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Der 4. Schwanger­­schaftsmonat (13. bis 16. SSW) auf einen Blick

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 22. Mai 2018

Du bist im 4. Monat schwanger? Dann bemerkst du jetzt sicher, wie viele Mütter, wie der Bauch runder wird. Jetzt können auch weitere Tests durchgeführt werden, um eine mögliche Krankheit im Mutterleib zu erkennen.

Die Vorsorgeuntersuchung im 4. Monat

Der Arzt prüft den Blutdruck, das Gewicht und den Zustand des Muttermundes. Wenn der Muttermund geöffnet ist muss er künstlich mit einer Gebärmutterhalsumschlingung (Cerclage) verschlossen werden, um eine Fehlgeburt zu verhindern.

Der Arzt ermittelt ebenfalls den so genannten Fundusstand: Dabei wird mit einem Maßband der Abstand zwischen dem Schambein (Symphyse) und dem manuell ertasteten oberen Gebärmutterrand (Fundus) gemessen. Im 4. SSM beträgt der Symphysen-Fundus-Abstand (FSA) 16 cm, d.h. die Gebärmutter erstreckt sich ungefähr bis zum Bauchnabel.

Gut zu wissen: Mutterpass: Was bedeuten CTG, Hb und Co.?

Deine Gebärmutter wächst immer mehr. Es kann daher sein, dass du häufig starke Schmerzen im Unterbauchbereich verspürst, die jederzeit auftreten können. Falls du ein Brennen verspürst oder unter Blasen- bzw. Bänderschmerzen leidest, solltest du mit deinem Arzt darüber sprechen. Bänderschmerzen können durch eine Anomalie ausgelöst werden.

Die Früherkennung von chromosomalen Krankheiten

Im 4. Monat gibt es neben den Vorsorgeuntersuchungen zusätzliche Methoden, um festzustellen, ob beim Fötus eine genetische Anomalie vorliegt. Dein Frauenarzt wird dich sicherlich darüber aufklären.

Das Krankheitsrisiko kann durch eine Blutanalyse ermittelt werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird und von der Patientin bezahlt werden muss.

Das Risiko einer chromosomalen Störung steigt mit dem Alter an: Frauen ab 38 sind besonders gefährdet. Das könnte dich auch interessieren: Schwanger mit 40: Das solltest du wissen

Der Triple-Test

Der Triple-Test misst die Konzentration von drei Substanzen im Blut der Mutter: das Alpha-Fetoprotein (AFP), das freie Estriol (E3) und das Hormon Beta-hCG:

  • Ein stark erhöhter Hormonwert zwischen der 15. und 16. SSW kann auf das genetisch bedingte Down-Syndrom (Trisomie 21) hinweisen.
  • Eine anormale Menge des kindlichen Eiweißes Alpha-Fetoproteins (AFP) deutet eventuell auf die (sehr seltene) Krankheit Spina Bifida hin (Offener Rücken: Die Wirbelsäule oder das Rückenmark sind nicht richtig verschlossen und führen zu einer Lähmung oder zu einer geistigen Behinderung).

Ein zu hoher oder zu niedriger AFP-Wert kann also problematisch sein. Wenn das Risiko bei dir aufgrund der Blutwerte, des Alters oder einer familiären Vorbelastung erhöht ist, wird zu einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) geraten. Dabei entnimmt der Arzt unter Ultraschallkontrolle mit einer hauchdünnen hohlen Nadel und einem Einstich durch die Bauchdecke und Gebärmutterwand eine Flüssigkeitsprobe (ca. 15-20 ml) aus dem Fruchtwasser, in dem der Fötus schwimmt.

Wichtig: Der Triple-Test liefert keine Diagnose sondern sagt nur aus, ob ein statistisches Krankheitsrisiko besteht. Der Test kann also nicht feststellen, ob dein Kind krank oder gesund ist.

Die Entwicklung deines Babys im 4. Monat

Dein Baby ist jetzt ungefähr 19 cm groß und wiegt 200-250 g. Wenn es nicht dein erstes Kind ist spürst du jetzt vielleicht schon wie sich dein Baby im Bauch bewegt. Das ist ein sehr emotionsreicher Augenblick...

Der gesamte Körper des Fötus wird mit einer feinen Behaarung (Lanugo) überzogen, die später wieder verschwindet. Die Haare und die Fingernägel wachsen. Der Kopf des Babys, der vorher übermäßig groß war, nimmt im Verhältnis zum restlichen Körper normale Proportionen ein. Das Kleinhirn entwickelt sich. Die Gliedmaßen verlängern sich immer mehr. Die kleinen Hände sind bereits voll ausgebildet.

Dein Baby imitiert Atemübungen obwohl die Atemfunktion noch nicht vorhanden ist. Dabei gelangt Fruchtwasser in die Lungen, das wieder "ausgeatmet" wird.

