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Ultraschall in der Schwangerschaft: Das sollten werdende Mamis wissen

von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 14. Juni 2018

Im Laufe einer Schwangerschaft werden mehrere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt um die Entwicklung des ungeborenen Kindes zu überwachen. Wann finden diese Untersuchungen statt und warum sind sie so wichtig?

Die Ultraschalluntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil der Schwangerschaftsbetreuung. Denn sie ermöglichen es, die Entwicklung des Babys im Mutterleib zu mit zu verfolgen. Werdende Eltern stehen der Untersuchung meist mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits ist da die unbeschreibliche Freude, die ersten Bilder des Babys zu sehen. Ein unheimlich bewegender Augenblick. Andererseits ist da aber auch die Angst um das Baby: Was, wenn die Schwangerschaft nicht normal verläuft?

Hier erfährst du, was dich bei den verschiedenen Ultraschalluntersuchungen erwartet, und damit du den Terminen möglichst entspannt entgegensehen kannst.

Ultraschall: was ist das genau?

Die Ultraschalluntersuchung (oder: Sonographie) ist eine medizinische Untersuchung, bei der die Organe des Embryos per Video auf einem Bildschirm abgebildet werden.

Die Sonographie erfolgt entweder über den Bauch (Abdominalsonographie) oder über die Scheide (Vaginalsonographie) und ermöglicht es, sich der gesunden Entwicklung des Embryos zu vergewissern bzw. eventuelle Komplikationen zu erkennen.

Ultraschall in der Schwangerschaft: Wann finden die Ultraschalluntersuchungen statt?

Die Mutterschaftsrichtlinien sehen in Deutschland drei Routine-Untersuchungen während der Schwangerschaft vor:

  • in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche (SSW),
  • in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche (SSW),
  • in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche (SSW).

Wer führt die Ultraschalluntersuchung durch?

Die Sonographie wird von einem Radiologen durchgeführt, d.h. von einem Arzt, der sich auf Ultraschalluntersuchungen spezialisiert hat. Die Untersuchung kann in einer Radiologie-Praxis, beim Gynäkologen oder im Krankenhaus vorgenommen werden.
Auf jeden Fall muss das Ultraschall-Screening von einem Arzt veranlasst werden: Es kommt nicht in Frage, sich direkt an einen Radiologen zu wenden nur weil man gerne zuschauen möchte wie sich das Baby bewegt!

Wie geht eine Sonographie vor sich?

Der Radiologe trägt Gel auf die Bauchhaut auf und gleitet anschließend mit dem Ultraschallkopf über den Bauch um durch die Bauchdecke hindurch die Organe zu untersuchen. Dabei kann er – ebenso wie die Schwangere – die Untersuchung auf einem Bildschirm mitverfolgen: Der von der Sonde übertragene Ultraschall wird an das Ultraschallgerät geschickt, analysiert und bildlich dargestellt.

In manchen Fällen (vor allem im frühen Schwangerschaftsstadium, d.h. vor der 12. SSW) wird die Untersuchung auch über die Scheide durchgeführt um ein besseres Bild vom Embryo und seinen vitalen Organe zu erhalten.

Wozu dient die Ultraschalluntersuchung?

Die Sonographie ermöglicht es, die sog. "weichen" Organe des ungeborenen Babys zu untersuchen: Lunge, Schilddrüse, Leber, Milz, Nieren, etc… Aber auch die Blutgefäße, Bänder und Nerven können überprüft werden. Durch das Ultraschall-Screening können eventuelle Anomalien aufgedeckt werden, was natürlich insbesondere im Falle einer Schwangerschaft von Bedeutung ist.
Die Sonographie wird auch bei chirurgischen Eingriffen eingesetzt, z.B. bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).

Jetzt lesen: Soll ich oder soll ich nicht? 6 Fakten zur Fruchtwasseruntersuchung

Ultraschall und Schwangerschaft

Die Sonographie ermöglicht es, die Entwicklung des Embryos "live" mit zu verfolgen und das Wachstum des Babys zu messen.
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und nur mit geringen Unannehmlichkeiten verbunden: Die erste Sonographie muss bei einer vollen Blase durchgeführt werden um eine bessere Sicht auf die Gebärmutter zu gewährleisten. Das kalte Gel, das auf den Bauch aufgetragen wird um das Hin- und Hergleiten der Sonde zu erleichtern, kann ebenfalls als unangenehmen empfunden werden.

Wie viel kostet eine Sonographie?

Normalerweise werden die drei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft von der Krankenkasse übernommen. Du solltest dich aber auf jeden Fall im Vorfeld bei deiner Krankenkasse oder deinem privaten Krankenversicherer über die Rückerstattung der Kosten informieren.

Auch auf gofeminin: Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo

Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo © iStock

Was sieht man bei der Ultraschalluntersuchung?

1. Sonographie

Bei der ersten Ultraschalluntersuchung können das Alter des Embryos sowie der wahrscheinliche Geburtstermin des Kindes determiniert werden. Du kannst in dieser Phase sogar schon den Herzschlag deines Babys hören!

Des Weiteren misst der Radiologe den Blutfluss, er untersucht die Lage der Plazenta sowie deine internen Geschlechtsorgane und überprüft ob allgemein alles in Ordnung ist.

2. Sonographie

Im 5. Monat können durch die Ultraschalluntersuchung die Entwicklung des Kindes gemessen und eventuelle Probleme im Vorfeld erkannt werden.

Neben dieser planmäßigen Vorsorgeuntersuchung kann auch die so genannte Nackenfaltenmessung durchgeführt werden wenn bei der Routine-Sonographie Auffälligkeiten festgestellt wurden. Bei der Nackenfaltenuntersuchung wird die Nackendicke des Babys gemessen (Nackendicke-Ultraschall-Screening): Ist die Hautfalte im Nacken dicker als 5 mm besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Fötus Chromosomenschäden wie z.B. das Down-Syndrom (Trisomie 21) oder einen Herzfehler hat.

Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung werden ebenfalls der Schädelumfang, die Bauchmuskeln und die Oberschenkelknochen des Kindes gemessen. Auch die Bewegungen des Embryos (Gliedmaßen, Schlucken) und der Herzrhythmus werden gemessen, um das Wachstum des zukünftigen Babys einzuschätzen.

Generell ist bei der zweiten Sonographie auch das Geschlecht des Babys zu erkennen.

Jetzt lesen: 10 Anzeichen sollten das Geschlecht des Babys verraten

3. Sonographie

In dieser Phase wird das Wachstum des Babys überprüft. Weitere Messungen betreffen: Größe der Plazenta, Fruchtwasservolumen, Position des Kindskopfes, Funktionsweise der Organe, der Bewegungen und des Atemsystems des Babys.

Bei dieser letzten Ultraschalluntersuchung kann dank der Lage des Kindes auch über den Verlauf der Entbindung entschieden werden: Ist eventuell ein Kaiserschnitt notwendig? Besteht das Risiko, dass sich das Kind bei der Entbindung in der Steißlage befindet?

Gut zu wissen:

Es ist immer möglich mehr als drei Ultraschall-Screenings durchzuführen wenn der behandelnde Arzt diese Untersuchung für eine detaillierte Diagnose benötigt.
Erkundige dich bei deiner Krankenkasse, ob diese zusätzlichen Sonographien ebenfalls zurückerstattet werden.

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