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Verstörende Filme: Die sind nichts für schwache Nerven

von Nicole Molitor Erstellt am 22. April 2020
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Verstörende Filme: Die sind nichts für schwache Nerven© The Handmaid's Tale, Staffel 1, TM 2018 MGM

Bühne frei für die verstörendsten Filme aller Zeiten! Wer sensibel ist, sollte hier einen großen Bogen drum machen. Alle anderen werden begeistert applaudieren.

Dieser Artikel ist allein 'The Handmaid’s Tale' (2017) zu verdanken. In unserer Redaktion brach eine rege Diskussion aus, ob und inwiefern die Serie zu verstörend zum Ansehen sei. Thematisiert und gezeigt wird darin in ziemlich heftigen Bildern die allmonatliche Vergewaltigung von jungen Frauen.

Wer zartbesaitet ist, wird die erfolgreiche Drama-Serie bereits nach der ersten Folge abbrechen. Andere, so wie ich, werden geradezu von dieser abgründigen Thematik angezogen. Doch auch, wenn ich von mir behaupten kann, recht abgebrüht zu sein, so gibt es dennoch immer wieder Filme, die selbst mich als eingefleischten Horror- und Psychothriller-Fan mitnehmen.

Deshalb habe ich mich für euch auf die Suche nach den verstörendsten Filmen überhaupt gemacht. Für Sensible als Warnung, dass sie von diesen Streifen lieber die Finger lassen sollten, für Hardcore-Fans als Empfehlung – denn so wie ich das sehe, haben diese verstörend guten Filme verdammt viel richtig gemacht, wenn sie uns nach dem Ansehen noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Wann sind Filme verstörend?

Vorher sollten wir kurz darüber sprechen, was eigentlich verstörende Filme sind. Zusammenfassen lässt sich darunter alles, was den Zuschauer psychisch stört oder ihm sogar körperlich aufstößt. Was genau das ist, ist subjektiv verschieden. Auch die Stärke der Abneigung gegen das Gezeigte kann ganz unterschiedlich ausfallen.

Trotzdem gibt es ein paar Gemeinsamkeiten, die als verstörend geltende Filme und Serien haben. Potenziell jugendgefährdende Inhalte wie (Kindes-)Missbrauch, Drogenkonsum, Diskriminierung, Amoklauf und andere Gewaltthemen bekommen von vornherein eine FSK ab 16 oder 18 Jahren.

Dabei spielt es letztendlich keine Rolle, wie explizit die Grausamkeiten filmisch dargestellt werden. Verstörend ist nicht immer gleich Horrorfilm. Deshalb soll es im Folgenden nicht um eklige Torture- oder Revenge-Horrorstreifen gehen – schon weil ich mich weigere, reiner Perversion eine Bühne zu bieten.

Stattdessen zeigen wir euch hier eine Reihe von sehenswerten Filmen, die alle Knöpfe beim Zuschauer drücken und mit Fug und Recht als verstörend gut gelten können. Wie gesagt: Wer schwache Nerven hat, sollte sich diese Filme besser nicht anschauen. Ich vertraue darauf, dass ihr bei der Einschätzung ehrlich zu euch selbst seid.

Im Video: Könnt ihr den Filmtitel anhand der Emojis erraten?

Video von Sarah Glaubach

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1. Verstörende Filme: Funny Games (1997)

Die Reihenfolge der aufgelisteten Filme soll eigentlich nichts über den Grad der verstörenden Wirkung aussagen, aber 'Funny Games' ist für mich der schlimmste und gleichzeitig beste Film, den ich je gesehen habe.

Es geht um zwei Jungs, die aus reiner Bösartigkeit eine Familie in deren eigenem Haus terrorisieren. Die Szenen mit dem kleinen Sohn sind fast unerträglich. Harmloser ist auch die amerikanische Version 'Funny Games U.S.' (2007) nicht – Michael Haneke hat hier ebenfalls Regie geführt und die Originalbilder 1:1 mit anderer Besetzung übernommen.

2. Verstörende Filme: Requiem for a Dream (2000)

Selten wurde Drogensucht und ihre vernichtenden Folgen so schonungslos dargestellt wie in 'Requiem for a Dream'.

Darren Aronofsky hat damit ein Meisterwerk geschaffen – weltberühmt ist auch der dramatische Soundtrack ("Lux Aeterna") von Clint Mansell. Der Film ist so verstörend, dass man ihn sich unmöglich öfter als ein Mal ansehen kann.

3. Verstörende Filme: Antichrist (2009)

Eigentlich könnte man hier jeden Film von Lars von Trier auflisten, denn der dänische Skandalregisseur provoziert immer wieder mit verstörenden Inhalten. Bei 'Antichrist' ist die Taktung der Schockmomente allerdings besonders hoch.

Da wäre Kindesmissbrauch, Mord, (Selbst-)Verstümmelung und Willem Dafoes Gesicht, das nicht weniger gruselig ist als der düstere Tann drumherum. Wer nach 'Antichrist' noch fröhlich in den Wald spaziert, hat meinen Respekt.

4. Verstörende Filme: Die Passion Christi (2004)

Vom Antichristen zum echten Christus. Doch wer glaubt, dass ein Film mit Jesus als Hauptfigur Friede-Freude-Eierkuchen wäre, erlebt bei 'Die Passion Christi' sein blaues Wunder.

Mel Gibson gibt uns hier einen knallharten Einblick in die zwölf letzten Stunden im Leben Jesu Christi: Vom Verrat im Garten Gethsemane über die Kreuzigung auf dem Berg von Golgatha bis zur Auferstehung. Der Film ist verstörender, aber auch eindringlicher als jede Osterpredigt es sein könnte – und dafür muss man nicht einmal an Gott glauben.

5. Verstörende Filme: Deliver us from Evil (2009)

Verstörend biblisch geht es weiter mit 'Deliver us from Evil'. Bitte nicht verwechseln mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2014, einem schrecklich schlecht gemachten Netflix-Horror, der nichts mit dem dänischen Film von 2009 zu tun hat.

Was passiert, wenn in einem kleinen, ausländerfeindlichen Kaff einem Fremden ein Mord anhängt wird? Richtig, es gibt einen Lynchmob mit Mistgabeln und Schlimmerem. Die Ungerechtigkeit und Intoleranz der Menschen in diesem Film hat mich rasend gemacht und nachhaltig erschüttert.

6. Verstörende Filme: Utøya 22. Juli (2018)

Schlimmer als ein verstörender Film ist nur ein verstörender Film, der auf wahren Begebenheiten beruht. 'Utøya 22. Juli' erzählt von dem Massaker am 22. Juli 2011 auf der norwegischen Insel Utøya. Heftig: Das Attentat dauert im Film mit quälenden 72 Minuten genauso lange wie in der Realität.

Natürlich kann ein Film dem Schrecken eines echten Amoklaufs nie gerecht werden. 'Utøya 22. Juli' kommt dem aber recht nahe. Das nervenzerfetzende Warten und Bangen wird hier zumindest greifbarer als bei actiongetriebenen Amokfilmen. Und am Ende ist man einfach geschockt von dem sinnlosen Blutvergießen.

7. Verstörende Filme: An American Crime (2007)

Auch 'An American Crime' greift auf wahre Begebenheiten zurück: Im Jahr 1965 "adoptiert" die jähzornige Gertrude Baniszewski die Schwestern Sylvia Marie und Jenny Likens. Eine davon macht sie kurzerhand zum schwarzen Schaf der ganzen Familie. Das Schockierendste: Auch Gertrudes Kinder sowie die Nachbarskinder haben beim Missbrauch des Mädchens mitgemacht.

Neben 'An American Crime' kam im selben Jahr eine weitere Verfilmung der Horrortat raus: 'Jack Ketchum's Evil' aka 'The Girl Next Door'. Insgesamt ist der Ketchum-Film näher an der Realität dran und damit NOCH verstörender als die "Light"-Version von Regisseur Tommy O’Haver.

8. Verstörende Filme: Ich seh, Ich seh (2014)

Wie verstörend es umgekehrt sein kann, als Mutter von den eigenen Kindern drangsaliert zu werden, exerziert das österreichische Regie-Duo Infernale Veronika Franz und Severin Fiala in 'Ich seh, ich seh'.

Die Zwillinge Elias und Lukas erkennen ihre Mutter nach einer Schönheitsoperation nicht wieder und versuchen die vermeintliche Doppelgängerin zu entlarven. Wenn es sein muss, eben mit Gewalt. Das anzusehen, kann einen echt fertig machen.

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9. Verstörende Filme: The Killing of A Sacred Deer (2017)

Der Thriller 'The Killing of A Sacred Deer' verlegt die griechische Sage um Iphigenie in die kalte Wirklichkeit. Wie weit würdest du gehen, um deine Familie zu retten? Und welchen deiner Liebsten würdest du dafür opfern?

Diese Gewissensfrage muss sich der Arzt Steven stellen, nachdem seine Familie von einem Fluch getroffen wird. Fluch klingt nach Geistern und Hokuspokus, aber in diesem Film wirkt das überirdische Element verstörend real. Wenn die Kinder anfangen, sich für Nichtigkeiten wie einen falschen Haarschnitt beim Vater zu entschuldigen, um nicht getötet zu werden, läuft es einem kalt den Rücken herab.

10. Verstörende Filme: The Lodge (2019)

'The Lodge' ist ein neuer Streich der Österreicher Veronika Franz und Severin Fiala. Auch in 'The Lodge' wird eine junge (Stief-)Mutter von ihren beiden (Stief-)Kindern heimgesucht.

In 'The Lodge' ist der Terror noch subtiler als bei 'Ich seh, ich seh'. Die Mutter wird systematisch in den Wahnsinn getrieben. Dazu noch eine ewig rumorende Geräuschkulisse und man ist auch als Zuschauer psychisch fertig. Als der Abspann im Kino lief, konnte ich mich nicht bewegen. So verstörend und endgültig ist das Ende des Films.

11. Verstörende Filme: Hereditary (2018)

Der Film mit dem unaussprechlichen Namen wird seit seinem Erscheinen als einer der besten Horrorfilme aller Zeiten gefeiert. Zurecht, denn 'Hereditary – das Vermächtnis' schafft es, den Zuschauer ohne viel Blut zu traumatisieren.

Der Grund dafür ist die realistisch angelegte Familientragödie. Die Konflikte reichen gleich mehrere Generationen zurück. Den übersinnlichen Grusel hätte es gar nicht gebraucht, um 'Hereditary' zum Horror-Hit zu machen. Wobei die Szene, in der die Mutter über dem Bett des Sohnes schwebt und an der Decke entlang davonwabert, das Unheimlichste ist, das ich seit Langem gesehen habe.

12. Verstörende Filme: Dogtooth (2009)

Wie 'The Killing of A Sacred Deer' stammt auch 'Dogtooth' aus der Feder des griechischen Meisterregisseurs und Drehbuchautoren Giorgos Lanthimos. 2011 war der Film sogar als "Bester fremdsprachiger Film" für einen Oscar nominiert.

Die Eltern dreier Kinder experimentieren hier mit einer eigenen Weltsicht. Sie vertauschen Begriffe und die Kinder dürfen das eingezäunte Zuhause erst verlassen, wenn ihnen die Eckzähne (Dogtooth) ausfallen. Verstörender als die abstrusen Lügengeschichten (die Katze hat den Sohn getötet) ist jedoch der banalisierte Inzest zwischen den Geschwistern. Ein sehr, sehr kranker Film.

13. Verstörende Filme: Midsommar (2019)

Mit 'Midsommar' hat Regisseur Ari Aster nach seinem Kultschocker 'Hereditary' nochmal nachgelegt in Sachen verstörende Filme. Austragungsort ist diesmal eine abgelegene Siedlung im schwedischen Hälsingland, wo die Bewohner mit wenigen ausgewählten Gästen von außerhalb Mittsommer feiern möchten.

Die Idylle bekommt jedoch schnell Risse. Irgendwann überschlagen sich die Ereignisse und beim Showdown der Festlichkeiten zieht es einem regelrecht die Schuhe aus. Selbst der oscarpreisgekrönte Regisseur Jordan Peele ('Get Out', 2017 und 'Wir', 2019) soll nach der Filmsichtung gesagt haben, dies seien die verstörendsten Bilder gewesen, die er je gesehen habe.

14. Verstörende Filme: Nocturnal Animals (2016)

Wenn Modedesigner einen Film machen, ist klar, dass dieser extrem stylisch werden wird. So der Fall bei 'Nocturnal Animals' von Ex-Gucci-Designer Tom Ford.

Zugegeben, den größten Teil des Films über kapiert man nicht, was da los ist. Die Ebenen der erzählten Welt sind vielschichtig und verworren. Es gibt viel Gewalt, Mord und Totschlag, aber am Schlimmsten ist die Vergewaltigungsszene in der Mitte des Films. Die Hilflosigkeit der Opfer ist hier so greifbar, als wäre man live dabei. Nichts für schwache Nerven!

15. Verstörende Filme: Irreversibel (2002)

Noch weniger etwas für schwache Nerven ist 'Irreversibel'. Das konsequent rückwärts erzählte Drama des französischen Enfant Terribles Gaspar Noé war der erste Film, den ich nicht zuende schauen konnte.

Alles beginnt damit, dass einem Unbekannten der Schädel mit einem Feuerlöscher eingeschlagen wird. Ich musste mir die Augen zuhalten, doch die Geräusche und Schilderungen meiner Schwester ("Oh Gott, das ganze Gesicht ist weg!") haben gereicht, um mich an die frische Luft zu treiben. Später habe ich erfahren, dass der Anfang bei Weitem nicht das Schlimmste am Film war.

16. Verstörende Filme: Hard Candy (2005)

Gegen 'Irreversibel' ist im Grunde alles ein Kindergeburtstag. Schwer verdaulich ist allerdings auch 'Hard Candy'. Wie in 'An American Crime' spielt Ellen Page hier die Hauptrolle – sie scheint ein Faible für kaputte Figuren zu haben.

In diesem Film mausert sich Page jedoch vom vermeintlichen Opfer zur Täterin. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Rächerin für sexuelle Missbrauchsopfer und ihrem pädophilen Widersacher ist sowohl spannend als auch verstörend. Denn irgendwie geht sie dann doch zu weit. Oder doch nicht?

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17. Verstörende Filme: Mother! (2017)

Darren Aronofsky, der uns schon mit 'Requiem for a Dream' erschüttert hat, polarisiert mit 'Mother!' erneut die Massen. Das Ausrufezeichen im Titel kommt dabei nicht von ungefähr: In dem Mystery-Drama wird es laut, ja geradezu ohrenbetäubend.

Wie mir Aronofsky im Interview verriet, geht es in dem Film darum, was wir unserer symbolischen Mutter Natur antun. Es wird biblisch und vielleicht ist es sogar ein bisschen too much. Dabei sind es die leisen Zwischentöne, die am verstörendsten sind. Etwa wenn Jennifer Lawrence die Eindringlinge anfleht, ihr Haus zu verlassen und sich verdammt nochmal nicht auf die brüchige Anrichte zu setzen!

Zum Interview: "Ich würde das nie wieder tun!" Jennifer Lawrence über ihren neuen Film

18. Verstörende Filme: Clockwork Orange (1971)

Es gibt nichts dran zu rütteln: Stanley Kubricks 'Clockwork Orange' ist ein verstörendes Meisterwerk. Die Rolle des abgebrühten Schlägers Alex und seiner Horrorshow ist so ikonisch, dass 'Die Toten Hosen' ihm 1988 einen eigenen Song widmeten und wir ihm zu Ehren an Halloween zu Melone, Hosenträgern und Fakewimpern greifen.

Die Gewaltexszesse des Films sind unnachahmlich. Trotzdem kam es sogar zu Nachahmungsmorden. In Großbritannien stand 'Clockwork Orange' daher sogar 27 Jahre lang auf dem Index. Verstörender als Beethovens 9. Sonate als hämischster Soundtrack ever sind die absurden Resozialisierungsmaßnahmen der Regierung, die Alex zu einem zweifelhaften Opfer machen.

19. Verstörende Filme: Spurlos (1993)

'Spurlos' ist einer der Filme, die mich nie losgelassen haben. Es gibt zwei Verfilmungen dazu. Einmal eine niederländische Version aus dem Jahr 1988 und die amerikanische von 1993. Die Handlung ist gleich verstörend, doch im Gegensatz zum Original hat die US-Variante immerhin ein Happy End.

Was beide Streifen so schlimm macht, ist die Vorstellung des Unvorstellbaren. Jeff und Diane machen Rast an einer Tankstelle, woraufhin Diane plötzlich spurlos verschwunden ist. Jeff sucht jahrelang nach ihr, bis sich ihm der vermeintliche Entführer stellt. Die perfide Versuchung: Ein ausführliches Geständnis – wenn Jeff bereit ist, genau das durchzumachen, was der Täter Diane angetan hat.

20. Verstörende Filme: Die Haut, in der ich wohne (2011)

Pedro Almodóvar macht Filme, die so mächtig wie ein Stück Sahnetorte sind und schwer verdaulich im Magen liegen. 'Die Haut, in der ich wohne' ist ein exzellentes Beispiel dafür. Mit einer Dauer von zwei Stunden und ziemlichen Längen ist der Film ein ganz schönes Brett.

Er ist aber auch extrem verstörend. Die titelgebende Haut, an der der Chirurg Robert in seiner Villa bastelt, gehört zu einer mysteriösen Frau, die er scheinbar bei sich zuhause gefangen hält. Die Auflösung, wer sich da unter der unkaputtbaren Superhaut verbirgt, lässt einen mit offenem Mund zurück.

21. Verstörende Filme: Oldboy (2003)

'Oldboy' ist ein Action-Klassiker aus Südkorea, der für seine brutalen Gewaltszenen berühmt geworden ist. Trotz seiner urkomischen Züge bleibt einem das Lachen dabei irgendwie im Halse stecken.

Verstörender als die Folterszenen oder das Herunterwürgen eines lebenden Tintenfischs ist jedoch das Inzest-Ende in 'Oldboy'. Die Wende kommt so überraschend und ist so schrecklich, wie es nur die alten Griechen schöner hätten besingen können.

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22. Verstörende Filme: Videodrome (1983)

Sich David Cronenbergs 'Videodrome' am Stück anzuschauen, fühlt sich an wie ein Fiebertraum und erfordert ein gutes Stück Masochismus. SM spielt übrigens auch eine Rolle in dem wohl abgedrehtesten Film, den ich kenne.

Empfohlen wurde mir der Film seinerzeit vom Medienprof während meines Bachelorstudiums. Erst Jahre später habe ich mir 'Videodrome' dann zu Gemüte geführt und war verstört von der wirren Handlung und den noch wirreren Bildern. Von filmwissenschaftlichem Interesse soll hier wohl die McLuhan'sche Erweiterung des Menschen durch die Medien sein. Zwischen Pornos und Pistolen aus menschlicher Haut bin ich aber irgendwann ausgestiegen.

Verstörende Filmklassiker in Schwarz-Weiß

Verstörende Filme sind keine Erfindung von Regisseuren wie Cronenberg, Aster, Severin/Fiala oder Lars von Trier. Schon in den frühen Jahren des Kinos gab es verstörende Filmexperimente.

Im Kurzfilm 'Ein andalusischer Hund' (original: Un Chien Andalou, 1929) sezierte Luis Buñuel unter kreativer Anleitung des Malers Salvador Dalí ein menschliches Auge und wurde durch den Filmschnitt einer einmontierten Wolke weltberühmt.

Extrem verstörend für damalige Verhältnisse war auch der Film 'Freaks – Missgestaltete' (1932), der noch in modernen Schauerserien wie der vierten Staffel der 'American Horror Story' (2014) zu Ekelvorstellungen führt.

Sowas wie der Ehrentitel in Sachen verstörende Filme geht allerdings ganz klar an David Lynch. Seit in 'Eraserhead' (1977) dieses unselige Vogelkind geboren wurde, schafft er es immer wieder, seine Zuschauer zu traumatisieren. Die Bilder bleiben ewig in Erinnerung – ob man will oder nicht.

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