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Katzen zusammenführen: So bleiben eure Vierbeiner entspannt

von Nicola Pohl Veröffentlicht am 30. Juli 2019

Eine zweite Katze zieht ein – doch Katzen aneinander zu gewöhnen, kann ganz schön nervenaufreibend sein. Wir erklären euch, wie ihr eure Katzen zusammenführen könnt, sodass alles glatt läuft.

Ihr habt euch dazu entschlossen, eine weitere Katze bei euch aufzunehmen? Dann solltet ihr euch vorher gut überlegen, wie das erste Kennenlernen vonstatten gehen soll. Denn das Zusammenführen von Katzen sollte wohlüberlegt sein. Haben eure Katzen am Anfang direkt eine vorschnelle negative Begegnung, macht es das anschließende Aneinandergewöhnen viel schwieriger.

Deshalb ist es so wichtig, viel Geduld mitzubringen und richtig an die Sache heranzugehen. Wir verraten euch, wie ihr eure Katzen Schritt für Schritt zusammenführen könnt.

Noch mehr Infos zum Thema Vergesellschaftung und Zusammenleben von Katzen findet ihr auch in Birga Dexels Buch "Mehrere Katzen halten: Mein Wissen aus der Katzenpraxis" auf Amazon.

Warum ist ein Artgenosse so wichtig?

Häufig wird behauptet, dass Katzen Einzelgänger wären. Da unsere Hauskatzen aber bereits über einen sehr langen Zeitraum domestiziert wurden, sind sie anders als Wildkatzen sehr gesellige Tiere. Zwar können wir uns täglich mit ihnen beschäftigen, mit ihnen spielen und sie bürsten, aber einen Artgenossen werden wir niemals ersetzen können.

Vor allem, wenn Katzen tagsüber alleine zuhause bleiben müssen, weil ihre Besitzer arbeiten sind, werden sie sich schnell langweilen oder einsam fühlen. Das gilt natürlich verstärkt für Wohnungskatzen, da sie sich ständig in derselben Wohnung aufhalten und auch draußen keinen Kontakt zu anderen Katzen haben können.

Auf keinen Fall sollten Kitten und junge Katzen einzeln angeschafft und gehalten werden, da ihr Spieltrieb noch sehr ausgeprägt ist. Wer einmal gesehen hat, wie vergesellschaftete Katzen miteinander spielen, kuscheln und sich putzen, wird verstehen, dass Katzen nicht alleine gehalten werden sollten.

Natürlich gibt es auch einige Ausnahmen. Zum Beispiel Katzen, die bereits jahrelang alleine gehalten wurden und sich daran gewöhnt haben. In diesen Fällen mag ein Artgenosse nicht unbedingt von Nöten sein, dennoch ist auch hier eine Vergesellschaftung nicht ausgeschlossen, wenn es die passende Zweitkatze gibt.

Anzeichen dafür, dass eure Katze sich langweilt oder einsam fühlt, sind zum Beispiel kratzen an Möbeln, zerstören der Einrichtung, aggressives Verhalten, ständiges Miauen oder Urinieren in der Wohnung.

Die passende Zweitkatze finden

Ist die Entscheidung gefallen, sich eine zweite Katze anzuschaffen, kommt nun der wichtigste Moment im Prozess. Denn die Wahl der Zweitkatze entscheidet maßgeblich darüber, ob eure Katzen später Freunde werden, sich nur akzeptieren oder sich sogar hassen werden.

Denn sind wir mal ganz ehrlich: Auch bei Katzen spielt Sympathie eine Rolle und die kann man nicht erzwingen. Treffen zwei zu unterschiedliche Charaktere aufeinander, ist eine erfolgreiche Zusammenführung manchmal einfach nicht möglich.

Gute Chancen bestehen, wenn Geschwister oder Katzen adoptiert werden, die sich bereits kennen und mögen. Auch junge Katzen gewöhnen sich in der Regel sehr schnell aneinander. Damit ihr die passende Zweitkatze findet und eure Katzen hinterher erfolgreich zusammenführen könnt, gibt es aber einige Dinge zu beachten.

