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Russische Mädchennamen

Russische Mädchennamen werden nicht nur in Russland für ihren schönen Klang geschätzt. Auch in den Ländern der ehemaligen Sowjet Union wie Kasachstan, der Ukraine, Weißrussland uvm. kommen diese Namen zum Einsatz. Hierzulande fallen vielen bei russischen Mädchennamen direkt die Namen Olga, Swetlana oder Oxana ein. Es gibt jedoch eine ganze Menge russischer Mädchennamen, die in Deutschland beliebten Namen ähneln und die man gar nicht auf dem Schirm hat. Manch einer der beliebtesten Mädchennamen in Deutschland hat sogar einen russischen Ursprung.
Russland ist ein riesiges Land, das sich über zwei Kontinente erstreckt. Es steht Europa einerseits so nah, andererseits ist es uns auch sehr fremd. Dementsprechend sind auch russische Mädchennamen teils sehr vertraut und teils ganz anders.

Russische Mädchennamen enden immer auf A

Manch einem ist es vielleicht schon aufgefallen, anderen geht erst jetzt ein Licht auf, aber russische Mädchennamen enden so gut wie immer auf den Buchstaben A. Im Russischen sind Wörter, die auf -a oder -ja enden, mit sehr wenigen Ausnahmen, immer weiblich. Somit wird auch das weibliche Geschlecht des Namens durch die Endung -a signalisiert.
Häufig werden auch Jungennamen durch ein zusätzliches -a in Mädchennamen abgewandelt. So wird Miroslava aus Miroslav, Valerija aus Valerij, Valentina aus Valentin usw.

Die Herkunft russischer Mädchennamen

Russische Mädchennamen erfreuen sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Die Ursache sind nicht unbedingt russische Wurzeln der Eltern. Oft ist uns gar nicht bewusst, dass einige unserer beliebtesten Mädchennamen russischen Ursprungs sind. Russisch ist eine slawische Sprache, somit haben russische Vornamen einen slawischen Ursprung. Im slawischen Sprachraum ist das orthodoxe Christentum weit verbreitet. Demnach stammen viele slawische Namen aus der Bibel und haben somit einen hebräischen oder griechischen Ursprung. Dies erklärt auch die Nähe zu unseren Vornamen in Deutschland. Namen wie Anna oder Katharina verbinden deshalb die wenigsten mit einem russischen Vornamen, obwohl dies der Fall ist.

Kosenamen spielen eine große Rolle

Im slawischen Sprachraum hat jeder Vorname eine Vielzahl an Koseformen. Wer nicht mit dieser Kultur aufgewachsen ist, hat deshalb häufig Probleme damit, den eigentlichen Vornamen von der Koseform abzuleiten. In Deutschland ist es sogar häufig so, dass nur der Kosename, nicht aber der ursprüngliche Name, als Vorname vergeben wird. Berühmte Beispiele dafür sind die Namen Tanja, Anja oder Katja. Sie sind weit verbreitet in Deutschland. Dabei sind das ursprünglich russische Koseformen der Namen Tatjana, Anna und Katharina. 

Manchmal lassen sich die Spitznamen für Menschen ohne russische Wurzeln auch gar nicht ableiten. Marusja und Mascha sind zum Beispiel beides Koseformen für den Namen Maria. Xjuscha ist eine Koseform von Xenia. Sascha gilt in Deutschland als eigenständiger Name, während es in Russland die Koseform von Alexandra bzw. Alexander ist. 
Russische Kosenamen müssen auch nicht unbedingt kürzer als der eigentliche Vorname sein. Inguscha ist beispielsweise eine Koseform des Namens Inga. Es geht bei Kosenamen also eher um einen Ausdruck der Liebe, als um einen Spitznamen im klassischen Sinn.

Achtung: Es gibt auch beleidigende Kosenamen

Während Koseformen, die auf -ja oder -scha enden, oft liebevoller Natur sind, sind Kosenamen, die mit -ka enden, manchmal abfällig. Die Endung -inka kann dagegen wieder Liebe ausdrücken. Katja und Katinka können somit liebevolle Kosenamen sein, während Katka abfällig verwendet werden kann, aber nicht muss. 

Man darf jedoch nicht jeden Mädchennamen einfach in eine Koseform abwandeln. Im Russischen Sprachraum kann es als Zeichen mangelnden Respekts interpretiert werden, wenn man eine Koseform verwendet, obwohl keine entsprechende Beziehung zum Namensträger besteht. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Den Kosenamen Katinka würden eher die Eltern und ältere Familienmitglieder verwenden, während Gleichaltrige auf Katja ausweichen würden. Fremde würden eher die höfliche Anrede aus Vor- und Zweitnamen verwenden.

In Russland gibt es immer einen Zweitnamen

In Russland ist es üblich, dass sowohl Mädchen als auch Jungen einen zweiten Vornamen bekommen. Dieser setzt sich zusammen aus dem Vornamen des Vaters und einer männlichen oder weiblichen Endung. Geschwister haben demnach immer denselben Zweitnamen. Bei Mädchen endet dieser auf -vna, und bei Jungen auf -vich. Eine Tochter würde also zum Beispiel Ivanovna mit Zweitnamen heißen, während ein Sohn Ivanovich als Zweitnamen bekäme.
Der Zweitname ist in Russland ausgesprochen wichtig. Während man in Deutschland zur formellen Anrede den Nachnamen verwendet, also Menschen mit Herr oder Frau und ihrem Nachnamen anspricht, ist dies in Russland unüblich. Stattdessen werden dort Vor- und Zweitname verwendet. Lehrerinnen werden von ihren Schülern also zum Beispiel nicht als Frau Müller angesprochen, sondern als Jekaterina Ivanovna.
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