschen! Der Moment der Wahrheit ruft sehr starke Gefühle hervor und wird von den Eltern nicht immer einvernehmlich aufgenommen. Sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrem Partner darüber, wann sie das Geschlecht wissen wollen. Eines ist sicher: Von diesem Augenblick an ist der Fötus ein menschliches Wesen... ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge. Spätestens jetzt beginnen die Diskussionen über den richtigen Vornamen.

Weitere Informationen
Ein Baby kostet bekanntlich viel Geld. Bei geringen Einkommen zahlt das Sozialamt einen Zuschuss zur Erstlingsausstattung. Die Bundesstiftung "Mutter und Kind" hilft ebenfalls im Fall einer persönlichen Notlage. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Beratungsstellen wie Pro Familia, Caritas, Diakonisches Werk, Deutsches Rotes Kreuz oder bei der Arbeiterwohlfahrt.

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