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Hilfe, mein Baby zahnt! Tipps, um Schmerzen zu lindern

von Katharina Bömken Erstellt am 27.08.16 um 08:00, geändert am 10.11.21 um 09:15
Hilfe, mein Baby zahnt! Tipps, um Schmerzen zu lindern © Getty Images

Dein Baby weint viel, schläft nicht mehr so gut und isst schlecht? Das könnte daran liegen, dass sich die ersten Zähnchen auf den Weg an die Oberfläche machen. Wie du deinem Kind jetzt helfen kannst und wie sich die Schmerzen lindern lassen, erfährst du bei uns.

Wenn sich die ersten Zähnchen startklar machen, um sich ihren Weg an die Oberfläche zu bahnen, ist dieser Prozess für jedes Kind ganz individuell. Während die einen gar nichts davon mitbekommen und irgendwann stolz mit einer weißen Zahnspitze lächeln, haben andere richtig damit zu kämpfen und starke Schmerzen.

Gehört auch dein Nachwuchs zu den Kindern, denen das Zahnen Probleme macht, solltest du alles dafür tun, um es in dieser Phase bestmöglich zu unterstützen. Wir geben dir jede Menge Tipps, wie du ihm als Elternteil helfen kannst und verraten dir, welche Hausmittel & Co. gegen das Schmerzen beim Zahnen Wunder wirken.

Im Video: Anzeichen die dir verraten, dass Babys erster Zahn bald kommt

Video von Esther Pistorius

Wann bekommen Babys Zähne?

Wann die ersten Zähne durch das Zahnfleisch blitzen, lässt sich nicht an einem bestimmten Zeitpunkt festmachen. Einige Babys zahnen bereits ab dem 4. Monat, bei anderen lassen sich die ersten Zähnchen bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres Zeit. Meistens geht es aber in einem Alter von sechs bis acht Monaten mit dem Zähnekriegen los. Und der Prozess lässt sich so beschreiben: Jeder Zahn schiebt sich langsam in der Zahnleiste voran, bis die Zahnkrone das Zahnfleisch durchbricht, die Mundhöhle erreicht und weiß hervorblitzt.

In welcher Reihenfolge kommen die Zähne?

Die Reihenfolge beim Zahnen ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Bei den meisten Kindern kommen die Zähne jedoch in der folgenden Reihenfolge:

  • untere mittlere Schneidezähne
  • obere mittlere Schneidezähne
  • untere äußere Schneidezähne
  • obere äußere Schneidezähne
  • obere und untere vordere Backenzähne
  • obere und untere Eckzähne
  • obere und untere hintere Backenzähne

Wann haben Kleinkinder alle Zähne?

Der erste Satz Zähne, den jeder Mensch erhält, sind die sogenannten Milchzähne. Ein komplettes Kindergebiss besteht aus 20 Zähnen, jeweils 10 im Ober- und im Unterkiefer. Pro Kiefer wachsen wiederum vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne (Molaren). ​Das Zahnen kann dauern: Die letzten vier Backenzähne brechen oft zeitversetzt durch. Erst im Alter von zwei bis drei Jahren tragen die meisten Kinder ein vollständiges Milchgebiss.

Schon gewusst? Die Zähne bekommt ein Baby nicht erst beim Zahnen, sondern bereits im Mutterleib. Schon während der Schwangerschaft werden im Kiefer des Ungeborenen sogenannte Keime für die einzelnen Zähne angelegt, die Milchschneidezähne beginnen auszuhärten. Bereits die werdende Mutter sollte also auf eine calziumreiche Ernährung achten, damit das Kind später kräftige Zähne bekommt.

Lies auch: Baby-Zähne putzen: Wann du starten und worauf du achten solltest

Erste Anzeichen fürs Zahnen bei Babys

Der Druck auf den Gaumen, die Schwellung der Schleimhaut und der Durchbruch durch das Zahnfleisch sind für viele Säuglinge und Kleinkinder schmerzhaft. "Bevor die Zähne durchbrechen, kann der Zahndamm gerötet und geschwollen sein. Der Zahn drückt und spannt am Zahnfleisch," erklärt Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.

