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Der 3. Schwanger­­schaftsmonat (9. bis 12. SSW): Das passiert am Ende des ersten Trimesters

von Anne Walkowiak Erstellt am 25. Februar 2020
Der 3. Schwanger­­schaftsmonat (9. bis 12. SSW): Das passiert am Ende des ersten Trimesters© iStock

Wie es Mama und Kind zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels geht und welche Untersuchungen anstehen, klären wir hier.

Die 1. Ultraschalluntersuchung im 3. Monat

Zwischen der 9. und 12. SSW findet die erste große Ultraschalluntersuchung statt. Da alle Föten in diesem Stadium ziemlich gleich groß sind, können die Schwangerschaftswoche und das vermutliche Befruchtungsdatum relativ exakt bestimmt werden und natürlich das voraussichtliche Geburtsdatum.

Der Arzt stellt ebenfalls fest, ob es sich um eine Einfach- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt, ob das Baby alle Gliedmaßen besitzt oder eventuelle Fehlbildungen aufweist.

Auf Wunsch kann zwischen der 11. und Ende der 13. SSW eine Nackentransparenzmessung, das sogenannte Ersttrimesterscreening, durchgeführt werden. Achtung: Diese Pränataldiagnostik zählt als individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) und muss daher von der Patientin selbst bezahlt werden.

Das Ersttrimesterscreening

Das Ersttrimesterscreening dient dazu, Hinweise auf eine chromosomale Veränderung (z.B. das Down-Syndrom) zu erkennen.

Empfohlen wird die Nackentransparenzmessung Frauen ab einem Alter von 35 Jahren, da sie medizinisch als spätgebärend gelten und eine chromosomale Veränderung prozentual häufiger vorkommt. Auch Frauen mit einer familiären Vorgeschichte dieser Art empfiehlt man die Nackenfaltenmessung.

Jedoch liegt es immer im Ermessen der Eltern, ob sie diese Untersuchung für sinnvoll erachten. Denn das Ergebnis der Messung ist kein endgültiges. Stellt der Arzt Auffälligkeiten fest, die auf eine Veränderung hindeuten, heißt das nicht, dass diese Veränderung tatsächlich auftreten muss. Lediglich ihre Wahrscheinlichkeit ist höher.

Wer zweifelt, ob er die Nackentransparenzmessung vornehmen lassen soll oder nicht, sollte sich eine Frage stellen: Würde eine Auffälligkeit der Messung etwas an der Entscheidung für das Kind ändern? Wer diese Frage mit nein beantworten kann, kann auch guten Gewissens auf die selbst zu zahlende Zusatzleitung verzichten.

Die Entwicklung deines Babys im 3. Monat

So entwickelt sich dein Baby im 3. Schwangerschaftsmonat weiter:

  • Dein Baby ist jetzt ca. 12 cm groß und wiegt ungefähr 65 g.
  • Es ist kein Embryo mehr, sondern ein Fötus.
  • Im Laufe des 3. Monats verdreifacht sich die Größe deines Babys. Die Nervenzellen entwickeln sich.
  • Das Skelett bildet sich weiter aus, die Gelenke sind funktionsfähig: Dein Baby kann die Finger zusammenziehen und eine Faust bilden. Der Fötus bewegt sich immer mehr, auch wenn die Bewegungen in diesem Stadium noch nicht vom Gehirn gesteuert werden.
  • Bei den Sinnesorganen nehmen die Augen ihren definitiven Platz ein und werden von den Augenlidern bedeckt. Der Mund formt sich und die Lippen zeichnen sich ab.
  • Die Nasenlöcher bilden sich aus. Der Saugreflex entsteht.

Video-Tipp: So entwickelt sich ein Fötus im Mutterleib:

Video von Aischa Butt

Formalitäten im 3. Schwangerschaftsmonat

Der Frauenarzt stellt dir eine Schwangerschaftsbescheinigung mit dem wahrscheinlichen Geburtstermin aus, die du bei deiner Krankenkasse und deinem Arbeitgeber einreichen musst.

Laut Mutterschutzgesetz ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dich für die Vorsorgeuntersuchungen freizustellen. Da im ersten Trimester noch ein relativ hohes Fehlgeburtsrisiko (20 %) besteht, wird dazu geraten, die Schwangerschaft erst im dritten Schwangerschaftsmonat zu melden.

Überlege dir jetzt auch, wo du entbinden möchtest: Unter ärztlicher Aufsicht in einem Krankenhaus oder mit einer Hebamme in einem Geburtshaus.

Gut zu wissen: Mutterpass: Was bedeuten CTG, HB & Co.?

Die Gesundheit der Mutter im 3. Monat

Als werdende Mutter musst du jetzt mehr denn je auf deine Gesundheit achten. Daher solltest du dir die folgenden Ratschläge zu Herzen nehmen:

Falls du immer noch zur Zigarette greifst, solltest du umgehend mit dem Rauchen aufhören, damit du nicht als Risikoschwangerschaft eingestuft werden musst. Tabak-Konsum ist für den Fötus schädlich, darin sind sich alle Ärzte einig.

