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Vorsicht beim Sonnen in der Schwangerschaft!

von Anne Walkowiak Erstellt am 4. Juni 2020
Vorsicht beim Sonnen in der Schwangerschaft!© Getty Images

Die Haut einer Schwangeren ist anfälliger für Sonnenbrand und Pigmentflecken. Warum das so ist und wie ihr euch und euer Baby schützen könnt, verraten wir euch hier.

Endlich raus und die Sonne genießen. Im Frühling und Sommer gibt es nur wenige Menschen, die nicht in die Parks und Gärten strömen, um Sonne, Luft und Wärme zu genießen. In der Schwangerschaft sollte man es mit dem Sonnenbaden aber nicht übertreiben, denn die Haut ist viel empfindlicher.

So wie bei vielen anderen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft sind es auch hier die Hormone, die die Haut empfindlicher machen. Aber keine Angst, Schwangere müssen die Sonne nicht vollständig meiden. Wie immer im Leben kommt es auf die Dosis an.

Worauf ihr beim Sonnen in der Schwangerschaft achten solltet, was genau verantwortlich für die besondere Empfindlichkeit der Haut ist und wie ihr entstandene Pigmentflecken behandeln könnt, wollen wir verraten.

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Sonnen in der Schwangerschaft: Warum ist Vorsicht geboten?

Sonnenstrahlen sind erst einmal gesund für unseren Körper und die Seele. Zum einen sorgen sie für die Bildung des wichtigen Vitamin D, zum anderen für eine gesunde Hautfarbe und gute Laune. Doch gerade in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten mit direktem Sonnenlicht. Denn schneller als sonst können die UV-A- und UV-B-Strahlen zu Sonnenbrand und hellen und dunklen Pigmentflecken bei Schwangeren führen.

Bestimmte Schwangerschaftshormone sorgen für die besondere Empfindsamkeit der Haut. Viel häufiger als sonst reagieren schwangere Frauen auf direkte Sonneneinstrahlung mit Hautreizungen, Sonnenallergien oder Pigmentflecken (auch Melasmen genannt) im Bereich des Gesichts. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Schwangerschaftsmaske. Aber auch in der Nähe von Leberflecken oder den Brustwarzen reagiert die Haut besonders empflindlich. Bereits bestehende Pigmentflecken können sich zudem vergrößern.

Vor allem die Haut am Bauch einer Schwangeren wird mit fortschreitender Schwangerschaft immer dünner und somit immer empfindlicher der Sonne gegenüber. Damit haben UV-A- und UV-B-Strahlen ein leichtes Spiel und können die Haut leichter schädigen.

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Sonnen in der Schwangerschaft: Schadet die Sonne dem Ungeborenen?

Wer befürchtet, dass die Strahlung der Sonne dem Baby schaden könnte, den können wir beruhigen. Das kann sie nicht direkt. Jedoch kann es in der Schwangerschaft schneller zu einer Überhitzung bei Mama (und im Bauch fürs Baby) kommen und die kann gefährlich für das ungeborene Baby werden.

Ein Ungeborenes ist nicht in der Lage, seine Körpertemperatur selbst zu regulieren. Deshalb ist es auf Mama angewiesen und darauf, dass sie die Signale ihres Körpers wahrnimmt und reagiert.

Statt also direkt in der Sonne zu brutzeln, sollten werdende Mamas (aber auch alle anderen Menschen) lieber auf den Schatten ausweichen und langsam an der Sommerbräune arbeiten.

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Video von Justin Amaral

Sonnen in der Schwangerschaft: Die Dosis macht das Gift

Selbstverständlich muss keine schwangere Frau in den sonnigen Frühlings- und Sommermonaten ihren Bio-Rhythmus umschmeißen und nun nachtaktiv werden. Ein bisschen Sonne sei jedem gegönnt. Alleine schon, um den Vitamin D Speicher aufzufüllen. Um die Haut und auch den Körper aber vor Sonne und Hitze zu schützen, gibt es ein paar Verhaltensweisen, die man sich aneignen kann.

Gerade die Hitze macht vielen Schwangeren stark zu schaffen. Man schwitzt nicht nur schneller, viele Schwangere kämpfen in den wärmeren Monaten vermehrt mit Wassereinlagerungen in Beinen, Füßen und Händen und auch ihr Kreislauf ist ein bisschen schwächer. Um also Körper und Haut an die Temperaturen und UV-Strahlung anzupassen, sollten Schwangere wie folgt handeln:

  • Aktivitäten (im Freien) sollten in den Vormittag gelegt werden, denn es ist oft noch angenehm kühl draußen und die UV-Strahlung ist noch nicht so stark (Schwangere sollten es meiden, zwischen 12 - 15 Uhr nach draußen zu gehen)
  • Tragt luftige und lockere Kleidung, um den Körper vor Überhitzung zu schützen und bedeckt so viel wie möglich.
  • Nicht bedeckte Haut sollte mit hohem UV-Schutz eingecremt werden.
  • Eine Kopfbedeckung schützt vor einem Sonnenstich.
  • Schwangere sollten bei Hitze besonders viel trinken.

Außerdem ist es ratsam, Haut und Körper durch ausgiebige Pausen zu schonen. Legt immer wieder die Beine hoch, macht eine ausgedehnte Siesta im kühlen Inneren oder nehmt eine kühle Dusche. Achtet auf euch und die Signale eures Körpers.

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Welche Sonnencreme in der Schwangerschaft benutzen?

Da die Haut werdender Mütter aufgrund der Schwangerschaft besonders empfindlich auf Sonne reagiert, solltet ihr auch beim Sonnenschutz besonders aktiv werden. Heißt: Je höher der Lichtschutzfaktor (LSF), umso besser. Am besten nutzt ihr eine Sonnencreme mit LSF 50.

Achtet aber darauf, was sich in den Inhaltsstoffen verbirgt. Chemische Filter (auch als organische Filter bezeichnet) solltet ihr meiden, denn sie wandeln UV-Strahlung in Wärme um, wodurch sich die Haut noch mehr erhitzt. Besser geeignet ist Sonnenschutz mit Titandioxid und Zinkoxid, also mineralischen Filtern. Diese bleiben als Film auf der Haut und reflektieren das Sonnenlicht.

Sonnen in der Schwangerschaft: Was kann ich gegen Pigmentflecken machen?

Auch wer auf sich und seine Haut Acht gibt, kann in der Schwangerschaft Pigmentflecken bekommen, denn die Veranlagung ist vererbbar. Aber die gute Nachricht ist, dass diese Flecken sich nach der Schwangerschaft langsam zurückbilden.

Wer schon vorher etwas gegen die dunklen Flecken machen möchte, kann versuchen, sie wegzucremen, mit so genannten Brightening-Cremes. Ihre Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Vitamin C, Maulbeer oder Ölsäurenextrakt, hemmen die Produktion von Melanin, dem Farbstoff, der für die Pigmentflecken verantwortlich ist.

Bevor ihr das versucht, solltet ihr dennoch mit eurem behandelnden Arzt oder der Hebamme darüber sprechen.

Nach der Schwangerschaft kann man die Flecken auch mit einem chemischen Peeling oder einer Laserbehandlung bekämpfen.

Quellen:
Onmeda.de
Familienplanung.de
Bundesamt für Strahlenschutz

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich der Information und ersetzen keine Diagnose beim Arzt. Treten Unsicherheiten, dringende Fragen oder Beschwerden auf, solltet ihr euren Arzt kontaktieren.