Home / Mama / Baby & Kleinkind / Wenn du diese 3 Dinge über Kleinkinder verstehst, erstickst du Trotzanfälle im Keim

© iStock
Mama

Wenn du diese 3 Dinge über Kleinkinder verstehst, erstickst du Trotzanfälle im Keim

Inga Back
von Inga Back Veröffentlicht am 12. März 2018
2 325 mal geteilt
A-
A+

Trotz- oder Wutanfälle sind ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung und vollkommen normal. Ihr könnt jedoch dazu beitragen, dass sie deutlich seltener vorkommen. Wenn ihr diese 3 Dinge über Kinder versteht, könnt ihr Trotzanfälle verhindern - oder zumindest besser aushalten.

Wir wissen alle, dass dieser Tag kommen wird und doch sind wir überrascht, wenn es plötzlich so weit ist: Auf einmal verwandelt sich dein süßes Baby in ein schreiendes Kleinkind, dass sich mit hochrotem Kopf auf den Boden schmeißt, weil es die nassen Finger nicht in die Steckdose stecken darf. Damit beginnt eine Zeit, die für Eltern wirklich nicht einfach ist, weil sie geprägt ist von lauten und tränenreichen Trotzanfällen, die gefühlt auch immer im unpassendsten Moment passieren - gerne auch in der Öffentlichkeit.

Als rational denkender Erwachsener kann dies ganz schön frustrieren, weil wir diese Wutanfälle beim besten Willen nicht nachvollziehen können. Aber macht euch keine Sorgen: Dahinter steht eine Logik und wenn ihr sie versteht, fällt es viel leichter, Trotzanfälle zu verhindern und diese kleinen Wutausbrüche zu ertragen, wenn sie trotzdem mal passieren.

1. Kleinkinder empfinden Verbote als Verlust

Es ist kein Zufall, dass kleine Kinder genau dann Trotzanfälle bekommen, wenn ihre Eltern beginnen Regeln durchzusetzen und ihrem Liebling auch mal etwas verbieten. Es ist aber auch kein Zufall, dass Eltern genau dann damit beginnen, wenn die Kleinen mobiler werden, die Welt erkunden wollen und sich dadurch in gefährliche Situationen bringen - aber das verstehen Kinder nicht. Sie wissen nicht, dass sie sich mit dem Messer verletzen können. Sie wissen nur, dass da ein schicker, glänzender Gegenstand liegt, den sie total spannend finden, den Mama und Papa ihnen aber nicht geben wollen oder schnell wegnehmen.

Babys und Kleinkinder sind vollkommen abhängig von ihren Eltern. Sie verlassen sich in allem auf Mama und Papa und wenn genau diese Bezugspersonen ihnen Dinge wegnehmen oder verbieten, verstehen sie plötzlich die Welt nicht mehr. Für sie ist das eine schmerzhafte Erfahrung und ihrem Schmerz machen sie durch einen Wutanfall Luft.

Es kann also schon helfen, wenn man versucht ,Verbote nur dann einzusetzen, wenn sie absolut notwendig sind (wenn sie zum Küchenmesser greifen, wäre zum Beispiel so ein Moment) und in weniger dramatischen Situationen kann man positive Formulierungen wählen. Statt auszurufen "Nicht auf dem Sofa springen!", könnte man also sagen: "Auf dem Sofa sitzt man, schau mal so" - und dann lässt man sich aufs Sofa plumpsen.

2. Kleinkinder können noch nicht logisch denken

Kleinkinder können noch nicht logisch denken und sie kennen auch keine wissenschaftlichen Fakten. Jeder Erwachsene weiß das, die wenigsten übertragen dieses Wissen jedoch auf den Alltag. Natürlich fängt das Kind an zu kreischen, wenn das Wasser aus der Badewanne läuft. Woher soll es denn wissen, dass es nicht selbst in den Abfluss gesogen wird? Vielleicht würden wir selbst ja auch kreischen, wenn wir in einem Pool stünden aus dem plötzlich in einem rapiden Tempo das Wasser abgesogen würde.

Dinge, die für uns logisch oder normal sind, können Kindern Angst machen oder sie verunsichern. Dann schüttet der Körper Stresshormone aus und die begünstigen wiederum emotionale Ausbrüche. Erklärt euren Kindern also die Situationen in einfachen kindgerechten Worten.

3. Kleinkinder können nichts für ihre Wutanfälle

Wenn wir Erwachsenen wütend oder frustriert sind, haben wir eine ganze Reihe Möglichkeiten, um uns selbst wieder zu beruhigen. Wir können unsere Frustration oder Wut verstehen und als solche stehen lassen. Wir können die Situation anhand von Erfahrungswerten analysieren und zu dem Entschluss kommen, dass es eine logische Erklärung dafür geben muss. Wir können mit anderen Menschen kommunizieren und gemeinsam eine Lösung für das Problem oder einen Kompromiss finden. Außerdem ist der Teil unseres Gehirns, der für Selbstbeherrschung verantwortlich ist, voll entwickelt. Auf Kleinkinder trifft keiner dieser Punkte zu.

Sie werden von ihren Emotionen regelrecht überrollt und haben keine andere Möglichkeit mit ihren Gefühlen umzugehen, als sie ungefiltert nach außen zu lassen. Für sie ist es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass ihnen die Schokolade, das Handy oder das Spielzeug im Laden absichtlich vorenthalten werden, obwohl sie sie brauchen. Der Teil ihres Gehirns, der für das Empfinden von Zeit verantwortlich ist, ist noch nicht voll ausgebildet, sodass kleine Kinder im Moment leben. Wenn sie etwas wollen, dann brauchen sie es folglich sofort.

Sie haben also nicht absichtlich Trotzanfälle, um uns auf die Palme zu bringen, sondern sie werden selbst von ihren Gefühlen überrascht und haben noch keine Mittel, um mit ihnen umzugehen. Sie brauchen in diesen Momenten mehr denn je unser Verständnis und unsere Liebe.

Das könnte dich auch interessieren:

7 Regeln, die dir helfen, richtig auf einen Trotzanfall zu reagieren

Wie bringe ich mein Kind zum Schlafen? Tipps für völlig übermüdete Eltern

Nie wieder Chaos! 6 geniale Möbel-Hacks für ein ordentliches Kinderzimmer

von Inga Back 2 325 mal geteilt