Fieber und Durchfall werden nicht direkt durch das Zahnen ausgelöst, auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält. Die Erfahrung zeigt aber, dass viele zahnende Babys und Kleinkinder gleichzeitig Fieber und Durchfall haben. Dies lässt sich dadurch erklären, dass sie sich alles in den Mund stecken und es dadurch häufiger zu Infekten kommt. Gleichzeitig ist der Körper durch das Zahnen geschwächt und das Immunsystem anfälliger.

Natürlich ist jedes Baby einzigartig und reagiert unterschiedlich. Aber es gibt einige typische Anzeichen fürs Zahnen, auf die du achten kannst:

  • Das Zahnfleisch ist geschwollen und gerötet, vielleicht schimmert auch schon ein Zahn durch.
  • Dein Kind hat einen erhöhten Speichelfluss.
  • Eine Wange deines Kindes ist gerötet und warm, ohne dass es Fieber hat.
  • Dein Kind steckt sich gerne Gegenstände oder die Faust in den Mund und kaut darauf herum.
  • Es hat einen wunden Po und dünnen Stuhl oder Durchfall oder auch Verstopfung.
  • Dein Kind hat schlechte Laune, ist quengelig und schläft schlecht.

Übrigens: Es gibt auch Kinder, bei denen ein Zahn ganz heimlich und unbemerkt kommt, ohne dass es vorher eines der oben genannten Symptome hatte.

Lesetipp: Das bedeutet ein Wachstumsschub für Babys Entwicklung

Hausmittel und Tipps: Was hilft Babys beim Zahnen?

Wenn Babys zahnen, kann das sehr schmerzhaft sein. Wenn auch dein Kind jedes Mal unheimlich damit zu kämpfen hat, solltest du alles dafür tun, dass das Zähnekriegen möglichst schmerzfrei und entspannt vonstattengeht. Wir haben die besten Hausmittel und Tipps für dich zusammengestellt.

#1 Beißringe
Wenn Babys Zähne bekommen, kauen sie gerne auf allem herum, was ihnen in die Quere kommt und stecken ihre Finger und Fäustchen in den Mund. Weshalb? Weil es im Mund drückt, kitzelt und juckt. Um deinem Kind das Zahnen zu erleichtern und die Druckschmerzen zu lindern, kannst du ihm einen Beißring anbieten (eine große Auswahl gibt es bei Babymarkt*).

Beißringe sind in der Regel klein und handlich, sodass Babys sie gut greifen und halten können. Kauen Kinder auf dem Beißring herum, wird das gereizte Zahnfleisch sanft massiert. Das liegt mitunter an der strukturierten Oberfläche des Tools. Zudem gibt es Modelle, die mit sterilem Wasser gefüllt sind und im Kühlschrank gekühlt werden können - denn auch Kälte kann die Schmerzen beim Zahnen lindern. Achtung: Beißringe gehören nicht ins Gefrierfach. Ist der Ring zu kalt, könnten Lippen und Schleimhäute erfrieren.

Beißringe gibt es übrigens aus Silikon, Kautschuk oder Holz. Egal, für welches Material und welche Form du dich entscheidest, achte immer darauf, dass das Spielzeug frei von Weichmachern und anderen bedenklichen Materialien ist. Alternativ kannst du deinem Kind auch einen feuchten Waschlappen anbieten. Wenn du ihn vorher in kühlem Kamillentee tränkst, wirkt er gleichzeitig beruhigend und schmerzlindernd.

Tipp: Spielzeug & Co., das dein Baby am Tag in den Mund nimmt, solltest du am Abend reinigen, damit es beim nächsten Gebrauch wieder hygienisch sauber ist. Spüle es dazu einfach mit lauwarmen Wasser ab und verwende eventuell ein mildes Spülmittel.

Total beliebt und ein echter Klassiker: "Sophie la Girafe". Die niedliche Giraffe ist Greifling und Beißring in einem. Sie besteht aus Naturkautschuk und ist deshalb weich und biegsam.

> Die Giraffe kannst du zum Beispiel bei Amazon bestellen.*

#2 Lern-Zahnbürsten
Mit so genannten Lern-Zahnbürsten (zum Beispiel die Massaging Brush von MAM, über Babymarkt.de*) sollen Kinder schon früh an das Zähneputzen herangeführt werden. Sind noch keine Zähnchen da, kannst du deinem Kind die kleine Gummibürste als Zahnungshilfe zur Verfügung stellen. Indem es auf der Bürste herumkaut, kann der unangenehme Druck im Kiefer, der beim Zahnen entsteht, gemildert werden. Außerdem massieren die weichen Gummilamellen sanft den Gaumen.

