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Risiko Frühgeburt: Alles zu Ursachen, Symptomen und Behandlungen

von der Redaktion Veröffentlicht am 19. Juni 2018
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Laut einem Report der Techniker Krankenkasse waren 2017 rund neun Prozent aller Geburten in Deutschland Frühgeburten. Damit hat Deutschland eine der höchsten Frühgeburtenraten in Europa. Doch wann spricht man von einer Frühgeburt, was kann das Risiko dafür erhöhen und wie sind die Überlebenschancen für Babys?

Kommt ein Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) lebend zur Welt, dann spricht man von einer Frühgeburt. Das Baby wird als Frühchen bezeichnet. Man unterscheidet die Frühgeburt zudem noch von der frühen Frühgeburt (vor der 34. SSW) und der extrem frühen Frühgeburt (vor der 29.SSW).

Anzeichen einer Frühgeburt: So deutest du die Symptome richtig

Eine Frühgeburt kann sich unter anderem durch vorzeitige Wehen bemerkbar machen. Allerdings ist nicht jede vorzeitige Wehe auch der Start der Geburt. Bereits ab der 20. SSW bereitet sich der Körper mit Hilfe von Übungswehen auf die Geburt vor. Diese sind in der Regel nicht schmerzhaft und äußern sich durch das Hartwerden des Bauches. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft können auch die Übungswehen an Intensität zunehmen.

Den Arzt sollte man in jedem Fall informieren, wenn die Wehentätigkeit länger als eine Stunde anhält, die einzelnen Wehen länger als 30 Sekunden andauern und in einem Abstand von 5-10 Minuten auftreten. In diesem Fall sollte man sich umgehend ins Krankenhaus begeben.

Außerdem kann ein Blasensprung oder eine Blutung auf eine vorzeitige Geburt hindeuten. Auch bei diesen Anzeichen sollte man sofort ins Krankenhaus fahren und sich untersuchen lassen. Oft kann die Frühgeburt noch verhindert werden, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Wie kann man eine mögliche Frühgeburt behandeln?

Entscheidend für oder gegen eine Behandlung ist, in welcher SSW sich die Frau befindet und wie es dem Baby geht. Denn spätestens ab der 35. Schwangerschaftswoche versuchen Ärzte in der Regel nicht mehr, die Schwangerschaft zu erhalten, sondern lassen die Frühgeburt zu, da das Baby dann vollständig entwickelt und lebensfähig ist.

Wenn der Arzt vor der 35. SSW feststellt, dass das Risiko für eine Frühgeburt besteht, wird man unmittelbar im Krankenhaus aufgenommen und überwacht. Bei vorzeitigen Wehen werden möglicherweise Wehenhemmer eingesetzt, also Medikamente, die die Wehentätigkeit der Gebärmutter unterdrückt. Zudem wird der Frau zusätzlich Bettruhe verordnet, um den Druck auf den Muttermund möglichst gering zu halten.

Ist der Muttermund bereits geöffnet, wird als letzte Lösung eine Zervixcerclage gemacht. Dabei wird mit einem Band der Gebärmutterhals verschlossen, um zu verhindern, dass sich der Muttermund weiter öffnet.

Mögliche Ursachen für eine Frühgeburt

Die Ursachen, die eine Frühgeburt auslösen können, sind nicht ganz einfach zu benennen und komplex. Wer in seiner Schwangerschaft auf Nikotin, Alkohol und Drogen verzichtet und wer Stress meidet, trägt bereits dazu bei, das Risiko für eine Frühgeburt zu verringern.

Aber nicht alle Ursachen, die eine Frühgeburt bedingen können, lassen sich beeinflussen. So können beispielsweise chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, Infektionen und Veränderungen der Gebärmutter oder Plazenta das Risiko einer möglichen Frühgeburt erhöhen. Auch eine vorangegangene Fehlgeburt oder ein Schwangerschaftsabbruch können das Risiko negativ beeinflussen.

​Wichtig für schwangere Frauen ist, dass sie alle Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen. So können potentielle Risiken überwacht und minimiert werden.

Wie sind die Überlebenschancen für ein zu früh geborenes Baby?

Die Medizin ist heute so weit, dass sie auch extrem frühe Frühgeburten retten kann. Bereits 2010 gelang dem Klinikum in Fulda ein kleines medizinisches Wunder. Am 07. November wurde das Baby Frieda mit gerade einmal 460 Gramm in der 21. Schwangerschaftswoche geboren. Sie überlebte. Damit war sie nicht nur das jüngste Frühchen Europas, sondern auch der Beweis dafür, wozu die heutige Medizin im Stande ist.

Wie groß die Überlebenschance eines Frühchens wirklich ist, ist immer abhängig von seiner Entwicklung. Je früher ein Kind geboren wird, desto mangelhafter sind Organe wie beispielsweise die Lunge oder die Nieren ausgereift. Auch das zentrale Nervensystem oder der Magen-Darm-Trakt sind noch nicht vollständig entwickelt. Das heißt, je früher ein Kind geboren wird, desto länger und komplizierter ist sein Aufenthalt im Krankenhaus.

Statistisch gesehen, sind Frühchen lebensfähig, wenn sie zwischen der 23. und 25. SSW geboren werden. In Zahlen bedeutet das, dass 67 Prozent der Frühchen überleben, die in der 24. SSW geboren werden. Nur eine Woche vorher sind es nur 53 Prozent.

Was sind mögliche Spätfolgen einer Frühgeburt?

Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die vorzeitig geboren wurden, zum Teil körperliche Defizite aufwiesen, dass heißt, sie waren beispielsweise motorisch nicht so weit, wie ihre reifgeborenen Altersgenossen. Statistisch leiden Frühgeborene häufiger an asthmatischen Erkrankungen. Und auch eher an einer Aufmerksamkeitsstörung in Verbindung mit Hyperaktivität (ADHS) oder einer Lernschwäche als Reifgeborene.

Aber all das basiert auf statistischen Werten. Und diese und andere Spätfolgen können auftreten, müssen sie aber nicht.

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