Auch seine Sinnesorgane entwickeln sich weiter und sind schon fast voll ausgebildet: Dein Baby hat bereits einen funktionierenden Tastsinn! Du kannst dein Kind also durch die dünne Hautschicht streicheln, denn es spürt die Berührung! Der Mund kann sich bewegen und der Geschmackssinn wird feiner. Auch der Gehörapparat deines Babys ist nun voll entwickelt. Dein Kind reagiert empfindlich auf Licht, aber es kann noch nicht sehen.

Von der Zelle zum Kind: So verläuft die Entwicklung im Mutterbauch

Formalitäten

Hast du dich schon in einer Geburtsklinik angemeldet? Wenn nicht, wird es höchste Zeit! Achtung: Einzelzimmer werden meistens nicht übernommen. Bei einer Entbindung in einem Geburtshaus muss die Kasse laut BSG-Urteil nur das Honorar der Hebamme zahlen (und z.B. nicht die Unterbringung oder Verpflegung). Kläre lieber vorher ab, welche Leistungen von deiner Krankenkasse oder Zusatzversicherung übernommen werden, um später eine unangenehme Überraschung zu vermeiden!

Stichwort Vaterschaftsanerkennung: Unverheiratete Paare können die Vaterschaft entweder während der Schwangerschaft oder nach der Geburt auf dem Standesamt oder Jugendamt kostenlos eintragen lassen. Dieser Schritt ist zum Beispiel für das Erbrecht oder das Sorgerecht im Todesfall der Mutter wichtig. Folgende Unterlagen werden dazu benötigt: Zustimmungserklärung der Mutter, Ausweise, Geburtsurkunden der Eltern (und evtl. des Babys). Bei verheirateten Paaren geht der Gesetzgeber automatisch davon aus, dass der Ehemann der Vater ist.

Die Ernährung der Mutter im 4. Monat

Beachte dieselben Ernährungstipps wie in den letzten Monaten:
- Nimm keine Medikamente ohne vorherige Rücksprache mit deinem Arzt ein.
- Nimm reichlich Ballaststoffe zu dir und trinke möglichst viel Wasser. Die erhöhte Progesteronproduktion verlangsamt den Darmtransit erheblich und kann dadurch Verstopfungen hervorrufen.
- Es wird ebenfalls empfohlen, täglich 80 g Eiweiß zu verzehren (halb tierisch, halb pflanzlich), denn dein Baby isst mit! Ab dem 2. Trimester braucht es ca. 9 g Proteine pro Woche. Proteinreiche Lebensmittel gibt es zum Glück genug!
- Versorge deinen Körper und dein Baby mit genügend Vitaminen, Nährstoffen und Spurenelementen.
- Achte auf eine abwechslungsreiche Ernährung und nimm 4 Mahlzeiten pro Tag ein: Frühstück, Mittagessen, Pausensnack und Abendessen. Schwere Gerichte, scharfe Gewürze und frittierte Speisen solltest du besser vermeiden.

Junge oder Mädchen?

Das ist DIE Frage, die sich alle Eltern in den ersten Schwangerschaftsmontaten stellen: Junge oder Mädchen? Ab dem 4. Monat kann man endlich Babys Geschlecht erkennen. Entweder du erfährst bei der zweiten Ultraschalluntersuchung (in der 19.-22. SSW) ob du ein kleine Mädchen oder einen Jungen erwartest. Oder du lässt dich bei der Geburt überraschen, was auch schön sein kann!

Der Moment der Wahrheit ruft sehr starke Gefühle hervor und wird von den Eltern nicht immer einvernehmlich aufgenommen. Sprich deshalb vorher mit deinem Partner darüber, wann ihr das Geschlecht kennen wollt. Eines ist sicher: Von diesem Augenblick an ist der Fötus ein menschliches Wesen... ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge. Spätestens jetzt beginnen die Diskussionen über den richtigen Vornamen.

Quellen & Informationen:

Ein Baby kostet bekanntlich viel Geld. Bei geringen Einkommen zahlt das Sozialamt einen Zuschuss zur Erstlingsausstattung. Die Bundesstiftung "Mutter und Kind" hilft ebenfalls im Fall einer persönlichen Notlage. Weitere Informationen dazu erhältst du bei Beratungsstellen wie Pro Familia, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz oder bei der Arbeiterwohlfahrt.

In der Broschüre des Bundesministeriums für Familie findest du ebenfalls Informationen zu den gesetzlichen Regelungen zu Mutterschutzurlaub, Kündigungsschutz und Mutterschaftsgeld.

Weitere Infos zum Schwangerschaftsverlauf und Babys Entwicklung gibt es hier:

Auch auf gofeminin: Von A wie Anton bis Z wie Zita: Die 200 schönsten Babynamen

Noch mehr Tipps & Infos rund um die Schwangerschaft:

Schwangerschaftskalender: Deine Schwangerschaft Woche für Woche

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von Anne Walkowiak

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