#3 Zahnfleischmassage
Beim Zahnen jucken die Kieferkämme deines Kindes meist stark, was sehr unangenehm sein kann. Indem du das Zahnfleisch sanft massierst, kannst du es beruhigen. Hierfür bieten sich spezielle Fingerzahnbürsten mit Noppen aus Silikon an (gibt es bei Shop Apotheke*). Zur Linderung der Schmerzen kannst du dabei das Zahnfleisch auch mit kühlem Kamillen- oder Salbeitee einreiben.

#4 Zahnungsgels
Auch schmerzstillende und entzündungshemmende Zahnungsgels können dabei helfen, die Schmerzen beim Zahnen zu lindern. Wichtig, ist, dass du das Zahnungsgel immer nach Vorschrift anwendest und darauf achtest, dass es weder Alkohol, noch Zucker enthält. Lasse dich am besten vorab in einer Apotheke oder in einer Arztpraxis beraten. Ein beliebtes Produkt ist beispielsweise Dentinox, das frei verkäuflich ist und in Apotheken und Drogerien angeboten wird.

#5 Schüssler-Salze und homöopathische Mittel
Häufig werden homöopathische Mittel und Schüssler-Salze empfohlen, wenn Babys Probleme beim Zahnen haben. Jeder hat dazu eine andere Meinung, wissenschaftliche Belege gibt es allerdings nicht. Am besten lasst ihr euch von Experten beraten, welche Mittel für euch am besten infrage kommen. Zwei beliebte homöopathisches Mittel sind beispielsweise Osanit-Zahnungskügelchen (gibt es bei Shop Apotheke*) oder Viburcol-Zäpfchen.

#6 Veilchenwurzel
Veilchenwurzeln werden aus dem Wurzelstock der Schwertlilie gewonnen und gelten aufgrund ihrer betäubenden Wirkung als ein altes Hausmittel bei Schmerzen. Wenn Babys darauf herumkauen, wird zum einen das Zahnfleisch massiert, zum anderen werden ätherische Öle freigesetzt, die kühlen und betäuben sollen. Die Veilchenwurzel ist meist an einem Band befestigt. Lasse dein Kind niemals unbeaufsichtigt mit einer Veilchenwurzel, damit es sich nicht daran verschluckt. Außerdem können die Wurzeln leicht verkeimen und, obwohl man sie auskochen kann, noch Keime enthalten.

#7 Bernsteinketten
Bernstein ist ein gelblicher Schmuckstein aus fossilem Harz. Wenn Kinder darauf herumkauen, sollen durch die Körperwärme ätherische Öle freigesetzt werden, die dem Baby beim Zahnen helfen sollen. Diese Wirkung ist wissenschaftlich allerdings nicht erwiesen. Zudem sind solche Halsketten gefährlich, weil Kinder damit hängenbleiben und sich strangulieren können. Sollte die Kette reißen, könnten sie sich auch an den Steinen verschlucken.

#8 Ablenkung und Zuneigung
Indem du dein Baby ablenkst, mit ihm spielst oder kuschelst, kannst du es beruhigen, sodass es die Schmerzen beim Zahnen erstmal vergisst. Auch ein gemeinsamer Spaziergang an der frischen Luft bietet sich an. Es kann auch helfen, wenn du dein Baby möglichst viel trägst, es wiegst und schaukelst, um es zu beruhigen.

Auch interessant: Tipps für übermüdete Eltern: So lernt Baby schlafen

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Weitere Informationen rund ums Zahnen findet ihr auf dem Internetportal der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Wichtiger Hinweis zum Schluss: Die Informationen und Tipps in diesem Artikel sind lediglich Anregungen. Jedes Kind ist anders und reagiert auf seine eigene Art und Weise. Es ist deshalb wichtig, dass du auf dein Kind eingehst und so herausfindest, welcher Weg der Beste für euch ist. Wenn dein Kind hohes Fieber bekommt, Schwellungen im Gesicht oder starke Schmerzen hat, suche einen Arzt oder eine Ärztin auf. Das gleiche gilt, wenn du unsicher oder besorgt über Symptome bist.

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