So empfiehlt es sich zum Beispiel zwei Katzen des gleichen Geschlechts zu vergesellschaften. Der Grund ist das ähnliche Spielverhalten: Kater spielen häufig wilder als Katzen. Auch sollte der Altersunterschied nicht zu groß sein. Zwei junge Katzen werden eher miteinander harmonieren, als wenn ihr eine sechsmonatige Katze zu einer sechzehnjährigen Katze setzt.

Wichtiger aber als Geschlecht und Alter ist vor allem der Charakter der Zweitkatze. Er sollte zur Persönlichkeit eurer Erstkatze passen und ihr ähnlich sein. Wohnt bereits eine ruhige und eher ängstliche Katze bei euch, solltet ihr keinen stürmischen Draufgänger-Kater dazu setzen, sondern euch lieber nach einer sozialen und ruhigen Katzendame umschauen. Denn das macht es einfacher, die Katzen aneinander zu gewöhnen.

Katzen zusammenführen: Die Vorbereitungen

Um die Katzen möglichst entspannt zusammenzuführen, solltet ihr vor dem Einzug der Zweitkatze einige Vorbereitungen treffen. Folgende Dinge solltet ihr besorgen:

  • Eine weitere Katzentoilette, insgesamt sollte immer eine Toilette mehr zur Verfügung stehen, als es Katzen im Haushalt gibt. Bei zwei Katzen also insgesamt drei.
  • Futternäpfe für die neue Katze, damit es beim Füttern zu keiner Eifersucht kommt.
  • Neue Spielsachen.
  • Eigenen Schlafplatz für die Zweitkatze.
  • Mögliche Verstecke, damit sich beide Katzen aus dem Weg gehen können.

Optional bieten sich außerdem einige weitere Hilfsmittel an, die beim Katzen Zusammenführen helfen können. Denn sind eure Katzen entspannt, läuft auch das Kennenlernen ruhiger ab. Folgende Produkte sorgen bei euren Katzen für Entspannung und Ablenkung:

Katzen zusammenführen: Schritt 1

Wollt ihr zwei Katzen zusammenführen, beginnt das bereits mit dem Einzug der Zweitkatze. Richtet ein separates Zimmer mit allen wichtigen Dingen für den Neuankömmling ein (Katzentoilette, Näpfe, Schlafplätze etc.). Auch den Feliway-Stecker (hier bei Amazon) könnt ihr jetzt in der Steckdose anbringen. Die neue Katze wird anschließend am besten von einer neutralen Person in ihr Zimmer gebracht, während ihr euch mit eurer Erstkatze beschäftigt. Die beiden Katzen sollten sich noch nicht persönlich begegnen.

Auch wenn es bei sehr gut sozialisierten Katzen funktionieren kann, sie direkt zusammen zu lassen, ist es stressfreier für deine Katzen, wenn du sie für einige Tage separierst. Dadurch können sich beide an die neuen Umstände und Gerüche gewöhnen und die Wahrscheinlichkeit, dass beim ersten Zusammentreffen alles glatt läuft, ist größer. Denn der Einzug eines neuen Artgenossen bedeutet für beide Katzen viel Stress. Also gebt ihnen Zeit und Ruhe, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Katzen zusammenführen: Schritt 2

Bereits während sich die zwei Katzen in getrennten Räumen aufhalten, können sie sich hören und riechen. Im nächsten Schritt solltet ihr ihnen ermöglichen, den Geruch der anderen Mieze noch besser kennenzulernen. Tauscht dazu zum Beispiel die Decken aus dem Zimmer des Neuankömmlings mit denen eurer Erstkatze. So können beide in Ruhe den Geruch der anderen Katze kennenlernen.

Ihr könnt beide Katzen auch vorsichtig mit einem Handtuch abreiben und die Handtücher dann der jeweils anderen Katze zum Beschnuppern hinlegen. Wenn ihr die Katzen dann später zusammenführt, kennen sie schon den Geruch des Artgenossens und werden sich leichter aneinander gewöhnen.

