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Schnuller abgewöhnen: 5 Tipps für einen sanften Abschied

von Inga Back Veröffentlicht am 13. Dezember 2018

Die Entscheidung einen Schnuller einzuführen passiert vielleicht noch nebenbei - die Entscheidung dem Baby den Schnuller wieder abzugewöhnen, will aber wohl überlegt sein. Viele Kinder verstehen nämlich überhaupt keinen Spaß mehr, wenn man ihnen ihren geliebten Schnuller wegnimmt und nicht mehr hergibt. Glücklicherweise gibt es jedoch ein paar Tipps, mit denen das scheinbar Unmögliche möglich wird.

Junge Eltern lernen sehr schnell, dass aus so einem kleinen Baby unfassbar laute Geräusche kommen können. Oft ist das Einzige, was dann noch hilft, der Schnuller. Dieses unscheinbare Ding schafft es, dass zuhause wieder selige Ruhe einkehrt. Doch aus Babys werden Kleinkinder und plötzlich fallen uns die Nachteile des Schnullers ins Auge. Die Speichelproduktion scheint nun außer Kontrolle zu geraten und in uns wird auf einmal eine Stimme laut, die sich fragt, ob die Kinder jetzt schiefe Zähne bekommen, bloß weil wir ihnen diesen Schnuller angewöhnt haben?

Bis zu einem gewissen Punkt ist der Schnuller vollkommen in Ordnung, um Babys zu beruhigen, und - so lange man ein paar Dinge beachtet - auch harmlos. Aber irgendwann ist es Zeit, dass ihr und vor allem euer Kind, sich vom Nuckel verabschiedet. Damit ihr euch nicht den Kopf darüber zerbrechen müsst, wie ihr das möglichst ohne Tränen und großen Kummer schafft, verraten wir euch ein paar Tipps, mit denen das große Drama ausbleibt.

Schnuller abgewöhnen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wenn es um Schnuller geht, ist die große Frage zweifelsohne: Wann sollte man sie abgewöhnen? Viele Eltern machen sich Sorgen, dass zu langes Warten in einer Fehlstellung der Zähne äußern könnte. Andere Eltern sehen dies komplett entspannt und sind sich sicher, dass Kinder mit 3 oder 4 Jahren den Schnuller freiwillig abgeben. Die Meinungen gehen an diesem Punkt also stark auseinander.

Leider sind sich auch Experten beim Thema Schnuller uneinig. Einige sagen, dass das Nuckeln am Schnuller schon nach dem 6. Monat reine Gewohnheit und somit unnötig ist. Andere sagen, dass der Schnuller ein Mittel zur Stressbewältigung ist und Kinder beruhigt. Tatsächlich nuckeln viele Kinder, die keinen Schnuller bekommen, einfach am Daumen. Und eine Entwöhnung vom Daumen ist oft schwieriger als eine vom Schnuller.

Wenn es also um den richtigen Zeitpunkt geht, ist die Frage nach den Zähnen letztlich die entscheidende. Denn Schnuller können tatsächlich zu einer Fehlstellung der Zähne führen. Man muss sich aber trotzdem keine Sorgen machen, denn bei Milchzähnen ist diese noch nicht tragisch. Die Vorstellung der Milchzähne bildet sich nach der Entwöhnung vom Schnuller meist innerhalb von 6 Monaten wieder zurück. Anders sieht es bei bleibenden Zähnen aus. Wenn ein Kind bereits bleibende Zähne hat und den Schnuller trotzdem noch benutzt, kann es nämlich tatsächlich zu einer bleibenden Fehlstellung der Zähne kommen.

Ab welchem Alter man Kindern den Schnuller am besten abgewöhnt, bleibt jedem selbst überlassen. Die meisten Experten sind sich jedoch in dem Punkt einig, dass man zwischen dem 2. und 4. Lebensjahr Kindern den Schnuller abgewöhnen sollte.

Wie gewöhnt man den Schnuller am besten ab?

Es gibt verschiedene Tipps und Tricks, mit denen es Kindern leichter fallen soll, dem Schnuller auf Nimmerwiedersehen zu sagen. Für die einen funktioniert der "kalte Entzug", andere brauchen eine langsame Entwöhnung. Bevor man also damit beginnt diese oder jene Methoden anzuwenden, sollte man sich bewusst machen, was dem eigenen Kind am besten tut.

Vielen Kindern fällt die langsame Umgewöhnung tatsächlich leichter. Schließlich war der Schnuller bisher ihr ganzes Leben lang ihr Begleiter. Es kann also durchaus sein, dass der Prozess länger als ein paar Tage in Anspruch nimmt. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und jedes Kind geht auch anders mit dem Verzicht auf den Schnuller um.

Bevor man Tipps zur Entwöhnung befolgt, sollte man die Kinder also langsam darauf vorbereiten, dass der Schnuller bald gehen muss. Eine weit verbreitet Methode dafür ist, den Schnuller in stressfreien Situationen wegzulassen. Wenn ihr also zuhause seid und euer Kind glücklich spielt, dann braucht es auch keinen Schnuller. Wenn sich das Kind daran gewöhnt hat, den Schnuller tagsüber zuhause nicht mehr zu tragen, könnt ihr festlegen, dass er nicht mehr mitgenommen wird, wenn ihr kleine Besorgungen macht. So fügt ihr Stück für Stück "Schnuller-freie" Zonen hinzu. Bis ihr schließlich eingeführt habt, dass der Nuckel nur noch im Bett benutzt werden darf.

