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Damit's gut läuft: 6 einfache Stillpositionen (auch bei Milchstau)

Anne Walkowiak
von Anne Walkowiak Veröffentlicht am 13. Februar 2019
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Damit beim Stillen alle auf ihre Kosten kommen, also das Baby satt und Mamas Brust ausreichend leer getrunken wird, kommt es auch auf die richtige Stillposition an. Welche Stillpositionen sich wann am besten eignen und worauf ihr generell achten solltet, verraten wir euch.

Bei den meisten Mamas dauert es ein bisschen, bevor das mit dem Stillen reibungslos klappt. Ein wichtiger Schritt dahin ist auf jeden Fall die richtige Stillposition. Diese sollte für Mama und Kind bequem sein und außerdem bei Mama keine Schmerzen verursachen. Im Bestfall sorgt die richtige Stillposition also dafür, dass Mama und Baby sich während und nach dem Stillen rundum wohl fühlen.

Die richtige Stillposition: Worauf kommt es an?

Das Wichtigste beim Stillen, gerade in den ersten Wochen, ist auf jeden Fall Ruhe. Ihr solltet euch Zeit nehmen und nicht mal eben 'schnell' stillen. Zeitdruck wirkt sich negativ aufs Stillen aus und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Wichtig ist zudem, dass das Kind die Brustwarze richtig in den Mund nimmt. Zum einen um ausreichend zu trinken, aber auch um richtig zu trinken und somit eine Entzündung der Brustwarzen vorzubeugen. Idealerweise liegt das Kind nah an Mama in einer geraden Linie. Der Kopf sollte niemals überstreckt sein. Und auch Mama sollte bequem sitzen oder liegen.

Stillposition 1: Die klassische Wiege-Haltung

Bequem, effektiv und vor allem für Anfänger eine geeignete Stillposition ist die Wiege-Haltung. Mama sitzt also auf einem Stuhl, Sessel oder der Couch und lehnt sich entspannt zurück. Das Baby liegt gerade auf einem Kissen oder Stillkissen, unterstützt von Mamas Arm und wird an der Brust angelegt.

Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, euch nicht nach vorn zum Baby hinzubeugen, sondern das Baby an euch heranzuziehen. Am Anfang dauert das Stillen gerne mal 30 Minuten und länger und wer nicht bequem und ausreichend gestützt sitzt, verkrampft sehr schnell.

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Stillposition 2: Die gekreuzte Wiege-Haltung

Noch leichter lässt sich das Baby anlegen, wenn man das Köpfchen nicht mit Hilfe des Unterarms stützt, sondern wenn man es über Kreuz mit der Hand hält (siehe Abbildung).

Auch hier gilt, dass nicht nur das Baby gestützt werden sollte, sondern auch Mama bequem und gestützt sitzt. Vor allem der Arm, der das Kind hält, sollte abgelegt werden können. Denn auch wenn das Baby nur 3 Kilogramm wiegt, werden diese auf längere Sicht immer schwerer.

Stillposition 3: Liegen beim Stillen in der Nacht

Neugeborene haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus. Wann immer sie etwas 'brauchen', melden sie sich. Vor allem in der Nacht kann das für die frischgebackenen Eltern anstrengend sein. Statt nachts aufzustehen, das Kind in den Arm zu nehmen und es im Sitzen zu stillen, bietet es sich an, das im Liegen oder halb liegend zu tun.

Der Vorteil von liegenden Stillpositionen ist, dass niemand aufstehen und damit so richtig wach werden muss. Vielmehr zieht man das Baby nur an die Brust heran und kann dabei weiter dösen. Achtet unbedingt darauf, dass euer Kind in einer gerade Linie liegt und auf der Seite. Es sollte nicht nur den Kopf zur Brust drehen.

Wenn ihr Bauch an Bauch liegt, ist das optimal und nicht selten schlafen Mama und Kind so sogar wieder ein. Wer nicht beim Stillen einschlafen möchte, setzt sich leicht auf, wie in der Abbildung gezeigt, und hält das Kind in der Wiege-Haltung.

Stillposition 4: Hilfe bei Milchstau

Gerade am Anfang haben viele Frauen mit zu viel Milch zu kämpfen. So oft und viel sie ihr Baby auch anlegen, es schafft es einfach nicht, die Brust leer zu trinken. Besonders jetzt besteht die Gefahr eines Milchstaus und es ist umso wichtiger, das Baby über die Stillposition beim Trinken zu unterstützen und so einen Milchstau zu vermeiden.

Bemerkt ihr erste Anzeichen eines Milchstaus, weil die Brust an der Stelle hart wird und schmerzt oder einen roten und heißen Fleck an einer Stelle hat, solltet ihr Folgendes tun: Macht einen warmen Wickel oder geht heiß duschen und massiert die Brust vorm Stillen.

Legt anschließend das Kind so an, dass sein Unterkiefer in Richtung der Verhärtung zeigt. Sitzt die gestaute Milch beispielsweise oberhalb der Brustwarze, legt euer Kind liegend an, wie im Bild gezeigt. Achtet darauf, dass der gesamte Körper des Kindes seitlich liegt und es nicht nur den Kopf zur Brust dreht.

Tipp: Legt eurem Kind ein Kissen oder Handtuch in den Rücken, damit es nicht wieder auf den Rücken rollt.

Stillposition 5: Die Football-Haltung

Sitzt die Verhärtung an der Außenseite der Brust oder habt ihr das Gefühl, dass sich da besonders viel Milch befindet, legt euer Kind in die Football-Haltung. Sein Körper liegt also unter eurem Arm, seine Füße zeigen in Richtung eures Rückens, sein Köpfchen liegt in eurer Hand. Stützt euch und das Kind mithilfe eines Kissens oder Stillkissens ab.

Stillposition 6: Der Vierfüßlerstand

Eine Stillposition, mit welcher ihr Verhärtungen in der Brust an egal welcher Stelle 'wegtrinken' lassen könnt, ist der Vierfüßlerstand. Es klingt vielleicht komisch, sich über sein Kind zu beugen, wer aber schon einmal einen echten Milchstau hatte, ist für jede Stillposition dankbar, die Erleichterung bringt.

Nach dem Stillen solltet ihr kontrollieren, ob sich der Stau gelöst hat. Außerdem solltet ihr weitere überflüssige Milch ausstreichen oder Abpumpen (Vorsicht, Milch abpumpen regt die Milchbildung an) und die Brust anschließend mit einem Quarkwickel kühlen.

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