Rauchen kann zahlreiche Probleme hervorrufen: eine Frühgeburt, einen Wachstumsrückstand im Uterus (Größe und Gewicht), bestimmte Fehlbildungen (z. B. die Hasenscharte) oder eine Säuglingskolik.

Selbst wenn dir das Aufhören sehr schwer fällt, solltest du die Gesundheit deines Babys (und deine eigene) nicht vernachlässigen. Es gibt sanfte Methoden, die dir bei diesem notwendigen Schritt helfen können.

Passend dazu: Rauchen in der Schwangerschaft: So gefährlich ist die Sucht für dein Baby

Falls bei dir Schwangerschaftskomplikationen vorliegen, zum Beispiel eine veränderte Gebärmutter, Plazentaprobleme oder auch eine Mehrlingsgeburt, wirst du besonders überwacht.

Möglicherweise rät man dir von jeglicher Anstrengung ab und empfiehlt dir, viel zu liegen, um keine Fehl- oder Frühgeburt auszulösen. Versuche, dem ärztlichen Rat so gut es geht zu folgen, auch wenn es dir über längere Zeit schwer fallen mag.

Auch interessant: Glücklich und doch zutiefst betrübt: Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft

Sex in der Schwangerschaft

Sex in der Schwangerschaft ist grundsätzlich kein Problem. Gerade in den ersten Wochen einer Schwangerschaft verspüren jedoch die wenigsten Frauen Lust auf ihren Partner. Sie fühlen sich oft schlapp und müde und sind vielleicht auch geplagt von Übelkeit und Erbrechen.

Gott sei Dank nimmt vor allem die Übelkeit zum Ende des ersten Trimesters bei vielen Frauen stetig ab. Die andauernde Müdigkeit weicht neuer Energie und auch die Lust auf Sex kehrt zurück. Bei der einen eher, bei der anderen später. Setz dich nicht unter Druck.

Dem Baby kann beim Sex übrigens nichts passieren. Es wird geschützt durch die Fruchtblase und jede Menge Fruchtwasser.

Wenn ihr mehr zum Thema Sex in der Schwangerschaft lesen wollt, empfehlen wir euch: Sex in der Schwangerschaft: Antworten auf die 6 wichtigsten Fragen

Die richtige Ernährung während der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft solltest du dich abwechslungsreich und gesund ernähren. Leidest du noch immer unter Schwangerschaftsübelkeit oder Erbrechen, fällt dir das Essen unter Umständen schwer.

Achte dennoch darauf, dass du regelmäßig etwas zu dir nimmst. Am besten in kleinen Portionen und leichtes und frisches Essen. Obst und Gemüse sind immer eine gute Wahl.

Es ist nicht unbedingt nötig, Vitaminpräparate einzunehmen. Es sei denn, deine Ernährung reicht nicht aus, um deinen Bedarf zu decken. Sprich in diesem Fall mit deinem Arzt.

Gut zu wissen: Ernährung in der Schwangerschaft: Alles, was werdende Mütter wissen sollten

Nur kein Stress...

Versuche dir selbst so wenig Stress wie möglich zu machen oder schaffe dir Möglichkeiten, den Alltagsstress zu kompensieren. Regelmäßiger Stress für dich bedeutet auch Stress für dein Baby. Das heißt nicht, dass du, nur weil du schwanger bist, nicht mehr belastbar bist. Aber es kann sein, dass du schneller an deine Grenzen kommst.

Damit das erst gar nicht passiert, solltest du dir Möglichkeiten schaffen zu entspannen. Besuche einen (Schwangerschafts-)Yogakurs, triff dich mit deinen Freunden oder gönne dir nach einem besonders anstrengenden Tag ein ausgiebiges Bad. Hauptsache, du lässt es dir gut gehen und bekommst den Kopf frei.

Lesetipp: Entspannung in der Schwangerschaft: Die besten Tipps für den Alltag

Auch wenn es gute wie schlechte Tage gibt, versuche, das glückliche Gefühl, schwanger zu sein, auszuleben. Und genieße die erste Ultraschalluntersuchung. Dies ist ein einmaliger Augenblick!

Die Schwangerschaft ist auch für deinen Partner ein großer Schritt. Sobald er das Baby beim Ultraschall das erste Mal gesehen hat, wird er sich immer mehr bewusst, dass er Vater wird.

Quellen & Informationen:
Die gesetzlichen Regelungen zu Mutterschutzurlaub, Kündigungsschutz und Mutterschaftsgeld findest du in der Broschüre des Bundesministeriums für Familie.

Weitere Infos zum Schwangerschaftsverlauf und Babys Entwicklung gibt es hier: