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Waschmaschine desinfizieren: So wird's hygienisch sauber

Video von Justin Amaral Erstellt am 18. März 2020

Nicht nur in Coronavirus-Zeiten, auch sonst braucht die Waschmaschine ab und zu eine Grundreinigung. Wir verraten, wie ihr eure Waschmaschine desinfizieren könnt – für ein hygienisch reines Gefühl.

von Inga Back

Die Herdplatte wird abgewischt, der Kühlschrank und der Ofen saubergemacht, Fußböden und Fenster werden regelmäßig geputzt – aber wann hast du zuletzt die Waschmaschine gründlich gereinigt?

Sie gehört zu den Haushaltsgeräten die meist vergessen werden. Dabei geht sämtlicher Dreck, der sich auf unserer Kleidung angesammelt hat, beim Waschen einmal durch die Waschmaschine. Ein Teil bleibt auch nach dem Waschvorgang darin zurück, sodass sich Keime munter in der noch warmen und feuchten Trommel vermehren können. Kein Wunder, dass die Waschmaschine mitunter anfängt modrig zu riechen. Das kann auch ein Grund für stinkende Wäsche nach dem Waschen sein!

Damit ihr eure Kleidung weiterhin sauber und frisch duftend nach dem Waschen vorfindet, solltet ihr gar nicht erst warten, bis es soweit kommt. Wir verraten, wie ihr eure Waschmaschine desinfizieren könnt – auch ganz ohne Desinfektionsmittel!

Coronavirus: Kann er durch Wäsche übertragen werden?

Bevor wir euch verraten, wie ihr eure Waschmaschine desinfizieren könnt, eine wichtige Info: Aktuell gibt es keine Hinweise, dass das Coronavirus über Textilien, also Kleidung, Handtücher oder Bettwäsche, übertragen wird. Trotzdem solltet ihr auch bei eurer Wäsche Hygiene-Regeln beachten.

So solltet ihr zum Beispiel Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen. Die hohen Waschtemperaturen in der Maschine töten Krankheitserreger ab. Auch das Infizieren der Waschmaschine macht Sinn, wenn man Wäsche von Erkrankten gewaschen hat.

Waschmaschine desinfizieren: Ist das wirklich nötig?

Eine Waschmaschine hat doch hauptsächlich mit Wasser und Waschmittel Kontakt, warum also die Waschmaschine zusätzlich noch desinfizieren? Der Grund dafür ist einfach: Tut man es nicht, bilden sich Bakterien, die im schlimmsten Fall zu Schimmel führen. Dann stinkt nicht nur die Waschmaschine, sondern auch die Wäsche nach dem Waschen. Sauber wird in so einer Waschmaschine gar nichts mehr.

Mehr erfahren: Wäsche stinkt nach dem Waschen? Das kannst du dagegen tun

Schmutz, Fett, Schweiß, Hautschuppen – unsere Waschmaschine kommt durch die Wäsche mit sehr vielen Bakterienherden in Kontakt. Zudem müssen inzwischen die meisten Wäschegänge irgendwo bei 30 oder 40 Grad gewaschen werden. Auch die Waschmaschinen sind vermehrt darauf ausgelegt Energie zu sparen und das tun sie, indem sie nicht so heiß laufen. Das alles führt dazu, dass nach jedem Waschgang einige Bakterien in der Waschmaschine bleiben.

Regelmäßige Waschgänge bei 60 Grad helfen also bereits beim Desinfizieren. Doch die meisten Bakterien sterben erst bei Temperaturen über 70 Grad – und selbst bei mehr als 70 Grad können manche Bakterien überleben. Deshalb ist die tatsächliche periodische Desinfektion der Waschmaschine so wichtig.

Waschmaschine desinfizieren bei 90 Grad – geht das?

Bei etwa 90 Grad werden die meisten Bakterien und Keime tatsächlich abgetötet (auch wenn sich bereits Schimmel in der Waschmaschine gebildet hat). Dafür ist es jedoch nicht nötig, die Maschine leer laufen zu lassen. Das wäre nicht nur zum Fenster herausgeworfenes Geld, sondern auch eine unnötige Umweltbelastung. Füllt die Maschine stattdessen lieber tatsächlich mit Kochwäsche wie Putzlappen, Handtüchern und in einigen Fällen auch Bettwäsche. So habt ihr nicht nur die Waschmaschine desinfiziert, sondern auch für Keime anfällige Textilien.

Ausnahme: Wenn sich im Haus keine Kochwäsche befindet, sollte die Waschmaschine trotzdem ab und zu im Kochgang laufen, auch wenn sie leer laufen muss. Dasselbe gilt, wenn eine Person im Haus eine ansteckende Krankheit hat. Wascht in diesem Fall die Kleidung, Handtücher und Bettwäsche der Person wie auf dem Etikett vorgeschrieben und lasst die Waschmaschine danach im Leerlauf einmal durchkochen. Am besten gebt ihr in so einem Fall zu allen Waschgängen etwas Hygienreiniger hinzu.