Katzen zusammenführen: Schritt 3

Um eure Katzen erfolgreich zusammenzuführen, solltet ihr ihnen im nächsten Schritt die Möglichkeit geben, das Revier der jeweils anderen Katze zu erkunden – und zwar ohne, dass der Artgenosse sich dort aufhält. Setzt zum Beispiel die neue Katze in ein anderes Zimmer, schließt die Tür und lasst eure alte Katze nun das Zimmer des Neuankömmlings erkunden und beschnuppern.

​​​​​​Während sich eure Erstkatze im Zimmer aufhält, könnt ihr der Zweitkatze die Möglichkeit geben, den Rest der Wohnung zu entdecken. Am Ende setzt ihr beide Katzen wieder zurück in ihr gewohntes Revier.

Katzen zusammenführen: Schritt 4

Nach etwa drei Tagen könnt ihr den Katzen die Möglichkeit geben, sich zu sehen, ohne direkt aufeinander zu treffen. Dafür könnt ihr entweder ein Netz oder Gitter anstelle der Tür anbringen oder die Tür zum separaten Zimmer einen Spalt weit öffnen. Sind eure Katzen neugierig, werden sie sich nun durch den Türspalt hindurch beschnuppern und beobachten.

Wenn es gut läuft, könnt ihr den Vorgang mehrmals pro Tag für einige Minuten wiederholen. Wirken beide Katzen sehr gestresst, solltet ihr ihnen noch etwas Zeit geben. Die Dauer, um die Katzen zusammenzuführen ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Katzen zusammenführen: Schritt 5

Jetzt geht's ans Eingemachte. Nach etwa einer Woche könnt ihr versuchen, die Katzen zusammenzuführen. Am besten verlasst ihr euch auf euer Bauchgefühl und das Verhalten eurer Katzen. Wirken sie bereits nach ein paar Tagen sehr entspannt und neugierig, könnt ihr es auch früher versuchen. Wenn ihr denkt, dass sie noch mehr Zeit brauchen, könnt ihr auch noch länger warten.

Wählt für das erste Kennenlernen am besten ein Zimmer mit Versteck- und Klettermöglichkeiten, damit die Katzen sich gegebenenfalls aus dem Weg gehen können. Versucht auch für eure Erstkatze Anreize zu schaffen, indem ihr zum Beispiel einen Karton auf den Boden stellt.

Öffnet nun die Tür und lasst die zwei Katzen in ihrer eigenen Geschwindigkeit aufeinander zugehen. Dass die Katzen sich von Anfang an lieben werden, ist selten. Wahrscheinlicher ist es, dass die zwei erstmal etwas unentspannt reagieren.

Eventuell wird eure Katze den Neuankömmling anfauchen, anknurren oder sogar ankreischen, aber das ist in dieser Situation normal und erstmal kein Grund zur Beunruhigung. Lasst die Katzen in Ruhe und greift nur ein, falls es zu einem Kampf kommt. Dann könnt ihr sie durch lautes Klatschen ablenken und notfalls voneinander trennen.

In den meisten Fällen stecken die Katzen aber nur die neue Rangordnung ab. Meist fangen sie irgendwann an, sich zu putzen und ignorieren sich. Das ist ein gutes Zeichen. Falls sie sich bereits beschnuppern und die Annährung des Artgenossen zulassen, ist das noch besser.

Katzen zusammenführen: Schritt 6

In den nächsten Tagen werden sich die Katzen immer mehr annähern. Nachts solltet ihr die Katzen aber am besten trotzdem noch trennen, damit beide in Ruhe schlafen können. Zeigen eure Miezen positives Verhalten solltet ihr sie loben oder Leckerlis verteilen.

Kommt es zu kleinen Streitereien solltet ihr keine Partei für eine Katze ergreifen, das schürt zusätzlich die Eifersucht. Am besten ignoriert ihr kleine Auseinandersetzungen ganz. Vor allem eurer Erstkatze solltet ihr während der Anfangszeit viel Aufmerksamkeit schenken, damit sie sich nicht benachteiligt oder gar verdrängt fühlt.

Je nachdem wie gut die Katzen sozialisiert sind, kann es einige Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, sie zusammenzuführen. Habt Geduld, denn haben sich eure Vierbeiner erst einmal akzeptiert, ist es umso schöner, sie zusammen zu sehen.

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von Nicola Pohl
 

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