Die meisten Kinder kommen mit dieser langsamen Entwöhnung sehr gut zurecht. Schwieriger wird dann meist der finale Abschied. Denn obwohl sie den Schnuller die meiste Zeit nicht mehr benutzen, ganz Lebewohl sagen möchten die meisten Kinder trotzdem nicht. An diesem Punkt gibt es jedoch eine ganze Reihe Tipps und Tricks, die euch dabei helfen können.

1. Bietet den Schnuller nicht mehr an

Der erste Tipp ist der banalste, aber manchmal reicht es schon, wenn man Kindern den Schnuller nicht mehr anbietet. Oft ist es nämlich auch unsere eigene Gewohnheit, die den Prozess der Abgewöhnung verlangsamt. Packt die Schnuller also weg, sodass euer Kind nicht mehr daran erinnert wird und redet auch nicht mehr davon. Frei nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" kann das schon ausreichend sein, damit euer Kind den Schnuller einfach vergisst.

2. Die Schnuller-Fee

Wenn ihr nicht dagegen seid, könnt ihr eurem Kind auch eine kleine Notlüge erzählen: Sagt ihm, dass die Schnuller-Fee kommt, um alle Schnuller abzuholen und als Dankeschön wird sie eine Überraschung bringen. Diese Überraschung könnt ihr so gestalten, wie ihr wollt. Das kann ein kleines Geschenk sein, das können ganz viele bunte Luftballons mit einer Dankeskarte von der Schnuller-Fee persönlich sein - eurer Fantasie sind an dieser Stelle keine Grenzen gesetzt.

Tipp: Damit ihr später nicht in Versuchung geratet, eurem Kind den Schnuller doch wiederzugeben, solltet ihr wirklich alle Schnuller entsorgen. So kann auch euer Kind die Schnuller nicht zufällig finden, was die Glaubwürdigkeit eurer Schnuller-Fee in Frage stellen könnte.

3. "Verschenkt" die Schnuller

Wenn in eurem Bekanntenkreis ein neues Baby geboren wurde, könnt ihr diesen Umstand nutzen und eure Schnuller an das neue Baby "verschenken". Ihr gebt sie natürlich nicht wirklich dem neuen Baby, aber ihr könnt eurem Kind erklären, dass Schnuller für Babys sind und dass ihr deshalb seine Schnuller dem neuen Baby weitergeben möchtet. Euer Kind wird verstehen, dass das Baby die Schnuller braucht und wahrscheinlich helfen wollen. Dann könnt ihr daraus ein kleines Ritual machen und die Schnuller in eine Box legen und hübsch als Geschenk verpacken. Wenn ihr sie "verschenkt" habt, könnt ihr eurem Kind sagen, wie glücklich das Baby über die Schnuller war und wie stolz ihr seid, dass es helfen wollte.

So konnte euer Kind sich darauf vorbereiten, von den Schnullern Abschied zu nehmen. Sollte mit der Zeit doch eine Nachfrage zu ihnen kommen, könnt ihr wieder erklären, dass ihr die Schnuller gemeinsam weggegeben habt und warum ihr das gemacht habt.

4. Schneidet mit der Schere ein Stück vom Schnuller ab

Ein winzig kleiner Schnitt mit der Schere und die Spitze vom Schnuller ist ab. Und schon kann euer Kind nicht mehr so gut an ihm nuckeln. Es wird sich anders anfühlen, ungewohnt und unbequemer und euer Kind wird das schnell merken. Das alleine kann schon reichen, damit es diesen letzten Schritt in ein schnullerfreies Leben geht - sogar freiwillig. Wenn euer Kind diesen Einschnitt ignoriert, könnt ihr jeden Tag ein Stückchen mehr abschneiden. Spätestens dann wird es das Interesse am Schnuller verlieren.

Wenn es dagegen erstmal traurig ist und fragt, was mit dem Schnuller ist, könnt ihr sagen, dass er kaputt gegangen ist, euer Kind ihn aber nicht mehr braucht, weil es jetzt schon groß ist.

5. Der kalte Entzug

Je älter euer Kind wird, desto schwieriger wird es, ihm das Nuckeln abzugewöhnen. Wenn ihr alles versucht habt, euer Kind aber trotzdem nicht die geringsten Anstalten macht, sich vom Schnuller zu trennen, dann hilft oft nur noch der kalte Entzug. Entsorgt die Schnuller und gebt sie eurem Kind nicht mehr wieder. Dies ist mit Sicherheit die radikalste Methode und sie verlangt sehr viel Verständnis und Durchhaltevermögen eurerseits, doch wenn sie einmal durchgestanden ist, sind Schnuller definitiv kein Thema mehr für euer Kind.

Wichtig ist hier allerdings, dass ihr nicht nachgebt. Wenn ihr diesen Weg einmal eingeschlagen habt, müsst ihr ihn auch zu Ende gehen. Wenn ihr eurem Kind nämlich doch den Schnuller wiedergebt, nachdem es 45 Minuten lang danach geschrien und um sich getreten hat, dann habt ihr eurem Kind damit beigebracht, dass es sich nur lange genug so verhalten muss, bis es bekommt, was es möchte. Wenn ihr also versucht seid nachzugeben, denkt daran: Vor euch sind schon Millionen Eltern diesen Weg gegangen und bisher hat noch jedes Kind irgendwann seinen Schnuller aufgegeben.

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