Richtig waschen: Das bedeuten die Symbole auf dem Etikett

Video von Jane Schmitt

Waschmaschine desinfizieren mit Hygienereiniger

Hygienereiniger oder auch Hygienespüler bestehen aus Desinfektionsmitteln und Duftstoffen. Sie versprechen Keime und Bakterien effektiv zu beseitigen und können die Waschmaschine gleich mit desinfizieren.

Das Problem bei Hygienspülern: Sie werden oft unnötigerweise eingesetzt. Bei übertriebener Hygiene können Menschen Allergien entwickeln. Vor allem Kinder müssen Keimen ausgesetzt sein, um ein starkes Immunsystem zu entwickeln. Zudem können bestimmte Bakterien durch den ständigen Kontakt mit den Reinigern resistent gegen die Wirkstoffe werden. Hygienespüler sind außerdem eine Belastung für die Umwelt.

Wann Hygienespüler sinnvoll sind: Da unsere Kleidungsstücke nicht mehr wie früher einfach durchgekocht werden können, müssen sie manchmal desinfiziert werden. Viele Kunstfasern, die nicht bei mehr als 40 Grad gewaschen werden dürfen, werden irgendwann zu Bakterienherden. So kommt es, dass Kleidung auch nach dem Waschen noch stinken kann. Wenn man zum Beispiel viel darin geschwitzt hat. Dann ist ein Schuss Hygienereiniger zur Wäsche durchaus sinnvoll.

Lesetipp: BHs, Slips und Co.: So wascht ihr eure Unterwäsche richtig!

Auch bei kranken Personen im Haus kann Hygienespüler wichtig sein. Zum einen, um die Wäsche der kranken Person zu desinfizieren, um eine Wiederansteckung zu verhindern. Zum anderen, um die Waschmaschine zu desinfizieren, nachdem die Wäsche einer kranken Person darin gewaschen wurde, um zu verhindern, dass sich andere Familienmitglieder infizieren.

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Waschmaschine desinfizieren: Die besten Hausmittel

Zitronensäure

Zitronensäure ist ein wirksames, antibakterielles und umweltfreundliches Mittel, um die Waschmaschine zu reinigen. Es hat eine ähnliche Wirkung wie Essig, ist aber weniger aggressiv. Zudem kann Zitronensäure auch bei einem normalen Waschgang dazugegeben werden (allerdings besser nur bei heller Wäsche). Gebt einfach 5-10 Esslöffel Zitronensäure direkt in die Trommel. Aber Achtung: Nicht über 40 Grad waschen, sonst bildet sich Calciumcitrat, das sich ablagern und die Waschmaschine beschädigen kann.

Tipp: Reinige die Dichtungen mit etwas Zitronensaft und einem feuchten Lappen. Die Zitronensäure im Saft hat ebenfalls eine desinfizierende Wirkung.

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Natron

Natron kann ebenfalls wirksam Bakterien, Pilze und Keime beseitigen. Im Gegensatz zur Zitronensäure hat Natron jedoch keinerlei Wirkung auf Kalk. Gebt 50 Gramm Natron (etwa 2-3 Päckchen) in das Waschpulver-Fach und wascht danach bei mindestens 40 Grad.

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Backpulver

Backpulver ist ein Gemisch aus Natron und Wein- oder Zitronensäure. Somit kann Backpulver genauso gut wie Natron verwendet werden, um die Waschmaschine zu desinfizieren. Es wirkt ebenfalls antibakteriell und fungizid. Zudem kann es durch die Säure auch wirkam gegen Kalk sein. Mischt Backpulver mit Wasser zu einer Paste und gebt diese direkt in die Trommel.

Vorsicht:

Essig sollte nicht genutzt werden, um die Waschmaschine zu desinfizieren. Essig ist zwar ein umweltfreundliches und effektives Hausmittel, aber für die Waschmaschine ist es zu aggressiv. Es kann die Metall- und Gummiteile der Waschmaschine angreifen und nachhaltig beschädigen. Riskiert also lieber nichts und lasst die Finger von Essig für die Waschmaschine.

Mit Spülmaschinentabs sollte die Waschmaschine ebenfalls nicht gereinigt werden. Spülmaschinentabs haben zwar fettlösende Eigenschaften und können die Waschmaschine somit gut reinigen, sie können jedoch genau wie Essig für einzelne Teile der Waschmaschine zu aggressiv sein.

Zusätzliche vorbeugende Maßnahmen

Damit die Waschmaschine nicht ganz so oft desinfiziert werden muss, kann man auch Maßnahmen ergreifen, die die Ausbreitung von Bakterien verhindern. Bakterien lieben es feucht und warm. Deshalb fühlen sie sich in Waschmaschinen auch so wohl. Der einfachste Weg, um die Ausbreitung aufzuhalten ist daher, die Waschmaschine regelmäßig zu lüften.

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Öffnet nach dem Waschen die Tür zur Trommel und die Kammer für das Waschmittel, damit das restliche Wasser und die Feuchtigkeit verdunsten kann. Reinigt außerdem regelmäßig das Flusensieb. So könnt ihr bereits dazu beitragen, dass ihr die Waschmaschine seltener desinfizieren müsst. Langfristig schont ihr damit also auch die Umwelt.